Archiv für die Kategorie „Hilfsorganisationen“

Pakistans Jahrhundertflut – eine Katastrophe unvergleichbaren Ausmaßes

Donnerstag, 19. August 2010

Land unter – Jahrhundertflut in Pakistan – Über 14 Millionen Menschen betroffen! PAI – Katastrophenhilfe im Einsatz!

Immer verheerender erscheint die Lage nach der Flut in Pakistan. Die WHO spricht von einer „Katastrophe historischen Ausmaßes“. Die UN schätzt die Zahl der Betroffenen höher ein als beim Tsunami in Asien vor fünf Jahren (2 Millionen) und bereitet sich auf ihren größten Hilfseinsatz vor. Dagegen spenden die deutschen Bürger bisher nur zaghaft – Pakistans Image könnte schuld daran sein.

Über 14 Millionen Menschen sind von der Flut betroffen. Bis zu diesem Zeitpunkt forderte die Flut mindestens 1600 Tote. Ganze Dörfer und Landstriche wurden verwüstet. Oft wurden Häuser vor den Augen der Bewohner von Wasser und Schlamm zerstört und weggerissen. Viele Betroffene haben ihren ganzen Besitz verloren, haben keine Unterkunft und kein sauberes Wasser mehr. Pakistans beste Anbaufläche liegt unter einer teilweise einen Meter hohen Schlammschicht. Gesamte Ernten und Lebensmittelgeschäfte wurden zerstört und die Menschen stehen ohne notwendige Lebensmittelversorgung da. Zusätzlich besteht akute Gesundheitsgefährdung durch Cholera und andere Krankheiten, die die Flut mit sich bringt.

Partner Aid International führt bereits seit längerer Zeit Entwicklungshilfeprojekte in betroffenen und angrenzenden Provinzen durch. Nach Beginn der Flut wurde eine Erhebung zur Notlage durchgeführt und 19.000,- Euro wurden aus dem PAI-Notfallfond bereit gestellt. Die Mitarbeiter von PAI richten ihren Einsatz auf den schwer getroffene Bezirk Nissata in Charssada im Nordwesten von Pakistan. Sie konzentrieren sich auf lebensrettenden Maßnahmen für die Betroffenen und Vertriebenen, indem sie Unterkünfte, sauberes Wasser, Sanitäranlagen und Grundnahrungsmittel bereitstellen. Die ersten Hilfslieferungen konnten diese Woche an Bedürftige ausgegeben werden. Ein Großteil der Bedürfnisse ist jedoch weiterhin nicht abgedeckt, die Menschen warten verzweifelt auf Hilfe und Unterstützung.

PAIs Ziele in Charssada:
- 3000 Haushalte sollen Trinkwasser bekommen, hierzu werden Wasserspeicher (Tonnen) verteilt, die in der ersten Phase (~2,5 Monate) mit Tanklastern regelmäßig gefüllt werden
- 34 Brunnen werden wiedererrichtet und mit Handpumpen ausgestattet
- 34 Toilettenanlagen werden in zentralen öffentlichen Orten wiederaufgebaut
- 100 Gesundheitsberater werden geschult und in die Familien geschickt zur Beratung in Gesundheits- und Hygiene-Fragen
- Die 3000 Haushalte bekommen außerdem Tabletten zur Trinkwasseraufbereitung, Hygienebeutel mit den nötigsten Drogerieartikeln, Notunterkünfte, Sets mit den nötigsten Haushaltsgegenständen und Lebensmittelrationen.

Enge Kontakte in den betroffenen Provinzen ermöglichen PAI – neben der Etablierung der Nothilfe in Charssada – weiter Hilfseinsätze in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa sowie in Baluchistan und Sindh zu planen.

Partner Aid International wird alle Maßnahmen in Kooperation mit fähigen lokalen Partnern durchführen. Darüber hinaus, bemüht sich PAI die Nothilfe auf Basis der internationalen Sphere Standards www.sphereproject.org durchzuführen. PAI wird die Arbeit so ausführen dass sie der langfristigen Rehabilitation und Entwicklung in den Einsatzgebieten dienen wird. PAI wird zum passenden Zeitpunkt Rehabilitationsmaßnahmen und Projekte der Entwicklungszusammenarbeit in der Region fördern.

