Archiv für die Kategorie „Hilfsorganisationen“

CARE fordert mehr Mittel für Schulbildung im Flüchtlingslager Dadaab

Donnerstag, 11. August 2011

Markmiller: „Bildung ist der beste Schutz und die beste Vorsorge vor Armut und Gewalt“

Die Hilfsorganisation CARE fordert die Aufstockung von Mitteln für Grundschulbildung im Flüchtlingslager Dadaab im Norden Kenias. Nach Angaben der Vereinten Nationen von diesem Montag leben mittlerweile 399,346 Menschen im weltweit größten Flüchtlingslager. Von den nach heutigem Stand wahrscheinlich bereits über 400.000 in Dadaab lebenden Menschen, sind etwa 114.000 Kinder im Alter zwischen fünf und 13 Jahren. Nur 38 Prozent von ihnen können zur Schule gehen.

CARE bereitet derzeit die Aufstockung seiner bereits seit Jahren bestehenden Bildungsprojekte vor, um das Angebot zu verbessern und – vor allem langfristig – mehr Kinder zu erreichen. Während der Fokus vieler Geber in humanitären Krisen wie dieser auf lebensrettenden Maßnahmen wie Wasser, Nahrung und Unterkünfte liegt, wird die Schulbildung der Flüchtlingskinder häufig vernachlässigt. „Bildung ist aber kein Luxus oder ein ‚Extra’. In der Schule lernen die Kinder in einem sicheren Raum nicht nur Lesen und Schreiben, sondern auch, wie sie sich vor Gewalt und Krankheiten schützen können“, so Dr. Anton Markmiller, Hauptgeschäftsführer von CARE Deutschland-Luxemburg e.V., der sich in den vergangenen Tagen selbst vor Ort ein Bild von der Lage machen konnte.

Während im August die Schulen geschlossen sind, nutzt CARE die vorhandenen Räume, um neu angekommene Kinder in Intensivkursen zu betreuen. Diese Kinder sind zum Großteil noch nie in ihrem Leben zur Schule gegangen, und werden nun auf den Beginn des regulären Unterrichts im September vorbereitet. Etwa 1.100 Schülern konnten bereits an dem Programm teilnehmen. „Im September werden die Kapazitäten jedoch vollkommen erschöpft und überlastet sein“, erklärt Musa Dahir, zuständig für die Koordination der Schulprogramme in Dadaab. „Wir möchten natürlich so viele Kinder wie möglich aufnehmen. Aber wenn die Klassen überfüllt sind, leidet die Qualität des Unterrichts.“ CARE leitet momentan fünf Grundschulen in Dagahaley, einem der drei Camps in Dadaab, und kann damit mehr als 15.100 Kindern Unterricht anbieten. Außerdem bildet CARE erwachsene Flüchtlinge zu Lehrern aus und stattet sie mit Unterrichtsmaterial aus. Viele der Lehrer leben seit ihrer frühen Kindheit in Dadaab und sind selbst im Camp zur Schule gegangen.

CARE ist seit zwanzig Jahren in Dadaab tätig und hauptverantwortlich für die Bereiche Nahrung, Wasser und Bildung. Momentan treffen zwischen 1.000 und 1.500 Flüchtlinge täglich ein. Über 80 Prozent von ihnen sind Frauen und Kinder, die auf der Flucht häufig auch Opfer von Gewalt oder sexuellen Übergriffen wurden. CARE bietet daher neben der Verteilung von Nahrungsmitteln, Wasser und Nothilfeartikeln auch psychologische Betreuung an.

Quelle: CARE Deutschland-Luxemburg e.V.

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Drei Monate nach dem Erdbeben in Japan: CARE hilft weiterhin

Montag, 6. Juni 2011

„Lücken schließen, wo japanische Behörden gezielt unterstützt werden können“

Drei Monate nach der Dreifach-Katastrophe in Japan konzentriert sich die Hilfsorganisation CARE auf die gezielte Unterstützung von sozialen Einrichtungen in der besonders betroffenen Iwate-Präfektur im Norden des Pazifikstaates. Als am 11. März ein schweres Erdbeben und ein darauffolgender Tsunami schwere Zerstörung anrichteten, entschied sich der internationale Verbund der CARE-Familie, zu dem auch CARE Japan gehört, in dem Industriestaat selbst Hilfe zu leisten.

