Archiv für die Kategorie „Tierschutz“

Neue EU-Biozid-Verordnung muss Tierschutz stärker berücksichtigen

Mittwoch, 10. März 2010

Heute wird im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit im Bundestag über den von der Europäischen Kommission im Juni 2009 vorgelegten Vorschlag für eine Biozid-Verordnung beraten. Diese Verordnung soll die bisher gültige EU-Richtlinie 98/8/EG ablösen. Der Deutsche Tierschutzbund appelliert an die Mitglieder des Umweltausschusses den Tierschutz stärker zu berücksichtigen. Tierversuche und die Anwendung giftiger Stoffe gegen leidensfähige Wirbeltiere müssen vermieden werden.

Die Absicht der Kommission, den Schutz der Umwelt und Verbraucher verbessern zu wollen, ist grundsätzlich begrüßenswert. Aus Sicht des Tierschutzes besteht bei dem vorgelegten Vorschlag für eine Biozid-Verordnung aber noch enormer Nachbesserungsbedarf. So sind für die Sicherheitsprüfung von Bioziden Tierversuche in den Datenanforderungen vorgesehen. „Den Grundsatz, auf Tierversuche wo immer möglich zu verzichten, muss der Gesetzestext stärker zur Geltung bringen. Und es muss geprüft werden, inwiefern die bereits vorgesehenen Tierversuche durch Alternativen ersetzt werden können“, betont Brigitte Rusche, Leiterin der Akademie für Tierschutz und Vizepräsidentin des Deutschen Tierschutzbundes. „Tierversuche sind nicht das geeignete Mittel, um die Unbedenklichkeit von Bioziden sicherzustellen. Sie verursachen millionenfaches Tierleid und sind darüber hinaus auch aus wissenschaftlicher Sicht problematisch.  Die Aussagekraft von Erkenntnissen aus Tierversuchen bezüglich Gesundheitsrisiken für den Menschen ist stark umstritten“, so Rusche weiter.

Im vorgeschlagenen Gesetzestext finden sich bereits gute Ansätze, die dazu beitragen sollen, Tierversuche im Rahmen der Verordnung zu vermeiden oder zu reduzieren. Diese müssen jedoch weiter ausgebaut und gewissenhaft verfolgt werden. Auch eine regelmäßige Überprüfung der Datenanforderungen ist dringend notwendig, um zu gewährleisten, dass nur die modernsten und sichersten Methoden eingesetzt werden und neue Alternativmethoden zügig und unbürokratisch in die Verordnung aufgenommen werden. Rusche dazu: „Es sollten vorzugsweise tierversuchsfreie Testverfahren bei der Risikoabschätzung zum Einsatz kommen und die Antragsteller zur gemeinsamen Nutzung bereits existierender Tierversuchsdaten verpflichtet werden.“ Es muss unbedingt ermöglicht werden, dass alle notwendigen Daten zu bereits durchgeführten Tierversuchen für die Antragsteller zugänglich gemacht werden, um die doppelte Durchführung von Tierversuchen zu vermeiden.

Darüber hinaus kritisiert der Deutsche Tierschutzbund den vorgesehenen Einsatz von stark giftigen Bioziden gegen leidensfähige Wirbeltiere, der die Tiere in vielen Fällen qualvoll verenden lässt, obwohl durch vorbeugende Maßnahmen eine Schädlingsproblematik schon vor der Entstehung zu vermeiden gewesen wäre. „Auf den Einsatz besonders giftiger Biozide muss verzichtet werden. Außerdem fordern wir, dass nach dem Substitutionsprinzip Biozide durch solche ersetzt werden, die weniger giftig oder umweltgefährdend sind“, so Rusche. Zusätzlich müsse eine Strategie zum Umgang mit sogenannten Schadorganismen entworfen werden, die auf vorbeugende Maßnahmen und Methoden und den Einsatz von Stoffen mit abschreckender Wirkung (Repellentien) aufbaut.

