Archiv für Mai 2010

Afrikatag am 25. Mai: Eigenständige Entwicklung fördern, Stereotype bekämpfen, Rechte einfordern

Dienstag, 25. Mai 2010

Zum Afrikatag am 25.5.2010 fordert der Solidaritätsdienst-international e.V. (SODI) die Bekämpfung kolonialer Denkmuster und rassistischer Klischees über AfrikanerInnen sowie die Förderung lokaler Prozesse und Rechte.

Ob unfaire Handelsbedingungen, großflächige Landnahme, Ressourcenkonflikte oder Bedrohungen durch den Klimawandel – Afrika sieht sich aktuell großen Herausforderungen entgegen. Trotz intensiver Bemühungen lebt zwei Fünftel der afrikanischen Bevölkerung in Armut. Nahrungsmittel- und Wirtschaftskrise oder Verbreitung von HIV/AIDS erschweren die Entwicklung.

Seit seiner Gründung engagiert sich SODI daher für die soziale und politische Entwicklung im südlichen Afrika. Gemeinsam mit Partnern – lokalen Nichtregierungsorganisationen, religiösen Gruppen, Frauenverbänden – soll ein selbst bestimmtes Leben für benachteiligte Personen erreicht werden. Partizipation und Eigenverantwortlichkeit bei der Realisierung der Projekte, bestärken die Menschen darin, ihren eigenen Lebensstandard zu verbessern. Mit dem Bau von Trockentoiletten, der Förderung von HIV/AIDS-Aufklärungsunterricht oder Stärkung der ländlichen Entwicklung sollen nachhaltige Wirkungen erreicht werden. „Dabei geht es nicht um den Transport von Ideen nach Afrika, jegliche Form von eurozentristischem Handeln soll durchbrochen werden. Seit Anbeginn unserer Projektarbeit in Afrika fördern wir lokale Prozesse, Ideen und Initiativen, da sie am besten geeignet sind, Armut zu bekämpfen und Abhängigkeitsstrukturen zu überwinden.“, so Andreas Bohne, Projektbearbeiter Afrika.

In Deutschland liegt der Schwerpunkt von SODI im Bereich der Kampagnen- und Bildungsarbeit. Koloniale Denkmuster, rassistische Klischees und Stereotype über AfrikanerInnen sollen bekämpft und ein Umdenken erreicht werden. Kritische Aufarbeitungen von Verwicklungen in Kolonial- und Apartheidzeit werden thematisiert – hier verlangt SODI Verantwortung zu übernehmen. Mit Konferenzen und Diskussionsveranstaltungen wird über politische, ökonomische und soziale Entwicklungen informiert. Die Forderung nach einer Finanztransaktionssteuer, die zur Umsetzung der Millenniumentwicklungsziele in Afrika beitragen kann, wird ebenso angemahnt wie der Stopp der EPA-Gespräche mit ihrer neoliberalen Zielrichtung. „SODI ist sich bewusst, dass die Ziele der Inlandsarbeit nur mit einer guten Vernetzung der afrikanischen Diaspora erreicht werden können“, ergänzt Sylvia Werther, Geschäftsführerin von SODI.

Quelle: fair-NEWS.de

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Tabuzonen für Ölförderung auf See

Dienstag, 25. Mai 2010

Kein Öl aus der Arktis – WWF fordert politischen Richtungswechsel in der Offshore-Ölforderung

Angesichts der unabsehbaren Umweltschäden durch die aktuelle Ölkatastrophe im Golf von Mexiko fordert der WWF ein Aussetzen weitere neuer Bohrvorhaben auf See – insbesondere für unmittelbar bevorstehende Bohrungen in den arktischen Gewässern vor Alaska. Geplanter Start für die Explorationsbohrungen in der Arktis durch Shell ist der 1. Juli. Vor Beginn jeglicher neuer Bohrungen in US-Gewässern muss nach WWF-Ansicht die vollständige Aufarbeitung der “Deepwater Horizon” Katastrophe durch die eingesetzte unabhängige Kommission erfolgen und strengere Sicherheitsvorschriften erlassen werden. Fast 700 Lizenzen für die Beaufort- und Tschuktschensee vor Alaskas Küsten sind bereits vergeben. Am 24. Mai soll das Förderschiff “Frontier Discoverer” von Shell von den Philippinen aus nach Alaska starten.

