Lichtermarsch zur Vincenzhaus-Rettung

19. Dezember 2011

Für das vom Konkurs bedrohte St. Vincenzhaus gehen Eltern und Schüler der Förderschule und ihrer Wohngruppen in der nächsten Woche auf die Straße. Wie die Schule bestätigte, ist am nächsten Dienstag (20. Dezember) ab 17 Uhr ein Lichtermarsch durch Cloppenburg geplant.
Eltern und Lehrer hatten in einer Versarhmlung einen Mangel an öffentlicher Unterstützung beklagt und wollen jetzt zur Solidarität aufrufen. Der neue Vorsitzende des Kuratoriums, Pfarrer Bernd Strickmann, wird daran teilnehmen. Der seit 124 Jahren bestehenden Schule fur geistig behinderte und lernbehinderte Kinder und Jugendliche droht die Schließung.

Das Finanzamt hat den Entzug der Gemeinnützigkeit wegen der nicht nachvollziehbaren Finanzgeschäfte des ehemaligen Dechanten Alfons Kühling angekündigt. Im schlimmsten Fall droht eine Steuernachzahlung von bis zu 15 Millionen Euro. Damit wäre auch die Stiftung Heiliz Kreuz, die sich um die Unterbringung der Kinder kümmert, nicht überlebensfähig.

In den Verhandlungen mit dem Finanzamt ist noch kein Durchbruch erzielt worden.
Strickmann hoft jedoch nach wie vor auf eine tragfähige Lösung. Das erklärte der Geistliche gestern nach einer Sitzung der Kuratorien dreier kirchlicher Stiftungen. Auf ihren Konten hatte Kühling Vermögenswerte ohne kirchliche oder öffentliche
Kontrolle bewegt. Zunächst sei eine „Bestandserhebung“ der Situation vorgenommen worden, sagte Strickmann. Die Verhandlungen selbst werden von einem
Wirtschaftsprüfer aus Münster geführt.

Der Lichtermarsch ist am Dienstag in der Zeit von 17 bis 19 Uhr geplant. Start ist um zirka 17 Uhr beim Vincenzhaus (St. Michael-Str. 18).
Folgende Wegstrecke wird zurückgelegt: Bether Straße, Osterstraße, Hagenstraße,
Bahnhofstraße, Lange Straße, danach zur St. Andreas Kirche (obere Lange Straße).
Dort endet der Marsch.

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NABU warnt vor riskantem CCS-Einsatz in Entwicklungsländern

8. Dezember 2011

Durban – Der NABU warnt Deutschland und die EU eindringlich davor, auf der UN-Klimakonferenz im südafrikanischen Durban einer Entscheidung zuzustimmen, die den Einsatz der CCS-Technologie zur unterirdischen Ablagerung von CO2 in Entwicklungsländern fördern würde. „Es kann nicht sein, dass wir in Deutschland auf CCS verzichten, um es dann unter deutlich schlechteren Sicherheitsstandards in Afrika und Asien zu fördern“, erklärt NABU-Präsident Olaf Tschimpke. „Falls die völlig unausgereifte CCS-Technik jemals einen Beitrag zur Lösung der Klimaprobleme leisten kann, dann nur unter höchsten Sicherheitsanforderungen“, so Tschimpke.

Auf der Klimakonferenz in Durban wird derzeit verhandelt, ob CCS in den sogenannten Clean-Development-Mechanismus (CDM) aufgenommen werden soll. Wenn CCS-Projekte unter den CDM fallen, könnten westliche Industrieländer und Konzerne ihre Emissionsbilanz künftig aufbessern, indem sie in CCS-Projekte in Entwicklungsländern investieren. Der CO2-Ausstoß, der durch das CCS-Projekt in dem betreffenden Entwicklungsland vermeintlich vermieden wird, wird dem Investor gut geschrieben. „Der Profit geht in die Industrieländer, die Risiken bleiben in den Entwicklungsländern – auf diese zynische Art hat CCS im CDM nichts verloren“ kritisiert der NABU-Präsident. Damit CCS einen Beitrag zur Lösung der Klimaprobleme leisten kann, müssen zunächst Forschung und behutsame Erprobung vorangebracht werden – und zwar unter höchsten Sicherheitsanforderungen. „Die vorgeschlagenen Sicherheitsstandards für CCS-Projekte in armen Ländern sind absolut unzureichend. In Deutschland würden wir unter den Bedingungen niemals einer CO2-Ablagerung unter der Erde zustimmen“. Während die Industrieländer ihre Emissionsbilanz aufhübschen könnten, müssten die Entwicklungsländer über Jahrhunderte mit den noch völlig ungeklärten Haftungsrisiken durch das unter Hochdruck in den Untergrund gepresste Kohlendioxid leben.