Zwar sind die japanischen Behörden und Bürger aufgrund der ständigen Gefahr von Erdbeben äußerst sorgfältig vorbereitet und verfügen über einen vorbildlichen Katastrophenschutz. „Aber es bleiben bei einer solchen Katastrophe immer Versorgungslücken und wir helfen mit, diese Lücken zu schließen“, sagte CARE-Mitarbeiter Axel Rottländer am Montag bei einem Mediengespräch in Bonn. Er ist vor kurzem nach drei Wochen Aufenthalt aus Japan zurückgekehrt, wo er die Nothilfemaßnahmen des CARE-Büros unterstützt hat.

„Die Krise hat ein schier unglaubliches Ausmaß und die Japaner leisten sehr viel, um der betroffenen Bevölkerung zu helfen. Aber selbst bei der äußerst professionellen Arbeit der japanischen Regierung und der lokalen Behörden bleiben immer noch einzelne Gebiete oder Einrichtungen, die nicht von der Hilfe erreicht werden“, erklärt Rottländer. Eine enge Zusammenarbeit mit den Betroffenen helfe dabei, die ganz konkreten Bedürfnisse zu ermitteln. Beispielsweise versorge CARE die Bewohner eines Evakuierungszentrums mit warmen Mahlzeiten und verteile in Kürze 18.000 Decken. „Ganz konkrete Hilfe brauchen die Menschen jetzt am allermeisten“, betonte Axel Rottländer.

Zu Gast in Bonn waren auch Takanori Kazuhara, der Präsident von CARE Japan, sowie Geschäftsführer Katsuhiko Takeda. Sie berichteten über den Stand der Hilfe und die Planungen. In den kommenden Wochen und Monaten wird sich CARE darauf konzentrieren, Nahrungsmittel und Haushaltsgüter vor allem an ältere Menschen zu verteilen. Schulen, Seniorenheime und weitere soziale Einrichtungen erhalten Unterstützung durch Transportdienste, Rollstühle und andere Gerätschaften. Gezielte psychosoziale Betreuung soll den betroffenen Menschen dabei helfen, wieder in den Alltag zurückzufinden.

„Es ist für uns nicht alltäglich, in einem industrialisierten Land wie Japan Hilfe zu leisten“, betont der Hauptgeschäftsführer von CARE Deutschland-Luxemburg, Dr. Anton Markmiller. „Doch innerhalb des internationalen Verbundes haben wir mit CARE Japan einen Partner vor Ort, der die Begebenheiten im Land bestens kennt und nach dem Tsunami Hilfe leisten konnte. Darauf können wir nun weiterhin mit bedarfsgerechter und effektiver Hilfe aufbauen.“

Quelle: CARE Deutschland-Luxemburg e.V.

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CARE fordert Ende der Nahrungsmittelunsicherheit am Horn von Afrika

Dienstag, 17. Mai 2011

Bis zu zehn Millionen Menschen könnten Hunger leiden

CARE fordert die internationale Gemeinschaft auf, der anhaltenden Nahrungsmittelunsicherheit in Ländern am Horn von Afrika mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Acht Millionen Menschen in Dschibuti, Äthiopien, Kenia und Somalia sind von anhaltenden Dürren betroffen. „Es gibt viele Gründe für die anhaltende Nahrungsmittelunsicherheit am Horn von Afrika: Armut, soziale Ungerechtigkeit und Klimawandel tragen genauso dazu bei wie hohe Lebensmittel- und Energiepreise“, so Dr. Anton Markmiller, Hauptgeschäftsführer von CARE Deutschland-Luxemburg. Allein in Kenia stieg der Preis für Mais in den letzten drei Monaten um nahezu 30 Prozent. „Es muss unbedingt etwas geschehen, damit nicht noch mehr Menschen an Hunger sterben. Langfristig müssen die Gründe für immer wiederkehrende Hungerkrisen in Angriff genommen werden“, sagt Markmiller.

Trotz einer längeren Regenperiode im letzten Jahr konnten die betroffenen Menschen sich noch nicht von den Auswirkungen der Dürre vor zwei Jahren erholen. „Es ist leider auch zu erwarten, dass die Regenfälle dieses Jahr nicht ausreichen werden. Das könnte bedeuten, dass bis zu 10 Millionen Menschen am Horn von Afrika akuter Nahrungsmittelunsicherheit ausgesetzt sind.“

Auswirkungen der Dürre sind vermehrte Krankheitsausbrüche, schlechte Hygienebedingungen oder Ressourcenkonflikte. „Viele Kinder von pastoralistischen Familien werden aus der Schule genommen. Entweder, weil ihre Eltern das Schulgeld nicht mehr zahlen können oder weil sie fortziehen müssen, um besseres Weideland für ihr Vieh zu finden“, erklärt Markmiller.