“Während man im Golf vom Mexiko noch verzweifelt darum kämpft, die aktuelle Katastrophe unter Kontrolle zu bekommen, wird in Alaska der Startschuss für einen neuen Öl-Rausch in der empfindlichen Arktis abgefeuert,” sagt WWF-Meeresschutzexperte Stephan Lutter. “Wer jetzt die gleiche Technik ohne umfassende Fehleranalyse unter eisigen, extremen Bedingungen der Arktis einzusetzen will, spielt ökologisches Roulette.” Das Risiko für einen Blow-Out bestehe unabhängig von der Tiefe, in der gebohrt werde. In extremen Tiefen seien Reparaturarbeiten und technische Möglichkeiten ein Leck einzudämmen aber stark eingeschränkt. Die von extremer Kälte und Dunkelheit geprägten Bedingungen in der unzugänglichen Arktis seien noch deutlich schlechter. Shell plant Explorationsbohrungen ca. 100 – 200 Kilometer vor der Küste Alaskas, in einer Region mit häufigen Stürmen, eisbedecktem Wasser und Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt. “Eine Krisen-Infrastruktur wie sie derzeit im Golf zum Einsatz kommt, existiert in der Arktis einfach nicht. Dort müsste man im Ernstfall ein halbes Jahr warten, bis die Eisdecke geschmolzen ist, um das ausgetretene Öl entfernen zu können,” so Lutter weiter. Ohne ein detailliertes Sicherheitskonzept, wie im Katastrophenfall das Ökosystem der Arktis geschützt werden könne, sollten nach WWF-Ansicht keine Bohrungen in arktischen Gewässern begonnen werden.

Wie Ölkatastrophe im Golf vom Mexiko beweise, sind Offshore-Förderungen auch mit modernster Technik mit unkalkulierbarem Risiko verbunden. “Sicherheit und Risikominimierung müssen erstes politisches Leitprinzip bei der Erteilung von Lizenzen zur Öl- und Gasforderung auf See werden,” so Lutter weiter. Auch die derzeit geplanten Bohrungen westlich von Irland und Schottland, den Färöer Inseln, und in der Barentssee stellen ein Risiko für die europäischen Meere und Küsten dar.

Quelle: Offenes-Presseportal

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Empörung über Uneinsichtigkeit der US-Streitkräfte – Tierschutzbund schaltet Botschafter ein

Dienstag, 25. Mai 2010

Die US-Armee will weiter an ihrem Vorhaben festhalten, im Rahmen der Sanitätsausbildung ihrer Soldaten auf dem Truppenübungsplatz im oberpfälzischen Grafenwöhr Tiere schwer zu verletzen. Der Deutsche Tierschutzbund reagiert mit Entsetzen auf diese Nachricht. Nach der gestrigen Meldung der Regierung der Oberpfalz, dass der entsprechende Tierversuchsantrag des mit der Durchführung der Versuche beauftragten Privatunternehmens zurückgezogen worden sei, ist die Enttäuschung und das Unverständnis heute umso größer. Der Deutsche Tierschutzbund hatte nach Bekanntwerden der Versuchs-Pläne massiv protestiert und gefordert, die grausamen und unnötigen Experimente auf keinen Fall zu genehmigen. Nun hat der Verband an den amerikanischen Botschafter appelliert, von einer Fortführung des Versuchsvorhabens abzusehen.

Die US-Streitkräfte sehen die Verwendung von Tieren in der Sanitätsausbildung nach wie vor als wichtig und notwendig an. Dies hat der Deutsche Tierschutzbund auf Anfrage von der Sprecherin der US- Streitkräfte in Heidelberg erfahren. Man will die Genehmigung für das Versuchsvorhaben noch in diesem Jahr einholen. „Unsere schlimmsten Befürchtungen haben sich bestätigt. Es ist unfassbar, dass die öffentliche Ablehnung in der Bevölkerung einfach ignoriert wird“, so Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Wir haben nun den amerikanischen Botschafter aufgefordert, dafür Sorge zu tragen, dass die weiteren Vorhaben umgehend aufgegeben werden“,  so Apel weiter.