Hintergrund:
Biozide sind nach ihrer Definition Stoffe, die Leben vernichten sollen. Von daher sollten solche Produkte aus der Sicht des Tierschutzes überhaupt nicht gegen leidensfähige Wirbeltiere wie Ratten oder Vögel eingesetzt werden. Die Sicherheit und die Wirkung von Bioziden muss ohne Tierleid festgestellt werden, fordert der Deutsche Tierschutzbund.

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Digg
  • del.icio.us
  • StumbleUpon
  • Reddit
  • Webnews
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Facebook
  • Furl
  • Google Bookmarks
  • LinkedIn
  • Slashdot
  • Technorati
  • TwitThis
  • Weblinkr
  • YahooMyWeb

Willkommen Wolf in Bayern

Montag, 8. März 2010

NABU: Nach über 150 Jahren neue Chance zur Rückkehr

Mehr als 150 Jahre nach seiner Ausrottung leitet sich die Rückkehr des Wolfes nach Bayern ein. Nach Angaben des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt wurde im Mangfallgebirge ein Wolf genetisch nachgewiesen. „Der NABU heißt den Wolf der Alpenpopulation in Deutschland Willkommen. Der Trend, dass sich die Wolfsbestände positiv erholen, gilt europaweit“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Wölfe waren einst in ganz Europa verbreitet, wurden jedoch vom Menschen ausgerottet. Im Jahr 2000 wurden in Ost-Sachsen erstmals wieder Wölfe in Freiheit geboren. Die Elterntiere waren aus Osteuropa eingewandert.
Inzwischen hat sich in Sachsen ein Bestand von sechs Rudeln etabliert.

Der Wolf im bayerisch-österreichischen Grenzgebiet ist nun seit langer Zeit wieder ein Vertreter der Alpenpopulation in Deutschland. Schon 2006 war ein Wolf aus dem Alpenraum eingewandert, wurde jedoch nach kurzer Zeit überfahren. Mit dem jetzigen Einwanderer setzt nun neben den aus Osteuropa stammenden Wölfen eine zweite Wolfspopulation ihre Pfoten auf deutschen Boden. Dies werten Experten als eine große Chance. „Wenn der Wolf in Europa langfristig überleben soll, muss in großen Maßstäben gedacht werden, denn der genetische Austausch zwischen den dünn verteilten Beständen ist enorm wichtig“, sagte NABU-Wolfsexperte Markus Bathen. Wölfe leben in einer Dichte von nur etwa einem Tier auf 40 Quadratkilometern. „Falls sich über kurz oder lang die deutsch-westpolnischen Wölfe und die Alpenpopulation in Deutschland miteinander vermischen, wäre das eine große Chance für das Überleben der Wölfe in Europa“, erklärte Bathen.

Nach Erkenntnissen im größten deutschen Wolfsgebiet, der brandenburgisch-sächsischen Lausitz, ernähren sich Wölfe hauptsächlich von Rehen, Rothirschen und Wildschweinen. Sie bevorzugen alte und kranke Beutetiere, daher sind nachhaltig negative Auswirkungen auf die Wildtierbestände nicht erkennbar. In Einzelfällen kommt es dazu, dass Wölfe Schafe fressen. Sowohl in der Lausitz als auch in vielen europäischen Bergregionen sind jedoch gute Erfahrungen mit Schutzmaßnahmen wie Herdenschutzhunden gemacht worden. „Die Erfahrungen belegen, dass sich die Schäden bis auf wenige Einzelausnahmen fast gegen Null reduzieren lassen. Dieser Herausforderung des Herdenschutzes wollen wir uns gemeinsam mit den Landwirten stellen“, so Bathen. Um mit allen Betroffenen einen gemeinsamen Weg von Mensch und Wolf zu finden, hat Bayern mit der ersten Stufe des Managementplans Wolf schon wichtige Vorarbeit geleistet. Der NABU geht davon aus, dass nun die zweite Stufe, die sich mit wenigen, standorttreuen Tieren befasst, angegangen werden kann.

