Archiv für die Kategorie „Armut“

CARE fordert Ende der Nahrungsmittelunsicherheit am Horn von Afrika

Dienstag, 17. Mai 2011

Bis zu zehn Millionen Menschen könnten Hunger leiden

CARE fordert die internationale Gemeinschaft auf, der anhaltenden Nahrungsmittelunsicherheit in Ländern am Horn von Afrika mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Acht Millionen Menschen in Dschibuti, Äthiopien, Kenia und Somalia sind von anhaltenden Dürren betroffen. „Es gibt viele Gründe für die anhaltende Nahrungsmittelunsicherheit am Horn von Afrika: Armut, soziale Ungerechtigkeit und Klimawandel tragen genauso dazu bei wie hohe Lebensmittel- und Energiepreise“, so Dr. Anton Markmiller, Hauptgeschäftsführer von CARE Deutschland-Luxemburg. Allein in Kenia stieg der Preis für Mais in den letzten drei Monaten um nahezu 30 Prozent. „Es muss unbedingt etwas geschehen, damit nicht noch mehr Menschen an Hunger sterben. Langfristig müssen die Gründe für immer wiederkehrende Hungerkrisen in Angriff genommen werden“, sagt Markmiller.

Trotz einer längeren Regenperiode im letzten Jahr konnten die betroffenen Menschen sich noch nicht von den Auswirkungen der Dürre vor zwei Jahren erholen. „Es ist leider auch zu erwarten, dass die Regenfälle dieses Jahr nicht ausreichen werden. Das könnte bedeuten, dass bis zu 10 Millionen Menschen am Horn von Afrika akuter Nahrungsmittelunsicherheit ausgesetzt sind.“

Auswirkungen der Dürre sind vermehrte Krankheitsausbrüche, schlechte Hygienebedingungen oder Ressourcenkonflikte. „Viele Kinder von pastoralistischen Familien werden aus der Schule genommen. Entweder, weil ihre Eltern das Schulgeld nicht mehr zahlen können oder weil sie fortziehen müssen, um besseres Weideland für ihr Vieh zu finden“, erklärt Markmiller.

In Somalia und Dschibuti wurde die Dürre bereits zur nationalen Katastrophe erklärt. Obwohl sich die Regierungen der betroffenen Länder bereits zur Krisenintervention eingeschaltet haben, wird sowohl kurz- als auch langfristig jedoch dringend internationale Unterstützung benötigt, vor allem um die strukturellen Gründe zu bewältigen. „Die betroffenen Menschen müssen dringend gestärkt werden, um sich besser an die veränderten Umstände anzupassen. Sie müssen in der Lage sein, sich selbst zu versorgen. Sie dürfen nicht dauerhaft auf Lebensmittelverteilungen angewiesen sein“, so Markmiller.

CARE unterstützt die Länder am Horn von Afrika durch die Bereitstellung von Wasser, Verbesserung der Hygienebedingungen, Errichtung von Sanitäranlagen und die Sicherung ihrer Existenzgrundlagen. Familien sollen in der Lage sein, längere Dürreperioden besser durchzustehen und die Auswirkungen der Nahrungsmittelunsicherheit auf sie zu minimieren.

Quelle: CARE Deutschland-Luxemburg e.V.

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Millenniumsgipfel in New York: CARE warnt vor Resignation

Donnerstag, 16. September 2010

Scharrenbroich: „Bundesregierung bricht die von ihr eingegangenen internationalen Verpflichtungen zur Erreichung der Millenniumsziele“

Fünf Jahre vor der Zielmarke des Jahres 2015, in dem die Millenniumsentwicklungsziele erreicht sein sollten, warnt die Hilfsorganisation CARE vor Resignation angesichts der langsamen Fortschritte im Kampf gegen Armut. „Die Millenniumsentwicklungsziele leiteten vor zehn Jahren einen Paradigmenwechsel ein. Denn erstmals wurden konkrete, zeitlich begrenzte Erfolgsindikatoren genannt, an denen sich die Staaten messen müssen“, erinnert der Vorstandsvorsitzende von CARE Deutschland-Luxemburg, Heribert Scharrenbroich. Gerade wegen der unzureichenden Fortschritte müssten die Anstrengungen jetzt verstärkt werden, sowohl bei der Mittelaufbringung wie bei der Mittelverwendung. „Denn im Falle eines Scheitern werden künftige Generationen ein scharfes Urteil über uns fällen“, mahnt Scharrenbroich.

Von der Bundesregierung forderte der CARE-Vorsitzende mehr Kohärenz zwischen den einzelnen Politikressorts sowie die Verabschiedung eines nationalen Aktionsplans zur Erreichung der Ziele. „Auch wenn der Haushalt des Entwicklungshilfeministeriums von den Kürzungen verschont bleibt, ist es nicht akzeptabel, wenn die Bundesregierung den von der EU 2002 in Barcelona verabschiedeten Fahrplan zur Steigerung der Entwicklungshilfe wiederum nicht einhält. Dies ist ein Bruch der von ihr eingegangenen internationalen Verpflichtungen zur Erreichung der Millenniumsziele.“

Es gebe zu viele Akteure, die die Nichteinhaltung internationaler Zusagen mit Kritik an der Mittelverwendung glauben entschuldigen zu können, so Scharrenbroich. „Derartige Stimmen sollten sich lieber bei den Partnern in Entwicklungsländern, bei den Vereinten Nationen und den Entwicklungsagenturen dafür einsetzen, dass weniger Gelder in Verwaltungs- und Personalkosten oder gar in die Hände korrupter Regierungen fallen.“ So solle die EU-Kommission dafür Sorge tragen, dass strengere Kriterien bei der Gewährung von Budgethilfen angelegt werden, wie das die Bundesregierung für ihren Bereich angekündigt habe, ergänzt der CARE-Vorsitzende.