Noch für dieses Jahr ist auf dem Gelände der US Army Health Clinic in Grafenwöhr in der Oberpfalz ein Projekt geplant, bei dem Tieren schwere Verletzungen zugefügt werden sollen. US-Soldaten in der Sanitätsausbildung könnten so üben, wie Gefechtsverletzungen versorgt werden. Die Tiere sollen vorab betäubt und nach Abschluss der Versuche getötet werden. Die bayerische Staatskanzlei hatte Berichte bestätigt, dass ihr eine Anfrage zur Genehmigung solcher Tierversuche vorläge. Der Deutsche Tierschutzbund kritisierte dieses Vorgehen als grausam und fragwürdig. Aus medizinischer Sicht sind derartige Experimente völlig unnötig. Auch der Sanitätsdienst der deutschen Bundeswehr erklärte gegenüber dem Deutschen Tierschutzbund, dass zu Ausbildungszwecken in den eigenen Einrichtungen keine Tierversuche stattfinden. „Es gibt bereits eine Reihe von Alternativmethoden, um rettungsmedizinische Fähigkeiten tierversuchsfrei zu erlernen. Außerdem handelt es sich bei den geplanten Versuchen um einen klaren Verstoß gegen das deutsche Tierschutzgesetz. Die Pläne, die Versuche trotzdem durchzuführen, sind deshalb unbegreiflich“, sagt Tessy Lödermann, Vizepräsidentin des zum Deutschen Tierschutzbundes gehörigen Landesverbandes Bayern.

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

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BirdLife und NABU legen alarmierenden „Biodiversitäts-Report“ vor

Montag, 24. Mai 2010

Tschimpke: Wir brauchen einen Rettungsschirm für die biologische Vielfalt

Anlässlich des Internationalen Tages der biologischen Vielfalt (22.5.) hat BirdLife International eine mit seinen europäischen Partnerverbänden wie dem NABU erarbeitete Biodiversitäts-Studie vorgestellt. Darin werden die Ursachen analysiert, warum es der Staatengemeinschaft nicht gelungen ist, das Artensterben bis 2010 zu stoppen. Aber es werden in dem 24 Seiten starken Report auch -  unter anderem anhand von Fallbeispielen zum erfolgreichen Schutz verschiedener Arten – konkrete Vorschläge zur Rettung der biologischen Vielfalt gemacht.

Im Biodiversitäts-Vergleich der 27 EU-Staaten landete Deutschland unter dem Durchschnitt, besonders schlechte Werte erzielte es bei der Bestandssituation geschützter Lebensraumtypen und Arten, sowie aufgrund der weitgehend fehlenden Managementpläne für die Natura 2000-Schutzgebiete. „Nicht nur in Deutschland, in praktisch allen Mitgliedstaaten ist der Schutz der biologischen Vielfalt zu oft kurzsichtigen wirtschaftlichen Einzelinteressen zum Opfer gefallen, etwa in der Agrar-, Fischerei- und Infrastrukturpolitik“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Der NABU fordert die Europäische Union, Deutschland und die Bundesländer daher auf, endlich einen politischen und finanziellen Rettungsschirm für die biologische Vielfalt zu spannen, deren Verlust eine UN-Studie zum ökonomischen Wert der biologischen Vielfalt (TEEB) auf derzeit 50 Milliarden Euro und bis zu 14 Billionen Euro bis zum Jahr 2050 veranschlagt. „Die BirdLife-Analysen und die TEEB-Studie belegen, dass die Biodiversitätskrise mindestens so dramatisch ist wie die aktuelle Euro-Krise. Sie verlangt daher ebensolche Entschlossenheit im Handeln“, so NABU-Europadirektor Claus Mayr.

Erst Ende April hatten Wissenschaftler von BirdLife International und mehr als vierzig Instituten in der renommierten Fachzeitschrift „Science“ eine Studie veröffentlicht, die auch für die globale Ebene das vollständige Versagen der Politik beim Artenschutz belegt.

Untersuchungen zu Naturschutzaktivitäten der Bundesländer bestätigten das auch für Deutschland. Europa habe eigentlich wirksame gesetzliche Regelungen zum Schutz der biologischen Vielfalt. „Diese sind aber nur so gut, wie sie von Bund und Ländern umgesetzt werden. In Deutschland besteht noch erheblicher Nachholbedarf. Bei der Umsetzung der 2007 verabschiedeten nationalen Biodiversitätsstrategie steht die Ampel für die meisten Länder auf Rot“, so Mayr.