In Somalia und Dschibuti wurde die Dürre bereits zur nationalen Katastrophe erklärt. Obwohl sich die Regierungen der betroffenen Länder bereits zur Krisenintervention eingeschaltet haben, wird sowohl kurz- als auch langfristig jedoch dringend internationale Unterstützung benötigt, vor allem um die strukturellen Gründe zu bewältigen. „Die betroffenen Menschen müssen dringend gestärkt werden, um sich besser an die veränderten Umstände anzupassen. Sie müssen in der Lage sein, sich selbst zu versorgen. Sie dürfen nicht dauerhaft auf Lebensmittelverteilungen angewiesen sein“, so Markmiller.

CARE unterstützt die Länder am Horn von Afrika durch die Bereitstellung von Wasser, Verbesserung der Hygienebedingungen, Errichtung von Sanitäranlagen und die Sicherung ihrer Existenzgrundlagen. Familien sollen in der Lage sein, längere Dürreperioden besser durchzustehen und die Auswirkungen der Nahrungsmittelunsicherheit auf sie zu minimieren.

Quelle: CARE Deutschland-Luxemburg e.V.

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CARE unterstützt Evakuierungszentren mit warmen Mahlzeiten

Donnerstag, 31. März 2011

Hilfe für insgesamt 20.000 betroffene Menschen in Nothilfe- und Übergangsunterkünften

CARE initiiert in den nächsten Monaten in der von Erdbeben und Tsunami besonders betroffenen Iwate Präfektur ein Hilfsprogramm zur Unterstützung von 20.000 in Evakuierungszentren und Übergangsunterkünften lebenden Menschen. Nach einer vorherigen Einschätzung der Lage vor Ort und nach Absprache mit der lokalen Regierung, beginnt CARE Japan am Freitag in einem Evakuierungszentrum in der Stadt Yamada mit der Verteilung von warmen, nährstoffreichen Mahlzeiten. Trotz enormer Bemühungen der japanischen Regierung, die Lage für die evakuierten Menschen zu verbessern, ist die Situation auch über zwei Wochen nach der Katastrophe in der großflächig zerstörten Stadt Yamada kritisch. Mahlzeiten für die rund 580 Menschen im Evakuierungszentrum in Yamada, so CARE Japan, beschränken sich auf die Vergabe von Reis und Miso-Suppe.

„Die Gesundheitssituation der Menschen in den Evakuierungszentren ist besorgniserregend. Es fehlt an nährstoffreichen Mahlzeiten, die die Menschen vor Krankheiten bewahren. Wenn sich die Situation in den Evakuierungszentren nicht bald verbessert, könnte es zu Durchfallepidemien und anderen infektiösen Krankheiten kommen“, so Dr. Anton Markmiller, Hauptgeschäftsführer von CARE Deutschland-Luxemburg e.V. Viele der Freiwilligen, die Essen verteilen, müssten sich zudem gleichzeitig auch um ihre eigenen Familien kümmern und sähen sich einer enormen Doppelbelastung ausgesetzt. CARE Japan stellt daher so schnell wie möglich Personal und Nahrungsmittel bereit, um die Suppenküchen betreiben zu können.

Um die geplante Hilfe gezielter durchführen zu können, erwägt CARE Japan, weitere Büros auf- und die Strukturen der Organisation auszubauen. „Mit einer weitreichenden Struktur könnten wir mehr Spenden sammeln, Freiwillige besser einsetzen und Nothilfe im größeren Rahmen leisten“, so Terumi Tamamizu, Medienreferentin von CARE Japan. CARE Japan schließt hierbei an bereits vorhandene lokale Kapazitäten an und arbeitet eng mit lokalen Regierungen und Freiwilligenorganisationen zusammen, um Doppelungen zu vermeiden.

Neben der Verteilung von Mahlzeiten und der Verbesserung der Situation in den Evakuierungszentren, plant CARE auch die Bereitstellung von Werkzeug und Material für die Reparatur zerstörter Häuser. Mittel- und langfristig sollen auch psychosoziale Dienste errichtet werden, die vor allem älteren Leuten bei der Bewältigung erlebter Traumata helfen. Des Weiteren sollen – zusammen mit lokalen Organisationen – Frühwarnsysteme und Katastrophenvorsorge verbessert werden.

Quelle: CARE Deutschland-Luxemburg e.V.