Spendenkonto: Partner Aid International, Taunussparkasse, Konto: 1002 333, BLZ: 5125 0000, Stichwort: Fluthilfe – Pakistan

Quelle: fair-NEWS.de

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NABU-Jahresbilanz 2009 – Stabile Verbandsentwicklung trotz Wirtschaftskrise

Mittwoch, 11. August 2010

Tschimpke: Energiepolitik wird zur Messlatte für Schwarz-Gelb

Der NABU konnte auch im Krisenjahr 2009 auf breite Unterstützung in der Bevölkerung bauen. Die Verbandsentwicklung blieb trotz Wirtschaftskrise stabil. Die Mitgliederzahl hat sogar leicht auf 426.000 zugenommen (2008: 419.000). Hinzu kommen noch über 40.000 Förderer, die den NABU dauerhaft unterstützen. Die Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Erbschaften konnten weiter gesteigert werden und bilden mit einem Anteil von 79 Prozent das Fundament der Naturschutzarbeit. Den größten Anteil der Einnahmen von insgesamt 20,9 Millionen Euro machten mit 13,5 Millionen Euro (2008: 13,3 Millionen
Euro) die Mitgliedsbeiträge aus.

„Die Erschütterungen auf den Finanzmärkten weltweit haben viele Menschen getroffen oder verunsichert. Ich freue mich, dass wir auch in Krisenzeiten viel Zuspruch genießen. Inzwischen blicken wir auf eine 111-jährige Verbandsgeschichte. Jeder 200. Deutsche ist ein NABU-Mitglied. Das motiviert – wir werden uns auch weiterhin mit aller Kraft für die Belange des Natur- und Umweltschutzes einsetzen“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke anlässlich der Vorstellung des Jahresberichts 2009 in Berlin.

Der schwarz-gelben Bundesregierung attestierte der NABU-Präsident eine schwache Öko-Bilanz. Tschimpke: „In Planung sind immer noch unsinnige Straßenbauprojekte und der Schienenverkehr wird weiter benachteiligt. Auf EU-Ebene blockiert Agrarministerin Aigner den ökologischen Umbau der Agrarsubventionen, und auch die Aufweichung der sogenannten Eingriffsregelung im Naturschutzrecht ist zu beklagen.“ Positiv zu bewerten sei die Sicherung von naturschutzfachlich bedeutsamen Flächen als „Nationales Naturerbe“ und der Wille, ein Bundesprogramm für den Erhalt der biologischen Vielfalt einzurichten.

Die Bewährungsprobe der Großen Koalition stehe im Herbst mit der Vorstellung des Energiekonzeptes an. „Die Energiepolitik wird zur Messlatte für Schwarz-Gelb. Das Ziel muss sein: weg von Atom und Kohle hin zu erneuerbaren Energien. Sollte das Konzept nur dazu dienen, eine Laufzeitverlängerung für die deutschen Atomkraftwerke zu rechtfertigen, wird die Bundesregierung an ihren eigenen, im Koalitionsvertrag festgeschriebenen Ansprüchen scheitern“, so Tschimpke. Das Konzept müsse ermitteln, bis wann und unter welchen Voraussetzungen erneuerbare Energien im Strom-, Wärme- und Verkehrsbereich Öl, Kohle, Gas und Uran ersetzen können. Das alles verbunden mit klaren Vorgaben zur Einsparung von Energie, um Ressourcen und Ökosysteme zu schonen.

Tschimpke: „Der aktuelle Streit in der Union um längere Betriebszeiten für Atommeiler lässt tief blicken. Forderungen nach einer Laufzeitverlängerung für Reaktoren bis zu 14 Jahren führen ein zukunftsfähiges Energiekonzept bereits im Vorfeld ad absurdum.
Atomenergie ist eine überflüssige Risikotechnologie. Bei dem bereits jetzt absehbaren Ausbau der erneuerbaren Energien brauchen wir ab 2020 keine Atomenergie mehr.“

Unter dem Motto „Fast weg“ startete der NABU im vergangenen Jahr eine bundesweite Kampagne gegen das Artensterben. Im Zentrum standen bedrohte Arten wie Weißstorch, Laubfrosch, Kabeljau und Wolf sowie die „Naturschutzmacher“: die vielen ehrenamtlich Aktiven in den rund 2.000 NABU-Orts- und Kreisgruppen, die sich vor Ort für den Artenschutz engagieren. Die Kampagne ist in diesem Sommer fortgesetzt worden.

Ein wichtiger Schwerpunkt der Verbandsarbeit war und ist der Klimaschutz. Der UN-Klimagipfel in Kopenhagen Ende 2009 endete mit großer Ernüchterung. „Konkrete Verpflichtungen zur Reduktion des Treibhausgasausstoßes wollten vor allem die Industrienationen nicht eingehen. Der Klimagipfel in Kopenhagen scheiterte auch an der uneinheitlichen Haltung der EU, die die Bundesregierung mit zu verantworten hat“, so Tschimpke. Für einen weltweit wirksamen Klimaschutz sei eine Verringerung der Treibhausgase in den Industriestaaten um 40 Prozent bis 2020 und um 95 Prozent bis 2050 erforderlich. Die internationalen Klimaverhandlungen müssten letztendlich in einen völkerrechtlich verbindlichen Vertrag münden, wenn sie tatsächlich erfolgreich sein wollen.