Besonders beunruhigend ist, dass auf der Klimakonferenz in Durban vor allem die erdölfördernden Länder der OPEC für CCS im CDM kämpfen. Denn nach den vorgeschlagenen Regelungen soll das CO2 unter die Erde gepresst werden, um mehr Erdöl aus unterirdischen Lagerstätten fördern zu können. „Das CDM-Instrument soll eigentlich Klimaschutz und Entwicklungshilfe miteinander verbinden. Wenn dabei nun CCS eingesetzt wird, damit Saudi-Arabien und Dubai ihre Ölvorkommen besser ausbeuten können, ist das in jeder Hinsicht absurd“, kritisiert NABU-Energieexperte Elmar Große Ruse, der in Durban die UN-Klimaverhandlungen verfolgt.

Quelle: NABU-Pressestelle

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Alle 11 Sekunden stirbt ein Tier im Labor / Wieder neuer Rekord bei Versuchstierzahlen in Deutschland

7. November 2011

Erneut ist der „Verbrauch“ von Versuchstieren in Deutschland angestiegen, auf insgesamt 2.856.316 Tiere im Jahr 2010. Das sind 2,5 Prozent mehr als 2009. Die aktuelle Statistik hat das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft soeben veröffentlicht. Der Deutsche Tierschutzbund fordert von der Bundesregierung, dass bei der anstehenden Umsetzung der EU-Tierversuchsrichtlinie alle Möglichkeiten genutzt werden, um Tierversuche endlich wirksam einzuschränken.

Geradezu inflationär ist der Anstieg bei Versuchen an den nächsten Verwandten des Menschen, den Affen. Hier liegt er bei über 20 Prozent: 2.789 Affen, damit fast 500 mehr als im Vorjahr, wurden 2010 verbraucht. Diese hochsensiblen Tiere sterben meist in Giftigkeitsprüfungen oder für den reinen Erkenntnisgewinn in der sogenannten Grundlagenforschung. Selbst für Ausbildungszwecke müssen sie herhalten. 2010 wurden 153 Affen im Bereich der Lehre benutzt. Wie schon in den Vorjahren ist auch der Anstieg in der Gentechnik wieder enorm, diesmal um 19 Prozent. Hier wurden 115.000 mehr Mäuse, Ratten, Kaninchen, Schweine und Fische als 2009 gentechnisch verändert und in Versuchen eingesetzt.

„Die weiter steigende Zahl an Tierversuchen ist das Fazit jahrelangen Aussitzens und ein politischer Skandal. Den vielen Lippenbekenntnissen aus der Politik, Tierversuche eindämmen zu wollen, sind bisher keine Taten gefolgt. Immer wenn es darauf ankommt, knicken unsere Entscheidungsträger vor der mächtigen Forschungs- und Wissenschaftslobby ein und sehen dieser Aufwärtsspirale der Tierqual weiter tatenlos zu“, kommentiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, die Statistiken.

Bei der nationalen Umsetzung der EU-Tierversuchsrichtlinie, die im November 2012 abgeschlossen sein muss, müssten alle Spielräume genutzt werden, um das maximal Mögliche für den Tierschutz zu erreichen. „Wir wollen ein eigenes Gesetz für den Umgang mit Labortieren, zumindest solange es Tierversuche noch gibt. Außerdem können in Deutschland wenigstens Versuche an Menschenaffen und solche an sonstigen Affenarten sowie anderen Wirbeltieren, die zu schweren Leiden führen, ganz verboten werden. Das lässt die EU-Richtlinie ausdrücklich zu“, so Schröder.