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Flüchtlinge aus Nordafrika brauchen Schutz

Montag, 28. Februar 2011

Evangelische Hilfswerke fordern Solidarität mit Flüchtenden

“Brot für die Welt” und die Diakonie Katastrophenhilfe rufen dazu auf, Flüchtlingen aus Libyen ausreichenden Schutz zu gewähren. Angesichts brutaler Gewalt gegen die Zivilbevölkerung in Libyen warnen die evangelischen Hilfswerke davor, Flüchtlinge, die sich auf den Weg nach Europa machen, abzuwehren. “Flüchtlinge dürfen nicht zurückgewiesen werden”, fordern sie und kritisieren scharf die zögerliche Bereitschaft der EU, Italien dabei zu unterstützen, Schutzsuchende auf der Insel Lampedusa nach internationalen Flüchtlingsstandards aufzunehmen und ihnen ein faires Asylverfahren zu ermöglichen.

Nach Ansicht der Hilfswerke ist es Aufgabe aller EU-Staaten, Flüchtlingen sichere Zuflucht zu bieten und Sorge zu tragen, dass sie nicht unrechtmäßig abgeschoben werden. Die Verantwortung dafür liege nicht allein bei Italien. “Ganz Europa muss Solidarität mit den Flüchtlingen zeigen”, fordern “Brot für die Welt” und die Diakonie Katastrophenhilfe. Die Zuständigkeitsverteilung in der EU für Asylverfahren muss dringend verändert werden, heißt es weiter. Libyens Nachbarstaaten wie Ägypten und Tunesien sollten Hilfe erhalten, weil die meisten dorthin fliehen.

Angesichts der Nachrichten aus Libyen kann nicht bezweifelt werden, dass die Menschen vor Gewalt fliehen. Sie haben einen völkerrechtlichen Anspruch auf ein faires Asylverfahren wie Flüchtlinge aus Krisenregionen, zum Beispiel Somalia, Sudan, Eritrea. Diese wurden in der Vergangenheit durch das Gaddafi-Regime – teils in Absprache mit der EU – an der Weiterreise nach Europa gehindert und unter menschenunwürdigen Bedingungen in Lagern festgehalten.

Die angebliche Bedrohung Europas durch überwältigende Flüchtlingsbewegungen aus Nordafrika hat keinen Bestand. Die Entwicklungen in Ägypten und Tunesien belegen, dass der Massenexodus nach Europa nach dem mutigen und größtenteils gewaltfreien Aufbegehren vor allem der jungen Bevölkerungsmehrheit in mehreren arabischen Staaten ausgeblieben ist. Neben akuten Maßnahmen sollte die EU ihre Beziehungen zu den mediterranen Nachbarn einer kritischen Prüfung unterziehen und zeigen, dass Demokratie und Menschenrechte keine Lippenbekenntnisse sind.

Quelle: Offenes-Presseportal

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SOS-Kinderdorf muss wegen blutiger Kämpfe in der Elfenbeinküste evakuiert werden

Freitag, 25. Februar 2011

Wegen der neu aufgeflammten Kämpfe in der Elfenbeinküste muss die Kinderhilfsorganisation SOS-Kinderdörfer weltweit ihr Kinderdorf in Abobo Gare, einem Vorort der Hauptstadt Abijan, evakuieren. Die gut 100 Kinder und ihre SOS-Mütter werden in das rund 110 Kilometer östlich gelegene SOS-Kinderdorf in Aboisso gebracht. Wenn sich die Lage im Lande weiter verschlechtern sollte, müsse sogar die Evakuierung aller Kinder und Mütter aus den ivorischen SOS-Kinderdörfern nach Togo in Erwägung gezogen werden, teilte die Kinderhilfsorganisation am Freitag mit.

Die Kämpfe zwischen den ehemaligen Rebellen im Norden des Landes und den Regierungstruppen im Süden waren in nach langem Waffenstillstand wieder heftig aufgeflammt. Dabei sollen mehrere hundert Menschen ums Leben gekommen sein. Hintergrund ist die Weigerung des abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo, die Macht an Wahlsieger Alassane Ouattara abzugeben. In den letzten Tagen war es in der Hauptstadt Abijan zu kriegsähnlichen Zuständen gekommen, die auch die Sicherheit des SOS-Kinderdorfs massiv beeinträchtigt hatten. So entschied sich das Nationalbüro von SOS, das Kinderdorf zu evakuieren.

Die Situation sei schon seit den Wahlen im November vergangenen Jahres kritisch, sagte der Direktor des SOS-Nationalbüros Elfenbeinküste, Paul Gbato. “Nun war es beim besten Willen nicht mehr hinnehmbar, welchen Gefahren unsere Kinder ausgesetzt waren. Wenn sich die Lage weiter verschlimmert, werden wir auch unser zweites Dorf schließen und alle Kinder nach Togo evakuieren.”