Seit vier Jahren fördert der NABU das Verständnis für den einst verteufelten Wolf mit seinem Projekt „Willkommen Wolf!“. „Rotkäppchen irrt“ ist der Titel einer aktuellen Aktionsmappe für Kindergärten, in der spielerisch das wahre Wesen des scheuen Wildtieres vermittelt wird.

Quelle: NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.

Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Digg
  • del.icio.us
  • StumbleUpon
  • Reddit
  • Webnews
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Facebook
  • Furl
  • Google Bookmarks
  • LinkedIn
  • Slashdot
  • Technorati
  • TwitThis
  • Weblinkr
  • YahooMyWeb

Deutscher-Tierhilfe-Verband überprüfte 20 Tierhandlungen in Hamburg

Mittwoch, 3. März 2010

tierschutz1Missstände festgestellt und beim Veterinäramt angezeigt – Bildmaterial vorhanden.

Im Rahmen einer bundesweiten Recherche hat der Deutsche Tierhilfe Verband e.V. (DTV) letzte Woche 20 so genannte Tierhandlungen in Hamburg unter die Lupe genommen. Im Fokus der Tierschützer stand die Tierhaltung in den Verkaufsräumen der Zoo- und Tierhandlungen. “Das Ergebnis der Überprüfung überrascht uns nicht, ist aber dennoch für Tiere niederschmetternd”, fasst Michael Freitag vom Deutschen Tierhilfe Verband e.V. die Hamburger Recherche zusammen. So haben die Tierschützer viele Tiergehege vorgefunden, die offensichtlich nicht regelmäßig gereinigt wurden und verschmutzt waren. Aber auch Tiere, die unter Verhaltensstörungen leiden, wurden gefunden, so werden in einer Tierhandlung zwei Kakadus in einem kleinen Käfig ohne Rückzugsmöglichkeit gehalten. Das angesprochene Verkaufspersonal gab an, dass der Käfig viel zu klein sei, sie aber dennoch froh seien, denn der alte Käfig sei noch kleiner gewesen. Auf die klaren stereotypischen Verhaltensstörungen wurde erwidert, dass die Tiere kommunizieren wollten. “Es war erschreckend, mit anzusehen, wie die Kakadus leiden und das Verkaufspersonal offensichtlich nicht in der Lage ist, auf die Bedürfnisse der Tiere einzugehen und sie artgerecht zu halten”, empört sich Freitag, der die Tierquälerei sowie das Gespräch mit der Verkäuferin per versteckter Kamera dokumentiert hat. Auch wurden Einzelhaltungen von Kampffischen vorgefunden und dokumentiert, laut rechtlich bindenden Leitlinien der TVT (Tierärztlichen Vereinigung) ist dies bereits seit Jahren aus Tierschutzgründen untersagt. Dabei wurden die Tiere besonders tierquälerisch in winzig kleinen Aquarien gehalten. “Besonders schlimm fand ich, dass wir in mehreren Zoogeschäften Dutzende tote Fische und einen toten Krebs gefunden haben, die Achtung vor dem Tier und der richtige Umgang bleibt wohl bei einigen Läden auf der Strecke, bei einem Verkaufpreis von wenigen Euros pro Tier ist das zwar nicht überraschend, aber dennoch nicht hinnehmbar”, kommentiert Freitag abschließend die Untersuchung.

Der Deutsche Tierhilfe Verband hat Anfang dieser Woche vier Tierhaltungen beim zuständigen Veterinäramt wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz angezeigt. Die umfangreiche Recherche wurde mit versteckter Kamera dokumentiert, das Bildmaterial stellen wir Ihnen gerne honorarfrei zur Verfügung.