Am wenigsten Fortschritte wurden nach Auffassung von CARE im Bereich der Müttersterblichkeit (MDG 5) gemacht. Sie sollte bis 2015 um Dreiviertel gesenkt werden. Obwohl die Weltgesundheitsorganisation WHO heute meldet, dass die Todesfälle zurückgehen, sind weiter enorme Anstrengungen nötig. „Aber hier fehlt es offensichtlich an politischem Willen der noch zu oft männlich dominierten Eliten vieler Länder“, betont Scharrenbroich. 90 Prozent der Todesfälle bei Schwangerschaft und Geburt seien mit einfachen Mitteln zu verhindern. „Wir wissen aus erfolgreichen Projekten, was nötig ist: Mehr medizinisches Personal, Vorsorge während der Schwangerschaft und Begleitung der Geburt sowie Familienplanung und Beratung. Das ist kein Hexenwerk“, so Scharrenbroich.

Hintergrund: Vom 20. bis 22. September treffen sich die Staats- und Regierungschef der Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen zu einem Gipfeltreffen über die Millenniumsentwicklungsziele. Im Jahr 2000 verabschiedet, sehen die acht Ziele unter anderem eine Halbierung der Armut bis 2015 vor. Fünf Jahre vor Ende der Frist wird darüber beraten, wie die Ziele trotz magerer Zwischenergebnisse noch erreicht werden können.

Quelle: CARE Deutschland-Luxemburg e.V.

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Hungersnot in Westafrika: Hilfsorganisationen fordern stärkere Unterstützung für über 10 Millionen Betroffene

Montag, 12. Juli 2010

Zehn führende Hilfsorganisationen fordern eine deutlich stärkere humanitäre Unterstützung für die schwer von der Nahrungsmittelkrise betroffenen Bewohner der Sahelzone. Neben CARE beteiligen sich unter anderem Save the Children, ACF und Tearfund an dem Appell.

Im Zentrum der Krise steht der Niger, wo sieben Millionen Menschen, nahezu die Hälfte der Bevölkerung, nicht ausreichend zu essen hat. Weitere zwei Millionen Menschen im Tschad, und Hunderttausende in Mali, Mauretanien, in Teilen von Burkina Faso und im äußersten Norden von Nigeria leiden an Hunger. Jüngste Auswertungen zeigen, dass im Niger 17 Prozent der Kinder unter fünf Jahren akut unterernährt sind. Diese Zahl ist mehr als ein Drittel höher als im vergangenen Jahr.

Die Organisationen fordern ein politisches Engagement auf höchster Ebene, damit umgehend mehr finanzielle Mittel zur Linderung der größten Not bereitgestellt werden.  Insbesondere fordern die Organisationen die Vereinten Nationen (UN) auf, einen Beauftragten für die Krise zu ernennen, damit die Hilfsmaßnahmen aller beteiligten Länder beschleunigt werden. Zusätzlich solle mit den Regierungen der betroffenen Länder und der Geberstaaten verhandelt werden.

Obwohl seit sechs Monaten gewarnt wird, sind die bereitgestellten finanziellen Mittel bis jetzt nur dürftig und liegen knapp 107 Millionen US-Dollar hinter dem Ziel der UN. Die Hilfsorganisationen fordern daher die Industrienationen auf, ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen. Verzögerungen bei der Finanzierung haben dazu geführt, dass Nahrungsmittel erst spät gekauft und in den betroffenen Gebieten verteilt werden konnten. Im Niger beispielsweise starteten die Nahrungsmittelverteilungen des Welternährungsprogramms (WFP) zu spät und weniger Menschen erhielten dadurch Hilfe.

„Wir fanden eine Gruppe von fast 200 Familien in der Mitte der Wüste. Sie saßen fest, waren von ihrer sterbenden Rinderherde umgeben, und hatten nur noch Nahrungsmittel für weniger als drei Wochen“, sagte Stéphane Petitprez, Nothilfekoordinator von CARE im Niger. „Eine andere Familie hatte einen Konvoi mit fünf Kamelen auf einem Dreitagesmarsch zum Markt geschickt, um Hilfe zu holen. Sie schafften es nicht. Die Kamele starben auf dem Rückweg.“ Petiprez weiter: „Die Tiere sterben, und damit stirbt auch die Zukunft dieser Familien. Wir haben gewarnt, dass dies passieren würde. Die internationale Gemeinschaft muss jetzt handeln, damit die Situation sich nicht noch weiter verschärft.“

Dürre, Missernten, Schädlingsbefall, steigende Nahrungsmittelpreise und die chronische Armut in der Region haben dazu geführt, dass Nahrungsmittel knapp werden und das Weideland austrocknet. Die Menschen müssen ihre Heimat und ihre hungernden Tiere zurücklassen und ihre Habseligkeiten aufzugeben. Solche verzweifelten Maßnahmen zeigen nicht nur das Ausmaß der Krise, sondern untergraben auch die Bemühungen um langfristige Entwicklung, warnen die Hilfsorganisationen.

Der Niger, das ärmste Land der Welt, ist mit mehr als 7,1 Millionen Hilfsbedürftigen am schwersten betroffen. Fast eine halbe Millionen Kinder unter fünf Jahren sind akut mangelernährt. Ihnen drohen irreversible Gesundheitsschäden oder der Tod, wenn sie nicht schnell behandelt werden. Die Getreideernte ist um 30 Prozent gesunken, und das verfügbare Weideland, das besonders für die Viehzucht wichtig ist, liegt zu 60 Prozent unter den Bedürfnissen.

Im Tschad, einem Land, das zusätzlich von einem lang andauerndem Konflikt betroffen ist, leiden rund zwei Millionen Menschen unter der Nahrungsmittelknappheit. Es gibt Berichte von Frauen, die Samen von Ameisenhaufen essen. In einigen Gegenden sind 27 Prozent der Bevölkerung mangelernährt. Zudem sind Hunderttausende in Mali, Burkina Faso und im nördlichen Nigeria von der Krise betroffen.

Quelle: CARE Deutschland-Luxemburg e.V.

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ÄRZTE OHNE GRENZEN warnt vor Rückzug im Kampf gegen HIV/Aids

Donnerstag, 3. Juni 2010

Mit dem Bericht “No time to quit: HIV/Aids treatment gap widening in Africa” warnt ÄRZTE OHNE GRENZEN vor dem Rückzug der internationalen Gebergemeinschaft aus dem Kampf gegen HIV/Aids.

