Archiv für Februar 2010

“Tag der Seltenen Erkrankungen” mit Event in Essen

Montag, 22. Februar 2010

„Vergessene“ Patienten machen auf ihr Schicksal aufmerksam

Über 20 Selbsthilfegruppen und viele Fachärzte und Spezialisten informieren.
Für die Pharmaindustrie oft uninteressant, von vielen Ärzten nicht richtig behandelt: Patienten mit seltenen Erkrankungen haben meist einen jahrelangen Leidensweg hinter sich. Bereits zum dritten Mal macht deshalb der von der EU ins Leben gerufene „Europäische Tag der Seltenen Erkrankungen“ auf ihr Schicksal aufmerksam. Eine der bundesweit größten Veranstaltung zu dem Aktionstag findet am Samstag, 27.02.2010, in Essen statt.

Über 20 Selbsthilfegruppen werden von 10 bis 18 Uhr in Deutschlands größtem innerstädtischem Einkaufscenter „Limbecker Platz“ in Essen Passanten und Interessierte informieren. Zudem werden sich dort eine Reihe von Fachärzten und Spezialisten den Fragen stellen. Dabei ist der Ort geradezu ideal gewählt: „Wir möchten das Thema „Seltene Erkrankungen“ mitten in die Gesellschaft tragen und auf die Leute zugehen. Das Schlimme ist schließlich, dass es jeden von uns jederzeit treffen kann“, sagt Kirsten Wosniack, eine der Organisatorinnen des Aktionstags und Vorsitzende des Schilddrüsenbundesverbandes „Die Schmetterlinge e.V.“. „Es ist wichtig, dass wir den Betroffenen mit dieser Aktion die Möglichkeit geben, sich eine Stimme zu verschaffen und auf ihre Situation aufmerksam zu machen“, erklärt Ulrich Schmitz, Schirmherr dieser Veranstaltung und Center-Manager.

Manchmal nur eine Handvoll Betroffener in ganz Europa

In Deutschland leben derzeit über 4 Millionen Menschen mit einer seltenen chronischen Erkrankung, in ganz Europa wird die Zahl auf fast 20 Millionen geschätzt. Von einer seltenen Krankheit spricht man, wenn weniger als 40.000 Menschen davon betroffen sind; in Europa kennt man über 6000 seltene Erkrankungen. Manchmal sind es nur eine Handvoll Menschen oder einzelne Personen in ganz Europa, die mit einer dieser seltenen Krankheiten leben müssen. Das Tragische: Medikamente sind in diesen Fällen oft rar oder fehlen ganz, weil die Pharmaindustrie meist nur Krankheiten erforscht, bei denen absehbar aufgrund der Fallzahlen auch entsprechende Umsätze zu erwarten sind.

Gesundheitssystem muss auf Bedürfnisse der Erkrankten eingehen

Das Motto des Aktionstages in diesem Jahr lautet deshalb “Bridging the gap between Patients and Research” (“Eine Brücke zwischen Patienten und Forschung schlagen”). Europaweit wird darauf hingewiesen, dass eine interdisziplinäre und sektorenübergreifende Versorgung für die sehr komplexen seltenen Erkrankungen notwendig ist. Das bedeutet, dass die Zusammenarbeit sowohl in ambulanten, stationären und rehabilitativen Bereichen verstärkt werden muss als auch zwischen ärztlichen und nicht ärztlichen (Physiotherapeuten, Logopäden) Behandlern und anderen Versorgungsbeteiligten (z.B. Apotheken und Sanitätshäusern). Das Gesundheitssystem muss diese Bedürfnisse und Probleme der Erkrankten erkennen und aufgreifen.

Schirmherrin Eva Luise Köhler, Frau des Bundespräsidenten

In Deutschland haben sich mittlerweile fast 90 Patientenorganisationen und Selbsthilfegruppen unter dem Dach der Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen (ACHSE) und unter der Schirmherrschaft von Eva Luise Köhler, der Frau des Bundespräsidentin, zusammengeschlossen, um sich dafür einzusetzen, Experten und Betroffene zu vernetzen, Forschung voranzutreiben und zu fördern und den Patienten Ratschläge und Tipps zu geben, ihr Leben mit einer seltenen Erkrankung so gut wie möglich zu bewältigen.

Elf Städte beteiligen sich bundesweit am Aktionstag

Am „Europäischen Tag der seltenen Erkrankungen“ wird in Deutschland auf zwei Ebenen agiert. Zum einen werden im ganzen Bundesgebiet von den regional ansässigen Patientenorganisationen Informationsstände an öffentlichkeitswirksamen Plätzen organisiert, um Menschen für die Thematik zu sensibilisieren. Das geschieht in folgenden Städten: Würzburg, Dresden, Cuxhaven, Hamburg, Stuttgart, Magdeburg, Köln, Bielefeld, Frankfurt, Hannover und Essen. Überall zur gleichen Zeit, um 11.30 Uhr, werden rote Luftballone steigen gelassen, um damit ein erinnerungswürdiges Bild von Menschen mit seltenen Erkrankungen in das Bewusstsein der Gesellschaft zu malen.

50.000 Euro-Preis für Forschungsprojekt verliehen

Zum anderen verleiht die Eva Luise und Horst Köhler Stiftung für Menschen mit seltenen Erkrankungen in enger Zusammenarbeit mit der ACHSE einen Preis für ein Forschungsprojekt, das sich einer seltenen Erkrankung widmet. Das Datum dieser Veranstaltung wurde bewusst in die Nähe des „Europäischen Tages der seltenen Erkrankungen“ gesetzt, um die Aufmerksamkeit auch auf medizinischer und wissenschaftlicher Ebene auf die Thematik der seltenen Erkrankungen zu lenken. Der mit 50.000 Euro dotierte Forschungspreis ist nach der Ehefrau des Bundespräsidenten und Schirmherrin der ACHSE, Eva Luise Köhler, benannt.

Quelle: fair-NEWS.de

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Keine „grüne Welle“ für den Natur- und Artenschutz

Montag, 22. Februar 2010

BUND und NABU: Neun Bundesländer bei der Erhaltung der Artenvielfalt im Schlussfeld

2007 hatte die Bundesregierung mit der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt ein Paket mit 330 Zielen und rund 430 Maßnahmen für den Erhalt der Artenvielfalt verabschiedet. Große Verantwortung für deren Umsetzung haben die Bundesländer. Eine Analyse der Umweltverbände BUND und NABU zeigt: In keinem einzigen Bundesland stehen die Zeichen für einen erfolgreichen Arten- und Biotopschutz auf Grün.
In den meisten Bundesländern gebe es keine umfassende und ressortübergreifende Umsetzung der Nationalen Strategie zum Schutz der biologischen Vielfalt, bemängelten die Verbände. Lediglich in Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und im Saarland existierten bislang Landesstrategien zum Erhalt der Biodiversität. Baden-Württemberg habe einen „Aktionsplan“ erstellt und Schleswig-Holstein im Landtag einen Bericht über den Beitrag des Landes zur Umsetzung der Nationalen Strategie vorgelegt. Inhalte und Zeitvorgaben des Bundes würden in den Konzepten der Länder jedoch nur selten aufgegriffen und konkretisiert.

