Archiv für Oktober 2009

Präventionsmedizin – das Armutszeugnis der Ärztekammern und Universitäten

Dienstag, 27. Oktober 2009

Die Ärztekammern und Universitäten in Deutschland werden von der führenden europäischen Gesellschaft für Prävention und Anti-Aging-Medizin, der GSAAM e.V., wegen des Ignorierens einer wichtigen medizinischen Entwicklung kritisiert. Bis heute wurde die Präventionsmedizin nicht zum Gegenstand von Fachkunde und Weiterbildung gemacht. GSAAM-Gründungsmitglied Dr. Wolf Bleichrodt: „Es ist sehr bedauerlich, dass Fortschritte auf diesem mittlerweile auch wissenschaftlich anerkannten und mit dem Nobelpreis gewürdigten Gebiet bisher geleugnet oder schlichtweg verschlafen wurden – dafür kann nur ein Armutszeugnis ausgestellt werden.“

Die GSAAM wurde 1999 mit dem Ziel gegründet, neben die Reparaturmedizin, die erst nach dem Eintritt von Krankheit und Gebrechen einsetzt, die Präventionsmedizin zu stellen, um Gesundheit zu schützen und möglichst lange zu erhalten.

Anti-Aging wurde im selbst verantwortlichen Teil der Bevölkerung zum Mega-Trend. Nicht zuletzt wegen der desolaten Gesundheitspolitik: Es gibt eine immer größer werdende Differenz zwischen dem, was dem Arzt möglich ist, und dem, was ihm ermöglicht wird. Die Regierung verspricht allen alles, gleichzeitig budgetiert sie die Ausgaben für die Versorgung.

Die Versicherten sind für ihre Gesundheit mit verantwortlich, so steht es im § 1 des Sozialgesetzbuches SGB V: Der Bürger ist für seine Gesundheit selbst und alleinig verantwortlich – erst bei Krankheit greifen Kassen und Staat. Sie greifen aber immer weniger, und ziehen sich im Gegenteil zunehmend zurück.

Prävention ist keine Leistung der gesetzlichen und auch nur in Ausnahmefällen der privaten Krankenkassen, denn sie erfüllt nicht die Kriterien für eine Kostenübernahme durch die Solidargemeinschaft: wirtschaftlich-ausreichend-notwendig-zweckmäßig. Das ist bitter, weil es so gar nicht dem entspricht, was man sich unter den ureigensten Aufgaben des Staates und seiner Organe vorstellt.

Seit 2007 bietet die GSAAM den europaweit ersten Master-Studiengang für Präventions- und Anti-Aging-Medizin. Zusammen mit der Dresden International University werden approbierte Ärzte und Professoren als Experten für gesundes Altern ausgebildet. Von Beginn gehören die Seminare und Konferenzen der GSAAM zu den herausragenden wissenschaftlichen Treffen der europäischen Anti-Aging-Medizin.

Quelle: Offenes-Presseportal
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Die gravierenden Folgen von absoluter Armut in Entwicklungsländern

Dienstag, 27. Oktober 2009

Unterernährung
Weltweit leiden über 850 Millionen Menschen unter Hunger. Mehr als 95% davon leben in den Entwicklungsländern. Dort sterben etwa 30.000 Kinder pro Tag, bevor sie das fünfte Lebensjahr erreichen. [1] Die Hälfte von ihnen stirbt auf Grund von Unterernährung, oft auch mit bedingt durch die unzureichende Ernährung der eigenen Mutter. Der Protein- und Nährstoffmangel führt in der Regel zu einer Schwächung der inneren Organe einschließlich des Herz-Kreislaufsystems sowie des Immunsystems. Dadurch erhöht sich besonders bei Kindern die Gefahr tödlicher Infektionskrankheiten.

[1] Was ist Hunger? _ www.welthungerhilfe.de

Verminderte Lebenserwartung
In den Entwicklungsländern ist die Lebenserwartung in der Regel bedeutend kürzer als in den entwickelten Staaten. Afrika ist davon in besonderem Maße betroffen. So liegt zum Beispiel die durchschnittliche Lebenserwartung in Sambia nur noch bei 32,4 Jahren. Im Vergleich dazu beträgt die Lebenserwartung in Kanada, Norwegen, Frankreich oder Australien über 80 Jahre. Gerade in Afrika trägt auch die Armutskrankheit AIDS in hohem Maße zu diesen verheerenden Zahlen bei. Allein in Simbabwe sind 25% der Bevölkerung mit dem HI-Virus infiziert. [2] [3]

[2] Lebenserwartung in Teilen Afrikas unter 33 Jahre _ vista verde news _ www.vistaverde.de
[3] Wie Armut zu Aids führt _ www.aidsfocus.ch

Eingeschränkte kindliche Entwicklung
Mangelhafte Ernährung und eine ungenügende Gesundheitsvorsorge sind direkte Auswirkungen von Armut. Solche Lebensumstände wiederum beeinflussen die kindliche Entwicklung negativ. Geistige, soziale, motorische und emotionale Fähigkeiten entfalten sich nur unzureichend und machen die Kinder weniger leistungsfähig. Dies führt oft dazu, dass sie später weniger erfolgreich sind, deshalb ein schlechteres Einkommen erzielen und deshalb die eigenen Kinder auch nicht optimal versorgen können. Der Teufelskreislauf der Armut ist so nur schwer zu durchbrechen. Weltweit sind fast 220 Millionen Kinder unter fünf Jahren kognitiv eingeschränkt. Allein in Afrika sind über 60% der Kinder davon betroffen. [4]

