Archiv für April 2010

Leben mit Millionen Bomben in Laos / Journalistischer Wettbewerb für Jugendliche

Montag, 26. April 2010

Vor einigen Wochen erreichte uns wieder einmal eine schreckliche Nachricht aus Laos: Fünf Kinder wurden beim Spielen mit einem Blindgänger getötet, ein weiterer Junge schwer verletzt. Das ist trauriger Alltag in dem südostasiatischen Land, das im Vietnamkrieg vor 40 Jahren mit der unglaublichen Zahl von 260 Millionen Munitionen aus Streubomben angegriffen wurde. Von diesen liegt heute noch ein großer Teil hoch explosiv auf Feldern und Wiesen. Über ein Drittel der Opfer dieser Blindgänger sind Kinder und Jugendliche. Die Menschen haben lernen müssen, mit der tödlichen Gefahr zu leben. Kaum einer redet heute in der Welt noch davon. Durch die USA, die die Bomben abgeworfen haben, wurden die Reste nicht beseitigt. Nur einige humanitäre Räumungstrupps arbeiten im Land, auch die von Handicap International.

In diesem Jahr soll das vergessene Unrecht wieder in die Öffentlichkeit gebracht werden. Der 2008 abgeschlossene internationale Vertrag über das Verbot von Streubomben tritt im August in Kraft – und die erste große Konferenz der Vertragsstaaten findet im November in Laos statt. Die Tageszeitung taz und Handicap International haben dazu einen journalistischen Wettbewerb für Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren ausgeschrieben: Wie sieht die tägliche Bedrohung der Menschen in Laos durch Streubomben aus? Wer tut etwas dagegen? Was wird aus den Opfern? Erster Preis: Eine Reise nach Laos! Als weitere Preise bietet die taz ein Praktikum in ihrer Berliner Redaktion und die Teilnahme an einem Workshop der taz-Akademie, bei dem vier Sonderseiten der taz produziert werden.

Also – ein attraktives Angebot für alle Jugendliche, die gerne recherchieren und schreiben!

Mehr Informationen auf unseren Seiten www.jugend.handicap-international.de und www.streubomben.de

Quelle: Offenes-Presseportal

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Menschenrechtsinstitut: Begriff “Rasse” im Grundgesetz durch “rassistisch” ersetzen

Montag, 26. April 2010

Das Deutsche Institut für Menschenrechte hat dem Gesetzgeber empfohlen, den Begriff “Rasse” aus dem Diskriminierungsverbot in Artikel 3 des Grundgesetzes zu streichen und durch das Verbot “rassistischer” Benachteiligung oder Bevorzugung zu ersetzen. “Eine Änderung des Grundgesetzes wäre ein wichtiges Signal, um die scheinbare Akzeptanz von Rassekonzeptionen zu beenden”, erklärte Beate Rudolf, Direktorin des Deutschen Instituts für Menschenrechte, anlässlich der Veröffentlichung des Positionspapiers “Ein Grundgesetz ohne Rasse” am 13. April. Jede Theorie, die auf die Existenz unterschiedlicher Rassen abstelle, sei in sich rassistisch. Das Europäische Parlament habe sich bereits gegen den Begriff “Rasse” in Gesetzestexten der Europäischen Union ausgesprochen und einige europäische Länder hätten ebenfalls schon in ihrem nationalen Recht von dem Begriff “Rasse” Abstand genommen. “Ein solcher Schritt ist in Deutschland längst überfällig”, so Rudolf.

Hendrik Cremer, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Institut für Menschenrechte und Autor des Positionspapiers, wies darauf hin, dass bis heute in rechtlichen Bestimmungen, die eigentlich der Bekämpfung rassistischer Diskriminierung dienen sollten, der Ausdruck “Rasse” verwendet werde. “Rassismus lässt sich nicht glaubwürdig bekämpfen, solange der Begriff “Rasse” beibehalten wird”, erklärte Cremer. Dies gelte umso mehr, als seine Verwendung dazu beitragen könne, rassistisches Denken zu fördern. Mit der neuen Formulierung würde auch der Schutzzweck des Artikel 3, Absatz 3 Grundgesetz, der Schutz vor rassistischen Diskriminierungen und die Bekämpfung von Rassismus, endlich deutlich, so Cremer.