Dabei sei ein umfassender Schutz der biologischen Vielfalt dringend geboten, so die Naturschutzverbände. Jede achte Vogelart, jedes vierte Säugetier und jede vierte Nadelbaumart weltweit sind vom Aussterben bedroht. Allein in Deutschland gelten 72,5 Prozent der Lebensräume von Pflanzen und Tieren als gefährdet. Jede zweite heimische Vogelart, ein Drittel der Pilzarten und 30 Prozent der Farn- und Blütenpflanzen sind bedroht. Verschärft wird diese prekäre Lage durch den fortschreitenden Klimawandel. Der weitere Verlust der Artenvielfalt erhöht auch die Folgekosten für Wirtschaft und Gesellschaft.

Je nach Umsetzungsstand der Maßnahmen zur Erhaltung der biologischen Vielfalt in den einzelnen Ländern  vergaben die Verbände entsprechend einem Ampel-Modell verschiedene Farben. Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Saarland und Sachsen wurden mit „Gelb“ bewertet.
Die im Schlussfeld liegenden Länder Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Thüringen erhielten nur ein „Rot“. Kein Bundesland erreichte auch nur die Hälfte der nach den Kriterien der Umweltverbände maximal möglichen Bewertungspunkte.
Bewertet wurde unter anderem der Anteil der in jedem Bundesland ausgewiesenen Wildnis- und Naturschutzgebietsflächen, die Fläche zukünftiger Urwäler und die Gebiete, die durch die Europäische Flora-Fauna-Habitat-(FFH)-Richtlinie geschützt sind. In die Bewertung einbezogen wurde auch die Anzahl der fertig gestellten Managementpläne für die Schutzgebiete. Außerdem wurden der Anteil der Flächen mit ökologischem Landbau und der Einsatz von Geldern für Agrarumweltmaßnahmen aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes bewertet.

NABU-Präsident Olaf Tschimpke bezeichnete das Ergebnis als ernüchternd:
„Die Untersuchung zeigt, dass die Bundesländer in Sachen Artenschutz noch viel Nachholbedarf haben. Für den Schutz der biologischen Vielfalt zählen vor allem Taten. Allein durch die Ausweisung von Schutzgebieten sind noch keine Art und kein Lebensraum gerettet. Es fehlen nach wie vor umfassende Konzepte.“

Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger forderte die Bundesregierung auf, dem Naturschutz in ihrem eigenen Verantwortungsbereich mehr Gewicht beizumessen. So dürfte der Bau von Autobahnen oder Schifffahrtskanälen nicht auf Kosten der Natur gehen. Die vom Kabinett beschlossene Biodiversitätsstrategie müsse bei allen Vorhaben des Bundes vorbildhaft umgesetzt werden. „Bundeskanzlerin Angela Merkel hat vor kurzem mit einer schönen Rede das Internationale Jahr der Biodiversität 2010 eröffnet. Nun geht es darum, in der Praxis das Artensterben auch tatsächlich zu stoppen. Die Analyse der Aktivitäten der Bundesländer zeigt, dass, Naturschutz oft nur das fünfte Rad am Wagen ist. Es gibt große Defizite vor allem beim Biotopschutz und bei der Vernetzung von Lebensräumen für gefährdete Tiere und Pflanzen“, sagte Weiger.

Für die Naturschutzarbeit der Länder fehlten außerdem ausreichende Mittel. Deshalb forderten die Verbände die schnelle Umsetzung des im Koalitionsvertrag zugesagten „Bundesprogramms Biologische Vielfalt“.
Dafür müssten in den kommenden vier Jahren jährlich zusätzliche 300 Millionen Euro aufgebracht werden. Ein bedeutsamer Teil dieser Gelder sollte aus dem Emissionshandel stammen. Die Länder müssten zudem ihre Naturschutzverwaltungen stärken und Landnutzer wie Agrar- und Forstbetriebe beim Naturschutz besser unterstützen. Unverzichtbar dafür seien verbindliche Managementpläne für das europäische Schutzgebietsnetz Natura 2000 und die Schaffung eines zusammenhängenden Biotopverbundes.
Außerdem müssten weitere 25.000 Hektar ökologisch wertvolle Flächen aus dem Bundesbesitz als Nationales Naturerbe dauerhaft für den Naturschutz in den Ländern gesichert werden.

Karten und Übersichtstafeln zur Ampelbewertung können im Internet unter www.NABU.de heruntergeladen werden.

Quelle: NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.

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Open Campus Day für Studienanfänger an der Internationalen Fachhochschule

Dienstag, 16. Februar 2010

Die Internationale Fachhochschule Bad Honnef · Bonn veranstaltet auch in diesem Frühjahr an ihren Studienstandorten in Bad Honnef und Bad Reichenhall wieder einen Open Campus Day, bei dem sich Interessenten, künftige Erstsemester, Schülerinnen und Schüler mit ihren Eltern jeweils einen Tag lang kostenfrei über die Hochschule und ihr Studienangebot informieren können.

Auf dem Campus in Bad Honnef, wo die Hochschule seit dem Jahr 2000 ihren Hauptsitz hat, findet der Open Campus Day am Samstag, 20. März, von 10.00 bis 16.00 Uhr statt. Dozenten, Studenten und Mitarbeiter der Fachhochschule präsentieren in Vorträgen, Vorlesungen, Praktika- und Projektberichten sowie in Einzelgesprächen das Studienangebot in den Fachbereichen Hotel-, Tourismus- und Eventmanagement, Luftverkehrsmanagement sowie Internationales Management.

Über diese Fächer hinaus bietet die Fachhochschule in Bad Honnef seit September 2009 den Studiengang Wirtschaftsprüfung und Steuern an. Kooperationspartner sind die Kanzleien Ernst & Young sowie Rödl & Partner, die an diesem Tag vor Ort über die Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten informieren. Beide Partner stehen auch für Fragen zu ihren Stipendiatenprogrammen zur Verfügung.