[4] Studie: Armut beeinträchtigt die geistige Entwicklung von Kindern _ www.wissenschaft.de

Umweltzerstörung
Für die Gefährdung und Zerstörung natürlicher Lebensräume gibt es unterschiedliche Ursachen. In vielen Ländern der Erde ist jedoch auch Armut ein bedeutender Grund, den Schutz der Umwelt weiterhin zu vernachlässigen. Die Sorgen und Probleme und der alltägliche Überlebenskampf der Menschen lassen nachhaltiges Wirtschaften und Verhalten oft in den Hintergrund treten. Notwendige finanzielle Mittel für ökologisches Handeln stehen in armen Regionen oft nicht zur Verfügung oder werden von politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträgern aus purem Eigennutz oft bewusst nicht bereit gestellt. (s. Korruption)
Gleichzeitig sind Arme häufiger Opfer bei Umweltkatastrophen, weil ihnen weniger Lösungs- und Bewältigungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. In diesem Zusammenhang spricht man auch von einer umweltbezogenen Ungerechtigkeit.

Bürgerkriege
Bürgerkriege brechen in armen Ländern wesentlich häufiger aus als in reichen. Es gibt Statistiken, nach denen ein Einbruch des Wirtschaftswachstums um fünf Prozent die Wahrscheinlichkeit eines bewaffneten Konflikts um 50 Prozent ansteigen lässt. [5]

[5] Armut fördert Bürgerkriege _ www.welthungerhilfe.de

Korruption
Auf internationaler Ebene findet man die korruptesten Systeme in den Staaten, die besonders von Armut betroffen sind, also in Südamerika und Afrika. Hier hat sich ein regelrechter Teufelskreis aus Armut und Korruption gebildet. Dies hat zur Folge, dass oft teure, sinnlose Projekte, die umweltschädlich und unsozial sind, tatsächlich die besten Chancen haben, verwirklicht zu werden. Ein dichtgestricktes Netz aus Lobbyisten und Seilschaften realisiert gerne jene Vorhaben, die ihnen selbst am meisten nutzen. Natürlich sind auch global agierenden Firmen und Konzerne der entwickelten Länder in diesen Filz verstrickt, denn sie wollen ebenfalls von lukrativen Aufträgen und Geschäften in den Entwicklungsländern profitieren. Bis vor wenigen Jahren wurde Korruption noch ganz offen betrieben und war nach deutschem Recht sogar legal und steuerbegünstigt.
Auch bei Entwicklungshilfeprojekten, die vorwiegend aus Steuergeldern finanziert werden, versickert oft ein hoher Prozentsatz als „Korruptionsaufschlag“. Gleichzeitig werden Steuergelder eingesetzt, um in demselben Land die Korruption zu bekämpfen. Eine aberwitzige Verschwendung von Kapital zu Lasten der armen und notleidenden Menschen. [6]

[6] Transparency International _ www.transparency.org

Bildungsbenachteiligung
Es ist statistisch belegt, dass Menschen mit geringeren sozialen, finanziellen und kulturellen Mitteln geringere Bildungschancen besitzen. Diese Benachteiligung von Kindern und Erwachsenen wird oft systembedingt noch verstärkt durch die Tatsache, dass das öffentliche Schulwesen in vielen Ländern schlecht und unterfinanziert ist. Während die Mittel- und Oberschicht darauf reagieren und ihre Kinder auf kostenpflichtige Schulen schicken kann, haben die armen Bevölkerungs-schichten in der Regel kein Geld für solche Alternativen.
Auch hier trifft es wieder die Bewohner der ärmsten Länder in besonderem Maße. Im Jahre 2002 lebten 70% aller Analphabeten in nur neun Staaten, die zum größten Teil in Afrika südlich der Sahara und Südostasien liegen. [7]

[7] EFA Global Monitoring Report _ www.globalmarch.de

Überbevölkerung
Der Begriff „Überbevölkerung“ ist nicht eindeutig. Für einen Tatbestand der Überbevölkerung gibt es verschiedene Maßstäbe. Sie kann sowohl global als auch regional und lokal bestehen. Neben der Tragfähigkeit eines bestimmten Raumes oder der ganzen Welt, was die Dimension der Menschenmenge betrifft, setzt man diese oft auch in Bezug zu den herrschenden Lebensbedingungen oder dem Nahrungsangebot. Aber auch unter dem Aspekt der Wahrung bestimmter Lebensstandards lässt sich dieses Thema noch diskutieren.

Die Meinungen zur Bevölkerungstheorie sind äußerst kontrovers. Für einige ist Überbevölkerung ein zentrales Menschheitsproblem, aus dem unter anderem Armut resultiert. Für andere ist Armut eine der Ursachen von Überbevölkerung, denn sie führe zu einer hohen Geburtenrate, weil es keinen Zugang zu Verhütungsmitteln gibt oder Kinder als einzige Möglichkeit der Altersvorsorge gesehen werden. [8] Eine weitere Gruppe findet die ganze Betrachtungsweise menschenverachtend, denn sie sieht die Tragfähigkeit der Erde noch längst nicht erschöpft. Sie vermutet die Probleme eher auf der Ebene von politischen Fehlleistungen.