Von der bevorstehenden Weltnaturschutzkonferenz im japanischen Nagoya (18.-29.10.) erwartet der NABU klare Signale im Kampf gegen das Artensterben. „In Nagoya müssen die Regierungen der Welt eine ambitionierte Strategie zur Rettung der biologischen Vielfalt und von Ökosystemen beschließen. Bis 2020 muss die Trendwende erreicht und ein Großteil der Arten und Lebensräume auf dem Weg der Erholung sein“, betonte der NABU-Präsident. Das weltweite Netz von Schutzgebieten müsse auf die Weltmeere ausgedehnt werden und ausreichend finanziert werden.

Vor diesem Hintergrund wies Tschimpke auf den großen wirtschaftlichen Wert intakter Ökosysteme hin. Laut der UN-Studie „The Economics of Ecosystems and Biodiversity“ (TEEB) verursachen Unternehmen in Natur und Umwelt Schäden von etwa 2,2 Billionen (= 2.200 Milliarden) US-Dollar im Jahr. „Die Gratis-Dienstleistungen der Natur müssen sich endlich als Faktor in ökonomische Bilanzen wiederfinden. Die Erde darf nicht länger ein frei verfügbares Rohstofflager für die Konzerne dieser Welt sein“, so Tschimpke.

Die NABU-Aktiven leisten bundesweit pro Jahr 3,3 Millionen ehrenamtliche Arbeitsstunden. Der NABU förderte 2009 die Arbeit seiner
Orts- und Kreisgruppen mit 7,3 Millionen Euro. Der Anteil der allgemeinen Verwaltungsausgaben konnte von sechs auf fünf Prozent der Gesamtausgaben gesenkt werden.

NABU-Jahresbericht im Internet zu finden unter www.NABU.de/Jahresbericht

Quelle: NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.

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Pakistanflut: CARE versorgt 3.000 Menschen durch mobile Kliniken

Mittwoch, 4. August 2010

Nothilfeartikel unterwegs nach Khyber Pakhtunkhwa

Ein CARE-Konvoi aus elf Lastwagen beladen mit Zelten, Tüchern, Moskitonetzen, Plastikmatten, Küchenutensilien, Wasserreinigungstabletten und Hygieneartikeln ist auf dem Weg in die überflutete Pakistan-Provinz Khyber Pakhtunkhwa. Mit diesen ersten Verteilungen werden rund 1.800 Betroffene versorgt. Weiterhin wird CARE in den kommenden Tagen zusätzliche 500 Versorgungspakete für Familien in den Bezirken Nowshera und Charsadda verteilen.

Da CARE seit 2005 in Pakistan arbeitet, konnten die Mitarbeiter sofort mit der Nothilfe beginnen. „CARE hat eine medizinische Grundversorgung bereit gestellt. Mehr als 3.000 Patienten haben wir in mobilen Kliniken behandeln können. Darüber hinaus hat CARE in mobilen Camps die Menschen über Gesundheit und Hygiene informiert“, sagt Dr. Anton Markmiller, Hauptgeschäftsführer von CARE Deutschland-Luxemburg.

Zusammen mit lokalen Partnerorganisationen stellt CARE damit eine medizinische Grundversorgung für die Menschen in den überschwemmten Regionen Pakistans bereit. Zusätzlich versorgen Ärzte die Verletzten in mobilen Kliniken. So schließt CARE Versorgungslücken im Bereich Gesundheit, aber auch bei der Lieferung und Verteilung von Hilfsgütern. Zurückgehendes Flutwasser, überfüllte Notlager, fehlendes Trinkwasser und mangelnde sanitäre Einrichtungen erhöhen das Krankheits- und Seuchenrisiko. „Die aktuelle Flut zeigt, wie wichtig es ist, frühzeitig in Katastrophenvorsorge zu investieren“, so Markmiller.

Die südlichen Provinz Sindh ist bislang noch nicht stark betroffen. „Aber die Situation wird sich in den nächsten Tagen sehr wahrscheinlich ändern, da sich die Flut gen Süden ausbreitet“, warnt Markmiller. „Der August ist traditionell der Monat mit den stärksten Niederschlägen. Es wird also noch mehr Regen kommen.“

CARE ist Mitglied im Bündnis Aktion Deutschland Hilft (ADH), dem Zusammenschluss renommierter deutscher Hilfsorganisationen, die im Falle großer Katastrophen ihre Kräfte bündeln, um gemeinsam schnelle und effektive Hilfe zu leisten. CARE ruft im Verbund mit ADH zu Spenden auf das gemeinsame Spendenkonto auf:

Spendenkonto: 10 20 30
Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00
Onlinespenden: www.Aktion-Deutschland-Hilft.de

Quelle: CARE Deutschland-Luxemburg e.V.