„Auch die Genehmigungsverfahren können jetzt verschärft werden, sodass zum Beispiel auch Versuche für Produktprüfungen einer kritischen Kontrolle unterzogen werden müssen“, erläutert Schröder auch mit Blick auf das seit 2002 im Grundgesetz verankerte Staatsziel Tierschutz. Zurzeit werden solche Versuche den Behörden lediglich gemeldet.

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

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Baldiger Ausstieg der gesamten EU aus der konventionellen Legehennen-Käfigqual in Gefahr

21. Oktober 2011

Morgen tagt der EU-Rat für Landwirtschaft und Fischerei in Luxemburg und wird unter anderem über das Thema Legehennenhaltung beraten. Ein EU-weiter Ausstieg  aus der herkömmlichen Käfighaltung bis zum 1.1.2012 ist gesetzlich vorgeschrieben, wurde aber in vielen Ländern noch nicht umgesetzt. Zudem ist nicht geklärt, wie mit den dann ab Januar „illegal“ erzeugten Eiern in Zukunft verfahren werden soll. Der Kommissar für Gesundheit und Verbraucherpolitik, John Dalli, hatte sich bereits für eine Aufweichung der getroffenen Vereinbarungen ausgesprochen. Der Deutsche Tierschutzbund protestierte in einem Schreiben an Dalli und erwartet eine konsequente Durchsetzung des Käfigverbotes.

Bereits im Juli 1999 wurde die EU-Richtlinie, die die Haltung von Legehennen neu regelte, verabschiedet, weil eine artgerechte Haltung in den herkömmlichen Käfigsystemen nicht möglich ist. Die Richtlinie sah eine Übergangsfrist von 12 Jahren bis zum 1.1.2012 vor. Allerdings werden aktuell in der EU noch immer rund 40 Prozent aller Legehennen in den bald verbotenen Käfigen gehalten. Geschätzt wird, dass ein Großteil der Produzenten bis Ablauf der Frist nicht umgestellt haben wird.

„Länder, die nach Ablauf einer 12-jährigen Übergangsfrist immer noch keine Umstellung vorgenommen haben, müssen zur Verantwortung gezogen werden, und dürfen nicht  durch großzügiges Entgegenkommen und Unterlaufen eines Gesetzes belohnt werden“, kritisiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, die drohende Aufweichung der Regelungen.

John Dalli, Kommissar für Gesundheit und Verbraucherpolitik, hatte erklärt, dass denjenigen Produzenten, die ihre Legehennen auch nach dem Stichtag noch entgegen der EU-Richtlinie in herkömmlichen Legebatterien halten, die Möglichkeit eingeräumt werden soll, diese Eier weiter zu vermarkten, z.B. in der Eiprodukte-Industrie des jeweiligen Mitgliedstaates.

„Diese Trickkumpanei mit der europäischen Käfiglobby ist ein völlig falsches Signal. Keiner wird sich dann gezwungen sehen, gesetzestreu  umzustellen. Damit wird das Verbot für konventionelle Käfige nicht nur untergraben, es werden auch Wettbewerbsnachteile für diejenigen verursacht, die ihre Legehennenhaltung richtlinienkonform umgestellt haben“, so Schröder weiter. Zwar ist in Deutschland derzeit der so genannte Kleingruppenkäfig erlaubt, den der Deutsche Tierschutzbund ebenso ablehnt, aber die konventionelle Käfighaltung wurde in Deutschland am 1.1.2010 beendet, zwei Jahre früher als in der EU-Richtlinie festgelegt.