Der Bericht analysiert, wie sich der Rückzug der Geber in acht Ländern südlich der Sahara auswirkt. ÄRZTE OHNE GRENZEN hat in diesen Ländern aus erster Hand erfahren, wie unzureichende Finanzmittel den Kampf gegen Aids gefährden.

“Neun Millionen Menschen weltweit benötigen dringend eine Behandlung und haben immer noch keinen Zugang zu lebensrettenden Medikamenten. Es besteht die Gefahr, dass viele von ihnen in den nächsten Jahren sterben, wenn die erforderlichen Maßnahmen nicht getroffen werden. Der Rückzug der Geber droht, all die Erfolge zu untergraben, die in den letzten Jahren erzielt wurden”, sagt Mit Philips, Expertin für Gesundheitspolitik bei ÄRZTE OHNE GRENZEN und eine der Autorinnen des Berichts. “Wie können wir den Kampf auf halber Strecke aufgeben und so tun, als sei die Krise überwunden?”

Das US-amerikanische PEPFAR-Programm zur Bekämpfung von HIV/Aids hat die Ausgaben für HIV-Medikamente 2009 und 2010 gesenkt und sein Gesamtbudget eingefroren. Der Globale Fonds, die größte Finanzierungsorganisation im Kampf gegen HIV/Aids, sieht sich mit einem massiven Finanzierungsdefizit konfrontiert. In den Jahren 2009 und 2010 wurden bereits genehmigte Länderzuschüsse um 8 bis 12 Prozent reduziert. Ein entscheidendes Datum wird die Geberkonferenz des Globalen Fonds im Oktober in New York sein, wo die Geberländer ihre Finanzzusagen für die nächsten drei Jahre bekannt geben.

Die Kürzungen der Finanzmittel haben in Ländern wie Südafrika, Uganda und in der Demokratischen Republik Kongo unmittelbare Auswirkungen. In der Demokratischen Republik Kongo musste die Zahl neuer Patienten für eine antiretrovirale Therapie auf ein Sechstel reduziert werden.

Unterbrechungen und Verzögerungen der Medikamentenversorgung sind bereits Realität und könnten zur Regel werden, wenn nicht genügend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. ÄRZTE OHNE GRENZEN hat erst kürzlich Malawi, Simbabwe, die Demokratische Republik Kongo, Kenia und Uganda mit Notfall-Medikamenten unterstützt.

“HIV/Aids bleibt eine massive Krise und erfordert eine außergewöhnliche Antwort. ÄRZTE OHNE GRENZEN fordert daher ein nachhaltiges und erneuertes Engagement der Geber und der nationalen Regierungen im Kampf gegen HIV/Aids, so dass dieser verheerenden Krise angemessen begegnet werden kann”, sagt Mit Philips.

Quelle: Offenes-Presseportal

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CARE: Mit der UNO Nahrung für 1,5 Millionen Menschen im Niger

Donnerstag, 20. Mai 2010

Scharrenbroich: „Klimawandel ernster nehmen und bekämpfen“ / Flucht in die Städte

Das Welternährungsprogramm der UNO hat gemeinsam mit den nigrischen Behörden eine großangelegte Lebensmittelverteilung gestartet – einer der Partner ist die Hilfsorganisation CARE. Insgesamt werden in den kommenden Wochen 1,5 Millionen Menschen versorgt. Jeder fünfte Bewohner des westafrikanischen Landes ist von der immer bedrohlicher werdenden Nahrungskrise betroffen, deren Ursachen in den unzureichenden Regenfällen während der letzten Erntezeit liegen. Darauf hat CARE bereits mehrfach aufmerksam gemacht.

Viele Familien haben die täglichen Mahlzeiten reduziert oder mussten ihre Dörfer verlassen, weil es keine Nahrung mehr gibt. Das führt zu einer „Überforderung der Städte“, so CARE-Vorstandsvorsitzender Heribert Scharrenbroich. „Die Menschen werden gezwungen, ihre Heimat zu verlassen, wenn sie überleben wollen.“ Scharrenbroich weist erneut auf einen „Zusammenhang zwischen der Klimaveränderung und häufiger auftretenden Dürren“ hin: „Der Klimawandel wird in seinen Auswirkungen auf die Ärmsten der Armen immer noch nicht ernst genug genommen.“

CARE hat die Nahrungsverteilung in Toudoun Al-Hadjim begonnen, einem Dorf in der Region von Tahoua in Zentralniger. Dort sind mehr als 40 Prozent der Bevölkerung von der Nahrungsmittelkrise betroffen.

In den kommenden Tagen verteilt CARE 2.000 Tonnen Getreide an mehr als 18.000 Haushalte. Damit werden rund 126.000 Menschen in über 600 Dörfern erreicht. Die am meisten gefährdeten Haushalte erhalten zunächst je 100 Kilo Getreide für durchschnittlich sieben Familienmitglieder.

Quelle: CARE Deutschland-Luxemburg e.V.

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“Aids ist Herausforderung kirchlicher Entwicklungsarbeit”

Montag, 26. April 2010

EKD-Delegation traf Äthiopiens Staatspräsident Wolde-Giorgis

Eine Delegation des Evangelischen Entwicklungsdienstes (eed) und von “Brot für die Welt” ist am Montag, 12. April, in Addis Abeba vom Staatspräsidenten Äthiopiens, Girma Wolde-Giorgis, empfangen worden. Der Leiter der Delegation, der Bevollmächtigte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union, Prälat Bernhard Felmberg, berichtete über kirchliche Entwicklungsprojekte zur Ernährungssicherung, die in Äthiopien von den beiden kirchlichen Hilfswerken unterstützt werden.

