Archiv für September 2011

Protest gegen das Abschlachten von gezüchteten Affen auf Mauritius

Mittwoch, 21. September 2011

Tausende von vollkommen gesunden Affen, die auf Mauritius von der Firma Noveprim Ltd. für Tierversuchslabore gezüchtet wurden, sollen aus rein wirtschaftlichen Erwägungen getötet werden. Die Firma gibt die Verkleinerung des Unternehmens als Grund für die Massentötung an, wie unsere britische Partnerorganisation BUAV herausgefunden hat. Der Deutsche Tierschutzbund protestiert aufs Schärfste gegen diese Pläne. Das Missmanagement der Firma, bei dem offensichtlich den Bedarf an Versuchsaffen falsch eingeschätzt wurde, darf jetzt nicht dazu führen, dass Tausende von Affen vernichtet werden.

Bis ins Jahr 2012 hinein sollen laut der britischen „Sunday Express“ monatlich 400 Affen in den Anlagen von Noveprim Ltd. getötet werden. Noveprim liefert im großen Stil Versuchsaffen in Labore in der ganzen Welt – auch nach Deutschland – und gehört zum britisch-amerikanischen Covance-Konzern. Dessen deutsche Niederlassung in Münster, die Medikamententests im Auftrag der Pharmaindustrie durchführt, war im Jahr 2003 aufgrund von Videoaufnahmen, die den grausamen und zynischen Umgang mit Affen belegten, in die Schlagzeilen geraten. „Es ist schon eine Schande, dass diese hoch intelligenten und sensiblen Tiere von der Pharmaindustrie und Wissenschaftlern für Forschungs- und Testzwecke missbraucht werden. Aber dass jetzt auch noch extra für diese Zwecke gezüchtete Tiere auf dem Müll landen sollen, schlägt dem Fass den Boden aus“, kritisiert Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Bei Filmrecherchen, die wir 2006 in Mauritius betrieben haben, habe ich das furchtbare Schicksal dieser Tiere hautnah mitbekommen. Sie werden auf grausame Weise von ihren Familien getrennt und überleben oft schon den Transport nicht“, so Apel.

Mauritius ist einer der größten Versuchsaffenproduzenten der Welt. Die Affen werden in der Wildnis gefangen und in Zuchtstationen vermehrt. Circa 10.000 Affen werden jährlich von dort rund um den Erdball in Labore zu Versuchszwecken transportiert – ein Milliardengeschäft. 60 Prozent der 2009 in die EU importierten Versuchsaffen stammten laut eigenen Angaben von Noveprim Ltd. In Deutschland werden über 2.000 Affen jährlich in Versuchen verwendet, viele dieser Affen stammen von Mauritius.

„Diese Massentötung an unseren nächsten Verwandten darf nicht stattfinden! Diese Affen gehören in die Freiheit“, so Apel abschließend. Der Deutsche Tierschutzbund protestiert beim Premierminister von Mauritius, Dr. Navinchandra Ramgoolam, und der Botschafterin von Mauritius in Deutschland, Mrs. S. Seeneevassen-Frers, gegen das geplante Massaker und fordert alle Tierfreunde auf, ihn dabei zu unterstützen.

Weitere Informationen, auch die BUAV-Reportage, finden Sie hier: http://www.tierschutzbund.de/versuchsaffen_importe.html

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

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Missstände bei der Terraristika in Hamm

Montag, 12. September 2011

Der Deutsche Tierschutzbund deckt erneut Missstände bei der Terraristika (10.9.) in Hamm auf. Wie in den vergangenen Jahren haben Kontrollen des Verbandes wieder zahlreiche Verstöße gegen die Tierbörsen-Leitlinien des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) ergeben: Kranke Tiere werden angeboten, die Behältnisse, meist kleine Plastikboxen, in denen Tiere aufbewahrt werden, sind unzureichend, der Stress für die Tiere ist enorm – Anbieter reisen aus Übersee und aus ganz Europa an. Darüber hinaus verleiten Mengenrabatte und Schnäppchen-Preise zu Spontankäufen. Der Deutsche Tierschutzbund rät davon ab, solche Börsen zu besuchen, oder Tiere unter solchen Umständen zu erwerben.

Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes: „Exoten gehören nicht in die Privathaltung. Und erst recht nicht auf so eine Massenveranstaltung, wo eine konsequente Kontrolle sowieso kaum möglich ist.“ Auch politisch ist die Forderung des Tierschutzbundes eindeutig: „Wir fordern ein Verbot für derartige Tiermärkte, zumindest muss aber sobald wie möglich eine bundesweit gültige Verordnung her. Veterinärbehörden könnten dann bei Regelverstößen besser eingreifen“, so Apel. Die zuständige Tierärztin für die Terraristika Hamm hat einen neuen Eilerlass der nordrhein-westfälischen Landesregierung noch nicht umgesetzt. Mit dem Erlass vom Juni 2011 erklärte das Bundesland die Tierbörsen-Leitlinien des BMELV für verbindlich. Der Deutsche Tierschutzbund wartet nun darauf, dass dieser als rechtlich bindend für den Veranstalter der Terraristika erklärt wird.