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Studie: Afghanistans Kinder brauchen mehr Schutz

Montag, 14. Juni 2010

Markmiller: „Über 1000 Kinder sind im letzten Jahr durch Luftangriffe, Selbstmordattentate oder Landminen ums Leben gekommen.“

„Kinder tragen in Afghanistan die größte Last des Krieges. Deswegen müssen die afghanische Regierung, der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen und die humanitären Organisationen Verantwortung übernehmen und den Schutz der Kinder stärker in den Mittelpunkt rücken“, fordert Dr. Anton Markmiller, Hauptgeschäftsführer von CARE Deutschland-Luxemburg anlässlich der Veröffentlichung eines aktuellen Berichts zur Lage der Kinder in Afghanistan. „Mehr als 1000 Kinder sind im Jahr 2009 durch Luftangriffe, Selbstmordattentate oder Landminen ums Leben gekommen“, so Markmiller. Im gleichen Jahr verzeichnete Afghanistan die höchste Angriffszahl auf Bildungseinrichtungen weltweit. Weiterhin wurden tausende Kinder Opfer von Zwangsvertreibung, Vergewaltigung und sexueller Gewalt, Zwangsverheiratung oder der Rekrutierung als Kindersoldaten. Markmiller: „Ein tragischer Rekord. Kinder sind die unschuldigsten Opfer des Krieges, sie können sich nicht wehren.“

Anlässlich der Debatte des UN-Sicherheitsrats über „Kinder und bewaffnete Konflikte“ am 16. Juni macht der aktuelle Bericht „Setting the Right Priorities: Protecting Children Affected by Armed Conflict in Afghanistan” auf die alarmierende Lage der Kinder in Afghanistan aufmerksam. Herausgeber ist die Organisation „Watchlist on Children and Armed Conflict“, bei der CARE Gründungsmitglied ist. „Solange in Afghanistan eines von vier Kindern stirbt bevor es fünf Jahre alt wird, solange Kinder aus Angst vor Übergriffen nicht zur Schule gehen, kann von erfolgreichen Friedensbemühungen sicher nicht die Rede sein“, so Markmiller. „Zudem müssen Gewalttäter vor Gericht gebracht werden, um langfristigen Frieden zu sichern.“

Bereits im November letzten Jahres veröffentlichte CARE zusammen mit der Weltbank den Bericht „Bildung unter Beschuss. Angriffe auf Bildungseinrichtungen in Afghanistan“. Er wies darauf hin, dass es im Jahr 2008 670 Anschläge auf Bildungseinrichtungen gab. In keinem anderen Land der Welt ist es demnach so gefährlich zur Schule zu gehen, insbesondere für Mädchen.

Der Watchlist-Bericht „Setting the Right Priorities: Protecting Children Affected by Armed Conflict in Afghanistan” wird am Montag, den 14. Juni in New York und Kabul veröffentlicht.

Quelle: CARE Deutschland-Luxemburg e.V.

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Gegen Ausbeutung – für Kinderrechte

Freitag, 11. Juni 2010

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Kinderarbeit am 12. Juni fordern entwicklungspolitische Organisationen eine neue Sicht auf die Arbeit von Kindern

Die Christliche Initiative Romero (CIR) und der Verein zur Unterstützung arbeitender Kinder und Jugendlicher (ProNATs e.V.) haben heute in Berlin auf einer Pressekonferenz die geltende weltweite Ächtung der Kinderarbeit kritisiert. Hintergrund der Pressekonferenz war der Internationale Tag gegen Kinderarbeit, der am Samstag, 12. Juni, begangen wird.

Die beiden entwicklungspolitischen Organisationen treten für eine neue, differenzierte Sicht auf die Arbeit von Kindern ein. Statt des geltenden internationalen Verbotes der Kinderarbeit solle würdige Arbeit für Kinder möglich sein. Einrichtungen des Fairen Handels in Deutschland sollten Erzeugnisse aus Kinderhand vertreiben und damit arbeitenden Kindern und Jugendlichen in Ländern des Südens zu einer Existenz in Würde verhelfen.

Die Christliche Initiative Romero und ProNATs führen an, die pauschale Ächtung der Kinderarbeit beende die wirtschaftliche Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen nicht. “Ein Verbot und vehemente Erklärungen gegen die Kinderarbeit schaden sogar vielen arbeitenden Kindern”, stellt Johanna Fincke, Referentin der Christlichen Initiative Romero, hierzu fest. “Durch die internationale Ächtung der Kinderarbeit werden sie in die Illegalität gezwungen und dadurch noch leichter ausbeutbar gemacht. Gemeinsam mit den arbeitenden Kindern und Jugendlichen fordern wir stattdessen kindgerechte, menschenwürdige Arbeitsbedingungen sowie eine Vereinbarkeit von Schule und Arbeit. Der Faire Handel in Deutschland sollte hierbei eine Vorreiterrolle einnehmen, indem er die Kinder darin unterstützt.”