Äthiopiens Staatspräsident Wolde-Giorgis würdigte das Engagement der evangelischen Kirche in seinem Land, insbesondere der äthiopischen lutherischen Mekane-Yesus-Kirche. Er gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass die zahlreichen Projekte zur Verbesserung der Lebenssituation gerade der ärmsten Bevölkerungsteile auch in Zukunft fortgesetzt werden. Im vergangenen Jahr haben Brot für die Welt und der Evangelische Entwicklungsdienst die Projekte äthiopischer Partnerorganisationen mit rund 3,7 Millionen Euro unterstützt. Damit ist Äthiopien ein Schwerpunktland kirchlicher Entwicklungszusammenarbeit in Afrika.

Die Stärke der kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit liege in ihrem integrativen Ansatz und in ihrer unmittelbaren Nähe zu den betroffenen Menschen, sagte Prälat Felmberg. In den Projekten zur ländlichen Entwicklung geht es um die Verbesserung der Ernährungssituation durch Ertragssteigerungen und Anbau neuer Früchte. Zugleich aber werden in diesen Projekten offensiv die Tradition der weiblichen Genitalverstümmelung bekämpft und Methoden der Familienplanung eingeführt. “Ich bin beeindruckt, mit welcher Überzeugungskraft die betroffenen Frauen und Männer von den Verbesserungen ihres Lebens berichtet haben”, sagte Felmberg gegenüber dem äthiopischen Staatspräsidenten.

Auch die weiter dramatisch steigende Zahl von HIV/Aids-Erkrankungen sei eine Herausforderung für kirchliche Entwicklungsarbeit, so Felmberg. Allein die Zahl der AIDS-Waisen in Äthiopien wird auf mehr als eine Million geschätzt. Armut, Unwissen, kulturelle Tabus und Geschlechterungerechtigkeit verschärften die Situation. Der äthiopische Präsident Girma Wolde-Giorgis, der selbst Vorsitzender der nationalen äthiopischen AIDS-Kommission ist, dankte der EKD für ihr langjähriges Engagement im Gesundheitsbereich. Bereits 1965 wurde der Bau des St. Pauls-Krankenhauses für arme Bevölkerungsschichten in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba von der evangelischen Kirche mitfinanziert.

Quelle: Offenes-Presseportal

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3 Monate nach dem Beben: „Haitianer nehmen Zukunft selbst in die Hand“

Freitag, 23. April 2010

CARE hat mehr als 310.000 Menschen erreicht / Sichere Unterkünfte dringend notwendig

„Drei Monate nach dem desaströsen Erdbeben in Haiti hat CARE mehr als 310.000 Menschen mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln, Zelten, Decken, Matratzen und Plastikplanen erreicht“, bilanziert Dr. Anton Markmiller, Hauptgeschäftsführer von CARE Deutschland-Luxemburg. „Die Top-Priorität ist es nun, die Betroffenen sicher vor der kommenden Regen- und Wirbelsturmzeit unterzubringen“, so Markmiller weiter. Dabei erarbeitet CARE innovative Unterkünfte, die schnell zu errichten sind und vor Regen und Sturm schützen. Zudem verteilt CARE Werkzeuge, damit die Menschen ihre Häuser selbst reparieren können. Markmiller: „Dabei gilt vor allem eines: Wir helfen den Haitianern, ihren Wiederaufbau selbst zu organisieren und durchzuführen.“

„Eine der großen Stärken von CARE ist es, die Selbsthilfekräfte der von Katastrophen betroffenen Menschen zu festigen“, so Markmiller. „Vertrauen in die eigene Kraft ist immer noch die beste Grundlage, das Leben zu gestalten.“ Die Überlebenden Haitis nehmen nun zusehends ihre Zukunft selbst in die Hand. Markmiller, der im März das vom Erdbeben zerstörte Land besuchte, sagt weiter: „Die Straßen sind voll mit bunten Trucks, die Baumaterial transportieren. Die Bürger organisieren sich in Komitees, um besser mit den Hilfsorganisationen zusammenzuarbeiten“. Aufgabe von CARE sei es, ihnen das notwendige Werkzeug und Wissen mit zu geben, mit dem sie ihr Land besser und nachhaltiger wieder aufbauen können.“ CAREs Fünf-Jahres-Plan zum Wiederaufbau Haitis basiert auf dem Prinzip, dass haitianische Familien und Gemeinden selbst am besten wissen, was sie dafür benötigen. „Wir müssen die Überlebenden stärken, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen und ihr Schicksal selbst zu bestimmen“, sagt Markmiller.

Die Geschichte einer Überlebenden
Tania wurde nach dem Erdbeben in Haiti vergewaltigt. Doch sie gibt nicht auf und kämpft für den Schutz anderer Mädchen.
Von Mildred Beliard

Tania* ist ein wunderschönes 17-jähriges Mädchen. Sie ist Schülerin, liebt es zu singen, zu tanzen und Musik zu hören, sowie zu schreiben – eine Künstlerin. Ihr Traum ist es, eine berühmte Sängerin wie Rihanna oder Ciara zu werden. Tania lebt weit entfernt von der Hektik der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince. In einer ruhigen Nachbarschaft, wo ein unbekanntes Gesicht direkt auffällt. Aber seit dem Erdbeben vom 12. Januar haben viele Menschen ihr Zuhause verlassen, und leben in Camps in der unmittelbaren Umgebung ihrer zerstörten Häuser. Menschen, die von weit her kommen. Aber auch bekannte Gesichter sind darunter, wie das des Freundes einer ihrer Freundinnen.

Seit dem Erdbeben gibt es in Tanias Nachbarschaft kein fließendes Wasser mehr. Tania, das älteste von vier Kindern, ist seitdem dafür verantwortlich, Wasser für die Familie zu besorgen. Das bedeutet, regelmäßig einen halben Kilometer entlang einer einsamen, vom Bäumen gesäumten Straße zu laufen. Am 7. Februar, zwischen halb sechs und sechs Uhr abends, als Tania gerade von der Wasserquelle zurück kommt, spürt sie plötzlich eine kalte Klinge in ihrem Nacken. Sie dreht sich um – und lächelt. Sie denkt, es sei ein Scherz, als sie den Mann wiedererkennt: Es ist der Freund ihrer Freundin. Tania grüßt ihn, und ist überrascht, als er nicht von seiner bedrohlichen Haltung ablässt. Stattdessen presst er die Machete weiter gegen ihren Hals. „Wenn du dich bewegst, oder schreist, dann werde ich dich in Stücke hacken“, sagt er zu ihr.