Auch die Versorgungslage habe sich drastisch verschlechtert, erklärte Gbato. So sei es immer schwieriger, die Kinderdörfer mit Lebensmittel zu versorgen. Zudem stiegen die Preise für die Nahrungsmittel exponentiell an. Da die Banken meist geschlossen bleiben, hat das SOS-Nationalbüro auch Schwierigkeiten, überhaupt an Geld heranzukommen.

Die Situation der anderen SOS-Kinderdorf-Einrichtungen in der Elfenbeinküste blieb zunächst unklar. Die Organisation betreibt und unterhält in Elfenbeinküste zwei Kinderdörfer, zwei Jugendeinrichtungen, zwei Kindergärten, zwei Hermann-Gmeiner-Schulen, zwei Sozialzentren und ein medizinisches Zentrum. Das SOS-Kinderdorf Abobo Gare ist das erste Kinderdorf auf dem afrikanischen Kontinent. Es wurde vor 40 Jahren gegründet.

Quelle: Offenes Presseportal

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Fluten Pakistan: Zwei Millionen Kinder verpassen Schulbeginn

Dienstag, 7. September 2010

CARE renoviert Schulen und plant psychologische Unterstützung betroffener Kinder

“Am Weltbildungstag sollte sich die Internationale Gemeinschaft der katastrophalen Schulsituation nach den Überschwemmungen in Pakistan besonders annehmen”, fordert Heribert Scharrenbroich, Vorsitzender von CARE Deutschland-Luxemburg anlässlich des Weltbildungstages am Mittwoch, den 8. September.

Wegen der Fluten in Pakistan könnten voraussichtlich zwei Millionen Kinder nicht zur Schule gehen. Denn entweder seien die Schulgebäude zerstört oder sie würden als Notunterkünfte gebraucht.  “Wenn Kinder längere Zeit nicht zur Schule gehen können, dann wankt der wichtigste Pfeiler der Armutsbekämpfung. Denn Bildung ist für Kinder und Jugendliche das Sprungbrett in eine bessere Zukunft”, so Scharrenbroich.

Im September hat offiziell das Schuljahr in Pakistan wieder angefangen. Doch in den überfluteten Regionen wurde der Schulbeginn verschoben. Die Situation für die Menschen in Pakistan ist weiterhin dramatisch. Laut den Vereinten Nationen sind neun Millionen Kinder betroffen; knapp 10.000 Schulen sind zerstört und 6.700 Schulen werden als Notunterkünfte von Vertriebenen genutzt.

CARE will in einem ersten Schritt 42 Schulen in der Provinz Khyber  Pakhtoonkwa, nahe der Grenze zu Afghanistan, sanieren oder wieder aufbauen und mit Möbeln und Schulmaterialien ausstatten. Der größte Teil dieser Schulen sind Mädchenschulen. Es sei aber auch wichtig, dass man sich nicht nur um Gebäude kümmere, sondern auch um die traumatisierten Seelen der Kinder, so der CARE-Vorsitzende. Scharrenbroich weiter: “In den kommenden Wochen wird CARE traumatisierte Kinder psychologisch unterstützen. In einer Katastrophensituation ist es neben der Verteilung von Hilfsgütern und dem Bau von Unterkünften auch wichtig, die Kinder und Jugendlichen aufzufangen und mit Sport, Spiel und Lernen zu betreuen. So können wir Depressionen und Trauma mit ihnen verarbeiten. Dazu werden wir auch Workshops durchführen, bei denen die Eltern lernen, die Traumatisierung ihrer Kinder zu erkennen und sie bei deren Überwindung zu unterstützen.”

Quelle: CARE Deutschland-Luxemburg e.V.

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Pakistans Jahrhundertflut – eine Katastrophe unvergleichbaren Ausmaßes

Donnerstag, 19. August 2010

Land unter – Jahrhundertflut in Pakistan – Über 14 Millionen Menschen betroffen! PAI – Katastrophenhilfe im Einsatz!

Immer verheerender erscheint die Lage nach der Flut in Pakistan. Die WHO spricht von einer „Katastrophe historischen Ausmaßes“. Die UN schätzt die Zahl der Betroffenen höher ein als beim Tsunami in Asien vor fünf Jahren (2 Millionen) und bereitet sich auf ihren größten Hilfseinsatz vor. Dagegen spenden die deutschen Bürger bisher nur zaghaft – Pakistans Image könnte schuld daran sein.