Mittlerweile existiert auch die Theorie, dass es für die Zahl der Menschen auf der Erde eine flexible Grenze gibt. Diese lässt sich durch Innovationen und neue technische Möglichkeiten positiv öffnen oder durch Umwelt- und Ressourcenzerstörung negativ enger schließen. In diesem Zusammenhang wird das Thema Überbevölkerung immer häufiger im Kontext der Nachhaltigkeit diskutiert.

[8] DSW-Info: Menschenrecht Familienplanung _ www.dsw-online.de

[ ] = Informationsquellen

Texte und redaktionelle Bearbeitung: Rolf Rötgers / playandhelp-Team

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Benefiz Kunstauktion

Montag, 26. Oktober 2009

Künstler helfen Kindern.
Zum 3. Mal findet die Benefiz-Kunstauktion 2009 in Hannover statt.
Am 08.11.2009 ab 11.00 Uhr, unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Stephan Weil, können Kunstinteressierte handgefertigte Bilder und Kunstwerke aus unterschiedlichen Stilrichtungen ersteigern!

Mehr als 50 Künstler spenden ein oder mehrere Werke zugunsten der Fachberatungsstelle VIOLETTA gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen und jungen Frauen.

Als Kunst- und Kulturförderer ist Prof. Dr. Peter Hansen aus Hannover zum Auktionator ernannt worden. Die Auktion findet statt im Haus der Region, Sitzungssaal N003, Hildesheimer Straße 20, in Hannover.
Bitte helfen Sie helfen und steigern Sie mit!Unter www.violetta-hannover.de können Sie sich näher informieren.

Quelle: fair-NEWS.de
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Tierschutzbündnis deckt Handlungsbedarf bei der Kennzeichnung von Kaninchenfleisch in Tierfutter auf

Montag, 26. Oktober 2009

Recherchen des Tierschutzbündnisses „Kaninchenmast, nein danke“ decken auf: Die Herkunft des für Tierfutter verwendeten Kaninchenfleisches ist nur schwer nachvollziehbar, Rückschlüsse auf die Haltungsbedingungen der Tiere werden von den Herstellern möglicherweise bewusst verhindert.

Auf Anregung engagierter Verbraucher schrieb das Tierschutzbündnis „Kaninchenmast, nein danke“ die Hersteller von insgesamt 22 verschiedenen Sorten von Katzen- und Hundefutter an und bat um eine Stellungnahme zur Herkunft von im Futter enthaltenem Kaninchenfleisch.
Nur einer der Produzenten gab an, aus Tierschutzgründen auf die Verarbeitung von Kaninchenfleisch zu verzichten. „Keiner der Hersteller konnte oder wollte uns die exakte Herkunft des verarbeiteten Fleisches offenlegen“, kommentiert Ingo Schulz, Sprecher des Bündnisses „Kaninchenmast, nein danke“, die aktuelle Recherche. „Offenbar wird hier die Herkunft bewusst verschleiert, um nicht zugeben zu müssen, dass das Fleisch aus der von uns kritisierten Intensivmast stammt.“
Alle Produzenten beriefen sich in ihren Antworten auf EU-Richtlinien (EU VO 98/58; 1774/2002), die eine artgerechte Aufzucht und Haltung der Tiere garantieren sollen. Die „EU-Richtlinie über den Schutz landwirtschaftlicher Nutztiere (98/58)“ legt hierzu zwar Mindestnormen fest. Diese Vorschriften jedoch sind allesamt normativ, nicht absolut. So heißt es in der Norm „für Tiere, die ständig oder regelmäßig angebunden oder angekettet sind oder die sich ständig oder regelmäßig in Haltungsvorrichtungen befinden“, es müsse Platz zur Verfügung stehen, der „nach praktischen Erfahrungen und wissenschaftlichen Erkenntnissen nach ihren physiologischen und ethologischen Bedürfnissen angemessen ist.“

Des Weiteren sind „Unterkünfte so zu konstruieren und zu warten, dass die Tiere keine Verletzungen durch scharfe Kanten oder Unebenheiten erleiden.“
Die Einhaltung dieser Richtlinien sowie die Gesundheit der Tiere sollen der regelmäßigen tierärztlichen Überwachung unterliegen. Die Richtlinie 1774/2002 schreibt Regeln für die Schlachtung von Tieren vor, doch auch sie sagt über die tatsächlichen Haltungsbedingungen nichts aus.

Zwar sind die EU-Mitgliedsstaaten angehalten, die Richtlinien umzusetzen, doch zeigen die Recherchen des Tierschutzbündnisses „Kaninchenmast, nein danke“, dass die Realität in deutschen und europäischen Kaninchenmastfarmen anders aussieht. Das geforderte „angemessene“ Platzangebot unterliegt dem Ermessen der Lobbys; so sind die Maße von Kaninchenkäfigen zwar weitgehend standardisiert, entsprechen aber weder in Form noch Größe den artgemäßen Anforderungen der Tiere. Die Berufung auf die EU-Vorgaben als Antwort auf die Frage nach den Haltungsbedingungen für Kaninchen ist ein Selbstschutz der Unternehmen, über tatsächliche Bedingungen sagen diese jedoch nichts aus.
„Kaninchenmast, nein danke“ sieht hier großen Handlungsbedarf zur Schaffung von Transparenz. „Wir fordern die Kennzeichnung der Herkunft von Kaninchenfleisch in allen Produkten, der Sektor Tiernahrung ist hier nur einer von vielen. Solange die Kennzeichnung der Herkunft des Fleisches nicht verpflichtend eingeführt wird, werden die Konzerne nach wirtschaftlichen Prinzipien handeln, das bedeutet: Kostensparend den höchstmöglichen Gewinn zu erstreben. Sparen geht immer auf Kosten der Tiere. Aus diesem Grunde fordern wir den verantwortungsbewussten Verbraucher auf, sich mit uns für eine sofortige Kennzeichnungspflicht einzusetzen“, so Schulz abschließend.