Hendrik Cremer: Ein Grundgesetz ohne ” Rasse” – Vorschlag für eine Änderung von Artikel 3 Grundgesetz. Policy Paper No. 16. Deutsches Institut für Menschenrechte, Berlin 2010. http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/de/publikationen.html

Quelle: Offenes-Presseportal

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San Francisco führt vegetarischen Wochentag ein

Montag, 26. April 2010

San Francisco führt den Meat Free Monday ein. Gesundheits- und Klimaschutz stehen im Vordergrund.

San Francisco ist die erste US-amerikanische Stadt, die das Konzept des vegetarischen Wochentags aufgreift. Am Dienstag (06.04.2010) stimmte das »San Francisco Board of Supervisors« einer Resolution zu, die den Montag als »Vegetarian Day« bezeichnet, und über den Restaurants, Supermärkte und Schulen aufgefordert werden, ihr vegetarisches Angebot deutlich auszuweiten.

Die Resolution betont die ökologischen Vorteile der vegetarischen bzw. veganen Ernährung, und sie beschreibt diese als »wahrhaft grüne Ernährung«. Dabei wird sowohl auf eine Studie vom Worldwatch Institute Bezug genommen, nach der die Fleischproduktion für 51% der vom Menschen verursachten Klimagasemissionen verantwortlich ist als auch Nobelpreisträger Rajendra Pachauri erwähnt, der dazu rät, den Fleischkonsum aus Umweltgründen zu reduzieren.
Weiterhin führt die Resolution die vielen gesundheitlichen Vorteile einer pflanzenbasierten Ernährung und die damit verbundenen Kosteneinsparungen im Gesundheitssektor auf. Dabei wird die American Dietetic Association zitiert, die als größter Ärzteverband der USA darauf hinweist, dass ein reduzierter Fleischkonsum u.a. das Risiko senkt, an Fettleibigkeit, Bluthochdruck, Diabetes und mehrere Krebsarten zu erkranken.

Neben diesen Vorteilen hebt die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt hervor, dass ein reduzierter Fleischkonsum den Tieren zugutekommt und außerdem dazu beitragen kann, das Welthungerproblem zu lösen, da die Fleischproduktion für die Verschwendung gigantischer Soja- und Getreidemengen verantwortlich ist: 50% der weltweiten Getreideernte und 90% der weltweiten Sojaernte werden zu Nutztierfutter verarbeitet.
Die Stiftung hat über 100 Bürgermeister und Bürgermeisterinnen angeschrieben, um für die Einführung eines vegetarischen Wochentags zu werben. Mehrere deutsche Städte haben ihr Interesse bekundet und arbeiten an der Umsetzung. In Schwerin bleibt die städtische Kantine freitags fleischfrei, und Bremen hat den vegetarischen Donnerstag eingeführt. »Wir hoffen, dass viele weitere Städte diesen guten Vorbildern folgen und zum Wohle von Mensch, Tier und Umwelt vegetarische Wochentage einführen«, sagt Wolfgang Schindler, Präsident der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt.

Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt setzt sich erfolgreich gegen die industrialisierte Massentierhaltung ein und wirbt für den vegetarischen und veganen Lebensstil. Mehr erfahren Sie auf http://albert-schweitzer-stiftung.de.

Quelle: fair-NEWS.de

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Start der ersten Notruf-Hotline für Genitalverstümmelung: 01803 – SOS FGM (767 346)

Montag, 26. April 2010

Mit SOS FGM erhalten Mädchen eine Chance auf Schutz vor Genitalverstümmelung

Mit SOS FGM hat die TaskForce jetzt ein Kinderschutz-Projekt gestartet, das in Deutschland und Europa einmalig ist. Es fokussiert den konkreten Schutz von Mädchen vor einer ganz spezifischen Gewalt: der Genitalverstümmelung.

Allein in Deutschland müssen bis zu 50.000 minderjährige Mädchen als gefährdet eingestuft werden. Bis zu 80% dieser Mädchen werden tatsächlich der Verstümmelung unterworfen. Auf Schutz konnten sie bislang bis auf wenige Ausnahmen nicht zählen.
Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass Menschen, die konkrete Informationen über geplante oder bereits verübte Genitalverstümmelungen erlangt haben, oft nicht wissen, an wen sie sich wenden können. Auch Behörden und Jugendämter reagieren vielfach unsicher und zögerlich, wenn gefährdete Mädchen geschützt werden müssen.