Die Studienberatung der Fachhochschule informiert ebenfalls über Stipendien und Finanzierungsmöglichkeiten für ein Studium an der Fachhochschule. Zusätzlich werden in einem Vortrag zum Thema “Der Bologna-Prozess: das neue Bachelor- und Master-Studium” Ziele und Inhalte der Studienreform sowie die Vor- und Nachteile für künftige Studenten dargestellt.

Bei Führungen über den Campus auf dem historischen St. Anno Gelände wird auch der 150 Quadratmeter große Weinberg zu sehen sein, der im Herbst 2008 angelegt wurde und der beispielhaft die Verbindung von theoretischer und praktischer Ausbildung im Bereich Hotelmanagement demonstriert.

Bereits am 13. März findet in dem neuen Seminargebäude am Standort Bad Reichenhall ebenfalls ein Open Campus Day statt, bei dem ab 10.30 Uhr das dortige Studienangebot in den Fächern Hotelmanagement, Tourismusmanagement und Internationales Management vorgestellt wird.

Anmeldung und weitere Informationen zum Open Campus Day im Internet unter www.fh-bad-honnef.de/opencampus.

Quelle: Offenes-Presseportal

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EU-Initiative “HELP – Für ein rauchfreies Leben” setzt auch 2010 auf Online

Samstag, 13. Februar 2010

Online-Kommunikation weiterhin zentrales Element der HELP-Kampagne – E-Mail-Coaching zur Rauchentwöhnung – Ab 15. Februar neueste Episode der HELPERS online.

Die Kampagne der Europäischen Kommission “HELP – Für ein rauchfreies Leben” bietet allen Europäerinnen und Europäern umfassende Unterstützung rund um die Themen Rauchentwöhnung, Prävention und Passivrauchen. Seit 2005 besuchten mehr als 12 Millionen Menschen die HELP-Website. Das Thema Rauchstopp war bisher am meisten gefragt: Knapp 200.000 Menschen meldeten sich für das E-Mail-Coaching-Programm an, das den Entwöhnungsprozess per Email unterstützt.

Zentrales Element der Kampagne ist die HELP-Website www.help-eu.com. Hier laufen sämtliche Aktionen der Kampagne zusammen. Alle Interessierten erhalten online Hilfe, Beratung und Tipps. Um die Kernzielgruppe der Jugendlichen zu erreichen, setzt HELP auf die intensive Nutzung des Internets und die Möglichkeiten der neuen Medien. Die Kampagne setzt damit auf Interaktion und aktive Beteiligung.

Das E-Mail-Coaching von HELP: Online-Hilfe zur Rauchentwöhnung
HELP bietet online Unterstützung für den Rauchstopp an. Interessierte melden sich einfach per Internet an und erhalten in regelmäßigen Abständen, über zwei Monate hinweg, E-Mail-Nachrichten, die sie bei der Entwöhnung unterstützen.

Zwischen Juni 2009 (Start der neuen HELP-Kampagne 2.0) und Dezember 2009 registrierten sich bereits mehr als 53.000 Europäerinnen und Europäer für das E-Mail-Coaching. Seit Einführung des Moduls im Jahr 2007 zählt die Aktion rund 200.000 Teilnehmer.

Für das E-Mail-Coaching von HELP wird auf Yahoo! und anderen Websites geworben – kurze witzige und skurrile Filme ersetzen dabei die gängigen Banner.

Die HELPERS: Online-Geschichten mobilisieren junge Menschen für ein rauchfreies Leben
“Helpers” ist eine 12-teilige Zeichentrickserie. Drei Superhelden versuchen in der Serie, Raucher und Nichtraucher durch skurrile Tipps und Ratschläge vor den negativen Folgen des Tabakkonsums zu schützen. Die Protagonisten Chuck, Skinny und Loona vereinen ihre Kräfte, um sich für ein rauchfreies Leben einzusetzen.

Die erste Folge ging am 15. Oktober 2009 online.
Seitdem wurden die HELPERS-Videos 2.167.907 Mal angesehen (Stand 4. Januar 2010).

Am 15. FEBRUAR geht die neueste Episode der HELPERS online!

Quelle: fair-NEWS.de

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Durchschnittlich etwa 1.210 Euro Erstattung bei der Einkommensteuererklärung

Montag, 8. Februar 2010

Die Steuererklärung ist für viele ein rotes Tuch. Angesichts des Dschungels aus Gesetzesänderungen, Ausnahmeregelungen und Anlagen verzichten viele Steuerzahler darauf. Ein Fehler, denn nach Erfahrungen der Lohnsteuerhilfe Bayern e.V. können über 90 Prozent aller Beschäftigten mit einer Erstattung rechnen. Die rund 500.000 Mitglieder des bundesweit tätigen Lohnsteuerhilfevereins haben für das Jahr 2008 durchschnittlich rund 1.210 Euro erstattet bekommen. Vor allem die wieder eingeführte Pendlerpauschale und Handwerkerrechnungen führen zu den hohen Erstattungen – und für das Jahr 2009 wurde die Möglichkeit Handwerkerkosten abzuziehen sogar noch verdoppelt.

Nicht jeder Arbeitnehmer ist zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet. „Die freiwillige Abgabe lohnt sich jedoch“, so die Lohnsteuerhilfe Bayern e.V. Nach Schätzung des Lohnsteuerhilfevereins wird die durchschnittliche Erstattung für das Jahr 2009 mindestens ähnlich hoch sein, wie im Jahr davor. Die Steuerexperten empfehlen allen Arbeitnehmern und Rentnern zu prüfen, ob eine Antragsveranlagung (früher Lohnsteuerjahresausgleich) Sinn macht. Eine Rückzahlung ist für all jene möglich, die erhöhte Werbungskosten, Sonderausgaben oder außerordentliche Belastungen geltend machen können.

Für wen sich die Abgabe lohnt
Besonders lohnenswert ist die freiwillige Abgabe für Pendler, so die Lohnsteuerhilfe Bayern e.V. Für das Jahr 2009 galt nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes wieder die „alte“ Entfernungspauschale, wonach jeder Kilometer auf dem Weg zur Arbeit mit 30 Cent angerechnet wird. Diese sind im Rahmen der Werbungskosten absetzbar. Unter Werbungskosten fallen außerdem Ausgaben für Bewerbungen, Fortbildungen, Arbeitsmittel oder Arbeitskleidung. Wichtig ist hier, dass die entstandenen Kosten nachgewiesen werden können. Die Kosten für das häusliche Arbeitszimmer sollten ebenfalls in der Steuererklärung angegeben werden, auch wenn der Abzug z.B. bei Lehrern und Außendienstlern noch nicht endgültig geklärt ist. Zwar werden diese Ausgaben zunächst nicht anerkannt, aber der Steuerbescheid gilt in diesem Punkt zunächst als vorläufig. Sobald das Bundesverfassungsgericht entschieden hat, muss das Finanzamt das häusliche Arbeitszimmer rückwirkend berücksichtigen.