Quelle: NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.

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Rettungsnetz für Stiefelgeiß & Co.

Montag, 24. Mai 2010

Elbarn-Projekt schafft Zukunft für alte Nutztierrassen in Europa

Anlässlich des Internationalen Tags der Artenvielfalt drängt EuroNatur massiv darauf, den Schutz der an die vielfältigen Landschaften Europas angepassten Nutztierrassen zu intensivieren. “Europas alte Nutztierrassen sind geradezu eine Schatzkiste der Biodiversität. Doch jeden Monat stirbt derzeit eine davon aus. Schon heute bilden weltweit nur sehr wenige Rassen den Großteil des Nutztierbestandes. Dadurch wird der Genpool erheblich dezimiert und die Widerstandsfähigkeit sowie die Anpassungsfähigkeit der Nutztiere gegenüber Krankheiten und Änderungen der Lebensbedingungen nehmen ernsthaft ab”, mahnt Gabriel Schwaderer, Geschäftsführer der Naturschutzstiftung EuroNatur.

Jeder Einzelne kann mithelfen, diese Juwelen der landwirtschaftlichen Vielfalt zu schützen. Mittlerweile gibt es eine Webseite www.elbarn.org, die europaweit sämtliche Höfe vorstellt, die alte Nutztierrassen beherbergen. “Mit einem Besuch dieser sogenannten Archehöfe und dem Kauf der hochwertigen Produkte, die dort hergestellt werden, kann jeder dazu beitragen, Wollschwein, Stiefelgeis und Co eine Zukunft zu geben”, erläutert Elli Broxham, Programmkoordinatorin bei der Stiftung SAVE.

Die Website mit der öffentlich zugängliche Datenbank ist eines der Ergebnisse eines dreijährigen, von der Europäischen Union geförderten Projekts mit dem Namen ELBARN (“Europäisches Arche- und Rettungs-Netzwerk”, oder englisch “European Livestock Breeds Ark and Rescue Net”). Ziel des Projekts war es, bestehende Archehöfe und Einzelinitiativen in Europa miteinander zu vernetzen und so das Überleben der Einrichtungen langfristig zu sichern. Dieses ehrgeizige Ziel hat EuroNatur gemeinsam mit SAVE und zahlreichen Partnerorganisationen erreicht und damit einen wichtigen Meilenstein zum Erhalt der Biodiversität in Europa gesetzt.

Auch die Gründung und das Betreiben eines Archehofs wird in Zukunft erleichtert: Ein Handbuch (ELBARN-Guidelines) stellt für Viehhalter grundsätzliche Informationen zum Management von Archehöfen und wertvolle Tipps für das Marketing ihrer Produkte bereit. Für vier Teilregionen Europas haben EuroNatur und SAVE gemeinsam mit den Partnern an die Gebiete angepasste Leitfäden erarbeitet. Ein notwendiger Schritt, wie EuroNatur-Projektleiter Martin Schneider-Jacoby erklärt: “In Mitteleuropa gibt es bereits viele Archehöfe, aber gerade auf dem Balkan und in Osteuropa, benötigen wir dringend weitere Rettungsinseln. Gerade dort gibt es noch eine besonders hohe Artenvielfalt in der Landwirtschaft, die es dringend zu erhalten gilt. Durch das ELBARN Netzwerk bringen wir die wertvolle Erfahrung dahin, wo Unterstützung am nötigsten ist.”

Quelle: Offenes-Presseportal

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VIER PFOTEN protestiert gegen Postengeschacher zu Gunsten der Agrarindustrie

Montag, 24. Mai 2010

Der ehemalige niedersächsische Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen wird durch seine Nachfolgerin Astrid Grotelüschen ersetzt. Die neue Agrarministerin besitzt die zweitgrößte Putenbrüterei Deutschlands. Sie vertritt die Interessen großindustrieller Massentierhalter. VIER PFOTEN protestiert gegen die fragwürdige, einseitige Politik des Landes.

“Mit merkwürdigen Erlassen aus dem Hause Ehlen zu Gunsten von Massentierhaltungen war man ja schon vertraut, aber dies ist der Gipfel”, so Johanna Stadler, Geschäftsführerin von VIER PFOTEN. “Eine Landwirtschaftsministerin, die die zweitgrößte Putenbrüterei Deutschlands besitzt, wird reine Interessenvertretung für die Agrarindustrie machen” so Stadler.