SOS FGM reagiert auf genau diesen Umstand und bietet ab jetzt eine Anlaufstelle für

- Menschen, die Kenntnis von Genitalverstümmelungen erlangt haben: Für sie steht die Notruf-Nummer 01803 – SOS FGM (767 326) zur Verfügung. Wir stellen sicher, dass schnell und kompetent Hilfe eingeleitet wird und jeder einzelne Fall durch konsequentes Follow Up begleitet wird.

- Behörden, Jugendämter und Fachkräfte: SOS FGM bietet sowohl Einzelberatung in konkreten Fällen als auch fachbezogene Fortbildung im gesamten Bundesgebiet an. Es geht darum einen sicheren, umsichtigen und schutz-orientierten Umgang mit Fällen, die Genitalverstümmelung zum Gegenstand haben, zu ermöglichen.

- Mädchen und Frauen, die Opfer von Genitalverstümmelung geworden sind: Die wenigsten Opfer wissen, dass sie i.d.R. Anspruch auf Entschädigung durch den deutschen Staat haben (nach dem Opferentschädigungsgesetz, OEG). SOS FGM informiert Opfer über ihre Rechte und hilft ihnen dabei, ihre Ansprüche geltend zu machen.

Dieses Projekt ist ein Meilenstein für den konkreten Schutz von Kindern vor schwerer Gewalt und Misshandlung und trägt zur Verwirklichung ihrer Grundrechte auf Würde, Leben und Unversehrtheit bei.

Weitere Informationen über SOS FGM: www.sosfgm.org

Quelle: fair-NEWS.de

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Arbeiten bis in den Tod

Montag, 26. April 2010

Die gemeinnützige Tierschutzorganisation Equiwent e.V. hilft, das Leid der Pferde in Ostrumänien zu lindern

Eitrige Wunden, Abszesse, tief ins Fleisch eingewachsene Drähnte, halb verhungerte Tiere und verweste Pferdekadaver am Straßenrand. Markus Raabe hat schon viele Bilder gesehen, die er nicht vergessen konnte. Zum Glück. Die schockierenden Zustände in Ostrumänien haben den erfahrenen Hufschmied dazu veranlasst, sich gegen das Elend zu stemmen, auch wenn dies beinahe aussichtlos erscheint. Zusammen mit seinem Team kümmert er sich um die über 20.000 Pferde rund um die Stadt Iasi, die dort unter grausamen Bedingungen leben und von ihren Besitzern unvorstellbare Misshandlungen erdulden müssen.

Von sozialer Integration und schulischer Bildung ausgeschlossen, setzen die dort ansässigen Sinti und Roma ihre Pferde als Arbeitstiere ein, um auf niedrigstem Niveau überleben zu können. Zu den extremen Verletzungen, die durch die viel zu schwere Arbeit und die schlechte Haltung entstehen, gibt es noch zahlreiche andere, die den Pferden vorsätzlich beigebracht werden, damit sie bis zu ihrem elenden Ende ihre Arbeit verrichten.

Equiwent setzt deshalb auf ein ganzheitliches Konzept, das zum einen die konkrete Not der Arbeitspferde lindert und dabei den dort lebenden Menschen mit viel Engagement und Geduld aufzeigt, dass ein fürsorglicher Umgang mit den Tieren dazu beiträgt, ihre Lebenssituation zu verbessern.

Wichtigster Pfeiler der Arbeit ist eine mobile, kostenlose Pferdeklinik, die von einem rumänischen Tierarzt geleitet und komplett durch Equiwent finanziert wird. Weitere Hilfsleistungen sind die dauerhafte Versorgung mit Schmiedezubehör, Futter, Geschirr und Zaumzeug, sowie Schulungen im Hufbeschlag für Pferdebesitzer und Bildungsaktionen zur Sensibilisierung im Umgang mit den Tieren für die Menschen vor Ort. Darüber hinaus setzt sich Equiwent auch für eine Verbesserung der Zustände auf poltischer Ebene ein, ohne die die Ursache der Probleme langfristig nicht aus der Welt zuschaffen ist. Dazu gehört das Eintreten für die Rechte von ethnischen Minderheiten und deren sozialer Integration, sowie die Durchsetzung des bestehenden Tierschutzgesetzes und der EU-Schulpflicht in den Armutsvierteln Europas.