Zu den Sonderausgaben zählen Beiträge zu Renten-, Unfall- und Haftpflichtversicherungen aber auch Spenden. Als außergewöhnliche Belastung können zum Beispiel Aufwendungen für die Ehescheidung oder Pflegekosten geltend gemacht werden. Kosten, die durch eine langwierige Krankheit oder eine Kur entstanden sind, sind ebenfalls als außergewöhnliche Belastungen und von der Steuer absetzbar. Was viele nicht wissen: Auch die Fahrten zum Arzt, ins Krankenhaus oder zur Massage zählen dazu und mindern die Bemessungsgrundlage für die Steuer.

Ebenfalls lohnend sind Handwerkerrechnungen. Im Jahr 2009 wurde die Höhe der steuerrelevanten Arbeitskosten verdoppelt. Maximal 6.000 Euro Arbeitslohn werden vom Finanzamt anerkannt. 20 Prozent – also maximal 1.200 Euro – werden vom Fiskus erstattet.

Lohnsteuerhilfevereine bieten Unterstützung
Einfacher ist die Steuererklärung auch in diesem Jahr nicht geworden. Ganz im Gegenteil. Vor allem Rentner, die zum Teil erstmals seit Jahren wieder eine Steuererklärung abgeben, sind verunsichert angesichts zahlreicher Anlagen und Steuersparmöglichkeiten. Hilfe für Arbeitnehmer und Rentner bieten Lohnsteuerhilfevereine wie die Lohnsteuerhilfe Bayern. Im Rahmen einer Mitgliedschaft errechnen sie den voraussichtlichen Anspruch auf Steuererstattung, Kindergeld, Riesterzulage, Arbeitnehmersparzulage und anderem. Eine Beratungsstellensuche ist zum Beispiel unter www.lohi.de möglich.

Quelle: fair-NEWS.de

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Umwelt sitzt am Katzentisch

Montag, 8. Februar 2010

Umweltorganisationen mahnen in 100-Tage-Bilanz der neuen Regierung stärkeres Umwelt-Engagement aller Ressorts an

Nach Ansicht der fünf großen deutschen Umweltorganisationen BUND, DNR, Greenpeace, NABU und WWF hat die neue Bundesregierung unter Kanzlerin Angela Merkel in ihren ersten 100 Tagen die Umweltpolitik spürbar vernachlässigt. Während sich das Umweltministerium bemühe, seinen Aufgaben gerecht zu werden, spiele das Thema Umwelt bei der schwarz-gelben Bundesregierung insgesamt kaum eine Rolle. Vor allem in der Energie- und Klimapolitik, aber auch beim Schutz der biologischen Vielfalt sei weder eine gemeinsame Linie noch ein ressortübergreifendes Engagement aller Ministerien zu erkennen. Ein Umbau der Wirtschafts- und Finanzpolitik sei dringend notwendig, um die ökologische Krise abzuwenden. Die einzelnen Ministerien für Umwelt, Wirtschaft, Agrar, Entwicklung, Verkehr und Forschung betrieben häufig eine gegensätzliche Politik in Sachen Umwelt. Die Umweltverbände appellierten an Bundeskanzlerin Merkel, den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen in allen Ressorts als Priorität zu verankern.

Ein völliges Versagen attestierte DNR-Präsident Hubert Weinzierl der schwarz-gelben Bundesregierung bei der zentralen Herausforderung, die Wirtschafts- und Finanzkrise und die ökologische Krise gemeinsam zu bewältigen. „Es ist schon erstaunlich, dass die neue Bundesregierung ausgerechnet bei ihrer angeblichen Kernkompetenz, der Wirtschafts- und Finanzpolitik, so kläglich scheitert. Alte Fehler würden einfach fortgeschrieben. Klassisches Beispiel ist das Wachstumsbeschleunigungsgesetz. Anstatt mit diesem weitgehend wirkungslosen Gesetz der Hotelbranche eine Milliarde Euro an Steuerreduzierung zu gewähren, hätte die Regierung den verringerten Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent befristet für zukunftsweisende Sektoren wie den ökologischen Landbau, der viele Vorteile beim Klimaschutz und  Erhalt der biologischen Vielfalt aufweist, gewähren können“, sagte der DNR-Präsident. Die Bundesregierung habe die drängenden Fragen, wie alle diese Ausgaben gedeckt werden können, nicht beantwortet. Bei einem Gesamtschuldenstand des Staates von 1,6 Billionen Euro, einer Neuverschuldung allein des Bundes für 2010 von über 86 Milliarden Euro und in den nächsten vier Jahren von über 262 Milliarden Euro müsse das Steuer- und Abgabensystem nachhaltig umgestaltet werden. Nach Auffassung des DNR seien strenge Vorschriften zur Eindämmung des Einflusses der Banken ebenso erforderlich wie die Einführung einer Börsenumsatzsteuer. Ein geringer Steuersatz von 0,1 Prozent erbringe dort ein Steueraufkommen von mehr als 35 Milliarden Euro. Auf der anderen Seite könnten die Ausgaben durch den Abbau umweltschäd¬licher Subventionen in Höhe von 42 Milliarden Euro  nach Untersuchungen des Umweltbundesamtes im Jahre 2006 spürbar verringert werden.

Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND): „Wie in anderen Politikfeldern wird deutlich, dass die Bundesregierung auch im Umweltbereich einen Zick-Zack-Kurs fährt. Es gibt viele Ankündigungen und Versprechen, der notwendige ökologische Umbau der Wirtschaft aber wird auf die lange Bank geschoben. Besonders sichtbar ist dies im Agrarsektor, wo mit milliardenschweren Subventionen die Überproduktion und der Export von Milch und Fleisch gefördert werden. Diese Politik macht vielen bäuerlichen Betrieben den Garaus. Der Milchpreis ist im Keller und die Bauern protestieren zu Recht.

Unverantwortlich ist auch, dass Schwarz-Gelb den Anbau der Genkartoffel Amflora unterstützt. Mit der Nennung dieses Namens hat es erstmals ein konkretes Unternehmensprodukt – in diesem Falle vom Chemieunternehmen BASF – in den Koalitionsvertrag einer Bundesregierung geschafft. Dies zeigt, wohin die Reise geht: die Absatzinteressen der Industrie, in diesem Falle der Gentechnik- und Agroindustrie, bekommen Vorrang, Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz bleiben auf der Strecke.“ Weiger warnte auch vor der Tendenz, das Siegel „ohne Gentechnik“ zu diffamieren. Weil ihr die gentechnikfreie Lebensmittelproduktion ein Dorn im Auge sei, bekämpfe eine unheilige Allianz aus Teilen der Ernährungsindustrie, dem Deutschen Bauernverband und Unions-Abgeordneten dieses Siegel. Insbesondere Bundesagrarministerin Ilse Aigner müsse Flagge zeigen und für die weitere Durchsetzung der „ohne Gentechnik“-Kennzeichnung eintreten. Nur dann habe der Verbraucher Sicherheit, dass Produkte wie Fleisch, Milch und Eier ohne den Einsatz von gentechnisch verändertem Futter produziert werden.