Niemand kam zu Hilfe
Schockiert schaut sie ein zweites Mal in das Gesicht des Mannes, der sie schon so oft auf seinem Motorrad nach Hause gefahren hatte. Sie wundert sich, was in seinem Kopf vorgeht. „Ich möchte es machen, und ich möchte es mit dir machen. Du lässt mich, oder ich töte dich!“, befiehlt er. Sie schaut sich um, aber es ist niemand zu sehen, der ihr zur Hilfe eilen kann. „Er zog mir mein Oberteil aus und band meine Handgelenke damit zusammen. Er hörte nicht auf, mich mit der flachen Seite seiner Machete zu schlagen. Bis ich zusammenbrach.“ Sie hält für einen Moment inne, ihre Augen sind voller Tränen. Ihre Lippen bibbern und sie hebt ihren Kopf, um ihre Tränen zu stoppen. „Ich weiß nicht mehr, was danach geschehen ist. Ich will es nicht mehr wissen. Nachdem er aufgestanden war, löste er die Knoten. Unter der Bedrohung seiner Machete zwang er mich, zu gehen. Um mich herum war es dunkel, also machte ich einen Sprung, um zu entkommen. Schlussendlich schaffte ich es, nach Hilfe zu schreien.“

Da Tania nicht nach Hause kommt, zieht ihre Mutter los, sie will ihre Tochter suchen. „Ich bin in die Arme meiner Mutter gefallen, und habe ihr erzählt, was geschehen war“, sagt Tania. Noch am selben Abend laufen beide zur Polizeistation und machen dort eine Aussage. „Der Polizeichef hat mich mehrere Male gebeten, nicht zu lügen. Ich sollte mir sicher sein, ob der Kerl mich wirklich vergewaltigt hatte. Nach meiner Aussage empfahl er mir, mich nicht zu waschen und am nächsten Morgen so schnell wie möglich zu einem Krankenhaus zu laufen. Dort solle ich einige Tests machen lassen, die wichtig seien, um den Täter zu überführen,“ erinnert sich Tania. „Er gratulierte mir überschwänglich dazu, eine Anzeige gegen meinen Vergewaltiger erstatten zu wollen.“

Die Eltern waren verärgert
„Danach musste ich beschämt nach Hause zurückkehren und mich meinen verärgerten Eltern stellen. Denn sie waren überrascht, kein Blut in meiner Unterhose gefunden zu haben. Mein Vater begann mich anzuschreien und warf mir vor, meine Unschuld schon vor der Vergewaltigung verloren zu haben. Das war alles, was ihm in diesem Moment wichtig war.“ Tania erzählt weiter: „Diese Nacht war ein richtiger Albtraum. Ich musste den Horror immer wieder durchleben. Und zusätzlich musste ich die Erfahrung machen, von den wenigen Menschen, die mich eigentlich in einer so schweren Zeit unterstützen sollten, zurückgewiesen zu werden. Jedes Mal, wenn ich die Augen schloss, spürte ich die Schneide der Machete in meinem Nacken, den heißen Atem meines Vergewaltigers, und sein Gewicht auf meinem Körper.“ Selbstzweifel packten sie: „Ich wollte mich selbst töten. Ich fühlte mich so schuldig! Warum habe ich nur diesen Weg genommen? Warum bin ich auf seine Grüße eingegangen? Ich hätte sein wahres Ich erkennen und ihn ignorieren müssen. Vielleicht habe ich ihn dazu ermutigt, in dem ich nett zu ihm gewesen bin?“

In dieser Nacht macht Tania kein Auge zu. Ihre Eltern auch nicht. Später erkennen sie, dass sie mit ihrem Verhalten ihrer Tochter nicht dabei helfen würden, die Peinigung und Schmach zu überleben. Die Mutter braucht Zeit, sich in die Lage ihrer Tochter zu versetzen und zu verstehen, was Tania durchmachen muss. Die Eltern begleiten sie, erst ins Krankenhaus, und dann zum Richter, um eine Anzeige zu erstatten. „Der Arzt, die Schwestern, jeder war sehr nett zu mir. Aber die Medizin! Das war eine andere Sache.“ Einen Monat lang muss Tania Medizin gegen eine mögliche Schwangerschaft und gegen jegliche Geschlechtskrankheit, die sie sich von ihrem Angreifer hätte holen können, einnehmen. Sie hat Übelkeit und Schwächeanfälle. Aber sie bleibt gesund.

Geld gegen Schande
Das Schwerste aber ist der Besuch der Eltern ihres Vergewaltigers. Sie kamen vorbei und boten ihr Geld – im Gegenzug sollte Tania den Richter beschwichtigen, gnädig mit ihrem Sohn zu sein. „Sie sagten, er wäre zu jung fürs Gefängnis. Sie gingen sogar soweit, mir zu befehlen, ich solle dem Richter erklären, es wäre nicht die Schuld ihres Sohnes gewesen“, sagt sie mit bitterer Ironie in ihrer Stimme. „Ich brauchte Zeit und die Unterstützung meiner Eltern, um zu verstehen, dass ich keine Schuld an dem Vorfall hatte. Ich dachte, ich wäre ein Einzelfall gewesen, aber im Krankenhaus waren noch viele andere Mädchen. Einige waren sogar jünger als ich, andere waren erwachsene Frauen.“

Tania erzählt weiter: „In diesem Moment begriff ich, warum der Polizeibeamte mich dazu aufgefordert hatte, Anzeige zu erstatten. Ich verspürte Zorn gegenüber den Frauen, die schon vor mir vergewaltigt worden waren, aber sich nicht bei der Polizei gemeldet hatten. Wegen ihnen hätte ich mein Leben verlieren können. Wegen ihnen wurde mir ein Teil meiner Jungend und meine Unschuld gestohlen.“