Auf der Website des Tierschutzbündnisses „Kaninchenmast, nein danke“ unter www.kaninchenmast.info sind die Rechercheergebnisse detailliert zusammengefasst.

Quelle: fair-NEWS.de
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Verkehrskapitel im Koalitionsvertrag “antriebslos”

Montag, 26. Oktober 2009

“Klare Ziele hat Schwarz-Gelb nur im Weltraum”
Der Verkehrspolitik der neuen Bundesregierung fehlt es nach Ansicht der Allianz pro Schiene “an Geist, Phantasie und klaren Zielen”. Das Verkehrskapitel im Vertrag zwischen Union und FDP sei geprägt von “Denkverboten”, mit denen ein Schutzschirm über den Straßenverkehr gezogen werden solle, bemängelte der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege, am Samstag in Berlin. Flege nannte als Beispiele die drastischen Absagen an City-Maut, höhere Lkw-Maut, Kostenwahrheit im Verkehr oder Tempolimits auf Autobahnen. “Nötige Veränderungen werden durch “Mit-uns-nicht-Parolen” fast schon manisch abgewehrt, der Status Quo wird zementiert, eine Aufbruchstimmung fehlt völlig”, kritisierte Flege.

Trotz vollmundiger Absichtserklärungen im Umweltkapitel formuliere der Koalitionsvertrag für den Verkehrssektor kein Klimaschutzziel.”Der Verkehr produziert immer noch besorgniserregende CO2-Mengen”,sagte Flege. “Und Schwarz-Gelb schaut antriebslos zu.” Statt die Rolle der Schiene beim Klimaschutz zu stärken, begnüge sich der Koalitionsvertrag damit, Elektroautos als Klimaretter zu beschwören. “Die Koalition setzt Elektromobilität mit Straßenverkehr gleich – tatsächlich findet Elektromobilität in Deutschland aber auf der Schiene statt.”

Flege beklagte auch, dass sich Schwarz-Gelb beim Thema Bahn in der “Zuschauerrolle” sehe. “Im Vertrag spricht die neue Regierung davon, die positive Entwicklung der Deutschen Bahn zu begleiten. Für uns klingt das nach Fernsehsessel.” Eine Art Vision formuliere der Koalitionsvertrag lediglich für den Weltraum, bemängelte Flege und verwies auf Zeile 1260, in der es heißt: “Deutschland braucht klare Ziele in der Raumfahrt. Dafür wird eine eigenständige Raumfahrtstrategie mit klaren Missions- und Technologiezielen innerhalb eines Jahres weiterentwickelt.” Der Allianz pro Schiene-Geschäftsführer forderte Schwarz-Gelb auf, eine solche Zielstrebigkeit auch bei der Eisenbahnpolitik an den Tag zu legen. Bislang habe sich die Koalition noch nicht einmal dazu durchringen können, einen steigenden Marktanteil für den Schienenverkehr wenigstens anzustreben.

Positiv vermerkte die Allianz pro Schiene, dass die Verkehrsfachpolitiker an der gesetzlich vereinbarten Dynamisierung der Mittel für den regionalen Schienenverkehr festgehalten hätten. Hoffnungen knüpfe man auch an den “Deutschland-Takt”, der laut Koalitionsvertrag geprüft werden soll. “Wir plädieren dafür, dass Eisenbahnunternehmen und Fahrgäste dabei mitreden dürfen”, sagte Flege und bot dem neuen Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) eine “konstruktive Mitarbeit” an. Dass Ramsauer bisher noch nicht als Verkehrspolitiker in Erscheinung getreten sei, wollte Flege nicht als Nachteil werten. “Ein offener, unideologischer Blick ist beim Thema Verkehr schon ein großer Vorteil”, sagte der Allianz pro Schiene-Geschäftsführer.

Die Allianz pro Schiene ist das Bündnis in Deutschland zur Förderung des umweltfreundlichen und sicheren Schienenverkehrs. In dem Bündnis haben sich 16 Non-Profit- Verbände zusammengeschlossen: die Umweltverbände BUND, NABU, Deutsche Umwelthilfe und NaturFreunde Deutschlands, die Verbraucherverbände Pro Bahn, DBV und VCD, die Automobilclubs ACE und ACV, die drei Bahngewerkschaften TRANSNET, GDBA und GDL sowie die Eisenbahnverbände BDEF, BF Bahnen, VBB und VDEI. Die Mitgliedsverbände vertreten mehr als 2 Millionen Einzelmitglieder. Unterstützt wird das Schienenbündnis von 93 Unternehmen der Bahnbranche.

Quelle: Offenes-Presseportal
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Weiterer Anstieg der Tierversuchszahlen

Montag, 26. Oktober 2009

tierschutz3Trauriger Rekord: Die Tierversuchszahlen in Deutschland sind zum fünften Mal in Folge gestiegen.