NABU-Präsident Olaf Tschimpke forderte die Regierung auf, die im Koalitionsvertrag versprochenen Bundesprogramme für Biologische Vielfalt und Wiedervernetzung der Landschaft hochwertig, finanzstark und schnell umzusetzen. „Diese Programme müssen sich im Haushalt des Bundesumweltministeriums wiederfinden. Im Internationalen Jahr der Biodiversität brauchen wir eine spürbare Trendwende für Natur und Arten“, sagte Tschimpke. „Hier ist die Bundesregierung gefordert.

Speziell die Kanzlerin und das Finanzministerium müssen den schönen Worten nun Taten und Gelder folgen lassen“, so Tschimpke weiter. Zudem müsse das Agrarministerium Mittel für Naturschutz- und Klimaschutzmaßnahmen umwidmen. Zuletzt habe die Grüne Woche wieder gezeigt, dass Deutschland auch von einer Klimaschutzwende in der Landwirtschaft noch weit entfernt sei. „Außer Lippenbekenntnissen soll es keine verbindlichen Ziele und Maßnahmen geben. Dabei trägt die Zerstörung von Mooren und Grünland sowohl zum Verlust der biologischen Vielfalt als auch zu rund 40 Prozent der Treibhausgas-Emissionen durch die Landwirtschaft bei“, kritisierte Tschimpke.

Für Greenpeace gibt die Bundesregierung beim Thema Atomkraft nach 100 Tagen ein konfuses Bild ab. “Umweltminister Röttgen bezeichnet den Atomausstieg als unumkehrbar, während Wirtschaftsminister Brüderle die Reaktoren am liebsten noch 20 Jahre länger am Netz lassen würde. Und Kanzlerin Merkel geht bei diesem Thema lieber auf Tauchstation“, stellte Greenpeace-Geschäftsführerin Brigitte Behrens fest. Sie warnte die Bundesregierung vor einer Verlängerung der Reaktor-Laufzeiten. „Die Mehrheit der Bundesbürger ist gegen längere Laufzeiten. Sie bedeuten noch mehr Atommüll, von dem niemand weiß, wohin damit. Sie erhöhen die Gefahr terroristischer Anschläge mit unabsehbaren Folgen, und  sie behindern massiv den Ausbau der Erneuerbaren Energien.“ Mit seinem blinden Pro-Atom-Kurs unterbinde Wirtschaftsminister Brüderle auf Jahre den Wettbewerb im Strommarkt und blockiere mittelständische Energieunternehmen. „Die Wahlversprechen der FDP, man werde sich gegen die Monopole der Stromkonzerne stellen und den Mittelstand fördern, waren nur  heiße Luft“, so Behrens. Inakzeptabel sei auch, dass die Regierung erstmals seit zehn Jahren wieder den Neubau von Atomkraftwerken im Ausland mit Hermes-Krediten finanziell absichern wolle. „Wer behauptet, Atomkraft sei nur eine Brückentechnologie, zugleich aber den Neubau von Reaktoren in Brasilien absichert, täuscht die Öffentlichkeit“, so Behrens. Positiv bewertet Greenpeace, dass die Regierung den im maroden Schacht Asse gelagerten Atommüll vollständig wieder zurückholen will. „Frau Merkel sollte aus dem Asse-Skandal Lehren ziehen und eine offene Endlagersuche starten, statt sich weiter an das ungeeignete Salzlager in Gorleben zu klammern“, so Behrens.

In Sachen Klimaschutz komme die Bundesregierung nicht aus den Startlöchern, kritisierte der WWF Deutschland. Zwar habe sich die Regierung mit der Festlegung, den Treibhausgas-Ausstoß bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 unkonditioniert senken zu wollen, gut positioniert. Es bleibe jedoch völlig unklar, wie dieses Ziel erreicht werden solle. „Die Regierung muss jetzt die Weichen stellen, damit wir zur Mitte des Jahrhunderts den Treibhausgasausstoß auf fast Null fahren können“, betonte WWF-Vorstand Eberhard Brandes. Das werde den Aufbau ganz neuer Infrastrukturen voraussetzen, und damit viele zukunftsfähige Arbeitsplätze schaffen. In der WWF-Studie „Modell Deutschland“ werde vorgerechnet, wie dieses Ziel erreicht werden könne. Beim Klimagipfel, so der WWF,  habe sich gezeigt, dass die von der Bundesregierung unterstützte EU-Strategie, die Reduktionsziele von Zusagen anderer Staaten abhängig zu machen, nicht getragen habe. Sie müsse schnellstmöglich geändert werden und den wissenschaftlichen Anforderungen entsprechend eine Reduktion von mindestens 30 Prozent  bis 2020 gegenüber 1990 beschlossen werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel müsse dafür sorgen, dass die EU bei den weiteren Klimaverhandlungen nicht noch einmal so blutleer auftrete wie in Kopenhagen. Der WWF begrüßte die Ankündigung der Bundeskanzlerin, ein Energiekonzept für Deutschland erarbeiten zu lassen. Allerdings dürfe dies nicht im stillen Kämmerlein mit den Managern der großen Energieunternehmen ausgekungelt werden. Um eine breite Akzeptanz zu finden, brauche es eine offene Diskussion und die Beteiligung der Umweltverbände. Vor allem müssten neben der Stromversorgung alle für den Klimaschutz wichtigen Sektoren wie der Verkehr, die Wärmeversorgung und die Landwirtschaft berücksichtigt werden.

Quelle: NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.

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Feiern für Straßenkinder in Bangladesch

Donnerstag, 4. Februar 2010

Wenn es Nacht wird in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka, gehen dort mehr als 200.000 Kinder nicht in ein warmes Bett. Oft barfuss und spärlich bekleidet streifen sie durch die Straßen der Stadt und suchen nach einem Unterschlupf zum Schlafen.

Das südasiatische Land gehört mit einem Bruttoinlandsprodukt pro Kopf von etwa 525 US-Dollar (Stand 2009) zu den ärmsten Ländern der Erde. Schutzlos und ausgegrenzt wie kaum eine andere Gruppe der Bevölkerung sind die Straßenkinder, deren Zahl die Regierung von Bangladesch auf ca. 380.000 schätzt, wovon 55 % in der Hauptstadt Dhaka leben. Ungefähr jedes zweite dieser Kinder (49 %) ist jünger als zehn Jahre.