Unterstützt wird Equiwent unter anderem von Pro Animale e.V. sowie dem Tierarzneimittelkonzern Virbac. Dennoch ist der Verein auch auf Fördermitglieder angewiesen. Eine Fördermitgliedschaft beginnt schon ab 10 Euro im Monat und ermöglicht eine verlässliche Finanzierung der kostenintensiven Reisen und mehrwöchigen Aufenthalte in Rumänien. Alle Mitglieder des Vereins arbeiten ehrenamtlich und bürgen dafür, dass alle Spenden zu 100 Prozent den Pferden und Menschen in Rumänien zugute kommen.
Weitere Informationen unter www.equiwent.eu

Quelle: Offenes-Presseportal

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ÄRZTE OHNE GRENZEN veröffentlicht Report

Montag, 26. April 2010

Fassade des Gesundheitssystems in Turkmenistan gefährdet Menschenleben

Das Image von Gesundheit und Wohlstand, das Turkmenistan der internationalen Gemeinschaft präsentiert, verschleiert den gefährlichen Zustand des öffentlichen Gesundheitswesens. Die Existenz ansteckender Krankheiten wird geleugnet, medizinische Daten werden systematisch manipuliert und internationale Standards und Protokolle kaum in die Praxis umgesetzt. Die internationale humanitäre Hilfsorganisation ÄRZTE OHNE GRENZEN veröffentlicht heute den Report “Turkmenistans undurchsichtiges Gesundheitssystem”, der auf eigenen Erfahrungen im Land basiert.

Während der zehn Jahre, in denen ÄRZTE OHNE GRENZEN in Turkmenistan medizinische Versorgung geleistet hat, hat die Organisation miterlebt, wie alltägliche Fahrlässigkeit und weit verbreitete riskante Praktiken Menschenleben gefährden. So werden Bluttransfusionen häufig ohne vorherigen Test auf HIV oder Hepatitis C vorgenommen. Im Gesundheitssystem herrscht eine Kultur der Angst, in deren Folge Patienten in kritischem Zustand abgewiesen werden, um ihren negativen Einfluss auf sensible Statistiken zu verhindern, wie auf die Mutter-Kind-Sterblichkeitsrate oder die ansteckender Krankheiten. Die Bevölkerung Turkmenistans wird von ihrem Gesundheitssystem im Stich gelassen, das mehr auf die Außenwirkung ausgerichtet ist, als auf die Bewältigung der wirklichen Gefahr, die ansteckende Krankheiten für die öffentliche Gesundheit darstellen.

“Es steht außer Frage, dass Tuberkulose (TB) und sexuell übertragbare Krankheiten wie HIV/Aids weiter verbreitet sind, als es offizielle Zahlen nahe legen. Die turkmenische Regierung weigert sich, diese Realität anzuerkennen”, sagt Dr. Leslie Shanks, medizinische Leiterin bei ÄRZTE OHNE GRENZEN. “Internationale Organisationen wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und UNICEF tragen dazu bei, das Problem aufrechtzuerhalten, indem sie Fehlinformationen und Praktiken der Regierung Legitimität verleihen, die nicht nur wirkungslos sondern oft auch gefährlich sind.”

TB und besonders die multiresistente Form (MDR-TB) stellen vermutlich eine der größten Bedrohungen des öffentlichen Gesundheitswesens dar. Da die Krankheit auch in den Nachbarländern weit verbreitet ist, fürchtet ÄRZTE OHNE GRENZEN eine schwere Krise in Turkmenistan, die ohne unmittelbares und eindeutiges Einschreiten zu einer großen Gesundheitskrise mit regionaler Auswirkung führen wird. Um dies zu verhindern, sollten die Schnell-Diagnose und die Behandlung von MDR-TB umgehend mithilfe von internationalen Experten implementiert werden.