2.692.890 Wirbeltiere wurden im Jahr 2008 allein in Deutschland im Namen der Wissenschaft „verbraucht“. Damit setzt sich der Trend der steigenden Tierversuchszahlen
ungebremst fort: Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr liegt nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) bei 3,2%.

Die Reaktionen des BMELV sind bekannt: Man lässt einige leere Worthülsen verlautbaren und will die Tierversuchszahlen zum wiederholten Mal von einem Expertengremium auf
mögliche „Einsparpotentiale“ überprüfen lassen. Wolfgang Schindler, Präsident der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt lässt sich damit nicht abspeisen: „Bislang hat sich durch solche Maßnahmen nichts nennenswertes bewegt. Das BMELV verfolgt zum Thema Tierversuche mit seinen Expertengremien eine reine Feigenblattpolitik.“

Die Forderungen von Tierschützern sind nicht neu. Auf der Agenda stehen Punkte wie eine substantielle Förderung der Alternativforschung, die Veröffentlichung von Ergebnissen, um Mehrfachversuche zu beenden und ein Verbot von Versuchen an Affen. Die Förderung von Ersatzmethoden steht zwar im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung, aber die Art der Umsetzung ist noch völlig offen.

Diese Forderungen stoßen bei der Bevölkerung auf eine starke Resonanz. „Dass sich Bundesregierung und EU-Kommission trotzdem auf die Seite der Tierversuchslobby stellen, ist erschütternd“, zeigt sich Wolfgang Schindler enttäuscht.

Anmerkung zur Grafik: Im Jahr 2000 wurde das Verfahren zur Erhebung der Tierversuchszahlen verändert. Daher sind die Daten von vor 2000 nur begrenzt mit
denen seit 2000 vergleichbar.

Quelle: fair-NEWS.de
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HELPISODES – eine neue virale Kampagne der EU-Initiative “HELP – Für ein rauchfreies Leben”

Samstag, 24. Oktober 2009

Die EU-Initiative HELP startet ab sofort eine innovative Serie im Web, um junge Menschen weiterhin für ein rauchfreies Leben zu sensibilisieren. Die Serie besteht aus elf Episoden und läuft monatlich mit jeweils einer neuen Folge bis September 2010.

Die Aktion ist auf den 2009 entwickelten partizipativen Ansatz der HELP-Kampagne abgestimmt und soll durch die Nutzung interaktiver Plattformen, wie Soziale Netzwerke und Video-Portale, verstärkt werden. Die Partnerschaft mit Daily Motions ist ebenso integraler Bestandteil des Projekts wie die Präsenz der Kampagne auf Facebook. Konzept und Erarbeitung der “Helpisodes” entstanden unter beratender Mitwirkung jener Jugendorganisationen, mit denen HELP zusammenarbeitet, um die Zielgruppe bestmöglich zu erreichen.

Die “Helpisoden” sind Kurzfilme, die als virales Element der Kampagne Aufmerksamkeit für das Thema rauchfreies Leben in der Online-Community erzeugen.

Die Serie besteht aus elf eigenständigen, animierten “Helpisoden” mit einer maximalen Länge von jeweils 1:30 Minuten. Zum Start der Serie stellt ein zweieinhalb minütiger Pilotfilm die Hauptakteure vor. Der Pilotfilm erzählt, wie die Helpers durch ein rauchbedingtes persönliches Trauma zusammenfinden und für eine rauchfreie Welt kämpfen. Jede “Helpisode” zeigt einen mit dem Thema Rauchen konfrontierten, jungen Europäer (HelpMe), der entweder aufhören, erst gar nicht damit anfangen bzw. sich vor Passivrauch schützen möchte. Um Hilfe zu erhalten, rufen sie das tüchtige, entschlossene Trio (Helpers). Die drei Helden wenden erfolgreich originelle und verrückte Tipps an, um das Problem zu lösen.

Ziel dieser absurden und vor allem witzigen “Helpisoden” ist es, mit den Jugendlichen in einer Sprache zu kommunizieren, die sie verstehen und schätzen. Sie machen auf die Vorteile des Nichtrauchens aufmerksam und verweisen auf echte Tipps und Ratschläge auf der HELP-Website – einem zentralen Element der HELP-Kampagne. Jede “Helpisode” zeigt einen absurden Tipp, passend zu einem der Kernthemen der HELP-Kampagne: Prävention, Rauchstopp und Passivrauchen. Das Ende einer jeden Helpisode verweist den Internetnutzer auf die HELP-Website www.help-eu.com zu Tipps, die auch wirklich funktionieren.

“Helpisodes” ist provokant und mutig, um die Aufmerksamkeit eines jungen Publikums zu wecken, das stets neue Trends sucht. Die humorvolle “Schock-Taktik” und die besondere Grafik, mit denen das junge Publikum adressiert wird, sind typisch für den Einsatz im Web mit seiner Gestaltungs-Freiheit und seinem speziellen Sinn für Humor jenseits der herkömmlichen TV-Kampagnen.

HELPERS MINI-SITE
Die Web-Serie ist auf der HELP-Website in einem speziell für die “Helpisoden” vorgesehenen Bereich abrufbar. Dieser zeigt den Inhalt in einer vereinfachten, intuitiven Weise: Eine Seite, die auf einen Blick den gesamten verfügbaren Inhalt anzeigt, was immer populärer auf Websites für Jugendliche wird.