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

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Protest gegen das Abschlachten von gezüchteten Affen auf Mauritius

21. September 2011

Tausende von vollkommen gesunden Affen, die auf Mauritius von der Firma Noveprim Ltd. für Tierversuchslabore gezüchtet wurden, sollen aus rein wirtschaftlichen Erwägungen getötet werden. Die Firma gibt die Verkleinerung des Unternehmens als Grund für die Massentötung an, wie unsere britische Partnerorganisation BUAV herausgefunden hat. Der Deutsche Tierschutzbund protestiert aufs Schärfste gegen diese Pläne. Das Missmanagement der Firma, bei dem offensichtlich den Bedarf an Versuchsaffen falsch eingeschätzt wurde, darf jetzt nicht dazu führen, dass Tausende von Affen vernichtet werden.

Bis ins Jahr 2012 hinein sollen laut der britischen „Sunday Express“ monatlich 400 Affen in den Anlagen von Noveprim Ltd. getötet werden. Noveprim liefert im großen Stil Versuchsaffen in Labore in der ganzen Welt – auch nach Deutschland – und gehört zum britisch-amerikanischen Covance-Konzern. Dessen deutsche Niederlassung in Münster, die Medikamententests im Auftrag der Pharmaindustrie durchführt, war im Jahr 2003 aufgrund von Videoaufnahmen, die den grausamen und zynischen Umgang mit Affen belegten, in die Schlagzeilen geraten. „Es ist schon eine Schande, dass diese hoch intelligenten und sensiblen Tiere von der Pharmaindustrie und Wissenschaftlern für Forschungs- und Testzwecke missbraucht werden. Aber dass jetzt auch noch extra für diese Zwecke gezüchtete Tiere auf dem Müll landen sollen, schlägt dem Fass den Boden aus“, kritisiert Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Bei Filmrecherchen, die wir 2006 in Mauritius betrieben haben, habe ich das furchtbare Schicksal dieser Tiere hautnah mitbekommen. Sie werden auf grausame Weise von ihren Familien getrennt und überleben oft schon den Transport nicht“, so Apel.

Mauritius ist einer der größten Versuchsaffenproduzenten der Welt. Die Affen werden in der Wildnis gefangen und in Zuchtstationen vermehrt. Circa 10.000 Affen werden jährlich von dort rund um den Erdball in Labore zu Versuchszwecken transportiert – ein Milliardengeschäft. 60 Prozent der 2009 in die EU importierten Versuchsaffen stammten laut eigenen Angaben von Noveprim Ltd. In Deutschland werden über 2.000 Affen jährlich in Versuchen verwendet, viele dieser Affen stammen von Mauritius.

„Diese Massentötung an unseren nächsten Verwandten darf nicht stattfinden! Diese Affen gehören in die Freiheit“, so Apel abschließend. Der Deutsche Tierschutzbund protestiert beim Premierminister von Mauritius, Dr. Navinchandra Ramgoolam, und der Botschafterin von Mauritius in Deutschland, Mrs. S. Seeneevassen-Frers, gegen das geplante Massaker und fordert alle Tierfreunde auf, ihn dabei zu unterstützen.

Weitere Informationen, auch die BUAV-Reportage, finden Sie hier: http://www.tierschutzbund.de/versuchsaffen_importe.html

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

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Missstände bei der Terraristika in Hamm

12. September 2011

Der Deutsche Tierschutzbund deckt erneut Missstände bei der Terraristika (10.9.) in Hamm auf. Wie in den vergangenen Jahren haben Kontrollen des Verbandes wieder zahlreiche Verstöße gegen die Tierbörsen-Leitlinien des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) ergeben: Kranke Tiere werden angeboten, die Behältnisse, meist kleine Plastikboxen, in denen Tiere aufbewahrt werden, sind unzureichend, der Stress für die Tiere ist enorm – Anbieter reisen aus Übersee und aus ganz Europa an. Darüber hinaus verleiten Mengenrabatte und Schnäppchen-Preise zu Spontankäufen. Der Deutsche Tierschutzbund rät davon ab, solche Börsen zu besuchen, oder Tiere unter solchen Umständen zu erwerben.

Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes: „Exoten gehören nicht in die Privathaltung. Und erst recht nicht auf so eine Massenveranstaltung, wo eine konsequente Kontrolle sowieso kaum möglich ist.“ Auch politisch ist die Forderung des Tierschutzbundes eindeutig: „Wir fordern ein Verbot für derartige Tiermärkte, zumindest muss aber sobald wie möglich eine bundesweit gültige Verordnung her. Veterinärbehörden könnten dann bei Regelverstößen besser eingreifen“, so Apel. Die zuständige Tierärztin für die Terraristika Hamm hat einen neuen Eilerlass der nordrhein-westfälischen Landesregierung noch nicht umgesetzt. Mit dem Erlass vom Juni 2011 erklärte das Bundesland die Tierbörsen-Leitlinien des BMELV für verbindlich. Der Deutsche Tierschutzbund wartet nun darauf, dass dieser als rechtlich bindend für den Veranstalter der Terraristika erklärt wird.

In Deutschland finden jährlich tausende Reptilien-, Fisch-, Vogel- und Kleintierbörsen statt. Der Deutsche Tierschutzbund beobachtet seit Jahren entsprechende Veranstaltungen. Zuletzt veröffentlichte der Verband gemeinsam mit Pro Wildlife eine Dokumentation über die Missstände auf Tierbörsen in 2010. Zu beobachten sind immer wieder die gleichen Probleme: Viele Wildfänge, kranke oder deutlich gestresste Tiere stehen zum Verkauf. Auch eine artgerechte Versorgung findet nicht statt. Die Besucher  schütteln die viel zu kleinen Plastikbehältnisse und nehmen die scheuen Tiere in die Hand. Darüber hinaus bieten die Behälter fast nie Rückzugsmöglichkeiten und sind oft unzureichend beschriftet. Die Terraristika wird von gewerblichen Händlern aus der ganzen Welt dominiert, von denen viele mit großen Tierzahlen von Börse zu Börse tingeln, wobei die Tiere oft wochenlang nicht aus den kleinen Boxen herauskommen. Ein Beratungsgespräch ist aufgrund der verschiedenen Nationalitäten oftmals unmöglich – Spontankäufe und unwissende zukünftige Halter sind die Folge.

Die Dokumentation zu den Missständen auf Tierbörsen 2010 steht zum Download bereit unter http://www.tierschutzbund.de/tierboersen.html

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

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World Save Bee Fund begrüßt Honig-Urteil des Europäischen Gerichtshofs als aktiven Bienenschutz

8. September 2011

Umweltorganisation fordert „Internationalen Tag zum Schutz der Biene“ am 14. September

Der World Save Bee Fund (WSBF) begrüßt ausdrücklich die Entscheidung des Europäischen Gerichtshof (EuGH) vom 6. September 2011. Danach führen selbst geringste Spuren von gentechnisch veränderten Organismen im Honig dazu, dass der Honig dem europäischen Gentechnikrecht unterliegt und ohne Sonderzulassung und Sicherheitsprüfung nicht in den Verkehr gebracht werden darf. Damit steht nun fest, dass die Imker Anspruch auf Entschädigung haben, wenn ihr Honig Spuren von gentechnsich veränderten Organismen, etwa dem Gen-Mais Mon 810, aufweist.

„Diese Entscheidung ist richtungsweisend für den Umgang mit der Gentechnik in der EU aber auch weltweit,“ sagt der Präsident des WSBF Rail Khismatullin. „Mit dieser Entscheidung werden Freilandversuche für gentechnisch veränderte Pflanzen und damit die nicht kalkulierbaren Risiken dieser Technologie endlich eingedämmt. Wir freuen uns für die vielen Imker in der EU, die nun gegenüber den Bauern ihre Rechte auf eine naturverträgliche Landwirtschaft für das Naturprodukt Honig durchsetzen können. Beide Seiten und die Bienen werden davon profitieren.“ so Khismatullin.

Für die Imker bedeutet dieses EuGH-Urteil Rechtssicherheit und für die Verbraucher die Durchsetzung ihrer Wünsche nach gentechnikfreien Lebensmitteln.