Städte in Bangladesch sind überfüllt mit dichten Slums, Elendsvierteln und Gehwegsbehausungen, ein jedes Zuhause für Tausende von Kindern. Wachsende Armut auf dem Land und die dadurch verursachte Abwanderung in die Städte führt auch weiterhin zu einem raschen Anstieg der Zahl der Menschen, die in urbanen Slums und auf der Straße leben. Ländliche Arbeitslosigkeit, fehlender Lebensraum, Flusserosion, Naturkatastrophen, Familienkonflikte und ein dysfunktionales Rechts- und Ordnungssystem veranlassen ländliche Familien dazu, ihre Heimat zu verlassen, in der Hoffnung auf bessere Perspektiven in urbanen Zentren. Dieser Trend trägt bei zum Verfall traditioneller Familien- und Gesellschaftsstrukturen und führt zu einer wachsenden Anzahl von Kindern, die Entbehrungen und Missbrauch in urbanen Gegenden ausgesetzt sind.

Eine Gruppe junger Menschen in Heidelberg ist überzeugt, dass Bildung entscheidend ist, um den Kreislauf der Armut zu zerbrechen. „Denn nur wenn sie lernen, die Welt zu verstehen und für sich selbst zu sorgen,“ so Rainer Ebert, einer der Projektleiter, „haben sie die Chance auf ein erfülltes und unabhängiges Leben.“ Die Gruppe, bestehend aus Studierenden, Promovierenden und Berufstätigen, will deshalb in Zusammenarbeit mit der in Dhaka ansässigen Organisation Ekmattra im Norden des Landes ein Kinderdorf für die Straßenkinder Bangladeschs errichten. Laut der Heidelberger Doktorandin Maqsuda Afroz, die jahrelang für Ekmattra in Bangladesch gearbeitet hat, soll das Kinderdorf Haluaghat einen sicheren Lebensraum bieten, in dem sich die Kinder auf ein selbstbestimmtes Leben vorbereiten können. Die Kinder sollen dort Obdach finden, eine medizinische Grundversorgung sowie eine angemessene Schulbildung erhalten. Ausführliche Informationen zur Kampagne in Heidelberg stellt die Gruppe im Internet unter www.haluaghat.org zur Verfügung.

Im Rahmen der deutschen Spendenkampagne für das Kinderdorf Haluaghat sind Vorträge zur Straßenkinderproblematik in Dhaka, Benefizkonzerte, Filmvorführungen, Ausstellungen und ein Austauschprogramm mit Bangladesch geplant. Das erste Benefizkonzert findet unter dem Namen „Bengali Blast“ am 25. Februar 2010 im Billyblues im Ziegler (Bergheimer Str. 1b, Heidelberg) statt. Es spielen die Rock und Alternative Rock Bands 1, 2,… JETZT! aus Heidelberg, Eat That Frog aus Stuttgart und Die Kunstbanausen aus Adelmannsfelden. Einlass ist um 20.30 Uhr und Eintrittskarten sind an der Abendkasse für acht Euro erhältlich. Im Preis enthalten ist ein Begrüßungsschnaps. Der komplette Erlös aus dem Verkauf der Eintrittskarten kommt direkt dem Kinderdorf Haluaghat zugute. Darüberhinaus besteht während der Veranstaltung die Möglichkeit zum Spenden.

Quelle: fair-NEWS.de

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„Null Toleranz“ für Genitalverstümmelungen an Mädchen? In Deutschland längst keine Realität

Donnerstag, 4. Februar 2010

Ärzte müssen schweigen, Schutz von Mädchen bleibt die Ausnahme. Bis zu 50.000 Kinder in Deutschland sind gefährdet, aber keine effektiven Schutzmaßnahmen durch die Politik in Sicht.

Am Samstag jährt sich der UN-Tag „Null Toleranz gegenüber weiblicher Genitalverstümmelung“ zum siebten Mal. Wirft man einen Blick auf die Situation in Deutschland, fällt das Ergebnis ernüchternd aus. Obwohl Genitalverstümmelung seit 12 Jahren auf der Agenda der Bundesregierung steht und von Politikern aller Fraktionen als schwere Menschenrechtsverletzung verurteilt wird, hat sich an der Lage der gefährdeten minderjährigen Mädchen in Deutschland praktisch nichts geändert:

- Bis zu 50.000 minderjährige Mädchen gelten als gefährdet, siehe: www.news4press.com/Genitalverstuemmelung-in-DeutschlandN_511305.html

- Besonders in den Hochrisikogruppen (über 70% Verstümmelungsrate in den Herkunftsländern Somalia, Äthiopien, Ägypten, Sierra Leone, Gambia u.v.m.) werden bis zu 80% der Mädchen verstümmelt, meist während sog. „Ferienreisen“ in das Heimatland der Eltern.

- Der enormen Anzahl an Opfern steht die fehlende Strafverfolgung der Täter, besonders der Anstifter (d.h. Eltern/Familie) entgegen. Dies ist wesentlich der ärztlichen Schweigepflicht geschuldet: Ärzte, die ein Kind als Genitalverstümmelungsopfer identifizieren, dürfen die Behörden nicht einschalten. Und selbst wenn Ärzte Verdacht oder gar Kenntnis über eine geplante Verstümmelung haben, müssen sie an das Jugendamt keine Meldung geben.

- Bis auf wenige Ausnahmen, bei denen Mädchen durch Gerichtsbeschlüsse vor der Verstümmelungsgefahr im Heimatland der Eltern geschützt wurden, dürfen Eltern ihre Töchter ungehindert zur Verstümmelung ins Ausland verbringen.

- Weder Ministerien noch Parlamentarier haben bislang angemessene Lösungen erarbeitet. Auch die geplante Änderung des Strafrechts führt zu keiner Verbesserung, siehe: www.news4press.com/Kritik-an-Gesetzesinitiative-zu-eigenem-Straftatbestand-GenitalverstuemmelungN_503447.html

Die „TaskForce für effektive Prävention von Genitalverstümmelung“, die am 6. Februar drei Jahre alt wird, setzt sich weiter für nachhaltigen und umfassenden Schutz der gefährdeten Mädchen im Rahmen der staatlichen Schutzpflicht ein. Denn durch die Verstümmelung werden die höchsten Grundrechte der Opfer systematisch und vorhersehbar verletzt.