In Deutschland finden jährlich tausende Reptilien-, Fisch-, Vogel- und Kleintierbörsen statt. Der Deutsche Tierschutzbund beobachtet seit Jahren entsprechende Veranstaltungen. Zuletzt veröffentlichte der Verband gemeinsam mit Pro Wildlife eine Dokumentation über die Missstände auf Tierbörsen in 2010. Zu beobachten sind immer wieder die gleichen Probleme: Viele Wildfänge, kranke oder deutlich gestresste Tiere stehen zum Verkauf. Auch eine artgerechte Versorgung findet nicht statt. Die Besucher  schütteln die viel zu kleinen Plastikbehältnisse und nehmen die scheuen Tiere in die Hand. Darüber hinaus bieten die Behälter fast nie Rückzugsmöglichkeiten und sind oft unzureichend beschriftet. Die Terraristika wird von gewerblichen Händlern aus der ganzen Welt dominiert, von denen viele mit großen Tierzahlen von Börse zu Börse tingeln, wobei die Tiere oft wochenlang nicht aus den kleinen Boxen herauskommen. Ein Beratungsgespräch ist aufgrund der verschiedenen Nationalitäten oftmals unmöglich – Spontankäufe und unwissende zukünftige Halter sind die Folge.

Die Dokumentation zu den Missständen auf Tierbörsen 2010 steht zum Download bereit unter http://www.tierschutzbund.de/tierboersen.html

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

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World Save Bee Fund begrüßt Honig-Urteil des Europäischen Gerichtshofs als aktiven Bienenschutz

Donnerstag, 8. September 2011

Umweltorganisation fordert „Internationalen Tag zum Schutz der Biene“ am 14. September

Der World Save Bee Fund (WSBF) begrüßt ausdrücklich die Entscheidung des Europäischen Gerichtshof (EuGH) vom 6. September 2011. Danach führen selbst geringste Spuren von gentechnisch veränderten Organismen im Honig dazu, dass der Honig dem europäischen Gentechnikrecht unterliegt und ohne Sonderzulassung und Sicherheitsprüfung nicht in den Verkehr gebracht werden darf. Damit steht nun fest, dass die Imker Anspruch auf Entschädigung haben, wenn ihr Honig Spuren von gentechnsich veränderten Organismen, etwa dem Gen-Mais Mon 810, aufweist.

„Diese Entscheidung ist richtungsweisend für den Umgang mit der Gentechnik in der EU aber auch weltweit,“ sagt der Präsident des WSBF Rail Khismatullin. „Mit dieser Entscheidung werden Freilandversuche für gentechnisch veränderte Pflanzen und damit die nicht kalkulierbaren Risiken dieser Technologie endlich eingedämmt. Wir freuen uns für die vielen Imker in der EU, die nun gegenüber den Bauern ihre Rechte auf eine naturverträgliche Landwirtschaft für das Naturprodukt Honig durchsetzen können. Beide Seiten und die Bienen werden davon profitieren.“ so Khismatullin.

Für die Imker bedeutet dieses EuGH-Urteil Rechtssicherheit und für die Verbraucher die Durchsetzung ihrer Wünsche nach gentechnikfreien Lebensmitteln.

Bienen sind Bioindikatoren. Das weltweite Bienensterben hat seine Begründung auch im stetigen Verlangen nach mehr Wachstum und Effizienz in der Landwirtschaft. Die Ausbreitung von großflächigen Monokulturen und der Einsatz systemischer Pestizide, wie bei Mais, schwächen die Bienenvölker, weil Bienen auf eine biologische Vielfalt angewiesen sind.
Die verwendeten Neonicotinoide können Bienen nachweislich töten.
Da viele Bauern aus Effizienzgründen nicht auf eine Fruchtfolge in der Landwirtschaft setzen, sondern jedes Jahr wieder Mais auf derselben Fläche anbauen, können sich Schädlinge wie der Maiswurzelbohrer, der in der Wurzel der Pflanze überwintert, vermehren und verbreiten. Dagegen soll die gentechnisch veränderte Pflanze immun sein, sie soll den Schädling sogar töten. Jedoch haben Experten längst erkannt, dass der Schädling schon nach einem Jahr ohne Maisanbau kaum Überlebenschancen hat, also auf natürliche Weise absterben würde. Eine genetisch veränderte Maispflanze ist daher unnötig und dient nur dem Verkauf des mitgelieferten Pestizids! Der Wiederzulassung des Gen-Mais von Monsanto (MON 810) ist durch das aktuelle EuGH-Urteil ein kräftiger Riegel vorgeschoben. Freilandversuche mit Genmais und anderen genmanipulierten Pflanzen sollten der Vergangenheit angehören, weil sie unkalkulierbare Risiken bedeuten.

Um dem Thema „Bienenschutz und Bienensterben“ mehr Aufmerksamkeit zu geben, setzt sich der WSBF für einen Internationalen Tag zum Schutz der Biene am 14. September ein. „Die Russische Förderation unterstützt diesen Vorschlag bereits. Ich hoffe Deutschland wird ebenfalls bald folgen“, appelliert Khismatullin auf Unterstützung. Eine persönliche Stimmabgabe für den Bienenschutztag ist auch im Internet möglich, wo den interessierten Verbraucher viele Informationen rund um die Biene und ihre Nützlichkeit erwarten.

Quelle: World Save Bee Fund e.V. Deutschland

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