Die Helpisodes sind ab sofort auf der HELP-Website www.help-eu.com ebenso wie auf der Mini-Site www.helpers-eu.com online und laufen bis September 2010.

Quelle: fair-NEWS
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NABU fordert deutliche Nachbesserungen am Koalitionsvertrag

Freitag, 23. Oktober 2009

Tschimpke kritisiert „Verrat am Naturschutz”
Berlin – Anlässlich der abschließenden Beratungen von Schwarz-Gelb über den Entwurf des Koalitionsvertrages fordert der NABU deutliche Nachbesserungen in der Umweltpolitik. „Statt Innovationen beim Klima- und Naturschutz droht nun ein Aufguss alter Politikrezepte, mit dem Deutschland seine Zukunftschancen verspielt“, kritisierte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Dabei seien die geplante Aufhebung des Atomausstiegs und die Fixierung auf ein Atomendlager in Gorleben nur die Spitze des Eisbergs. So setze die neue Bundesregierung auf neue Beton-Orgien beim Straßenbau, während der Schienenverkehr durch die Steuerfreiheit von Flugzeugbenzin weiter benachteiligt werde.
Fehlanzeige auch bei ökologischen Anreizen für die Landwirtschaft: Die Koalitionäre redeten ausschließlich über die industrielle Intensivierung der Landwirtschaft und die Agrogentechnik. „Selbst beim Klimaschutz bleibt es bei Lippenbekenntnissen ohne verbindliche Vorgaben“, sagte Tschimpke.

Besonders kritisch beurteilt der NABU die geplante Aufweichung der so genannten Eingriffsregelung im Naturschutzrecht. Denn künftig solle lediglich eine Ausgleichszahlung genügen, wenn durch eine neue Straße oder ein neues Bauwerk in die Natur eingegriffen werde. Die Verpflichtung, den Schaden durch konkrete Naturschutzmaßnahmen zu kompensieren, entfalle. „Damit begehen die Koalitionäre Verrat am Naturschutz“, so Tschimpke. Außerdem vermisst der NABU eine eindeutige Absage von Schwarz-Gelb an den ökologisch und wirtschaftlich unsinnigen Ausbau von Elbe, Donau und Havel. „Die neue Bundesregierung setzt einseitig auf freiwillige Maßnahmen von Unternehmen, Landwirten, Gebäudebesitzern und Konsumenten. Sie wird daher bei zentralen Zielen der Klima- und Umweltpolitik scheitern, wenn sie verbindliche Vorgaben zur Senkung des Energie- und Ressourcenverbrauchs sowie Nutzungspflichten für Erneuerbare Energien kategorisch ablehnt“, warnte Tschimpke.

Insgesamt gebe es umweltpolitisch nur wenige Lichtblicke im bisherigen Entwurf für das Regierungsprogramm, so der NABU-Präsident. Dazu zählten unter anderem die Sicherung weiterer 25.000 Hektar naturschutzfachlich bedeutsamer Flächen im „Nationalen Naturerbe“  und die Unterstützung für ein globales System von Meeresschutzgebieten. „Vor allem begrüßen wir, dass die Umsetzung der nationalen Strategie für den Erhalt der Biologischen Vielfalt mit Hilfe von zwei Bundesprogrammen gefördert werden soll. Damit wird endlich auch dem langjährigen Einsatz des NABU für eine Wiedervernetzung natürlicher Lebensräume durch Grünbrücken über Verkehrswege Rechnung getragen“, sagte Tschimpke. Positive Ansätze böten auch Pläne der künftigen Bundesregierung, den Ausstoß von gesundheits- und klimaschädlichen Rußpartikeln aus Kleinlastern und Schiffen zu reduzieren sowie den wachsenden Landschaftsverbrauch durch neue Baugebiete zu begrenzen.

Quelle: NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.
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Geballte Klimaschutzaktionen am 24. Oktober – weltweite Aktionen und lokale Verbrauchermacht

Donnerstag, 22. Oktober 2009

umwelt2Am 24. Oktober stellt sich die Kampagne “Klima sucht Schutz” in den Dienst des weltweiten Klima-Aktionstages von 350.org. An diesem Tag finden verteilt über den gesamten Globus Aktionen statt, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen. 350.org ist eine internationale Kampagne mit dem Ziel, eine Bewegung aufzubauen, die die Welt durch Auswege aus der Klimakrise vereint. „Klima sucht Schutz“ ist Teil dieser Bewegung und stellt 350.org am Aktionstag die Startseite von www.klima-sucht-schutz.de zur Verfügung.

Zusätzlich unterstützt „Klima sucht Schutz“ zwei Aktionen von carrotmob, die ebenfalls an diesem Tag für Bewegung im Sinne des Klimaschutzes sorgen werden. Orte des Geschehens sind ein Imbiss in Berlin und ein Bioladen in Bonn. Durch den gezielten Einkauf können sich hier Konsumenten aktiv einbringen. Denn der generierte Umsatz fließt zu einem Großteil direkt in Klimaschutzmaßnahmen vor Ort. Beide carrotmob-Aktionen werden durch einen Energieberater der Klimaschutzkampagne fachlich unterstützt. Es gibt viele sinnvolle Möglichkeiten, CO2 zu vermeiden und das Klima zu schützen – sei es durch den Austausch alter Kühlgeräte, den Einsatz energieeffizienter Beleuchtung oder den Wechsel zu einem Ökostromanbieter.