Die Ernennung der eng mit der industriellen Tierhaltung verbundenen neuen Agrarministerin wird von VIER PFOTEN als Teil des Plans gesehen, mithilfe dessen hier versucht wird, die Entstehung neuer Agrarfabriken zu fördern. Ministerin Grotelüschen spricht sich beispielsweise für die Errichtung des geplanten Mega-Geflügelschlachtbetriebes in Wietze im Landkreis Celle aus. Damit verbunden ist der Bau von 450 neuen Hühnermastställen in der Region.

“Die Proteste zahlreicher Bürgerinitiativen gegen den geplanten Hühnerhighway an der A7 interessieren die Ministerin offenbar wenig. Auch die damit verbundenen Tier- und Umweltschutzprobleme lassen sie scheinbar kalt”, so Stadler. Masthühner werden in nur 32 Tagen Turbomast zu schlachtreifen Krüppeln: 75% der Tiere können zum Ende der Mast hin nicht mehr richtig laufen, viele sterben durch plötzlichen Herztod. Schuld daran ist die einseitige Zucht auf schnellen Fleischansatz, verbunden mit Engaufstallung und intensivster Fütterung. Die Schlachtung der Tiere geschieht in Akkordarbeit, was zu massiven Tierschutzproblemen führt.

“Großindustrielle Massentierhaltungen zu fördern ist ebenso unverantwortlich wie die zweifelhaften Methoden, mit denen hier Politik betrieben wird. Die Ernennung der neuen Agrarministerin als Lobby-Vertreterin ist der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Wir fordern das niedersächsische Landwirtschaftsministerium auf, Stellung zum Postengeschacher zu Gunsten der Agrarindustrie zu beziehen”, so Stadler abschließend.

Quelle: Offenes-Presseportal

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Shirin Ebadi mit Internationalem Demokratiepreis Bonn ausgezeichnet

Montag, 24. Mai 2010

Iranische Friedensnobelpreisträgerin zweite Trägerin des Preises

Die iranische Anwältin, Menschenrechtlerin und Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi ist am Donnerstag (20. Mai) mit dem Internationalen Demokratiepreis Bonn ausgezeichnet worden. Der Vorsitzende des gleichnamigen Vereins, Deutsche Welle-Intendant Erik Bettermann, überreichte ihr bei einem Festakt im ehemaligen Ballhaus La Redoute in Bonn die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung. Die Laudatio auf die Preisträgerin hielt vor rund 250 Gästen aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Medien der Staatsminister im Auswärtigen Amt Werner Hoyer, MdB.

“Shirin Ebadi kämpft seit vielen Jahren unerschrocken dafür, dass in Iran die verfassungsrechtlich verbürgten Rechte auch tatsächlich eingehalten werden, insbesondere die Rechte von Frauen und Kindern”, begründete Bettermann die Entscheidung der Jury. “Seit den Präsidentschaftswahlen 2009 und den anschließenden innenpolitischen Auseinandersetzungen ist die Friedensnobelpreisträgerin immer wieder Einschüchterungsversuchen ausgesetzt. Der Verein Internationaler Demokratiepreis Bonn will mit der Preisverleihung Shirin Ebadi persönlich auszeichnen, angesichts einer sich zuspitzenden innenpolitischen Auseinandersetzung aber auch Solidarität mit der Demokratiebewegung im Iran zeigen.”