Über 14 Millionen Menschen sind von der Flut betroffen. Bis zu diesem Zeitpunkt forderte die Flut mindestens 1600 Tote. Ganze Dörfer und Landstriche wurden verwüstet. Oft wurden Häuser vor den Augen der Bewohner von Wasser und Schlamm zerstört und weggerissen. Viele Betroffene haben ihren ganzen Besitz verloren, haben keine Unterkunft und kein sauberes Wasser mehr. Pakistans beste Anbaufläche liegt unter einer teilweise einen Meter hohen Schlammschicht. Gesamte Ernten und Lebensmittelgeschäfte wurden zerstört und die Menschen stehen ohne notwendige Lebensmittelversorgung da. Zusätzlich besteht akute Gesundheitsgefährdung durch Cholera und andere Krankheiten, die die Flut mit sich bringt.

Partner Aid International führt bereits seit längerer Zeit Entwicklungshilfeprojekte in betroffenen und angrenzenden Provinzen durch. Nach Beginn der Flut wurde eine Erhebung zur Notlage durchgeführt und 19.000,- Euro wurden aus dem PAI-Notfallfond bereit gestellt. Die Mitarbeiter von PAI richten ihren Einsatz auf den schwer getroffene Bezirk Nissata in Charssada im Nordwesten von Pakistan. Sie konzentrieren sich auf lebensrettenden Maßnahmen für die Betroffenen und Vertriebenen, indem sie Unterkünfte, sauberes Wasser, Sanitäranlagen und Grundnahrungsmittel bereitstellen. Die ersten Hilfslieferungen konnten diese Woche an Bedürftige ausgegeben werden. Ein Großteil der Bedürfnisse ist jedoch weiterhin nicht abgedeckt, die Menschen warten verzweifelt auf Hilfe und Unterstützung.

PAIs Ziele in Charssada:
- 3000 Haushalte sollen Trinkwasser bekommen, hierzu werden Wasserspeicher (Tonnen) verteilt, die in der ersten Phase (~2,5 Monate) mit Tanklastern regelmäßig gefüllt werden
- 34 Brunnen werden wiedererrichtet und mit Handpumpen ausgestattet
- 34 Toilettenanlagen werden in zentralen öffentlichen Orten wiederaufgebaut
- 100 Gesundheitsberater werden geschult und in die Familien geschickt zur Beratung in Gesundheits- und Hygiene-Fragen
- Die 3000 Haushalte bekommen außerdem Tabletten zur Trinkwasseraufbereitung, Hygienebeutel mit den nötigsten Drogerieartikeln, Notunterkünfte, Sets mit den nötigsten Haushaltsgegenständen und Lebensmittelrationen.

Enge Kontakte in den betroffenen Provinzen ermöglichen PAI – neben der Etablierung der Nothilfe in Charssada – weiter Hilfseinsätze in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa sowie in Baluchistan und Sindh zu planen.

Partner Aid International wird alle Maßnahmen in Kooperation mit fähigen lokalen Partnern durchführen. Darüber hinaus, bemüht sich PAI die Nothilfe auf Basis der internationalen Sphere Standards www.sphereproject.org durchzuführen. PAI wird die Arbeit so ausführen dass sie der langfristigen Rehabilitation und Entwicklung in den Einsatzgebieten dienen wird. PAI wird zum passenden Zeitpunkt Rehabilitationsmaßnahmen und Projekte der Entwicklungszusammenarbeit in der Region fördern.

Spendenkonto: Partner Aid International, Taunussparkasse, Konto: 1002 333, BLZ: 5125 0000, Stichwort: Fluthilfe – Pakistan

Quelle: fair-NEWS.de

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NABU-Jahresbilanz 2009 – Stabile Verbandsentwicklung trotz Wirtschaftskrise

Mittwoch, 11. August 2010

Tschimpke: Energiepolitik wird zur Messlatte für Schwarz-Gelb

Der NABU konnte auch im Krisenjahr 2009 auf breite Unterstützung in der Bevölkerung bauen. Die Verbandsentwicklung blieb trotz Wirtschaftskrise stabil. Die Mitgliederzahl hat sogar leicht auf 426.000 zugenommen (2008: 419.000). Hinzu kommen noch über 40.000 Förderer, die den NABU dauerhaft unterstützen. Die Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Erbschaften konnten weiter gesteigert werden und bilden mit einem Anteil von 79 Prozent das Fundament der Naturschutzarbeit. Den größten Anteil der Einnahmen von insgesamt 20,9 Millionen Euro machten mit 13,5 Millionen Euro (2008: 13,3 Millionen
Euro) die Mitgliedsbeiträge aus.