Im Jahr 2009 traf ÄRZTE OHNE GRENZEN die schwierige Entscheidung, Turkmenistan zu verlassen, nachdem die Aktivitäten im Land immer stärker eingeschränkt wurden. Die Organisation erkannte, dass sie eher riskierte, sich der Verschleierung der Probleme im Gesundheitssystem mitschuldig zu machen, als diese anzugehen. “Internationale Organisationen müssen ihrer Verantwortung gerecht werden, indem sie die Transparenz des Gesundheitssystems aktiv fördern und aufhören, widersprüchliche Daten als Fakten anzuerkennen”, sagt Leslie Shanks.

ÄRZTE OHNE GRENZEN ist seit 1999 in Turkmenistan tätig und hat damals erstmalig international anerkannte Standards zur Tuberkulosebehandlung eingeführt. In den vergangenen fünf Jahren war die Organisation im Distriktkrankenhaus der Stadt Magdanly im Osten des Landes tätig, um die Qualität der Pädiatrie und Geburtsmedizin zu verbessern. Den Report “Turkmenistans undurchsichtiges Gesundheitssystem” finden Sie unter www.aerzte-ohne-grenzen.de.

Quelle: Offenes-Presseportal

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Straßeninvestitionen neu ausrichten

Montag, 26. April 2010

BUND fordert Streichung nicht finanzierbarer und unsinniger Fernstraßenprojekte im Umfang von 30 Milliarden Euro

Die grundlegende Überarbeitung der Planungen neuer Bundesfernstraßen hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) auf einer Pressekonferenz in Berlin gefordert. Der Umweltverband veröffentlichte eine “Streichliste unsinniger Verkehrsprojekte”, die Vorhaben im Umfang von 30 Milliarden Euro aufzählt. Dabei handele es sich um Projekte wie Autobahnabschnitte und Ortsumfahrungen, für die jede Notwendigkeit fehle und die mit besonders schweren ökologischen Eingriffen verbunden seien. Der Umweltverband forderte stattdessen eine Erhöhung der Investitionen in den bisher völlig unterfinanzierten Straßenerhalt um mindestens eine Milliarde Euro pro Jahr sowie 800 Millionen Euro pro Jahr für den Ausbau des Schienengüterverkehrs. Die Transportkapazitäten der Bahn ließen sich vor allem im Hinterlandverkehr der Seehäfen mit vergleichsweise geringen Investitionen entscheidend erhöhen.

Die “Streichliste” des BUND beinhaltet rund 2500 Straßenkilometer mit einem Finanzvolumen von 12,5 Milliarden Euro. Geplante Projekte im Umfang von 10 Milliarden Euro seien auch vom Bundesverkehrsministerium mit einem “sehr hohen Umweltrisiko” eingestuft worden. Dazu gehört beispielsweise die geplante Autobahn A 14 von Magdeburg nach Schwerin, für die ein Verkehrsaufkommen von lediglich 13000 Kraftfahrzeugen pro Tag prognostiziert und Kosten von rund 1,4 Milliarden Euro veranschlagt werden. Nach Berechnungen des BUND könnte der Ausbau der vorhandenen Bundesstraßen B 189 und B 5 etwa 500 Millionen Euro sparen. Weitere Straßenbauvorhaben mit Kosten von 15 Milliarden Euro aus dem sogenannten “weiteren Bedarf” seien ebenfalls überflüssig. Und da nur jede vierte neugeplante Ortsumfahrung tatsächlich zu einer ausreichenden Entlastung der Ortskerne beitrage, forderte der Umweltverband außerdem die Streichung von Ortsumfahrungen im Umfang von 2,5 Milliarden Euro.

Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender: “In Deutschland wächst die Staatsverschuldung von Jahr zu Jahr. Und zugleich will die Bundesregierung 30 Milliarden Euro für umweltschädliche und unnütze Straßenneubauten verschleudern. Wie seine Vorgänger unternimmt Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer bisher nichts, um die Prioritäten in der Verkehrswegeplanung neu zu ordnen. Das Wünsch-Dir-Was für Lokalpolitiker und die Bau- und Autolobby wird fortgesetzt. Straßenbau-Prestigeprojekte, für die jeder verkehrliche Bedarf fehlt, werden in unschöner Regelmäßigkeit mit Spatenstichen gestartet und mit dem Durchtrennen roter Bänder eingeweiht. Und obwohl sie die Ortskerne nicht entlasten, wurden rund 600 Ortsumfahrungen an die Wahlkreise quasi verschenkt. Gleichzeitig verkommt das vorhandene Straßennetz, weil zu wenig in den Erhalt investiert wird. Eine verantwortungsvolle Verkehrspolitik sieht anders aus.”