Mehr als die Hälfte der bisherigen Gerichtsbeschlüsse zum Schutz gefährdeter Mädchen (siehe www.taskforcefgm.de/gerichtsbeschluesse.html) wurden von der TaskForce initiiert und/oder mit fachlicher Expertise begleitet.
Um die gravierenden Schutzlücken zu schließen und allen gefährdeten Mädchen den Schutz zu gewähren, der ihnen verfassungsrechtlich zusteht, fordern wir von der Bundesregierung die Einführung der folgenden Maßnahmen:

- Gesetzliche Meldepflicht (sowohl im Fall bereits verübter Verstümmelungen als auch bei Kenntnis bevorstehender Verstümmelungen);

- Untersuchungspflicht, einschließlich regelmäßiger Überprüfung der genitalen Unversehrtheit (entweder nur für die Mädchen der genau bestimmbaren Risikogruppen oder für alle in Deutschland lebenden Kinder bis zum 18. Lebensjahr);

- Kollektive familienrechtliche Maßnahmen für alle bis zu 50.000 minderjährigen Mädchen der Risikogruppen, um die Verstümmelungen in den Herkunftsländern der Eltern effektiv zu unterbinden (gem. Beschluss BGH, XII ZB 166/03 v. 15.12.2004).

Die TaskForce für effektive Prävention von Genitalverstümmelung ist ein Netzwerk zum Schutz von Mädchen vor Genitalverstümmelung der Organisationen Akifra e.V. www.akifra.org • Lobby für Menschenrechte e.V. www.lobby-fuer-menschenrechte.de • TABU e.V. www.verein-tabu.de • WADI e.V. www.wadinet.de

Quelle: fair-NEWS.de

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Bremen rettet 20.000 Tiere pro Veggiday

Donnerstag, 4. Februar 2010

Als erste deutsche Stadt führt Bremen einen vegetarischen Wochentag ein und übernimmt damit eine Vorbildfunktion in Deutschland. Mehr als 20.000 Tiere pro Woche können in der Hansestadt verschont werden.

Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt beglückwünscht die Bremer Bürgerstiftung zu ihrem Vorstoß, einen vegetarischen Wochentag einzuführen. Gleichzeitig bittet sie alle Bremerinnen und Bremer, die Aktion zu unterstützen. Dadurch würden mehr als 20.000 Tierleben pro Veggiday gerettet werden. So viele Tiere enden an einem normalen Tag auf Bremens Tellern.

Nachdem der vegetarische Donnerstag im Mai letzten Jahres im belgischen Gent eingeführt wurde, hat er nun den Sprung nach Deutschland geschafft. Nicht nur die Tiere dürfen sich freuen, sondern auch Umwelt und Gesundheit profitieren: Es kann genauso viel CO2 eingespart werden wie 40.000 Autos im Jahr verursachen, wenn alle BremerInnen ein Mal pro Woche auf Fleisch verzichten, rechnet die Bremische Bürgerstiftung vor. Außerdem werden die Gesundheitskassen entlastet, denn die Deutschen essen ca. drei Mal mehr Fleisch als von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlen. Dadurch öffnen sie Volkskrankheiten wie Übergewicht, Herzinfarkt und Krebs Tür und Tor.

»Die Verantwortlichen in allen deutschen Städten sind nun aufgerufen, sich dem guten Beispiel Bremens anzuschließen – für die Gesundheit, für die Umwelt und für die Tiere«, so Wolfgang Schindler, Präsident der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt.
Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt setzt sich erfolgreich gegen die industrialisierte Massentierhaltung ein. Sie macht u.a. auf die Zusammenhänge zwischen Fleischkonsum, Umweltverschmutzung, Klimawandel und Gesundheit aufmerksam. Mehr erfahren Sie auf http://albert-schweitzer-stiftung.de.

Quelle: fair-NEWS.de

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Globaler Hunger nach Haifischflossensuppe, Schillerlocke & Co rottet Meeresräuber aus

Mittwoch, 3. Februar 2010

NABU fordert strenge Schutzmaßnahmen

Im Vorfeld zur 15. Konferenz zum Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) vom 13. bis 25. März in Doha/Katar fordert der NABU strenge Schutzmaßnahmen für durch Überfischung bedrohte Haiarten wie Dorn-, Herings- und Hammerhaie sowie den atlantischen Blauflossenthun (Roter Thun). „Der weltweite Appetit auf Delikatessen wie Sushi, Haifischflossensuppe oder auch die in Deutschland so beliebte Schillerlocke treiben diese Meeresräuber an den Rand der Ausrottung“, warnt NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Gleichzeitig wies Tierparkchef Dr.
Stephan Hering-Hagenbeck beim gemeinsamen Pressegespräch von NABU und Tierpark Hagenbeck in Hamburg darauf hin, welche enorm wichtige Rolle Haie im Ökosystem Meer spielen und knüpfte die Verbindung zum für 2010 ausgerufenen „Internationalen Jahr der Biodiversität“.

In sechs Wochen ist es wieder so weit: Mehr als 2.000 Delegierte aus 175 Ländern werden auf der 15. CITES-Konferenz für zwei Wochen zusammenkommen, um über das Schicksal vieler Tierarten zu entscheiden – darunter acht Haiarten und der atlantischen Blauflossen-Thunfisch. „ Nie zuvor gab es auf einer CITES-Konferenz so viele Schutzanträge für Haie oder die Forderung nach einem Handelsstopp für eine kommerziell so bedeutende Art wie den Roten Thun. Das kommt nicht zu früh, denn es ist wirklich allerhöchste Zeit, dass der internationale Handel für diese massiv bedrohten Fischarten endlich kontrolliert bzw. beendet wird“, kommentiert die NABU-Artenschutz-Expertin Heike Finke.

Wirtschaftliche Interessen bedrohen das Überleben der Haie. Mehr als 100 Millionen Haie werden weltweit jährlich gefangen – vielen Arten droht durch die massive Überfischung das Aus. Dazu zählen auch heimische Arten wie der Dorn- und der Heringshai. Ihr hochwertiges Fleisch ist bei den europäischen Verbrauchern sehr begehrt. So wurden beispielsweise im Jahr 2000 allein in der EU 20.000 Tonnen Dornhai-Fleisch konsumiert – ob in Deutschland als Schillerlocke (geräucherter Bauchlappen) oder „very british“ als Fish & Chips.
Die große Nachfrage in Europa treibt international den kommerziellen Fischfang an und führt zur Ausrottung der Bestände. „Eine CITES-Listung auf Anhang II bedeutet zwar kein Fangverbot, dennoch begrüßt der NABU diesen wiederholten Anlauf der EU, über eine Listung zumindest Handelskontrollen einzuführen“, betont Tschimpke. Schon auf der 14.
CITES-Konferenz in Den Haag/Niederlande hatte Deutschland im Namen der EU einen Vorstoß gemacht, um entsprechende Regularien einzuführen. Ohne Erfolg.