Hier können Sie einen Videobeitrag von der Recherche einsehen: www.youtube.com/user/Tierhilfeverband

Erst vor wenigen Monaten hatte der Deutsche Tierhilfe Verband in Berlin Tierhandlungen unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse sorgten in der Hauptstadt für kräftigen Wirbel, tagelang berichteten die Medien über die Recherche, eine Tierhaltung wurde auf Grund der Anzeige durch den Deutschen Tierhilfe Verband vom Veterinäramt geschlossen, hier hat der DTV zusätzlich eine 30 Seiten lange Strafanzeige gestellt. Weitere Informationen zu dieser sowie der aktuellen Untersuchung finden Sie auch unter www.deutschertierhilfeverband.de.

Quelle: fair-NEWS.de

Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Digg
  • del.icio.us
  • StumbleUpon
  • Reddit
  • Webnews
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Facebook
  • Furl
  • Google Bookmarks
  • LinkedIn
  • Slashdot
  • Technorati
  • TwitThis
  • Weblinkr
  • YahooMyWeb

Keine Tierversuche mit Flipper!

Dienstag, 2. März 2010

US-Forscher haben über das Nachrichtenportal des Wissenschaftsjournals Science, ScienceNOW, erklärt, dass sie Delfine für geeignete „Modellorganismen“ für medizinische Experimente halten. Der Deutsche Tierschutzbund kritisiert die Planspiele, diese geistig hochstehenden, sensiblen Tiere in Tierversuchen zu quälen, als wissenschaftlich fragwürdig und ethisch unvertretbar. Zumal in der gleichen Ausgabe auch Experten fordern, Delfine aufgrund ihrer hohen geistigen und sozialen Fähigkeiten als nichtmenschliche Personen einzustufen.

Bei einer Tagung in San Diego, Kalifornien, vertraten Wissenschaftler die Ansicht, dass Delfine nach den Menschen die intelligentesten Lebewesen sind: Sie haben ausgeprägte Persönlichkeiten und ein individuelles Bewusstsein. Die Tiere können sich auch Vorstellungen über zukünftige Ereignisse machen. Darüber hinaus haben Delfine ausgeprägte soziale Fähigkeiten. Innerhalb ihrer Herden geben sie Wissen oder Spielverhalten weiter.

Delfine können in Gefangenschaft nicht artgerecht gehalten werden. Sie haben in Freiheit Reviere von bis zu Hunderten von Quadratkilometern. Sie sind äußerst empfindliche Tiere, die stark auf Stress reagieren und in künstlicher Umgebung unter der Einschränkung ihrer natürlichen Verhaltensweisen erheblich leiden. Bestände in Gefangenschaft müssen durch Wildfänge aus Treibjagden aufgefüllt werden, da die Nachzucht nicht nachhaltig ist. „Diese Erkenntnisse bestätigen unsere Forderung, dass die Haltung von Delfinen in Gefangenschaft, zu welchem Zweck auch immer, in keiner Weise zu rechtfertigen ist“, so Roman Kolar, stellvertretender Leiter der Akademie für Tierschutz des Deutschen Tierschutzbundes.

Umso heftiger kritisiert der Deutsche Tierschutzbund Wissenschaftler, die fernab jeglicher Moral Delfine als Versuchstiere von morgen bewerben: Bei Delfinen, die sich im Besitz der US-Marine befinden, wurde angeblich festgestellt, dass sie ihren Blutzuckerspiegel sehr effizient regulieren können. Prompt folgern einige Forscher in „Science“, dass Delfine als neuer „Modellorganismus“ zur Erforschung von Diabetes dienen könnten. „Solche Versuche sind ethisch vollkommen untragbar“, äußert sich Roman Kolar. „Geistig so hochstehende Tiere leiden in Versuchssituationen erbärmlich. Und dass die ohnehin gravierenden wissenschaftlichen Probleme mit Tierversuchen, insbesondere was deren Übertragbarkeit auf den Menschen angeht, bei Meeressäugern besonders schwer wiegen, liegt auf der Hand. Delfine brauchen den Schutz des Menschen und sollten nicht als Labortiere missbraucht werden.“