“Dass ein pauschales Verbot von Kinderarbeit die Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen nicht beendet, hat erst jüngst die Global Child Labour Conference in Den Haag gezeigt”, ergänzt Prof. Dr. Manfred Liebel, ProNATs-Vorstandsmitglied und wissenschaftlicher Leiter des European Network of Masters in Children’s Rights (ENMCR). Auf der Konferenz hatte die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) Anfang Mai eingestehen müssen, dass die weltweite Abschaffung der Kinderarbeit nicht wie noch vor vier Jahren von ihr verkündet “zum Greifen nah” sei. “Dieses Problem wird auch die neue Roadmap der ILO zur völligen Abschaffung der ,schlimmsten Formen der Kinderarbeit’ bis 2016 nicht lösen”, so Liebel. Zudem, führt der Soziologe an, werde Arbeit von Kindern fälschlicherweise durchweg negativ definiert. “Der belastete Begriff ,Kinderarbeit’ vernebelt uns die Hirne”, stellt Liebel hierzu fest.

Dass die weltweite Ächtung der Kinderarbeit auch von denen skeptisch gesehen wird, die sie angeblich schützen soll – den Kindern vornehmlich in Ländern des globalen Südens -, machte auf der Pressekonferenz die 14-jährige Nicaraguanerin Francis Estefania Zeas deutlich: “Die arbeitenden Kinder in meinem Land erhalten nur sehr wenig Aufmerksamkeit seitens der Regierung. Die Regierung verlangt, dass die Kinder nicht arbeiten, gibt den Müttern und Vätern allerdings keine Unterstützung”, kritisiert die Jugendliche, die in ihrer Heimatstadt Jinotega durch ihre Arbeit zum Unterhalt der Familie beiträgt und ihren Schulbesuch finanziert. “Die Regierung müsste, wie überhaupt die Regierungen in der Welt, dafür sorgen, dass Eltern für ihre Arbeit angemessene Löhne erhalten”, fordert Francis Estefania Zeas, die sich als Nachwuchsjournalistin für die Rechte von Kindern in ihrem Land engagiert. “Für arbeitende Kinder müssen darüber hinaus bessere Bedingungen geschaffen werden: Sie müssen gerechte Löhne bekommen und die Möglichkeit, zusätzlich zu ihrer Arbeit zur Schule zu gehen.”

Ein gerechter Handel mit Waren aus Kinderhand wäre nach Ansicht von ProNATs und der Christlichen Initiative Romero ein sinnvoller Schritt, um die wirtschaftliche Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen zu bekämpfen: Kooperativen bieten arbeitenden Kindern in den Ländern des Südens einen Rahmen, in dem sie ohne Ausbeutung, selbstbestimmt und sicher arbeiten – und zur Schule gehen können. Solche Kinderkooperativen, in denen Kinder weitgehend selbst über ihre Arbeitsbedingungen entscheiden, gibt es bereits in Peru, Kolumbien und anderen Ländern. Für ihre vielfältigen Produkte suchen sie AbnehmerInnen, die einen fairen Preis zahlen. Der Faire Handel ist nach Ansicht von ProNATs und Christlicher Initiative Romero hierfür geradezu prädestiniert. Das Problem hierbei: Ein Markenzeichen des gerechten Handels in Deutschland ist bislang ein Verkaufssortiment, das Produkte aus Kinderhand ausschließt. Der Faire Handel in Deutschland solle, so die Forderung der beiden entwicklungspolitischen Organisationen, dahingehend neue Positionen erarbeiten, um Kindern in Ländern des Südens ein Arbeiten in Würde zu ermöglichen.

Quelle: fair-NEWS.de

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CARE Jahresbericht 2009: „Jahr der leisen Katastrophen“

Mittwoch, 9. Juni 2010

Einnahmen um 18 Prozent gesteigert / Klimawandel erschwert Armutsbekämpfung

Die Hilfsorganisation CARE Deutschland-Luxemburg setzt ihren Wachstumskurs fort und konnte die Gesamteinnahmen im Jahr 2009 um 18 Prozent auf insgesamt 20 Millionen Euro steigern. Dies geht aus dem Jahresbericht 2009 hervor, den CARE heute in Berlin vorgelegt hat. Dabei weist CARE unter anderem auf die immer stärkeren Auswirkungen des Klimawandels hin, die den Kampf gegen Armut zunehmend erschweren.