Shirin Ebadi sagte in ihrer Dankesrede: “Dieser Preis gehört all den Menschen und Gruppen in Iran, die in den zurückliegenden Jahren für die Demokratie gekämpft und dabei kein Opfer gescheut haben. Die Grüne Bewegung ist eine demokratische, also keine ideologische Bewegung. Sie vereint Menschen mit unterschiedlichen Auffassungen und Neigungen. Zum ersten Mal schlossen sich unterschiedliche iranische Gruppen zusammen, um gemeinsam Demokratie und Menschenrechte zu fordern – selbst wenn sie dafür mit ihrem Leben und ihrer Freiheit bezahlen müssten. Wenn sich ein Volk so einig und aufopfernd für die Demokratie einsetzt, wird es unbedingt siegen.” Der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Werner Hoyer, hob in seiner Laudatio hervor: “Mir imponiert Ihre Entschlossenheit, für die Frauen und Kinder, aber auch die Männer in ihrem Land einzustehen. Mir imponiert Ihr Mut, nie aufzugeben, wenn man Ihnen Steine in den Weg legt. Wie verständlich wäre es, wenn Sie angesichts all der Schwierigkeiten, die man Ihnen nicht erspart hat, verbittert aufgegeben hätten. Aber Sie haben nie zugelassen, dass aus Querschlägen Rückschläge wurden. Dafür möchte ich Ihnen danken.” Der Bonner Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch unterstrich, Shirin Ebadi gehöre “zu den Menschen, die in ihrer Gesellschaft Verantwortung übernehmen”. Er mahnte, “die Konflikte im Iran nicht auf den Atomstreit zu reduzieren”. Als deutsche UNO-Stadt engagiere sich Bonn heute “für die Förderung von Demokratie und Freiheit, für Menschenrechte und eine sozial gerechte, nachhaltige Entwicklung in der Welt”.

NRW-Integrationsminister Armin Laschet sagte bei einem feierlichen Essen zu Ehren der Preisträgerin, Shirin Ebadi mache deutlich, “dass der Iran mehr ist und mehr sein kann als ein autokratisches Herrschaftssystem, mehr als ein Land, in dem Unfreiheit und Unterdrückung herrschen”. Die Friedensnobelpreisträgerin erinnere die Menschen im Westen daran, “dass Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte ganz und gar nicht selbstverständlich, sondern überaus kostbar sind”.

Erster Preisträger war 2009 der frühere tschechische Staatspräsident Václav Havel gewesen, der für sein Lebenswerk gewürdigt wurde. Der Internationale Demokratiepreis Bonn wird mindestens alle zwei Jahre verliehen. Ausgezeichnet wird eine natürliche oder juristische Person, die sich um die Demokratisierung und Menschenrechte in ihrem Land in herausragender Weise verdient gemacht hat. Der Internationale Demokratiepreis Bonn hat zum Ziel, eine Brücke zwischen den erfolgreichen Erfahrungen der Bundesrepublik Deutschland und internationalen Entwicklungen der Demokratisierung zu schlagen.

Der Preis wird in Form einer Glasskulptur verliehen. Diese wurde von Studenten des Staatlichen Berufskollegs Glas-Keramik-Gestaltung des Landes NRW entworfen und hergestellt.

Bereits am heutigen Vormittag (20. Mai) war im Bonner Museum Koenig der von der Bundeszentrale für politische Bildung ausgerichtete Jugenddemokratiepreis vergeben worden. Der Preis wird an ein Projekt vergeben, das sich in herausragender Weise für mehr Demokratie oder aktive Partizipation junger Bürger in Europa einsetzt.

Quelle: Offenes-Presseportal

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Mega-Staudämme im Amazonas gefährden unkontaktierte Indigene

Donnerstag, 20. Mai 2010

Zwei Mega-Staudämme werden im brasilianischen Teil des Amazonas errichtet und drohen, mehrere Gruppen unkontaktierter Indigener zu vernichten. Der Santo Antonio und der Jirau Damm werden entlang des Madeira Flusses gebaut, in unmittelbarer Nähe eines Gebietes isoliert lebender indigener Völker, die nichts darüber wissen, dass viel von ihrem Land zerstört werden könnte.

Eine Forschungsreise der FUNAI – der brasilianischen Behörde für indigene Angelegenheiten – bestätigte kürzlich, dass in dem betroffenen Gebiet unkontaktierte Indigene leben und jagen.

Mindestens vier Gruppen isoliert lebender Indigener sind in dem Gebiet des Staudamm-Projektes beheimatet. Zwei dieser Gruppen sind bekannt als die Mujica Nava und die unkontaktierten Jacareuba / Katawixi.

Für das Staudamm-Projekt werden neue Straßen gebaut und die Zahl der Einwanderer in dem Gebiet wird stark ansteigen, wodurch der Wald der Indigenen zerstört wird.

Die Einwanderer schleppen zudem Krankheiten wie Grippe und Masern ein, gegen welche die isolierten Indigenen kaum Abwehrkräfte besitzen. Jede Art von Kontakt zwischen Unkontaktierten und Außenstehenden ist extrem gefährlich für die Gesundheit der Indigenen und kann zum Tod vieler führen, wie es bereits häufig in der Vergangenheit passiert ist.