„Die Erschütterungen auf den Finanzmärkten weltweit haben viele Menschen getroffen oder verunsichert. Ich freue mich, dass wir auch in Krisenzeiten viel Zuspruch genießen. Inzwischen blicken wir auf eine 111-jährige Verbandsgeschichte. Jeder 200. Deutsche ist ein NABU-Mitglied. Das motiviert – wir werden uns auch weiterhin mit aller Kraft für die Belange des Natur- und Umweltschutzes einsetzen“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke anlässlich der Vorstellung des Jahresberichts 2009 in Berlin.

Der schwarz-gelben Bundesregierung attestierte der NABU-Präsident eine schwache Öko-Bilanz. Tschimpke: „In Planung sind immer noch unsinnige Straßenbauprojekte und der Schienenverkehr wird weiter benachteiligt. Auf EU-Ebene blockiert Agrarministerin Aigner den ökologischen Umbau der Agrarsubventionen, und auch die Aufweichung der sogenannten Eingriffsregelung im Naturschutzrecht ist zu beklagen.“ Positiv zu bewerten sei die Sicherung von naturschutzfachlich bedeutsamen Flächen als „Nationales Naturerbe“ und der Wille, ein Bundesprogramm für den Erhalt der biologischen Vielfalt einzurichten.

Die Bewährungsprobe der Großen Koalition stehe im Herbst mit der Vorstellung des Energiekonzeptes an. „Die Energiepolitik wird zur Messlatte für Schwarz-Gelb. Das Ziel muss sein: weg von Atom und Kohle hin zu erneuerbaren Energien. Sollte das Konzept nur dazu dienen, eine Laufzeitverlängerung für die deutschen Atomkraftwerke zu rechtfertigen, wird die Bundesregierung an ihren eigenen, im Koalitionsvertrag festgeschriebenen Ansprüchen scheitern“, so Tschimpke. Das Konzept müsse ermitteln, bis wann und unter welchen Voraussetzungen erneuerbare Energien im Strom-, Wärme- und Verkehrsbereich Öl, Kohle, Gas und Uran ersetzen können. Das alles verbunden mit klaren Vorgaben zur Einsparung von Energie, um Ressourcen und Ökosysteme zu schonen.

Tschimpke: „Der aktuelle Streit in der Union um längere Betriebszeiten für Atommeiler lässt tief blicken. Forderungen nach einer Laufzeitverlängerung für Reaktoren bis zu 14 Jahren führen ein zukunftsfähiges Energiekonzept bereits im Vorfeld ad absurdum.
Atomenergie ist eine überflüssige Risikotechnologie. Bei dem bereits jetzt absehbaren Ausbau der erneuerbaren Energien brauchen wir ab 2020 keine Atomenergie mehr.“

Unter dem Motto „Fast weg“ startete der NABU im vergangenen Jahr eine bundesweite Kampagne gegen das Artensterben. Im Zentrum standen bedrohte Arten wie Weißstorch, Laubfrosch, Kabeljau und Wolf sowie die „Naturschutzmacher“: die vielen ehrenamtlich Aktiven in den rund 2.000 NABU-Orts- und Kreisgruppen, die sich vor Ort für den Artenschutz engagieren. Die Kampagne ist in diesem Sommer fortgesetzt worden.

Ein wichtiger Schwerpunkt der Verbandsarbeit war und ist der Klimaschutz. Der UN-Klimagipfel in Kopenhagen Ende 2009 endete mit großer Ernüchterung. „Konkrete Verpflichtungen zur Reduktion des Treibhausgasausstoßes wollten vor allem die Industrienationen nicht eingehen. Der Klimagipfel in Kopenhagen scheiterte auch an der uneinheitlichen Haltung der EU, die die Bundesregierung mit zu verantworten hat“, so Tschimpke. Für einen weltweit wirksamen Klimaschutz sei eine Verringerung der Treibhausgase in den Industriestaaten um 40 Prozent bis 2020 und um 95 Prozent bis 2050 erforderlich. Die internationalen Klimaverhandlungen müssten letztendlich in einen völkerrechtlich verbindlichen Vertrag münden, wenn sie tatsächlich erfolgreich sein wollen.