Bienen sind Bioindikatoren. Das weltweite Bienensterben hat seine Begründung auch im stetigen Verlangen nach mehr Wachstum und Effizienz in der Landwirtschaft. Die Ausbreitung von großflächigen Monokulturen und der Einsatz systemischer Pestizide, wie bei Mais, schwächen die Bienenvölker, weil Bienen auf eine biologische Vielfalt angewiesen sind.
Die verwendeten Neonicotinoide können Bienen nachweislich töten.
Da viele Bauern aus Effizienzgründen nicht auf eine Fruchtfolge in der Landwirtschaft setzen, sondern jedes Jahr wieder Mais auf derselben Fläche anbauen, können sich Schädlinge wie der Maiswurzelbohrer, der in der Wurzel der Pflanze überwintert, vermehren und verbreiten. Dagegen soll die gentechnisch veränderte Pflanze immun sein, sie soll den Schädling sogar töten. Jedoch haben Experten längst erkannt, dass der Schädling schon nach einem Jahr ohne Maisanbau kaum Überlebenschancen hat, also auf natürliche Weise absterben würde. Eine genetisch veränderte Maispflanze ist daher unnötig und dient nur dem Verkauf des mitgelieferten Pestizids! Der Wiederzulassung des Gen-Mais von Monsanto (MON 810) ist durch das aktuelle EuGH-Urteil ein kräftiger Riegel vorgeschoben. Freilandversuche mit Genmais und anderen genmanipulierten Pflanzen sollten der Vergangenheit angehören, weil sie unkalkulierbare Risiken bedeuten.

Um dem Thema „Bienenschutz und Bienensterben“ mehr Aufmerksamkeit zu geben, setzt sich der WSBF für einen Internationalen Tag zum Schutz der Biene am 14. September ein. „Die Russische Förderation unterstützt diesen Vorschlag bereits. Ich hoffe Deutschland wird ebenfalls bald folgen“, appelliert Khismatullin auf Unterstützung. Eine persönliche Stimmabgabe für den Bienenschutztag ist auch im Internet möglich, wo den interessierten Verbraucher viele Informationen rund um die Biene und ihre Nützlichkeit erwarten.

Quelle: World Save Bee Fund e.V. Deutschland

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Gehegetausch bei den Eisbären: Berlin bereitet zweifelhafte Zuchtversuche vor

29. August 2011

Aktuell wurde der 24-jährige Eisbär „Troll“ vom Berliner Tierpark in den Zoo Berlin umgesiedelt. Dort wird er sich wie zuvor Knut ein Gehege mit den dort lebenden drei Eisbärinnen teilen müssen, welche nun für eine ungewisse Zeit in ihren winzigen Innenboxen ohne Auslauf verbleiben. Im Tierpark wurde damit Platz für ein neues Eisbärmännchen geschaffen. Erst vor kurzem war eine zweijährige russische Eisbärin dorthin importiert worden. Der Deutsche Tierschutzbund und der Tierschutzverein für Berlin und Umgebung kritisieren diese Praxis und weisen erneut auf die grundsätzliche Haltungsproblematik hin: limitierte Zuchtmöglichkeiten, hohe Jungtiersterblichkeit und erhebliche Verhaltensstörungen bedingt durch die unnatürlichen Lebensbedingungen.

„Ein neuer Knut um wirklich jeden Preis – das scheint weiter das Ziel in Berlin zu sein“, kritisiert Thomas Schröder, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Tierschutzbundes. „Offenbar hat man keine Lehren aus den gescheiterten Zuchtversuchen gezogen. In Kürze werden wir sowohl im Zoo als auch im Tierpark dieselben Probleme zu sehen bekommen – erneut zu Lasten der Tiere“, so Schröder weiter. Aus Sicht der Tierschützer war schon im letzten Jahr fahrlässig gehandelt worden, als man Knut mit den drei Eisbärinnen in einem Gehege zusammenbrachte. Die Vergesellschaftung der Weibchen mit „Troll“ werde sicherlich nicht stressfreier als damals ablaufen. Das Gehege sei viel zu klein, als dass sich die Tiere bei Bedarf aus dem Weg gehen könnten.

