Archiv für die Kategorie „Frieden“

Afghanistan: Bildung unter Beschuss

Dienstag, 24. November 2009

CARE, Weltbank und Regierung präsentieren Studie / Mehr Engagement der Gemeinden und weniger sichtbare Einflussnahme von Regierung und Militär notwendig

Wenn Gemeinden sich bei der Bildung selbst engagieren und Regierung sowie Militär dabei wenig Einfluss nehmen, dann können sich Angriffe auf Schulen reduzieren. Zu dieser Schlussfolgerung kommt eine Studie, die CARE gemeinsam mit der afghanischen Regierung und der Weltbank heute veröffentlicht. Die Studie „Bildung unter Beschuss. Angriffe auf Bildungseinrichtungen in Afghanistan“ untersucht die Faktoren, die die Gefahr von Angriffen erhöhen und zeigt Maßnahmen auf, die das Risiko für Schülerinnen, Schüler und für das Lehrpersonal verringern können.

Die Angriffe auf Schulen sind ein alarmierender Trend in Afghanistan. Im Jahr 2008 gab es 670 Übergriffe auf Schulen, dabei wurden auch Lehrer und Schüler ermordet. Das afghanische Bildungsministerium gibt an, dass zwischen 2006 und 2007 insgesamt 230 Menschen bei Angriffen auf Schulen getötet wurden. “Hör auf, an dieser Mädchenschule zu unterrichten, oder Du wirst abgeschlachtet.“ Diese Nachricht erhielt der Direktor einer Mädchenschule in Logar, südlich von Kabul, als maskierte Männer ihn abends aus seinem Haus zerrten und zusammenschlugen.

Im Rahmen der Studie „Bildung unter Beschuss“ wurden über eintausend Menschen befragt, darunter Mitglieder lokaler shuras (Räte), Schuldirektoren, Lehrer, Eltern und Schüler. Auf der Basis dieser Interviews und einer Analyse der Daten zu Angriffen konnten die Autoren deutliche lokale Muster im Bezug auf die Gewalt feststellen und daraus wichtige Schlussfolgerungen ziehen.

Einige Schlüsselfaktoren, die das Risiko von Angriffen erhöhen:

-         Bildung von Mädchen. Die Unzufriedenheit darüber, dass Mädchen in die Schule gehen dürfen, ist der am häufigsten genannte Grund für Angriffe. Obwohl nur 19 Prozent aller Schulen in Afghanistan reine Mädchenschulen sind, gelten 40 Prozent der Angriffe ihnen.

-         Präsenz von internationalen Gebern und Streitkräften. Gemeinden wissen genau, wer die örtlichen Schulen finanziert. Besuche der Regionalen Aufbauteams (Provincial Reconstruction Teams, PRTs) und ihre finanzielle Unterstützung erhöhen das Risiko von Angriffen auf diese Schulen.

-         Fehlende Absprachen mit Gemeinden vor dem Bau einer Schule. Die Studie macht deutlich, dass diejenigen Schulen, die von Gemeinden ausdrücklich gewünscht waren, weniger häufig angegriffen werden. Wenn eine Gemeinde eine Schule selbst besitzt und verwaltet, dann kann sie diese Einrichtung auch besser schützen.

Die Studie zeigt auf, wie das Risiko von Angriffen gemindert werden kann. Der Schwerpunkt liegt dabei darauf, die Entscheidungsprozesse und die Einführung von Schutzmechanismen dezentral der Bezirks- und Gemeindeebene in die Hand zu geben. Die Gemeinden müssen dafür die nötige Unterstützung erhalten. Die Studie beinhaltet unter anderem folgende Empfehlungen:

-         Aufmerksamkeit dafür schaffen, wie wichtig Mädchenbildung ist. Starke Förderung von Schulbildung – vor allem für Mädchen – in lokalen Gemeinden kann dabei helfen, einen „Schutzschirm“ für Schulen zu bilden.

-         Vorbeugende Verhandlungen. Gemeindeälteste und Mitglieder der shura können in manchen Fällen vorbeugende Gespräche mit denjenigen Gruppen führen, die der Bildung gegenüber feindselig eingestellt sind. Verhandlungstraining und -unterstützung sowie andere Risiko mindernde Techniken müssen den Gemeinden zur Verfügung gestellt werden. So können sie selbst entscheiden, welche Strategien sie anwenden.

-         Polizeiregelungen für Schulen überarbeiten. Eine erhöhte Polizei- oder Militärpräsenz in der Nähe von Schulen muss nicht unbedingt Schutz bieten. In einigen Fällen kann sie sogar schädlich sein, weil in einigen Provinzen Sicherheitsbeamte selbst Ziel von Angriffen sind.

-         Die Einflussnahme von PRTs und Militär in Schulen beschränken. PRTs (Provincial Reconstruction Teams) sind kein notwendiger Akteur im Bildungssektor von Afghanistan. Das Geld, das derzeit durch PRTs für Bildungseinrichtungen ausgegeben wird, könnte direkt in nicht-militärische Finanzierungsmechanismen übergeben werden.

-         Schulen unauffällig bauen und platzieren. Schulen sollten nicht in Gebieten errichtet werden, wo sie ins Kreuzfeuer von Kämpfen kommen könnten. Die offene Erkennbarkeit von Schulen kann auch reduziert werden, um das Angriffsrisiko zu verringern.