Schweigen verdammt andere
Tania wird Anzeige erstatten und vor Gericht ziehen, um sicherzustellen, dass kein anderes Mädchen jemals Opfer dieses Mannes wird. „Und das Geld, welches mir seine Eltern geboten haben? Na ja, sie können ja mal damit versuchen, die Zeit zurückzudrehen, um die Vergewaltigung zu verhindern“, erklärt die junge Künstlerin. „Jedes Mal, wenn eine vergewaltigte Frau schweigt und sich einschüchtern lässt, verdammt sie eine Schwester, eine Cousine, eine Freundin – mich – dazu, dass selbe Schicksal zu teilen. Sie lässt damit ein Monster frei auf der Straße rumlaufen. Ich möchte, dass meine Aussage ihnen hilft zu verstehen, dass sie nicht alleine sind, und dass sie sich noch mehr in Gefahr begeben, wenn sie nicht zur Polizei gehen.“

Tania ist Teil eines Kulturclubs, der sich seit dem Erdbeben am 12. Januar zu einem kleinen Unternehmen entwickelt hat. Sie hat dort eine Arbeitsstelle gefunden und verdient genug, um ihrer Familie auszuhelfen. Ihr Peiniger wurde verhaftet. Seitdem fühlt sie sich befreit von der Angst, die sie jedes Mal erzittern ließ, wenn sie alleine war. Trotz dieses Vorfalls hat sie den Kontakt zu ihren männlichen Klassenkameraden und Freunden nicht aufgegeben. Und sie hat sich ihren Stolz und ihre Würde bewahrt.

CARE leistet medizinische und psychologische Hilfe für misshandelte Frauen in Haiti.
Um die Sicherheit der Frauen in den Camps zu gewährleisten, haben CARE-Mitarbeiter geschützte Notunterkünfte sowie separate Latrinen und Waschgelegenheiten errichtet. Zusammen mit lokalen Partnerorganisationen wurden dort Medikamente zur Sofortbehandlung von vergewaltigten Frauen bereit gestellt. In allen Nothilfemaßnahmen in Haiti wird der besondere Bedarf und Schutz von Frauen integriert und umgesetzt.

In der ersten Hälfte des Jahres 2009 hat die Organisation SOFA (Solidarity Fanm Ayisyèn –Haitian Women’s Solidarity) 136 Fälle von Vergewaltigung in vier Departments (West, Southeast, Artibonite, Grande’ Anse) dokumentiert. Davon waren 68 Fälle Vergewaltigungen von Minderjährigen, drei haben in Schwangerschaften geendet, vier wurden von Wiederholungstätern verübt, 17 waren Gruppenvergewaltigungen, und fünf Fälle waren versuchte Vergewaltigungen.

* Der Name des Opfers wurde aus Diskretionsgründen geändert.

Quelle: CARE Deutschland-Luxemburg e.V.

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SOCIUS gegen ein generelles Bettelverbot in Wien

Sonntag, 11. April 2010

armut1SOCIUS spricht sich entschieden gegen ein generelles Bettelverbot in Wien und gegen die geplante Änderung des Wiener Landes-Sicherheitsgesetzes aus.

Aufgrund eines Initiativantrages soll heute der Wiener Landtag die Änderung des Wiener Landes-Sicherheitsgesetz beschließen, wonach in Hinkunft das Betteln in Wien generell verboten sein wird.

SOCIUS der Selbsthilfeverein gegen Armut und soziale Ausgrenzung spricht sich entschieden gegen die geplante Änderung des § 2 des Wiener Landes-Sicherheitsgesetzes und damit gegen ein generelles Bettelverbot für Wien aus.

Nach den bisherigen Bestimmungen, steht das Betteln in Wien schon unter Strafe, wenn es an einem öffentlichen Ort, in aufdringlicher oder aggressiver Weise, oder wenn es sich um organisiertes Betteln handelt oder um Betteln mit Kindern handelt.

Geplant wird neuerdings von der Wiener SPÖ Stadtregierung, dass auch das gewerbsmäßige Betteln verboten und unter Strafe gestellt werden soll.

Der Begriff der Gewerbsmäßigkeit gründet sich, mangels eigener Definition im Wiener Landes-Sicherheitsgesetz, auf die Bestimmung des § 70 StGB und würde bedeuten, dass damit generell jedes Betteln in Wien verboten ist.

Betteln ist eine typische Erscheinungsform der Armut in der Öffentlichkeit. Diese mit Verboten und Strafen bis zu 700 EUR zu bekämpfen sind menschenrechtswidrige Eingriffe in die Persönlichkeitsrechte von sozialen Randgruppen und stellen kein taugliches Mittel für eine effektive Bekämpfung der Armutsursachen dar.

Auch die Begründung des Initiativantrages, eingebracht von Martina Ludwig, Nurten Yilmaz, Silvia Rubik, Barbara Novak und Nicole Krotsch, welche ausschließlich auf generelle subjektive Feststellungen, wie …In letzter Zeit treten verstärkt Personen auf, die … oder … kommt es immer wieder zu Belästigungen … basieren, zeigen die soziale Verantwortung der Antragsteller gegenüber den benachteiligten Menschen in der Gesellschaft.

Für manche Menschen stellt das Betteln auf der Straße den einzig verbleibenden Ausweg dar, um sich vor dem vollständigen persönlichen Untergang zu retten. Für Kommunalpolitiker, mit Einkommen weit über der Armutsgefährdungsgrenze kaum vorstellbar, dennoch alltägliche, für die betroffenen Menschen zumeist bittere Realität.

Ein generelles Bettelverbot sind menschenrechtswidrige Eingriffe in Persönlichkeitsrechte von sozialen Randgruppen und stellen ein ernstes gesellschaftspolitisches Thema dar. Dieses sollte auch als solches behandelt und nicht für parteipolitische oder populistische Zwecke im Hinblick auf die kommende Gemeinderatswahl missbraucht werden.