Die Leitung des Zoos und des Tierparks Berlin hatte bereits direkt nach dem Tod vom Zuschauermagneten Knut angekündigt, weiter züchten zu wollen. Mit dem Transfer von „Troll“ wurde nun der Platz geschaffen, um ein neues Männchen zu importieren. Ein Hinterfragen der Zuchtpraktiken und Haltungsbedingungen fand dagegen nicht statt. Dabei können die Haltungsbedingungen im Zoo den Tieren nicht einmal im Ansatz ein artgemäßes Leben ermöglichen. Reviergrößen von tausenden Quadratkilometern in der freien Wildbahn, verglichen wenigen hundert Quadratmetern und kaum Abwechslung im Zoo führen oftmals zu Langeweile und Verhaltensstörungen, so genannten Stereotypien. Fast alle Eisbären in deutschen Zoos zeigten diese Auffälligkeiten, teilte der Verband in Bonn mit.

Erst am Wochenende war der Zoo Berlin in die Negativkritik geraten, weil Fehler im Management der Löwenanlage die Ursache dafür waren, dass zwei Jungtiere von einem älteren Männchen totgebissen wurden.

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

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NABU protestiert gegen Luftverpestung durch Kreuzfahrtschiffe

24. August 2011

Porschke: Auch das Traumschiff „MS Deutschland“ ist ein Alptraum für die Umwelt

Mit einer Protestaktion am Hamburger Kreuzfahrtterminal hat der NABU seine Kampagne „Mir stinkts! Kreuzfahrtschiffe sauber machen!“ fortgesetzt. Vor dem dort ankernden „Traumschiff“ MS Deutschland protestierten Umweltschützer mit Atemschutzmasken und einem plakativ rauchenden Schiffsschornstein dagegen, dass auch das bekannteste deutsche Kreuzfahrtschiff auf hoher See mit giftigem Schweröl fährt und ohne Rußpartikelfilter die Umwelt verpestet.

„Die MS Deutschland ist Symbol für den Traumurlaub auf See – aber die Abgase des Ozeanriesen sind ein Alptraum für die Umwelt“, sagte Alexander Porschke, Vorsitzender des NABU Hamburg. Denn zur Gewinnmaximierung würden Kreuzfahrtreeder wie Deilmann, zu der die MS Deutschland gehört, aber auch stark wachsende Kreuzfahrtanbieter wie AIDA und TUI Cruises nicht etwa mit vergleichsweise sauberem Schiffsdiesel fahren, sondern mit dem billigsten und giftigsten aller Treibstoffe, nämlich Schweröl. Während Pkw-Diesel nur einen Schwefelgehalt von 0.001 Prozent enthalten darf, dürfen Luxusliner wie AIDA Luna, Mein Schiff, sowie die MS Deutschland mit Schweröl fahren, das einen Schwefelanteil von bis zu 4.5 Prozent hat – also dem 4.500fachen dessen, was an Land erlaubt ist.

„Es ist eine Irreführung der Kunden, wenn etwa die Deilmann-Reederei auf ihrer Internetseite den „Respekt vor der Natur“ betont, ihre Schiffe aber tatsächlich mit giftigem Schweröl fahren und keinerlei System zur Abgasnachbehandlung haben“, kritisiert NABU-Verkehrsexperte Dietmar Oeliger. Der hohe Schwefelanteil des Schweröls und fehlende Rußfilter führen dazu, dass etwa die MS Deutschland auf großer Fahrt nicht nur das Klima schädigt, sondern auch die Gesundheit der Menschen gefährdet.

Tatsächlich ist die Schifffahrt in Europa mittlerweile der größte Verursacher von Schwefelemissionen. „Die Kreuzfahrtschiffe verbergen ihr zum Himmel stinkendes Umweltproblem hinter ihrer strahlend weißen Fassade. Mit dem Animationsfilm „Schwarze Brise“ zeigen wir die traurige Wirklichkeit“, erklärt Oeliger. Der Film illustriert drastisch: Ein einziges Kreuzfahrtsschiff stößt so viele Schadstoffe aus, wie 5 Millionen Autos.