„Wir freuen uns über das Vertrauen, dass uns von den Institutionen der Bundesrepublik, der Europäischen Union und vor allem unseren privaten Spendern geschenkt wird“, erklärte Dr. Anton Markmiller, der das Amt des Hauptgeschäftsführers zum 1. Oktober 2009 übernahm. Aber CARE ruhe sich auf diesen Erfolgen nicht aus und wolle seine Arbeit 2010 weiter ausbauen. Denn eins sei klar: „Während wir in Europa Hilfspakete für Banken und den Euro schnüren, dürfen wir die Ärmsten der Armen nicht vergessen. CARE-Pakete haben nach dem 2. Weltkrieg hunderttausenden Familien geholfen, zu überleben. Heute werden in Katastrophen immer noch Pakete ausgegeben, um ein erstes Überleben zu sichern. Langfristig setzt CARE auf eine selbstbestimmte und nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit gegen Armut, Unterdrückung und Not.“ Im letzten Jahr wurden in 30 Ländern 129 Projekte umgesetzt.

Der Jahresbericht zeigte zudem die Bedeutung von medialer Aufmerksamkeit für Katastrophen. Anders als 2008 in Myanmar oder Anfang dieses Jahres in Haiti gab es 2009 keine von den Medien intensiv begleitete Krise. Auch deshalb seien die privaten Spendeneinnahmen, im Gegensatz zu den öffentlichen Zuwendungen, leicht zurückgegangen. „2009 war das Jahr der leisen Katastrophen“, betont Heribert Scharrenbroich, Vorstandsvorsitzender von CARE Deutschland-Luxemburg. „Die Zahl der Hungernden überstieg erstmals die Marke von einer Milliarde Menschen – eine Hiobsbotschaft, die in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wurde. Auch die Überflutungen in Südostasien im Herbst und die Flüchtlingskrisen in Sri Lanka und Pakistan fanden wenig Aufmerksamkeit.“

2009 machte aber auch deutlich, dass die Auswirkungen des Klimawandels in weiten Teilen der Welt bereits spürbar sind und die Armutsbekämpfung deutlich erschweren. „Humanitäre Organisationen wie CARE sehen schon heute in ihrer täglichen Arbeit die Folgen des Klimawandels. Mitarbeiter berichten uns von unregelmäßigen Regenfällen, häufigeren Dürren und stärkeren Überflutungen“, so Scharrenbroich. Ein internationales Klima-Team von CARE nehme zudem regelmäßig an den UN-Klimaverhandlungen teil, um sicherzustellen, dass die Bedürfnisse der Ärmsten der Armen nicht von der Agenda rutschen und relevante Anpassungsmaßnahmen und deren Finanzzusagen gewährt und erfüllt werden. Im Hinblick auf die derzeit stattfindenden Klimaverhandlungen in Bonn, die die nächste große Klimakonferenz im Dezember in Mexiko vorbereiten soll, mahnte Scharrenbroich an: „Wir dürfen uns nicht in Zahlenspielen um Emissionsrechte und Finanzzusagen verlieren. Bonn muss ein Signal aussenden, dass jetzt endlich Ernst gemacht wird mit dem gemeinsamen, solidarischen Kampf gegen den Klimawandel.“

Quelle: CARE Deutschland-Luxemburg e.V.

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ÄRZTE OHNE GRENZEN warnt vor Rückzug im Kampf gegen HIV/Aids

Donnerstag, 3. Juni 2010

Mit dem Bericht “No time to quit: HIV/Aids treatment gap widening in Africa” warnt ÄRZTE OHNE GRENZEN vor dem Rückzug der internationalen Gebergemeinschaft aus dem Kampf gegen HIV/Aids.

Der Bericht analysiert, wie sich der Rückzug der Geber in acht Ländern südlich der Sahara auswirkt. ÄRZTE OHNE GRENZEN hat in diesen Ländern aus erster Hand erfahren, wie unzureichende Finanzmittel den Kampf gegen Aids gefährden.

“Neun Millionen Menschen weltweit benötigen dringend eine Behandlung und haben immer noch keinen Zugang zu lebensrettenden Medikamenten. Es besteht die Gefahr, dass viele von ihnen in den nächsten Jahren sterben, wenn die erforderlichen Maßnahmen nicht getroffen werden. Der Rückzug der Geber droht, all die Erfolge zu untergraben, die in den letzten Jahren erzielt wurden”, sagt Mit Philips, Expertin für Gesundheitspolitik bei ÄRZTE OHNE GRENZEN und eine der Autorinnen des Berichts. “Wie können wir den Kampf auf halber Strecke aufgeben und so tun, als sei die Krise überwunden?”

Das US-amerikanische PEPFAR-Programm zur Bekämpfung von HIV/Aids hat die Ausgaben für HIV-Medikamente 2009 und 2010 gesenkt und sein Gesamtbudget eingefroren. Der Globale Fonds, die größte Finanzierungsorganisation im Kampf gegen HIV/Aids, sieht sich mit einem massiven Finanzierungsdefizit konfrontiert. In den Jahren 2009 und 2010 wurden bereits genehmigte Länderzuschüsse um 8 bis 12 Prozent reduziert. Ein entscheidendes Datum wird die Geberkonferenz des Globalen Fonds im Oktober in New York sein, wo die Geberländer ihre Finanzzusagen für die nächsten drei Jahre bekannt geben.