Wenn Bundesverkehrsminister Ramsauer den Straßenbedarfsplan wie angekündigt in Kürze überarbeiten lasse, müssten Aspekte des Klimaschutzes eine viel größere Rolle spielen, sagte Weiger. Würden alle vorhandenen Bauprojekte realisiert, sei laut Berechnungen der Bundesregierung mit einer Steigerung der CO2-Emissionen des Verkehrs um elf Prozent zu rechnen. Werner Reh, BUND-Verkehrsexperte: “Ramsauer muss jetzt die Weichen stellen für eine zukunftsfähige Verkehrsplanung. Der künftige Bedarfsplan muss den Substanzerhalt des Straßennetzes sichern sowie das vorhandene Straßen- und Verkehrsnetz optimieren. Um die Straßen gezielt von Lkw zu entlasten, sind vor allem mehr Investitionen in die Güterbahn erforderlich.”

Die BUND-Streichliste finden Sie im Internet unter http://www.bund .net/fileadmin/bundnet/pdfs/verkehr/20100412_verkehr_streichliste_str assenbauprojekte_hintergrund.pdf

Quelle: Offenes-Presseportal

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Startschuss 2010: “Entdecke die Vielfalt!”

Montag, 26. April 2010

DBU-Schüler- und Jugendwettbewerb: bis Dezember bewerben – Für Teilnahme am Ökumenischen Kirchentag 23.4. Stichtag

“Entdecke die Vielfalt!”: Unter der Schirmherrschaft von Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen startet der Schüler- und Jugendwettbewerb der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) in eine neue Runde. “Wir rufen Kinder und Jugendliche auf, sich mit der Vielfalt des Lebens auf der Erde zu beschäftigen und für den Erhalt von Tier- und Pflanzenarten und ihrer Lebensräume einzusetzen”, erklärt DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde. Bis zum 15. Dezember können sich Neun- bis Zwölf-Jährige und 13- bis 16-Jährige in drei Kategorien (“Natur erforschen”, “Global handeln” und “Kreativ kommunizieren”) online unter www.entdecke-die-vielfalt.de bewerben. Zu gewinnen sind Geld-, Sach- und Sonderpreise im Wert von rund 20.000 Euro, außerdem ein Sonderpreis des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH). Und wer bis zum 23. April einen Projektvorschlag online einreicht, hat die Chance, am 2. Ökumenischen Kirchentag im Mai in München teilzunehmen.

Die Artenvielfalt und zahlreiche Lebensräume sind weltweit gefährdet. Laut Weltnaturschutzunion sind ein Drittel der von ihr untersuchten 48.000 Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Der World Wide Fund For Nature (WWF) geht davon aus, dass sich die Aussterberate durch menschliche Einflüsse – zum Beispiel durch Klimawandel, Raubbau an der Natur oder Übernutzung einzelner Arten – 1.000 Mal schneller vollzieht als es natürlicher Weise geschieht. “Es ist Zeit zu handeln”, findet Brickwedde. Und jeder könne etwas für den Erhalt der biologischen Vielfalt tun. “Auch 2010 – in dem von der Generalversammlung der Vereinten Nationen ausgerufenen Internationalen Jahr der Biodiversität – suchen wir deshalb Aktionen und Projekte, in denen das Wettbewerbsthema aus unterschiedlichen Perspektiven bearbeitet wird.”