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Digg
  • del.icio.us
  • StumbleUpon
  • Reddit
  • Webnews
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Facebook
  • Furl
  • Google Bookmarks
  • LinkedIn
  • Slashdot
  • Technorati
  • TwitThis
  • Weblinkr
  • YahooMyWeb

Ab April darf in Nordrhein-Westfalen kein Kormoran mehr geschossen werden

Samstag, 27. Februar 2010

NABU begrüßt Entscheidung des Umweltministeriums als richtungsweisend

Der NABU Bundesverband und der NABU Nordrhein-Westfalen begrüßen die Entscheidung des Umweltministeriums, die Kormoran-Verordnung und den begleitenden Erlass in NRW auslaufen zu lassen. In einem Brief an die Vorsitzende des Umweltausschusses im Landtag von Ende Januar dieses Jahres kündigte Umweltminister Uhlenberg diese Entscheidung an. Damit dürfen ab 1. April keine Kormorane mehr geschossen werden. „Der NABU freut sich über diesen Richtungswechsel im Umweltministerium und wertet es als einen Schritt hin zu einer zukünftig verantwortungsvolleren Artenschutzpolitik“, erklärte Josef Tumbrinck, Vorsitzender des NABU NRW.

Besonders erfreulich sei aus Sicht des NABU, dass sich das Ministerium damit offensichtlich der Einschätzung des Naturschutzes angeschlossen habe, dass bei sinkenden Bestandszahlen die massiv angestiegenen Abschusszahlen nicht mehr zu verantworten seien. Mit Auslaufen der Verordnung dürften nun auch keine Ausnahmegenehmigungen zum Abschuss von Kormoranen in Naturschutzgebieten mehr erteilt werden. Gegen das Erteilen solcher Ausnahmegenehmigungen hatten die Naturschutzverbände in den vergangenen Jahren mehrfach erfolgreich geklagt.

„Nun ist es wichtig, die Erfassung der Kormoranbestände und deren Auswirkungen auf Fischerei, Aquakultur und heimische Fischbestände weiter fortzusetzen und zu qualifizieren“, so Tumbrinck weiter.
Selbstverständlich werde der NABU sich hier engagiert einbringen und ein anstehendes europäisch abgestimmtes Kormoran-Management konstruktiv begleiten.

Ein solches Kormoran-Management fordert das Europa-Parlament für den Kormoranbestand in ganz Europa. Zudem arbeitet die Europäische Kommission zurzeit an der Erstellung von Leitlinien für Ausnahmeregelungen von den Verbotsvorschriften zu Art.9 der EG-Vogelschutzrichtlinie, da die Mitgliedsstaaten die Ausnahmeregelung sehr unterschiedlich auslegen. Sobald die Kommission hier durch die neue Leitlinie Klarheit geschaffen hat, können – so Umweltminister Uhlenberg in seinem Schreiben weiter – die in NRW begonnenen fachlichen Überlegungen, die auch neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und Modelle berücksichtigen werden, leitlinienkonform umgesetzt werden.

Nordrhein-Westfalen könne damit zum Vorbild für all die Bundesländer werden, in denen der Kormoran nach wie vor geschossen werden darf.
„Nachdem dort Kormoran-Verordnungen in den letzten Jahren von Mal zu Mal verschärft worden sind, deutet sich in Nordrhein-Westfalen ein Umdenken an. Für den NABU , der den Kormoran zum ‚Vogel des Jahres 2010′
ernannt hat, ist das eine hoffnungsvolle Nachricht“, erklärte Markus Nipkow, Vogelschutzexperte im NABU-Bundesverband.

Quelle: NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.

Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Digg
  • del.icio.us
  • StumbleUpon
  • Reddit
  • Webnews
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Facebook
  • Furl
  • Google Bookmarks
  • LinkedIn
  • Slashdot
  • Technorati
  • TwitThis
  • Weblinkr
  • YahooMyWeb

Bremen rettet 20.000 Tiere pro Veggiday

Donnerstag, 4. Februar 2010

Als erste deutsche Stadt führt Bremen einen vegetarischen Wochentag ein und übernimmt damit eine Vorbildfunktion in Deutschland. Mehr als 20.000 Tiere pro Woche können in der Hansestadt verschont werden.

Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt beglückwünscht die Bremer Bürgerstiftung zu ihrem Vorstoß, einen vegetarischen Wochentag einzuführen. Gleichzeitig bittet sie alle Bremerinnen und Bremer, die Aktion zu unterstützen. Dadurch würden mehr als 20.000 Tierleben pro Veggiday gerettet werden. So viele Tiere enden an einem normalen Tag auf Bremens Tellern.

Nachdem der vegetarische Donnerstag im Mai letzten Jahres im belgischen Gent eingeführt wurde, hat er nun den Sprung nach Deutschland geschafft. Nicht nur die Tiere dürfen sich freuen, sondern auch Umwelt und Gesundheit profitieren: Es kann genauso viel CO2 eingespart werden wie 40.000 Autos im Jahr verursachen, wenn alle BremerInnen ein Mal pro Woche auf Fleisch verzichten, rechnet die Bremische Bürgerstiftung vor. Außerdem werden die Gesundheitskassen entlastet, denn die Deutschen essen ca. drei Mal mehr Fleisch als von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlen. Dadurch öffnen sie Volkskrankheiten wie Übergewicht, Herzinfarkt und Krebs Tür und Tor.

»Die Verantwortlichen in allen deutschen Städten sind nun aufgerufen, sich dem guten Beispiel Bremens anzuschließen – für die Gesundheit, für die Umwelt und für die Tiere«, so Wolfgang Schindler, Präsident der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt.
Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt setzt sich erfolgreich gegen die industrialisierte Massentierhaltung ein. Sie macht u.a. auf die Zusammenhänge zwischen Fleischkonsum, Umweltverschmutzung, Klimawandel und Gesundheit aufmerksam. Mehr erfahren Sie auf http://albert-schweitzer-stiftung.de.

Quelle: fair-NEWS.de

Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Digg
  • del.icio.us
  • StumbleUpon
  • Reddit
  • Webnews
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Facebook
  • Furl
  • Google Bookmarks
  • LinkedIn
  • Slashdot
  • Technorati
  • TwitThis
  • Weblinkr
  • YahooMyWeb

Globaler Hunger nach Haifischflossensuppe, Schillerlocke & Co rottet Meeresräuber aus

Mittwoch, 3. Februar 2010

NABU fordert strenge Schutzmaßnahmen

Im Vorfeld zur 15. Konferenz zum Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) vom 13. bis 25. März in Doha/Katar fordert der NABU strenge Schutzmaßnahmen für durch Überfischung bedrohte Haiarten wie Dorn-, Herings- und Hammerhaie sowie den atlantischen Blauflossenthun (Roter Thun). „Der weltweite Appetit auf Delikatessen wie Sushi, Haifischflossensuppe oder auch die in Deutschland so beliebte Schillerlocke treiben diese Meeresräuber an den Rand der Ausrottung“, warnt NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Gleichzeitig wies Tierparkchef Dr.
Stephan Hering-Hagenbeck beim gemeinsamen Pressegespräch von NABU und Tierpark Hagenbeck in Hamburg darauf hin, welche enorm wichtige Rolle Haie im Ökosystem Meer spielen und knüpfte die Verbindung zum für 2010 ausgerufenen „Internationalen Jahr der Biodiversität“.