FUNAIs Bericht führt an, dass der Lärm des Baus der Dämme höchstwahrscheinlich bereits einige unkontaktierte Indigene von ihrem Land in ein Gebiet vertrieben hat, in dem illegale Minenarbeiter tätig, und Malaria und Hepatitis weit verbreitet sind.

Neben der Bedrohung der unkontaktierten Indigenen beeinträchtigen die Dämme auch eine Vielzahl von anderen indigenen Völkern in der Region. Sie wurden vor dem Beginn des Dammbaus nicht angemessen konsultiert. Domingos Parintintin vom Volk der Parintintin sagte: „Unser Land ist noch unberührt. Wir hoffen, dass das Projekt nicht fortgeführt wird, weil unsere Kinder diejenigen sind, die leiden werden. Es wird nicht mehr genügend Fische oder Tiere für uns zum Jagen geben.“

Das französische Unternehmen GDF Suez, im Teilbesitz der französischen Regierung, ist für den Bau des Jirau Damms zuständig. Eine Vereinigung von NROs bestehend aus Survival International, Kaninde, Amigos da Terra-Amazonia Brasileira, International Rivers und Amazon Watch hat sich mit Protesten an die brasilianischen Behörden und das Unternehmen GDF Suez gewandt und fordert den umgehenden Baustopp der Dämme.

Als kürzlich ein Aktionär von GDF Suez auf der Hauptversammlung des Unternehmens den Präsidenten, Gérard Mestrallet, zu den unkontaktierten Indigenen in der Nähe des Jirau Damms befragte, antwortete dieser, dass Präsident Lula den Damm unterstützt und, „wenn einer weiß, was gut für die brasilianische Bevölkerung ist und gleichzeitig den Schutz der lokalen indigenen Bevölkerung berücksichtigt, dann ist es Präsident Lula“.

Der Sprecher der Kayapó Indigenen, Megaron Txucarramãe, sagte kürzlich, dass „Lula sich selbst als größten Feind der Indigenen offenbart hat“, weil dieser den Bau des umstrittenen Belo Monte Damms am Xingu Fluss trotz großer Proteste weiterverfolgt.

Survivals Direktor Stephen Corry sagte heute: „Wenn der Bau des Santo Antonio und des Jirau Damms nicht eingestellt wird, werden viele Indigene zusehen müssen, wie in ihr Land eingedrungen wird und die natürlichen Ressourcen geplündert werden. Unkontaktierte Völker könnten dezimiert oder gar ausgelöscht werden. Die brasilianische Regierung wird für solch eine Katastrophe verantwortlich gemacht werden.“

Quelle: fair-NEWS.de

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Erfolgreicher Protest: US-Militär zieht Tierverstümmelungs-Pläne zurück

Donnerstag, 20. Mai 2010

Auf dem Truppenübungsplatz der US-Armee im oberpfälzischen Grafenwöhr sollten im Rahmen der Sanitätsausbildung Tiere schwer verletzt werden. Erfreut und erleichtert reagiert der Deutsche Tierschutzbund auf die Bekanntmachung der Regierung der Oberpfalz dazu. Diese teilte heute mit, dass der entsprechende Tierversuchsantrag des mit der Durchführung der Versuche beauftragten Privatunternehmens zurückgezogen worden sei. Der Deutsche Tierschutzbund hatte die geplanten Versuche als klaren Verstoß gegen das Tierschutzgesetz eingestuft und gefordert, die grausamen und unnötigen Experimente auf keinen Fall zu genehmigen: mit Erfolg.