Quelle: fair-NEWS.de

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Verein “Kinder in Haiti” bietet verwaisten Kindern nach dem Erdbeben ein sicheres Zuhause

Donnerstag, 28. Januar 2010

Unterstützung für zweites Waisenheim gesucht

Der Oldenburger Verein “Timoun an Ayiti – Kinder in Haiti” nimmt Waisenkinder aus Port-au-Prince auf. Seit zehn Jahren unterhält er ein Waisenhaus in Cap Haitien, der zweitgrößten Stadt des Landes. Derzeit bietet das Haus 23 Kindern ein Heim und damit ein Leben ohne Elend sowie die Chance auf eine bessere Zukunft. “Wir sind in der Lage, sieben Kinder aus Port-au-Prince aufzunehmen, die bei dem Erdbeben ihre Eltern verloren haben”, so Vereinsvorstand Ludger Kortmann. “Mit Unterstützung können wir in kurzer Zeit auch ein weiteres Heim als Zuhause für Erdbeben-Waisen gründen.” Das Waisenhaus wird ausschließlich durch Spenden aus der Öffentlichkeit finanziert und von der Stiftung Black Rain Group Foundation Zurich unterstützt.

“Die Weltpresse berichtet dieser Tage vermehrt davon, dass Haitianische Waisenkinder Gefahr laufen, Opfer von Menschenhändlern zu werden. Für uns besteht also dringender Handlungsbedarf”, so Kortmann besorgt. “Wir wollen schnellstmöglich Kinder aufnehmen und ihnen nach dem dramatischen Erdbeben ein sicheres Heim und die Möglichkeit geben, ihre traumatischen Erfahrungen langsam zu verarbeiten.”

In Eigeninitiative gründete der Verein “Timoun an Ayiti – Kinder in Haiti” im Jahr 2000 unter einheimischer und ausländischer Mithilfe das Kinderheim im Norden des Karibikstaates. Das angemietete Haus liegt in einer relativ sicheren Umgebung und in der Nähe von zwei guten Schulen. Für die betreuten Kinder übernimmt der Verein größtmögliche Verantwortung und alle anfallenden Kosten. Dazu gehören regelmäßiges, gesundes Essen, gute hygienische Verhältnisse, medizinische Versorgung, pädagogische Betreuung, Kleidung, eine sehr gute Schulbildung und mehr. Die Kinder des Waisenhauses haben gute Aussichten auf eine Berufsausbildung mit anschließendem Beschäftigungsverhältnis oder eine berufliche Verselbstständigung.

Das Waisenhaus im Norden Haitis wird ausschließlich durch Spenden aus der Öffentlichkeit finanziert und von der gemeinnützigen Stiftung Black Rain Group Foundation Zurich (www.blackraingroup.org) gefördert. Die Black Rain Group unterstützt humanitäre Projekte in Haiti; u.a. ein Hospital in Montrouis, das “Timoun an Ayiti”-Waisenhaus, ein Altenheim in Cap Haitien sowie die Errichtung weiterer solcher Einrichtungen.

Kortmann: “Je nachdem, welche Unterstützung wir erfahren, besteht auch die Möglichkeit, in der Nachbarschaft unseres Waisenhauses in kürzester Zeit ein weiteres Heim für verlassene Kinder aus Port-au-Prince zu gründen.”

Die Arbeit des Vereins “Timoun an Ayiti – Kinder in Haiti” kann mit Spenden unterstützt werden. Die Mittel kommen den Kindern direkt und ohne Abzüge zu. Der Pflegesatz pro Kind beträgt 2,10 Euro am Tag.

Spendenkonto
Kinder in Haiti
Konto: 00 04 96 66 43
BLZ: 28 09 06 33, Deutsche Apotheker- und Ärztebank

Quelle: fair-NEWS.de

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Die gravierenden Folgen von absoluter Armut in Entwicklungsländern

Dienstag, 27. Oktober 2009

Unterernährung
Weltweit leiden über 850 Millionen Menschen unter Hunger. Mehr als 95% davon leben in den Entwicklungsländern. Dort sterben etwa 30.000 Kinder pro Tag, bevor sie das fünfte Lebensjahr erreichen. [1] Die Hälfte von ihnen stirbt auf Grund von Unterernährung, oft auch mit bedingt durch die unzureichende Ernährung der eigenen Mutter. Der Protein- und Nährstoffmangel führt in der Regel zu einer Schwächung der inneren Organe einschließlich des Herz-Kreislaufsystems sowie des Immunsystems. Dadurch erhöht sich besonders bei Kindern die Gefahr tödlicher Infektionskrankheiten.

[1] Was ist Hunger? _ www.welthungerhilfe.de

Verminderte Lebenserwartung
In den Entwicklungsländern ist die Lebenserwartung in der Regel bedeutend kürzer als in den entwickelten Staaten. Afrika ist davon in besonderem Maße betroffen. So liegt zum Beispiel die durchschnittliche Lebenserwartung in Sambia nur noch bei 32,4 Jahren. Im Vergleich dazu beträgt die Lebenserwartung in Kanada, Norwegen, Frankreich oder Australien über 80 Jahre. Gerade in Afrika trägt auch die Armutskrankheit AIDS in hohem Maße zu diesen verheerenden Zahlen bei. Allein in Simbabwe sind 25% der Bevölkerung mit dem HI-Virus infiziert. [2] [3]

[2] Lebenserwartung in Teilen Afrikas unter 33 Jahre _ vista verde news _ www.vistaverde.de
[3] Wie Armut zu Aids führt _ www.aidsfocus.ch

Eingeschränkte kindliche Entwicklung
Mangelhafte Ernährung und eine ungenügende Gesundheitsvorsorge sind direkte Auswirkungen von Armut. Solche Lebensumstände wiederum beeinflussen die kindliche Entwicklung negativ. Geistige, soziale, motorische und emotionale Fähigkeiten entfalten sich nur unzureichend und machen die Kinder weniger leistungsfähig. Dies führt oft dazu, dass sie später weniger erfolgreich sind, deshalb ein schlechteres Einkommen erzielen und deshalb die eigenen Kinder auch nicht optimal versorgen können. Der Teufelskreislauf der Armut ist so nur schwer zu durchbrechen. Weltweit sind fast 220 Millionen Kinder unter fünf Jahren kognitiv eingeschränkt. Allein in Afrika sind über 60% der Kinder davon betroffen. [4]