In sechs Wochen ist es wieder so weit: Mehr als 2.000 Delegierte aus 175 Ländern werden auf der 15. CITES-Konferenz für zwei Wochen zusammenkommen, um über das Schicksal vieler Tierarten zu entscheiden – darunter acht Haiarten und der atlantischen Blauflossen-Thunfisch. „ Nie zuvor gab es auf einer CITES-Konferenz so viele Schutzanträge für Haie oder die Forderung nach einem Handelsstopp für eine kommerziell so bedeutende Art wie den Roten Thun. Das kommt nicht zu früh, denn es ist wirklich allerhöchste Zeit, dass der internationale Handel für diese massiv bedrohten Fischarten endlich kontrolliert bzw. beendet wird“, kommentiert die NABU-Artenschutz-Expertin Heike Finke.

Wirtschaftliche Interessen bedrohen das Überleben der Haie. Mehr als 100 Millionen Haie werden weltweit jährlich gefangen – vielen Arten droht durch die massive Überfischung das Aus. Dazu zählen auch heimische Arten wie der Dorn- und der Heringshai. Ihr hochwertiges Fleisch ist bei den europäischen Verbrauchern sehr begehrt. So wurden beispielsweise im Jahr 2000 allein in der EU 20.000 Tonnen Dornhai-Fleisch konsumiert – ob in Deutschland als Schillerlocke (geräucherter Bauchlappen) oder „very british“ als Fish & Chips.
Die große Nachfrage in Europa treibt international den kommerziellen Fischfang an und führt zur Ausrottung der Bestände. „Eine CITES-Listung auf Anhang II bedeutet zwar kein Fangverbot, dennoch begrüßt der NABU diesen wiederholten Anlauf der EU, über eine Listung zumindest Handelskontrollen einzuführen“, betont Tschimpke. Schon auf der 14.
CITES-Konferenz in Den Haag/Niederlande hatte Deutschland im Namen der EU einen Vorstoß gemacht, um entsprechende Regularien einzuführen. Ohne Erfolg.

Auch der Heringshai, der kleine „Neffe“ des Weißen Haies, schaffte vor drei Jahren den Sprung auf Anhang II nicht und steht nun in Doha wieder auf der Agenda. Sein Fleisch gilt als sehr hochwertig, es wird bezüglich der Qualität oft mit dem des Schwertfisches verglichen. Seine Flossen sind ebenfalls begehrt und werden, wie auch das Fleisch, international gehandelt. Die Konsequenz: Laut einer Bewertung von 2009 sind die nord- und südatlantischen Heringshai-Bestände mittlerweile um mehr als 50 Prozent zurückgegangen.

Statussymbol Haifischflossensuppe
Das Fleisch der Hammerhaie wie beispielsweise des Bogenstirn-Hammerhais, des Großen Hammerhais und des Glatten Hammerhais hingegen gilt als verhältnismäßig wertlos, dafür sind ihre Finnen Gold wert. Sie sind groß und weisen eine besonders hohe Dichte an langen Kollagenfasern auf. Genau diese Besonderheit macht sie zu einer äußerst teuren Delikatesse. Verkocht zu Haifischflossensuppe, sehen diese Fasern aus wie Spaghetti – je dicker und länger, umso besser und auch umso teurer. Bei Auktionen auf dem „Hong Kong Fish Market“ gehen die Flossen des Großen Hammerhais durchschnittlich für 135 $/kg über die Theke, für die Finnen des Bogenstirn-Hammerhais müssen ca. 103 $/kg hingeblättert werden, Glatter Hammerhai ist für 88 $/kg zu haben.
Zusammengenommen machen die Flossen dieser drei Hammerhai-Arten geschätzt sechs Prozent aller Finnen auf diesem Markt aus. Jährlich sterben Millionen Hammerhaie, damit Gastgeber in Südostasien ihren Gästen das prestigeträchtige Gericht (je nach Land kostet eine Schale zwischen 70 und 100 US-Dollar) vorsetzen können. Das bleibt nicht ohne Folgen für die Bestände, die durch die intensive Befischung immer stärker zurückgehen. „Experten schätzen, dass in manchen Regionen, wie beispielsweise dem Nordwestatlantik, die Bestände der Bogenstirn-Hammerhaie innerhalb von 15 Jahren um 89 Prozent zurückgegangen sind“, kommentiert Finke. Der Südseestaat Palau und die USA wollen dieser Ausbeutung nun endlich einen Riegel vorschieben und haben zur 15. CITES-Konferenz einen Antrag zur Listung dieser drei Hammerhai-Arten auf Anhang II eingereicht.