Nachdem der Deutsche Tierschutzbund die Öffentlichkeit informiert hat, erreichten den Verband viele Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern aus ganz Deutschland zu den Plänen des US-Militärs. „Unser Protest hat Erfolg gehabt. Die Reaktionen aus der Bevölkerung zeigen uns, dass es in der Gesellschaft kein Verständnis für derartige Planspiele gibt“, so Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Die bayerische Staatskanzlei hatte bestätigt, dass ihr eine Anfrage zur Genehmigung vorläge: Noch für dieses Jahr war auf dem Gelände der US Army Health Clinic in Grafenwöhr in der Oberpfalz ein Projekt geplant, bei dem Tieren schwere Verletzungen zugefügt werden sollten. Ziel: US-Soldaten, die sich in der Sanitätsausbildung befinden, sollten üben, wie Gefechtsverletzungen versorgt werden. Die Tiere sollten vorab betäubt und nach Abschluss der Versuche getötet werden. Dieses Vorgehen wäre nicht nur aus Sicht des Tierschutzes grausam und fragwürdig gewesen, auch aus medizinischer Sicht sind derartige Experimente völlig unnötig. „Es ist unfassbar, dass hier Tiere verstümmelt und getötet werden sollten, obwohl es bereits eine Reihe von Alternativmethoden gibt, um rettungsmedizinische Fähigkeiten tierversuchsfrei zu erlernen“, sagt Tessy Lödermann, Vizepräsidentin des zum Deutschen Tierschutzbund gehörigen Landesverbandes Bayern. „Wir sind erleichtert, dass diese irrwitzigen Ideen vom Tisch sind. Wir werden aber gemeinsam mit unserem Dachverband, dem Deutschen Tierschutzbund, im Auge behalten, ob nicht nach einer gewissen Schamfrist dieses Projekt wieder aufgegriffen wird“, so Lödermann weiter.

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

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NABU: Schwarz-Gelb rechnet Flächenverbrauch schön

Donnerstag, 20. Mai 2010

Miller: Ramsauer trickst bei Verkehrs- und Siedlungsflächen

Der NABU hat der Bundesregierung Trickserei bei der Berechnung von Verkehrs- und Siedlungsflächen vorgeworfen. „Die von Bundesverkehrsminister Ramsauer angekündigte Neudefinition des Verbrauchs von Flächen für Straßen und Bauten ist eine Schönrechnerei“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.
Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung entlarve den Versuch von Schwarz-Gelb, das 30-Hektar-Ziel auszuhöhlen.

„Wer Erholungsflächen oder öffentliches Grün nicht zur Siedlungsfläche zählt, rechnet sich das Problem des Landschaftsverbrauchs einfach schön.
Der Sinn und Zweck des Flächensparziels besteht ja gerade darin, die weitere Zersiedlung und die Ausdehnung der Städte und Siedlungen zu begrenzen und die Innenentwicklung zu unterstützen. Die Verharmlosung der Flächeninanspruchnahme durch eine Unterscheidung zwischen ‚guten‘ Grünflächen und ‚schlechten‘ versiegelten Flächen fördert hingegen nur die Zersiedlung, Außenentwicklung und allzu lockere Bebauung“, kritisierte der NABU-Experte für nachhaltige Siedlungsentwicklung, Ulrich Kriese.

Der NABU durchschaue die Bundesregierung, wenn diese im Koalitionsvertrag schon davon spricht, „das Flächeninanspruchnahmeziel im Sinne größtmöglicher ökologischer Wirksamkeit neu (zu) definieren“.
Die von Ramsauer angestrebte Neudefinition der Flächeninanspruchnahme durch Verkehrs- und Siedlungsflächen würde einen großen Teil des Landschaftsverbrauchs nicht mehr als solchen anerkennen. So soll sich die Flächeninanspruchnahme „stärker an der tatsächlichen Zerschneidung oder Versiegelung von Lebensräumen orientieren“. Die Bundesregierung möchte etwa unversiegelte oder teilversiegelte Flächen im Siedlungsbereich (Hausgärten, Abstandsgrünflächen, öffentliche
Grünflächen) aus der Siedlungs- und Verkehrsfläche heraus rechnen, obwohl auch diese Flächen zum Landschaftsverbrauch maßgeblich beitragen.

Anstelle von Rechentricksereien sollte die Bundesregierung endlich gesetzliche Maßnahmen zu einer effektiven Reduzierung des Landschaftsverbrauchs ergreifen. Hierzu zählen nach Auffassung des NABU unter anderem eine umfassende Grundsteuerreform, eine Reform der Bauförderung (einschließlich „Bau-Riester“) und der Grunderwerbsteuer, eine Abschaffung der Entfernungspauschale und andere finanzielle Anreize zu einem Flächen sparenden, die Innenentwicklung fördernden Verhalten der Städte und Gemeinden wie auch der einzelnen Haushalte und Unternehmen.

Quelle: NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.

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