[4] Studie: Armut beeinträchtigt die geistige Entwicklung von Kindern _ www.wissenschaft.de

Umweltzerstörung
Für die Gefährdung und Zerstörung natürlicher Lebensräume gibt es unterschiedliche Ursachen. In vielen Ländern der Erde ist jedoch auch Armut ein bedeutender Grund, den Schutz der Umwelt weiterhin zu vernachlässigen. Die Sorgen und Probleme und der alltägliche Überlebenskampf der Menschen lassen nachhaltiges Wirtschaften und Verhalten oft in den Hintergrund treten. Notwendige finanzielle Mittel für ökologisches Handeln stehen in armen Regionen oft nicht zur Verfügung oder werden von politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträgern aus purem Eigennutz oft bewusst nicht bereit gestellt. (s. Korruption)
Gleichzeitig sind Arme häufiger Opfer bei Umweltkatastrophen, weil ihnen weniger Lösungs- und Bewältigungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. In diesem Zusammenhang spricht man auch von einer umweltbezogenen Ungerechtigkeit.

Bürgerkriege
Bürgerkriege brechen in armen Ländern wesentlich häufiger aus als in reichen. Es gibt Statistiken, nach denen ein Einbruch des Wirtschaftswachstums um fünf Prozent die Wahrscheinlichkeit eines bewaffneten Konflikts um 50 Prozent ansteigen lässt. [5]

[5] Armut fördert Bürgerkriege _ www.welthungerhilfe.de

Korruption
Auf internationaler Ebene findet man die korruptesten Systeme in den Staaten, die besonders von Armut betroffen sind, also in Südamerika und Afrika. Hier hat sich ein regelrechter Teufelskreis aus Armut und Korruption gebildet. Dies hat zur Folge, dass oft teure, sinnlose Projekte, die umweltschädlich und unsozial sind, tatsächlich die besten Chancen haben, verwirklicht zu werden. Ein dichtgestricktes Netz aus Lobbyisten und Seilschaften realisiert gerne jene Vorhaben, die ihnen selbst am meisten nutzen. Natürlich sind auch global agierenden Firmen und Konzerne der entwickelten Länder in diesen Filz verstrickt, denn sie wollen ebenfalls von lukrativen Aufträgen und Geschäften in den Entwicklungsländern profitieren. Bis vor wenigen Jahren wurde Korruption noch ganz offen betrieben und war nach deutschem Recht sogar legal und steuerbegünstigt.
Auch bei Entwicklungshilfeprojekten, die vorwiegend aus Steuergeldern finanziert werden, versickert oft ein hoher Prozentsatz als „Korruptionsaufschlag“. Gleichzeitig werden Steuergelder eingesetzt, um in demselben Land die Korruption zu bekämpfen. Eine aberwitzige Verschwendung von Kapital zu Lasten der armen und notleidenden Menschen. [6]

[6] Transparency International _ www.transparency.org

Bildungsbenachteiligung
Es ist statistisch belegt, dass Menschen mit geringeren sozialen, finanziellen und kulturellen Mitteln geringere Bildungschancen besitzen. Diese Benachteiligung von Kindern und Erwachsenen wird oft systembedingt noch verstärkt durch die Tatsache, dass das öffentliche Schulwesen in vielen Ländern schlecht und unterfinanziert ist. Während die Mittel- und Oberschicht darauf reagieren und ihre Kinder auf kostenpflichtige Schulen schicken kann, haben die armen Bevölkerungs-schichten in der Regel kein Geld für solche Alternativen.
Auch hier trifft es wieder die Bewohner der ärmsten Länder in besonderem Maße. Im Jahre 2002 lebten 70% aller Analphabeten in nur neun Staaten, die zum größten Teil in Afrika südlich der Sahara und Südostasien liegen. [7]

[7] EFA Global Monitoring Report _ www.globalmarch.de

Überbevölkerung
Der Begriff „Überbevölkerung“ ist nicht eindeutig. Für einen Tatbestand der Überbevölkerung gibt es verschiedene Maßstäbe. Sie kann sowohl global als auch regional und lokal bestehen. Neben der Tragfähigkeit eines bestimmten Raumes oder der ganzen Welt, was die Dimension der Menschenmenge betrifft, setzt man diese oft auch in Bezug zu den herrschenden Lebensbedingungen oder dem Nahrungsangebot. Aber auch unter dem Aspekt der Wahrung bestimmter Lebensstandards lässt sich dieses Thema noch diskutieren.

Die Meinungen zur Bevölkerungstheorie sind äußerst kontrovers. Für einige ist Überbevölkerung ein zentrales Menschheitsproblem, aus dem unter anderem Armut resultiert. Für andere ist Armut eine der Ursachen von Überbevölkerung, denn sie führe zu einer hohen Geburtenrate, weil es keinen Zugang zu Verhütungsmitteln gibt oder Kinder als einzige Möglichkeit der Altersvorsorge gesehen werden. [8] Eine weitere Gruppe findet die ganze Betrachtungsweise menschenverachtend, denn sie sieht die Tragfähigkeit der Erde noch längst nicht erschöpft. Sie vermutet die Probleme eher auf der Ebene von politischen Fehlleistungen.

Mittlerweile existiert auch die Theorie, dass es für die Zahl der Menschen auf der Erde eine flexible Grenze gibt. Diese lässt sich durch Innovationen und neue technische Möglichkeiten positiv öffnen oder durch Umwelt- und Ressourcenzerstörung negativ enger schließen. In diesem Zusammenhang wird das Thema Überbevölkerung immer häufiger im Kontext der Nachhaltigkeit diskutiert.

[8] DSW-Info: Menschenrecht Familienplanung _ www.dsw-online.de

[ ] = Informationsquellen

Texte und redaktionelle Bearbeitung: Rolf Rötgers / playandhelp-Team

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