Der NABU fordert die Reedereien auf, ab sofort auf die Verwendung von Schweröl zu verzichten. Insbesondere nördlich des 40. Breitengrades ist diese Maßnahme dringend nötig, denn die Auswirkungen der Rußpartikel auf das Arktis- und Grönlandeis sind besonders gravierend und verstärken das fatale Abschmelzen des Eises. Zugleich müssten alle neugebauten Kreuzfahrtschiffe mit einem Rußpartikelfilter ausgestattet werden, fordert der NABU.

Quelle: Naturschutzbund Deutschland e.V.

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CARE fordert mehr Mittel für Schulbildung im Flüchtlingslager Dadaab

11. August 2011

Markmiller: „Bildung ist der beste Schutz und die beste Vorsorge vor Armut und Gewalt“

Die Hilfsorganisation CARE fordert die Aufstockung von Mitteln für Grundschulbildung im Flüchtlingslager Dadaab im Norden Kenias. Nach Angaben der Vereinten Nationen von diesem Montag leben mittlerweile 399,346 Menschen im weltweit größten Flüchtlingslager. Von den nach heutigem Stand wahrscheinlich bereits über 400.000 in Dadaab lebenden Menschen, sind etwa 114.000 Kinder im Alter zwischen fünf und 13 Jahren. Nur 38 Prozent von ihnen können zur Schule gehen.

CARE bereitet derzeit die Aufstockung seiner bereits seit Jahren bestehenden Bildungsprojekte vor, um das Angebot zu verbessern und – vor allem langfristig – mehr Kinder zu erreichen. Während der Fokus vieler Geber in humanitären Krisen wie dieser auf lebensrettenden Maßnahmen wie Wasser, Nahrung und Unterkünfte liegt, wird die Schulbildung der Flüchtlingskinder häufig vernachlässigt. „Bildung ist aber kein Luxus oder ein ‚Extra’. In der Schule lernen die Kinder in einem sicheren Raum nicht nur Lesen und Schreiben, sondern auch, wie sie sich vor Gewalt und Krankheiten schützen können“, so Dr. Anton Markmiller, Hauptgeschäftsführer von CARE Deutschland-Luxemburg e.V., der sich in den vergangenen Tagen selbst vor Ort ein Bild von der Lage machen konnte.

Während im August die Schulen geschlossen sind, nutzt CARE die vorhandenen Räume, um neu angekommene Kinder in Intensivkursen zu betreuen. Diese Kinder sind zum Großteil noch nie in ihrem Leben zur Schule gegangen, und werden nun auf den Beginn des regulären Unterrichts im September vorbereitet. Etwa 1.100 Schülern konnten bereits an dem Programm teilnehmen. „Im September werden die Kapazitäten jedoch vollkommen erschöpft und überlastet sein“, erklärt Musa Dahir, zuständig für die Koordination der Schulprogramme in Dadaab. „Wir möchten natürlich so viele Kinder wie möglich aufnehmen. Aber wenn die Klassen überfüllt sind, leidet die Qualität des Unterrichts.“ CARE leitet momentan fünf Grundschulen in Dagahaley, einem der drei Camps in Dadaab, und kann damit mehr als 15.100 Kindern Unterricht anbieten. Außerdem bildet CARE erwachsene Flüchtlinge zu Lehrern aus und stattet sie mit Unterrichtsmaterial aus. Viele der Lehrer leben seit ihrer frühen Kindheit in Dadaab und sind selbst im Camp zur Schule gegangen.

CARE ist seit zwanzig Jahren in Dadaab tätig und hauptverantwortlich für die Bereiche Nahrung, Wasser und Bildung. Momentan treffen zwischen 1.000 und 1.500 Flüchtlinge täglich ein. Über 80 Prozent von ihnen sind Frauen und Kinder, die auf der Flucht häufig auch Opfer von Gewalt oder sexuellen Übergriffen wurden. CARE bietet daher neben der Verteilung von Nahrungsmitteln, Wasser und Nothilfeartikeln auch psychologische Betreuung an.

Quelle: CARE Deutschland-Luxemburg e.V.

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