Wie erfolgreich diese Aktionen sind, zeigen die Beispiele vergangener carrotmob-Aktionen in München und Berlin. Hier wurden Energiesparmaßnahmen umgesetzt, durch die künftig insgesamt über 23.000 kg CO2 pro Jahr vermieden werden.

Hintergrund zur Kampagne 350.org
Das Hauptaugenmerk der Kampagne von 350.org liegt auf der Zahl 350 ppm (parts per million). Die Einheit ppm misst die Konzentration verschiedener Gase und zeigt das Verhältnis der Anzahl von CO2-Molekülen pro 1 Million anderer Gasmoleküle in der Atmosphäre an. Aufgrund der immer schnelleren Auswirkungen des globalen Klimawandels haben führende Klimawissenschaftler die Höchstgrenze einer für die Erdatmosphäre verkraftbaren CO2-Konzentration auf 350 ppm festgelegt. So gab die Zahl 350 der Kampagne ihren Namen.

Quelle: Offenes-Presseportal
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„Invest in Future Award“: Gewinner-Kitas ausgezeichnet

Donnerstag, 22. Oktober 2009

„Raum für innovative Pädagogik – der Raum als dritter Erzieher in der Kinder­krippe“: Unter diesem Titel stand die Auszeichnung „Invest in Future Award“ 2009. Eine Expertenjury vergab zwei erste und zwei dritte Preise, die im Rahmen des Bildungs- und Betreuungskongresses „Invest in Future“ am 19. Oktober verliehen wurden. Erste Preise gab es für die Kindertagesstätte „Zwergennest“ in Hüllhorst bei Bielefeld sowie für die Krippe „Sternschnuppe“ in Cremlingen bei Braunschweig. Die Teams der Kitas „Osteresch“ in Hamburg und „Arche Noah“ in Waldkirchen bei Passau freuten sich über dritte Plätze.

Anregungsreiche und außergewöhnliche Erlebnisräume für die Jüngsten zeichnete die Konzept-e für Kindertagesstätten gGmbH mit dem diesjährigen „Invest in Future Award“ aus. Auf die Ausschreibung mit dem Titel „Raum für innovative Pädagogik – der Raum als dritter Erzieher in der Kinderkrippe“ bewarben sich 30 Einrichtungen. Die Jury vergab schließlich zwei mit 2.000 Euro und einem 1.250-Euro-Gutschein des Kindergartenausstatters Duysima dotierte erste und zwei mit 1.000 Euro verbundene dritte Preise. Die feierliche Verleihung fand während der Abendveranstaltung des Bildungs- und Betreuungskongresses „Invest in Future“ am 19. Oktober in Stuttgart statt. Am zweiten Kongresstag stellten die Gewinnerinnen ihre Ideen und Raumkonzepte für Krippenkinder in Vorträgen noch einmal ausführlich vor.

1. Preis: „Zwergennest“, Hüllhorst
14 Krippenkinder nutzen zur Zeit den „Nestraum“ in der Hüllhorster Kita „Zwergennest“, die insgesamt 32 Kinder betreut. Von diesem „sicheren Hafen“ aus erkunden sie Schritt für Schritt gemeinsam mit ihrer Bezugserzieherin das Haus und den riesigen Garten. Alle Funktions­bereiche, der Rollenspielraum, ein Architektenzimmer, ein Atelier mit Nass- und Trockenbereich, ein Medienraum mit vielen Büchern und ein Bad mit großer Waschrinne, bieten neben spezifischen Materialien zu den jeweiligen Sachthemen auch immer Elemente die speziell auf die Jüngsten zugeschnitten sind. Im Architektenzimmer beispielsweise finden sich zum einen Baumaterialien, wie große, gestaltete Pappkartonbausteine, eine Leseecke mit Fachbüchern, eine Schreibwerkstatt, um Baupläne festzuhalten, sowie Requisitenboxen zu Themen wie Eisenbahn, Bauernhof oder Indianer. Zum anderen gibt es dort für die jüngeren Kinder auch ein Karussell, eine Sinneswanne mit Kastanien und eine Weidenmuschel als Rückzugsort. Draußen im Freien setzt sich das Konzept fort. Auch hier gibt es Funktionsbereiche. Zum Beispiel eine Einkaufspassage, eine Werkstatt, ein Tiergehege sowie einen Mal- und Tontisch. Die Jury beeindruckte das stimmige Konzept, das Innen- und Außenbereich aufeinander bezieht.

1. Preis: „Sternschnuppe“, Cremlingen
Die Cremlinger „Sternschnuppe“ ist eine reine Krippe: 60 Kinder im Alter zwischen acht Wochen und drei Jahren finden hier in jedem der vier Gruppenräume hölzerne Spiel- und Bewegungselemente mit unter­schiedlichen Ebenen vor. Die Jüngsten, die noch nicht laufen können, haben einen Raum ganz für sich. Das Spiel- und Bewegungselement dort entspricht genau ihren Bedürfnissen. Es animiert sie, sich auf unterschiedlichen Oberflächen zu bewegen, zu spüren, wie sich das Material anfühlt und wie es aussieht: flauschig, hart oder rau, kalt oder warm, hell oder dunkel, matt, glänzend oder gar spiegelnd? Es ermöglicht ihnen – Schritt für Schritt – Erfahrungen zu machen mit schiefen Ebenen, mit kleinen Podesten und Stufen, mit Tunneln und Nischen. Kinder die dieses Bewegungspodest beherrschen, wechseln in eine der Kleinkindgruppen. Dort finden sie ein Erlebnis- und Bewegungs­element vor, das mit unterschiedlichen Treppen und Leitern mit Gucklöchern, Spiel- und Rückzugsecken neue Möglichkeiten und Herausforderungen bietet. Auch das Farbkonzept überzeugte die Jury. Jedem Funktionsraum ist ein Farbklang zugeordnet: grün zum Bewegen und Erforschen, rot und gelb fürs künstlerische Gestalten im Atelier sowie blau-lila in den Schlafräumen.