„Ich habe gesehen, wie Gemeinden die Bildung, auch die von Mädchen, unterstützen und fördern, wenn sie selbst für die örtlichen Schulen und deren Sicherheit verantwortlich sind“, sagt Lex Kassenberg, Länderdirektor von CARE in Afghanistan. „Und wenn wir die Lage in Afghanistan heute wirklich verändern wollen, müssen wir dafür Sorge tragen, dass die ganze Bevölkerung Zugang zu Bildung bekommt, einschließlich der Mädchen. Dann können wir eine stabile Gesellschaft aufbauen, in der Armut und Gewalt keinen Platz haben.“

Quelle: www.care.de

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Vergessene Krisen im Fokus

Samstag, 19. September 2009

Am 2. Oktober um 19 Uhr findet die diesjährige Vernissage der Ausstellung „Luis Valtueña International Humanitarian Photographic Award“ zum Thema „Vergessene Krisen im Fokus“ statt. Die humanitäre Organisation Ärzte der Welt -Médecins du Monde zeigt die ausgezeichneten Werke des Fotowettbewerbs in der Berliner Urania am Wittenbergplatz. Interessierte können die 31 ausgewählten Fotografien internationaler Künstler vom 3. Oktober bis zum 31. Oktober kostenfrei anschauen.

Prof. Dr. med. Heinz-Jochen Zenker, Präsident Ärzte der Welt e.V., eröffnet neben Dirk Bleyer, Autor und Fotograf und anderen prominenten Gästen die Ausstellung.
281 Teilnehmer aus 42 Ländern haben 806 Fotografien eingereicht. Professor Zenker: „So eine starke Resonanz haben wir noch in keinem Jahr gehabt. Wir freuen uns, die 31 besten Arbeiten am 2. Oktober erstmals in Deutschland der Öffentlichkeit präsentieren zu können.“

Als Gewinner kürt die Jury dieses Jahr den aus Nordirland stammenden Fotojournalisten Andrew McConnell. Er spiegelt mit seiner eindringlichen Momentaufnahme die Situation der überfüllten Flüchtlingslager in Nord-Kivu wider. Im Laufe der letzten zehn Jahre sind 5,4 Millionen Menschen in der Demokratischen Republik Kongo umgekommen. Seit 2004 machen Kinder 47 Prozent der Opfer aus, in Folgen von Konflikten oder auf Grund von Krankheiten wie Malaria, Lungenentzündungen, Unterernährung und anderer normalerweise vermeidbaren Krankheiten. Professor Zenker: „Oberstes Leitprinzip unserer Organistation ist es, nicht nur Hilfe zu leisten, sondern auch Verstöße gegen Menschenrechte zu dokumentieren. Veranstaltungen wie unser Fotowettbewerb sind nötig, um gegen das Vergessen der Menschen vorzugehen.“

Namensgeber des Wettbewerbs und Fotograf Luis Valtueña kam 1997 als Mitglied von Médecins du Monde Spanien bei einem Einsatz in Ruanda ums Leben. Ihm und seinen Kolleginnen und Kollegen Mercedes Navarro, Flors Sirera und Manuel Madrazo widmet Ärzte der Welt -Médecins du Monde den 1998 gestifteten Preis.

Ärzte der Welt e.V. arbeitet seit 2000 als deutscher Zweig der internationalen humanitären Organisation Médecins du Monde. Unabhängig von ihrer Herkunft, behandeln und versorgen sie hilfsbedürftige Menschen in Krisensituationen wie Krieg und Gewalt, Naturkatastrophen, Krankheit, Armut und Ausgrenzung.

Quelle: openBroadcast
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Preisverleihung der INITIATIVE DO IT e.V. zu Gunsten des Hadassah Medical Center

Freitag, 18. September 2009

frieden1Das Hadassah Medical Center Jerusalem wurde am 02. Juli 2009 mit dem Preis „Frieden in Nah-Ost durch Medizin“ geehrt. Der Preis würdigt die herausragende Arbeit und das beeindruckende Engagement hinsichtlich der jüdisch-arabischen Zusammenarbeit der medizinischen Einrichtung.

Die Preisverleihung fand im Rahmen einer feierlichen Gala im Jüdischen Museum in München statt. Nach der offiziellen Begrüßung durch Dr. Charlotte Knobloch, Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland, und Ottmar Flach, Vorstandsvorsitzender der INITIATIVE DO IT e.V., dankte Prof. Dr. Dr. h.c. Thomas Ruzicka, Präsident von Hadassah Deutschland, für die Nominierung.

Die zahlreich geladenen Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik kamen, um dabei zu sein, als das Haddasah Medical Center den Preis „Frieden in Nah-Ost durch Medizin“ von der INITIATIVE DO IT e.V. feierlich überreicht bekam.

Das Haddasah Medical Center betreibt mit den Krankenhäusern am Mount Scopus und in Ein Kerem die weltbesten medizinischen Institutionen, die alle Patienten ohne Rücksicht auf Volkszugehörigkeit und Religion behandelt. Damit werden Brücken für Frieden, Menschlichkeit und Solidarität in der Region Nah-Ost gebaut. Die Hadassah Klinik hat weltweit einen exzellenten Ruf in Bezug auf Forschung, Heilung und medizinische Pflege. Für diese Arbeit sammelt die Hadassah Medical Organization weltweit Spenden.

In seiner Laudatio würdigte Peter Meyer, Vizepräsident des Bayerischen Landtages, das Wirken der Hadassah Medical Organization und Regine Sixt, Ehrenkomitee-Mitglied der Hadassah Deutschland, rief zu Spenden für die Organisation auf, die ohne Abzug den medizinischen Einrichtungen zu Gute kommen.

„Das Engagement für die jüdisch-arabische Zusammenarbeit ist ein Beispiel für die Welt, dass Hass und Misstrauen durch das Engagement überwunden werden können“, so Ottmar Flach, Vorstandsvorsitzender der INITIATIVE DO IT e.V.

Quelle: openBroadcast
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