Zur Auswahl stehen drei Themenkategorien in den Altersgruppen “Neun- bis Zwölfjährige” und “13- bis 16-Jährige”: Jugendliche, die sich allein, als Gruppe oder mit der ganzen Schulklasse beteiligen, können selbst entscheiden, ob sie sich in der Kategorie “Natur erforschen”, “Global handeln” oder “Kreativ kommunizieren” bewerben. “Vielfältige Herangehensweisen sind uns sehr willkommen”, so der DBU-Generalsekretär. Dazu zählten Abenteurer, die ihre Ärmel hochkrempelten, sich einen Spaten nähmen und eine Grünfläche in ihrer Umgebung zu einem kleinen Paradies für Tier- und Pflanzenarten verwandelten. Willkommen seien ebenso jene Projekte, die sich zum Beispiel mit der Überfischung der Meere beschäftigen oder solche, die mit einem Blick “über den Tellerrand hinaus” nach Möglichkeiten suchen, von Deutschland aus die Vielfalt in den Regenwäldern Südamerikas zu schützen. “Und kreative Köpfe gestalten vielleicht ein Video über ein für sie wichtiges Thema aus dem bunten Topf der Artenvielfalt.”

Zudem sind die Jugendlichen eingeladen, Expertenrat hinzuzuziehen. Die DBU stellt auf der Wettbewerbshomepage ein Netzwerk mit mehr als 80 weiteren Unterstützer-Organisationen zur Verfügung. “In der Bewertung gibt es dafür sogar noch Pluspunkte”, weiß Brickwedde.

2008 und 2009 haben bislang bereits über 2.600 Kinder und Jugendliche am DBU-Schüler- und Jugendwettbewerb teilgenommen. Neuer Kooperationspartner des diesjährigen Wettbewerbs ist das DJH. Einzelne Jugendherbergen böten Programme an, die als Wettbewerbsbeiträge eingereicht werden könnten. Brickwedde: “Alle Teilnehmer, die ihren Beitrag gemeinsam mit einer Jugendherberge anfertigen, haben die Chance auf einen Sonderpreis: eine Vielfalt-Entdecker-Reise in eine DJH-Einrichtung innerhalb Deutschlands.” Informationen zu den kooperierenden Jugendherbergen gibt es unter www.entdecke-die-vielfalt.de.

“Und damit spannende Wettbewerbsideen in die Öffentlichkeit getragen werden, rufen wir unsere Teilnehmer auf, ihre Projekte bereits in der Aktionsphase bekannt zu machen: etwa in der Schüler- oder Lokalzeitung – und für Ausgewählte sogar im Rahmen unserer Sonderaktionen.” Zusätzlicher Anreiz: Wer schnell sei und bereits bis zum 23. April eine überzeugende Aktion oder Projektskizze unter www.entdecke-die-vielfalt.de präsentiere, könne sie vielleicht beim 2. Ökumenischer Kirchentag vom 12. bis 16. Mai in München am DBU-Informationsstand vorstellen.

Quelle: Offenes-Presseportal

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Versteigerung neuer Mobilfunkfrequenzen: BUND warnt vor Zunahme des Elektrosmogs durch zusätzliche Sendeanlagen

Freitag, 23. April 2010

Anlässlich der morgigen Versteigerung neuer Funkfrequenzen durch die Bundesnetzagentur in Mainz warnte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) vor einem massiven Ausbau der Mobilfunknetze vor allem in ländlichen Regionen. Weil es auf dem Land an leistungsfähigen Glasfaserkabeln mangele, sei dort die Attraktivität von Funktechniken besonders groß. In der Folge sei mit einer höheren Elektrosmogbelastung zu rechnen. Über die Langzeitwirkungen der Mobilfunkstrahlung auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt sei noch viel zu wenig bekannt. Die in der Europäischen Union geltenden Grenzwerte für Elektrosmog aus Mobilfunkanlagen halte auch das EU-Parlament für unzureichend. Außerdem fehlten Schutzmaßnahmen für die Anwohner der Sendestationen. Der BUND forderte, mindestens ein Prozent der zu erwartenden fünf bis sechs Milliarden Euro des Versteigerungserlöses zur Erforschung der Gesundheits- und Umweltfolgen von Mobilfunkanwendungen einzusetzen.

Bernd Rainer Müller, BUND-Mobilfunkexperte: “Um mögliche Umwelt- und Gesundheitsschäden zu vermeiden, dürfen die Funknetze nicht weiter ausgebaut werden. Stattdessen müssen immissionsarme Kommunikationstechnologien entwickelt werden, die solche Schäden ausschließen. Nötig sind beispielsweise die verstärkte Erforschung von Infrarot-Übertragungstechniken sowie ein deutlicher Ausbau der netzgebundenen Kommunikation über Glasfaserkabel.”