Auch der Heringshai, der kleine „Neffe“ des Weißen Haies, schaffte vor drei Jahren den Sprung auf Anhang II nicht und steht nun in Doha wieder auf der Agenda. Sein Fleisch gilt als sehr hochwertig, es wird bezüglich der Qualität oft mit dem des Schwertfisches verglichen. Seine Flossen sind ebenfalls begehrt und werden, wie auch das Fleisch, international gehandelt. Die Konsequenz: Laut einer Bewertung von 2009 sind die nord- und südatlantischen Heringshai-Bestände mittlerweile um mehr als 50 Prozent zurückgegangen.

Statussymbol Haifischflossensuppe
Das Fleisch der Hammerhaie wie beispielsweise des Bogenstirn-Hammerhais, des Großen Hammerhais und des Glatten Hammerhais hingegen gilt als verhältnismäßig wertlos, dafür sind ihre Finnen Gold wert. Sie sind groß und weisen eine besonders hohe Dichte an langen Kollagenfasern auf. Genau diese Besonderheit macht sie zu einer äußerst teuren Delikatesse. Verkocht zu Haifischflossensuppe, sehen diese Fasern aus wie Spaghetti – je dicker und länger, umso besser und auch umso teurer. Bei Auktionen auf dem „Hong Kong Fish Market“ gehen die Flossen des Großen Hammerhais durchschnittlich für 135 $/kg über die Theke, für die Finnen des Bogenstirn-Hammerhais müssen ca. 103 $/kg hingeblättert werden, Glatter Hammerhai ist für 88 $/kg zu haben.
Zusammengenommen machen die Flossen dieser drei Hammerhai-Arten geschätzt sechs Prozent aller Finnen auf diesem Markt aus. Jährlich sterben Millionen Hammerhaie, damit Gastgeber in Südostasien ihren Gästen das prestigeträchtige Gericht (je nach Land kostet eine Schale zwischen 70 und 100 US-Dollar) vorsetzen können. Das bleibt nicht ohne Folgen für die Bestände, die durch die intensive Befischung immer stärker zurückgehen. „Experten schätzen, dass in manchen Regionen, wie beispielsweise dem Nordwestatlantik, die Bestände der Bogenstirn-Hammerhaie innerhalb von 15 Jahren um 89 Prozent zurückgegangen sind“, kommentiert Finke. Der Südseestaat Palau und die USA wollen dieser Ausbeutung nun endlich einen Riegel vorschieben und haben zur 15. CITES-Konferenz einen Antrag zur Listung dieser drei Hammerhai-Arten auf Anhang II eingereicht.

Die Flossen werden bei lebendigem Leib abgetrennt Der Weißspitzen-Hochseehai kann sich ebenfalls der Unterstützung dieser beiden Staaten sicher sein – Palau und USA haben auch für ihn eine Anhang-II- Listung beantragt. Dem großen Hai geht es an den Kragen, weil er riesige Flossen hat, die sich gut im Suppentopf machen. Oft landet der Weißspitzen-Hochseehai, auch Longimanus genannt, als Beifang auf dem Deck von Thunfisch- und Schwertfischfänger-Booten. 65 bis 88 Prozent dieser Tiere leben noch, wenn sie an einer dieser Langleinen hängen. Und die meisten von ihnen würden wohl überleben, ließe man sie wieder vom Haken. Das Problem: Ein Kilo Longimanus-Flossen bringt im internationalen Handel 45 bis 85 US-Dollar – ein schönes Zubrot für viele Fischer. Und da auf diesen Booten der Platz für wertvolle Thun- oder Schwertfische gebraucht wird, schneiden sie den Haien einfach die kostbaren Flossen ab und entsorgen die verstümmelten, noch lebenden Tiere im Meer, wo sie elendig verenden. Finning wird diese grausame Praktik genannt. Mittlerweile sind weltweit drastische Rückgänge der Longimanus-Populationen zu verzeichnen. „Diese rücksichtlose Praktik muss aufhören! Der NABU hofft, dass die Mehrheit der Delegierten in Doha die Hai-Listungsanträge unterstützt“, so Tschimpke.

Blauflossen-Thunfisch im Mittelmeer bald ausgestorben?
„Bei der Verhandlung des Antrags von Monaco – Handelsstopp für den atlantischen Blauflossen-Thunfisch – wird es bei der Konferenz hoch hergehen. Wir erwarten heftigen Widerstand einiger Vertragsstaaten“, erläutert die Artenschutzexpertin Heike Finke. Für den Blauflossen-Thunfisch (Roter Thun) ist es eine Minute vor zwölf. Seit Jahren warnen Experten, dass die Bestände unter dem Druck der massiven Befischung kollabieren werden. Ihre Prognosen scheinen sich zu
bestätigen: Der Bestand der fortpflanzungsfähigen Tiere ist im Ostatlantik und im Mittelmeer zwischen 1957 und 2007 um 74,2 Prozent zurückgegangen, am stärksten in den letzten zehn Jahren (60,9 Prozent). Selbst bei einem fast vollständigen Fangverbot bis 2022 würden die Bestandszahlen in den ersten Jahren weiter sinken, vermuten Wissenschaftler.

Thunfisch-Fang hat in den Mittelmeerländern lange Tradition. Schon die Römer haben die großen Fische mit Leinen gefangen. Allerdings blieb die Fischerei bis zum 20. Jahrhundert dank der einfachen Fangtechniken nachhaltig. Danach rüsteten die Fischer auf, denn Blauflossen-Thunfisch wurde – dank der Dose – lukrativ. Hinzu kam, dass in den Achtziger-Jahren der Sushi- und Sashimi-Markt in Japan förmlich explodierte. Um die große Nachfrage befriedigen zu können, machen heute High-Tech-Flotten mit Hilfe von Radar und Sonar, riesigen Netzen und Langleinen Jagd auf die schnellen Fische. Das große Geld lockt. Die Fangquoten sind – entgegen wissenschaftlicher Empfehlungen – immer noch großzügig bemessen, dazu kommt eine hohe Dunkelziffer an illegalen Fängen. Ändert sich die Situation nicht, droht die unwiederbringliche Ausrottung der Blauflossen-Thunfische im Mittelmeer.

„Monaco“, erklärt Tschimpke, „ ist mit gutem Beispiel vorangegangen. Im ganzen Fürstentum ist der atlantische Blauflossen-Thunfisch von den Speisekarten und den Regalen verschwunden – ganz freiwillig und ohne Handelsstopp.“

Quelle: NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.

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