3. Preis: Arche Noah, Waldkirchen
Eine griffige Kugel mit Sisaloberfläche hängt von der Decke und baumelt kurz über dem Boden. Es ist eine Herausforderung für Krabbelkinder, sich daran hochzuziehen und dabei das Gleichgewicht zu halten. In der Kindertagesstätte Arche Noah in Waldkirchen zwischen Passau und der tschechischen Grenze finden bei 18 Plätzen derzeit insgesamt 35 Krippenkinder vielfältige Herausforderungen dieser Art. Es gibt zwei räumlich getrennte Gruppen. Einen der Gruppenräume gestaltete das Arche Noah-Krippenteam mit einer selbst entworfenen Spiel- und Bewegungslandschaft, in, auf und unter der die Kinder sich erproben können. Ein langes flexibles Metallrohr aus dem Baumarkt dient als Kugelbahn. Ein Sandtisch mit sogenanntem Delta-Sand macht Sandspiele auch drinnen möglich. Besonders eindrucksvoll ist außerdem das Badezimmer. Vier große Waschbecken bilden eine Insel im Zentrum des Raumes, die Wasserspiele herausfordert. Spiegel prägen neben dem Bad auch das ganze Haus: Über der Wickelkommode sehen sich die Kinder im Zerrspiegel. Spiegel machen auch die Nische unter der Treppe zum Spielbereich. Ein mit Spiegelfolie beklebter Stuhl sorgt für Überraschungs­effekte.

3. Preis: „Osteresch“, Hamburg
Im Hamburger Stadtteil Flottbek verwandelte eine Elterninitiative ein schmuckes, älteres Zweifamilienhaus mit großem Garten in das Kinderhaus „Osteresch“. Sie benannten es nach der Straße, in der es liegt. Sechs Pädagoginnen betreuen dort heute ganztags insgesamt 40 Kinder zwischen zwölf Monaten und sechs Jahren, darunter bis zu 14 Krippenkinder. Die Jüngsten, die im Hochparterre untergebracht sind, nennen neben dem Basisraum, der dem Bauen und Gestalten vorbehalten ist, einen Spiel- und Bewegungsraum sowie ein kleines Atelier ihr eigen. Außerdem nutzen sie – gemeinsam mit den drei- bis sechsjährigen „Großen“, die im 1. Stock residieren – ein gemeinsames „Kinderrestaurant“. Im Bewegungsraum fällt ein altersgemäßes Bewegungselement mit vielen Kletter- und Rückzugsmöglichkeiten auf mehreren Ebenen auf. Neben Bewegungserlebnissen bietet es auch Material- und Tasterfahrungen sowie neue Perspektiven auf den Raum. Ein Balkensystem unter der Decke macht das bedarfsgerechte Einhängen von Schaukelelementen, zum Beispiel von Hängematten, möglich. Neben der Idee, für die Kleinsten eigene Funktionsräume zu gestalten, nahm auch der naturnahe Außenbereich mit Erdhügel die Jury für das Kinderhaus Osteresch ein.

Jury
In der ehrenamtlich tätigen Jury engagierten sich: Udo Lange, Bagage, Freiburg; Kornelia Schneider, Deutsches Jugend Institut (DJI), München; Gerd Gassmann, Professor an der Hochschule für Technik in Stuttgart; KiND e.V.-Dachverband-Vorstand Peter Sauber sowie Konzept-e-Geschäftsführerin Waltraud Weegmann.

Die Konzept-e für Bildung und Soziales GmbH ist 2004 aus der 1988 gegründeten Konzept Unternehmensberatung hervorgegangen und ist Consultant für betriebliche Fragestellungen. In den letzten Jahren spezialisierte sich Konzept-e auf die Beratung von Unternehmen zu Maßnahmen, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbessern. Der Schwerpunkt der Tätigkeit liegt auf Konzepten für betriebliche und betriebsnahe Kindertagesstätten.
Die zur Konzept-e für Bildung und Soziales GmbH gehörende Konzept-e für Kindertagesstätten gGmbH leitet heute 19 Kinderhäuser im gesamten süddeutschen Raum. Die Mehrzahl der Einrichtungen wird von Unternehmen getragen, die sich zu Vereinen zusammengeschlossen haben.
Konzept-e übernahm die Vereinsgeschäftsführung des KiND e.V., des KiND und Beruf e.V. sowie die Geschäftsführung des Kind e.V. Dachverbandes.
Gemeinsam mit dem Kind e.V. Dachverband und der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH führt Konzept-e den jährlich in Stuttgart stattfindenden Kongress für Betreuung und Bildung “Invest in Future” durch. Das Symposium wendet sich an Unternehmen, Träger sowie die öffentliche Hand und diskutiert Betreuungs- und Bildungsthemen aus pädagogischer, sozialer und wirtschaftlicher Sicht.

Quelle: Offenes-Presseportal
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