Die Kürzungen der Finanzmittel haben in Ländern wie Südafrika, Uganda und in der Demokratischen Republik Kongo unmittelbare Auswirkungen. In der Demokratischen Republik Kongo musste die Zahl neuer Patienten für eine antiretrovirale Therapie auf ein Sechstel reduziert werden.

Unterbrechungen und Verzögerungen der Medikamentenversorgung sind bereits Realität und könnten zur Regel werden, wenn nicht genügend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. ÄRZTE OHNE GRENZEN hat erst kürzlich Malawi, Simbabwe, die Demokratische Republik Kongo, Kenia und Uganda mit Notfall-Medikamenten unterstützt.

“HIV/Aids bleibt eine massive Krise und erfordert eine außergewöhnliche Antwort. ÄRZTE OHNE GRENZEN fordert daher ein nachhaltiges und erneuertes Engagement der Geber und der nationalen Regierungen im Kampf gegen HIV/Aids, so dass dieser verheerenden Krise angemessen begegnet werden kann”, sagt Mit Philips.

Quelle: Offenes-Presseportal

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Jubiläum: 10 Jahre Kampf für Straßentiere in der Ukraine/ 5 Jahre erfolgreiches Tierschutzprojekt Odessa

Mittwoch, 26. Mai 2010

Der Deutsche Tierschutzbund kämpft in Odessa in der Ukraine seit dem Jahr 2000 für ein besseres Leben der zigtausend Straßentiere. Vor fünf Jahren öffnete dann das Tierschutz- und Kastrationszentrum des Deutschen Tierschutzbundes in Odessa seine Türen.  Mit dem Konzept “Fangen, Kastrieren, Freilassen” haben die Tierschützer das qualvolle Fangen und das Töten der Straßentiere in Odessa beendet. Mit diesem Kastrationsprogramm verfolgt der Verband anschaulich das Prinzip der „Hilfe zur Selbsthilfe”. Denn der Versuch, durch den Transport von Straßentieren aus anderen Ländern nach Deutschland zu helfen, löst das offensichtliche Tierschutzproblem vor Ort nicht. Mithilfe des Projekts werden Hunde und Katzen medizinisch versorgt, geimpft, kastriert und anschließend an ihrem Herkunftsort wieder freigelassen. Erfreulicherweise können aber auch immer mehr Hunde und Katzen an Tierfreunde in Odessa vermittelt werden.  Zum Projekt in der Ukraine ist nun auch ein neuer Video-Podcast erschienen, der auf der Homepage www.tierschutzbund.de heruntergeladen werden kann.

„Durch die Unterstützung vieler Tierfreunde konnten wir tausende Straßentiere medizinisch versorgen, kastrieren und ihnen eine lebenswerte Zukunft geben“, freut sich Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Vor Beginn des Tierschutzprojekts wurden jährlich tausende Hunde qualvoll erstickt, weil man glaubte, nur so die große Zahl an Straßentieren reduzieren zu können. Doch die Fang- und Tötungsmethoden waren nicht nur brutal, sondern auch sinnlos: Die Lücken, welche die Hunde in ihren Revieren hinterließen, nahmen schnell nachrückende Tiere ein. Ein Teufelskreis.

Mehr als 25.000 Straßentiere konnten seit der Eröffnung des Tierschutz- und Kastrationszentrums behandelt werden. Nach der Kastration und einer Erholungsphase im Tierschutzzentrum, in der sie umfassende Pflege erhalten, werden sie wieder in ihr angestammtes Revier entlassen oder an Tierfreunde in Odessa vermittelt. Erfreulicherweise lassen auch immer mehr Tierhalter ihre eigenen Hunde und Katzen kastrieren, denn nur so lässt sich das Problem dauerhaft lösen.

Unter www.tierschutzbund.de/odessa_quiz.html ist ein Preisausschreiben zum Tierschutzprojekt zu finden. Ebenso wie der aktuelle Video-Podcast, der auch bei iTunes abgerufen werden kann.

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

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Afrikatag am 25. Mai: Eigenständige Entwicklung fördern, Stereotype bekämpfen, Rechte einfordern

Dienstag, 25. Mai 2010

Zum Afrikatag am 25.5.2010 fordert der Solidaritätsdienst-international e.V. (SODI) die Bekämpfung kolonialer Denkmuster und rassistischer Klischees über AfrikanerInnen sowie die Förderung lokaler Prozesse und Rechte.