Eine Reihe von Studien habe gezeigt, dass die Mobilfunkstrahlung Menschen, Tieren und Pflanzen schade. Beim Menschen seien Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Erschöpfungszustände beobachtet worden. Bienen, Brieftauben oder Fledermäuse verlören teilweise ihre Orientierung. In Laborversuchen seien Störungen des vegetativen Nervensystems sowie eine erhöhte Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke nachgewiesen worden. Letzteres könne dazu führen, dass Umweltschadstoffe direkt ins Gehirn gelangen könnten. Zahlreiche Studien hätten auch die Schädigung von Spermien belegt. Zudem bestehe der Verdacht auf Auslösung und Förderung von Hirntumoren.

In Deutschland gibt es nach BUND-Angaben derzeit rund 260000 große Mobilfunk-Sendeanlagen und zirka zwei Millionen kleinere Sendeanlagen. Hinzu kommen rund 100 Millionen Mobiltelefone sowie etwa 50 Millionen häusliche Sender wie WLAN, schnurlose Telefone und Anlagen zur Daten- und Videoübertragung. Lediglich für fest installierte Sendeanlagen existierten Grenzwerte entsprechend der Bundesimmissionsschutzverordnung für elektromagnetische Felder (26. BImSchV). Diese gewährleisteten jedoch keinen Schutz vor den genannten Risiken. Zudem überschritten mobile Anwendungen wie die als “strahlungsarm” angebotenen sogenannten DECT-Telefone (Digital Enhanced Cordless Telecommunications) diese Grenzwerte, eine Reihe von Mobiltelefonen strahlten sogar um bis zum Zehnfachen stärker.

Quelle: Offenes-Presseportal

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8000 Menschen demonstrierten in 53 Städten gegen die Atomkraft

Freitag, 23. April 2010

Mit Menschenketten in 53 Städten haben am Samstag rund 8000 Menschen gegen die Pläne der Bundesregierung demonstriert, die Laufzeiten der Atomkraftwerke auf bis zu 60 Jahre zu verlängern. In Berlin bildeten über 2000 Atomkraftgegner eine 1,2 Kilometer lange Menschenkette zwischen den Bürogebäuden der Atomkraftwerksbetreiber Vattenfall und RWE. In 52 weiteren Städten bildeten Tausende Atomkraftgegner Menschenketten zwischen zwei Meter großen Atomkraftwerken aus Pappe. Damit wurde für die Beteiligung an einer Aktions- und Menschenkette zwischen den Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel am 24. April geworben. Mit der 120 Kilometer langen Menschenkette durch Hamburg und Norddeutschland will ein Bündnis aus Anti-Atom-Initiativen, Umweltverbänden, Gewerkschaften und Parteien die Bundesregierung auffordern, den Atomausstieg nicht aufzukündigen.

Auf dem Münchner Marienplatz beteiligten sich über 700 Menschen an der Aktion, in der Hamburger Fußgängerzone rund 500, in Würzburg und Braunschweig jeweils 400.In Kassel waren es über 300, in Hildesheim und Lüneburg jeweils rund 250 und in Nürnberg und Heidenheim 200. In zahlreichen weiteren Orten beteiligten sich jeweils zwischen 25 und 200 Menschen an den Aktionen, die vom Kampagnenetzwerk Campact koordiniert worden waren.

“Das ist ein großartiger Auftakt für die Menschenkette am 24. April”, erklärte Campact-Geschäftsführer Christoph Bautz. “Die große Mehrheit der Bürger lehnt die Aufkündigung des Atomausstieges ab. Die Menschen wollen raus aus einer Technologie, die ein verheerendes Unfallrisiko birgt, den Ausbau Erneuerbarer Energien blockiert und Tausenden Generationen tödlichen Atommüll aufbürdet.” Bautz kritisierte auch Bundesumweltminister Röttgen scharf.”Wer Laufzeitverlängerungen für die Atomkraftwerke als Atomausstieg bezeichnet, will die Bürger für dumm verkaufen. In Wahrheit macht Schwarz-Gelb reine Klientelpolitik für Vattenfall, RWE und Co – auf Kosten der Sicherheit und der zukünftigen Generationen”, sagte Bautz.

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