Von der bevorstehenden Weltnaturschutzkonferenz im japanischen Nagoya (18.-29.10.) erwartet der NABU klare Signale im Kampf gegen das Artensterben. „In Nagoya müssen die Regierungen der Welt eine ambitionierte Strategie zur Rettung der biologischen Vielfalt und von Ökosystemen beschließen. Bis 2020 muss die Trendwende erreicht und ein Großteil der Arten und Lebensräume auf dem Weg der Erholung sein“, betonte der NABU-Präsident. Das weltweite Netz von Schutzgebieten müsse auf die Weltmeere ausgedehnt werden und ausreichend finanziert werden.

Vor diesem Hintergrund wies Tschimpke auf den großen wirtschaftlichen Wert intakter Ökosysteme hin. Laut der UN-Studie „The Economics of Ecosystems and Biodiversity“ (TEEB) verursachen Unternehmen in Natur und Umwelt Schäden von etwa 2,2 Billionen (= 2.200 Milliarden) US-Dollar im Jahr. „Die Gratis-Dienstleistungen der Natur müssen sich endlich als Faktor in ökonomische Bilanzen wiederfinden. Die Erde darf nicht länger ein frei verfügbares Rohstofflager für die Konzerne dieser Welt sein“, so Tschimpke.

Die NABU-Aktiven leisten bundesweit pro Jahr 3,3 Millionen ehrenamtliche Arbeitsstunden. Der NABU förderte 2009 die Arbeit seiner
Orts- und Kreisgruppen mit 7,3 Millionen Euro. Der Anteil der allgemeinen Verwaltungsausgaben konnte von sechs auf fünf Prozent der Gesamtausgaben gesenkt werden.

NABU-Jahresbericht im Internet zu finden unter www.NABU.de/Jahresbericht

Quelle: NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.


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Pakistanflut: CARE versorgt 3.000 Menschen durch mobile Kliniken

Mittwoch, 4. August 2010

Nothilfeartikel unterwegs nach Khyber Pakhtunkhwa

Ein CARE-Konvoi aus elf Lastwagen beladen mit Zelten, Tüchern, Moskitonetzen, Plastikmatten, Küchenutensilien, Wasserreinigungstabletten und Hygieneartikeln ist auf dem Weg in die überflutete Pakistan-Provinz Khyber Pakhtunkhwa. Mit diesen ersten Verteilungen werden rund 1.800 Betroffene versorgt. Weiterhin wird CARE in den kommenden Tagen zusätzliche 500 Versorgungspakete für Familien in den Bezirken Nowshera und Charsadda verteilen.

Da CARE seit 2005 in Pakistan arbeitet, konnten die Mitarbeiter sofort mit der Nothilfe beginnen. „CARE hat eine medizinische Grundversorgung bereit gestellt. Mehr als 3.000 Patienten haben wir in mobilen Kliniken behandeln können. Darüber hinaus hat CARE in mobilen Camps die Menschen über Gesundheit und Hygiene informiert“, sagt Dr. Anton Markmiller, Hauptgeschäftsführer von CARE Deutschland-Luxemburg.

Zusammen mit lokalen Partnerorganisationen stellt CARE damit eine medizinische Grundversorgung für die Menschen in den überschwemmten Regionen Pakistans bereit. Zusätzlich versorgen Ärzte die Verletzten in mobilen Kliniken. So schließt CARE Versorgungslücken im Bereich Gesundheit, aber auch bei der Lieferung und Verteilung von Hilfsgütern. Zurückgehendes Flutwasser, überfüllte Notlager, fehlendes Trinkwasser und mangelnde sanitäre Einrichtungen erhöhen das Krankheits- und Seuchenrisiko. „Die aktuelle Flut zeigt, wie wichtig es ist, frühzeitig in Katastrophenvorsorge zu investieren“, so Markmiller.

Die südlichen Provinz Sindh ist bislang noch nicht stark betroffen. „Aber die Situation wird sich in den nächsten Tagen sehr wahrscheinlich ändern, da sich die Flut gen Süden ausbreitet“, warnt Markmiller. „Der August ist traditionell der Monat mit den stärksten Niederschlägen. Es wird also noch mehr Regen kommen.“

CARE ist Mitglied im Bündnis Aktion Deutschland Hilft (ADH), dem Zusammenschluss renommierter deutscher Hilfsorganisationen, die im Falle großer Katastrophen ihre Kräfte bündeln, um gemeinsam schnelle und effektive Hilfe zu leisten. CARE ruft im Verbund mit ADH zu Spenden auf das gemeinsame Spendenkonto auf:

Spendenkonto: 10 20 30
Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00
Onlinespenden: www.Aktion-Deutschland-Hilft.de

Quelle: CARE Deutschland-Luxemburg e.V.

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