Ob unfaire Handelsbedingungen, großflächige Landnahme, Ressourcenkonflikte oder Bedrohungen durch den Klimawandel – Afrika sieht sich aktuell großen Herausforderungen entgegen. Trotz intensiver Bemühungen lebt zwei Fünftel der afrikanischen Bevölkerung in Armut. Nahrungsmittel- und Wirtschaftskrise oder Verbreitung von HIV/AIDS erschweren die Entwicklung.

Seit seiner Gründung engagiert sich SODI daher für die soziale und politische Entwicklung im südlichen Afrika. Gemeinsam mit Partnern – lokalen Nichtregierungsorganisationen, religiösen Gruppen, Frauenverbänden – soll ein selbst bestimmtes Leben für benachteiligte Personen erreicht werden. Partizipation und Eigenverantwortlichkeit bei der Realisierung der Projekte, bestärken die Menschen darin, ihren eigenen Lebensstandard zu verbessern. Mit dem Bau von Trockentoiletten, der Förderung von HIV/AIDS-Aufklärungsunterricht oder Stärkung der ländlichen Entwicklung sollen nachhaltige Wirkungen erreicht werden. „Dabei geht es nicht um den Transport von Ideen nach Afrika, jegliche Form von eurozentristischem Handeln soll durchbrochen werden. Seit Anbeginn unserer Projektarbeit in Afrika fördern wir lokale Prozesse, Ideen und Initiativen, da sie am besten geeignet sind, Armut zu bekämpfen und Abhängigkeitsstrukturen zu überwinden.“, so Andreas Bohne, Projektbearbeiter Afrika.

In Deutschland liegt der Schwerpunkt von SODI im Bereich der Kampagnen- und Bildungsarbeit. Koloniale Denkmuster, rassistische Klischees und Stereotype über AfrikanerInnen sollen bekämpft und ein Umdenken erreicht werden. Kritische Aufarbeitungen von Verwicklungen in Kolonial- und Apartheidzeit werden thematisiert – hier verlangt SODI Verantwortung zu übernehmen. Mit Konferenzen und Diskussionsveranstaltungen wird über politische, ökonomische und soziale Entwicklungen informiert. Die Forderung nach einer Finanztransaktionssteuer, die zur Umsetzung der Millenniumentwicklungsziele in Afrika beitragen kann, wird ebenso angemahnt wie der Stopp der EPA-Gespräche mit ihrer neoliberalen Zielrichtung. „SODI ist sich bewusst, dass die Ziele der Inlandsarbeit nur mit einer guten Vernetzung der afrikanischen Diaspora erreicht werden können“, ergänzt Sylvia Werther, Geschäftsführerin von SODI.

Quelle: fair-NEWS.de

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CARE: Mit der UNO Nahrung für 1,5 Millionen Menschen im Niger

Donnerstag, 20. Mai 2010

Scharrenbroich: „Klimawandel ernster nehmen und bekämpfen“ / Flucht in die Städte

Das Welternährungsprogramm der UNO hat gemeinsam mit den nigrischen Behörden eine großangelegte Lebensmittelverteilung gestartet – einer der Partner ist die Hilfsorganisation CARE. Insgesamt werden in den kommenden Wochen 1,5 Millionen Menschen versorgt. Jeder fünfte Bewohner des westafrikanischen Landes ist von der immer bedrohlicher werdenden Nahrungskrise betroffen, deren Ursachen in den unzureichenden Regenfällen während der letzten Erntezeit liegen. Darauf hat CARE bereits mehrfach aufmerksam gemacht.

Viele Familien haben die täglichen Mahlzeiten reduziert oder mussten ihre Dörfer verlassen, weil es keine Nahrung mehr gibt. Das führt zu einer „Überforderung der Städte“, so CARE-Vorstandsvorsitzender Heribert Scharrenbroich. „Die Menschen werden gezwungen, ihre Heimat zu verlassen, wenn sie überleben wollen.“ Scharrenbroich weist erneut auf einen „Zusammenhang zwischen der Klimaveränderung und häufiger auftretenden Dürren“ hin: „Der Klimawandel wird in seinen Auswirkungen auf die Ärmsten der Armen immer noch nicht ernst genug genommen.“

CARE hat die Nahrungsverteilung in Toudoun Al-Hadjim begonnen, einem Dorf in der Region von Tahoua in Zentralniger. Dort sind mehr als 40 Prozent der Bevölkerung von der Nahrungsmittelkrise betroffen.

In den kommenden Tagen verteilt CARE 2.000 Tonnen Getreide an mehr als 18.000 Haushalte. Damit werden rund 126.000 Menschen in über 600 Dörfern erreicht. Die am meisten gefährdeten Haushalte erhalten zunächst je 100 Kilo Getreide für durchschnittlich sieben Familienmitglieder.

Quelle: CARE Deutschland-Luxemburg e.V.

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