Die Flossen werden bei lebendigem Leib abgetrennt Der Weißspitzen-Hochseehai kann sich ebenfalls der Unterstützung dieser beiden Staaten sicher sein – Palau und USA haben auch für ihn eine Anhang-II- Listung beantragt. Dem großen Hai geht es an den Kragen, weil er riesige Flossen hat, die sich gut im Suppentopf machen. Oft landet der Weißspitzen-Hochseehai, auch Longimanus genannt, als Beifang auf dem Deck von Thunfisch- und Schwertfischfänger-Booten. 65 bis 88 Prozent dieser Tiere leben noch, wenn sie an einer dieser Langleinen hängen. Und die meisten von ihnen würden wohl überleben, ließe man sie wieder vom Haken. Das Problem: Ein Kilo Longimanus-Flossen bringt im internationalen Handel 45 bis 85 US-Dollar – ein schönes Zubrot für viele Fischer. Und da auf diesen Booten der Platz für wertvolle Thun- oder Schwertfische gebraucht wird, schneiden sie den Haien einfach die kostbaren Flossen ab und entsorgen die verstümmelten, noch lebenden Tiere im Meer, wo sie elendig verenden. Finning wird diese grausame Praktik genannt. Mittlerweile sind weltweit drastische Rückgänge der Longimanus-Populationen zu verzeichnen. „Diese rücksichtlose Praktik muss aufhören! Der NABU hofft, dass die Mehrheit der Delegierten in Doha die Hai-Listungsanträge unterstützt“, so Tschimpke.

Blauflossen-Thunfisch im Mittelmeer bald ausgestorben?
„Bei der Verhandlung des Antrags von Monaco – Handelsstopp für den atlantischen Blauflossen-Thunfisch – wird es bei der Konferenz hoch hergehen. Wir erwarten heftigen Widerstand einiger Vertragsstaaten“, erläutert die Artenschutzexpertin Heike Finke. Für den Blauflossen-Thunfisch (Roter Thun) ist es eine Minute vor zwölf. Seit Jahren warnen Experten, dass die Bestände unter dem Druck der massiven Befischung kollabieren werden. Ihre Prognosen scheinen sich zu
bestätigen: Der Bestand der fortpflanzungsfähigen Tiere ist im Ostatlantik und im Mittelmeer zwischen 1957 und 2007 um 74,2 Prozent zurückgegangen, am stärksten in den letzten zehn Jahren (60,9 Prozent). Selbst bei einem fast vollständigen Fangverbot bis 2022 würden die Bestandszahlen in den ersten Jahren weiter sinken, vermuten Wissenschaftler.

Thunfisch-Fang hat in den Mittelmeerländern lange Tradition. Schon die Römer haben die großen Fische mit Leinen gefangen. Allerdings blieb die Fischerei bis zum 20. Jahrhundert dank der einfachen Fangtechniken nachhaltig. Danach rüsteten die Fischer auf, denn Blauflossen-Thunfisch wurde – dank der Dose – lukrativ. Hinzu kam, dass in den Achtziger-Jahren der Sushi- und Sashimi-Markt in Japan förmlich explodierte. Um die große Nachfrage befriedigen zu können, machen heute High-Tech-Flotten mit Hilfe von Radar und Sonar, riesigen Netzen und Langleinen Jagd auf die schnellen Fische. Das große Geld lockt. Die Fangquoten sind – entgegen wissenschaftlicher Empfehlungen – immer noch großzügig bemessen, dazu kommt eine hohe Dunkelziffer an illegalen Fängen. Ändert sich die Situation nicht, droht die unwiederbringliche Ausrottung der Blauflossen-Thunfische im Mittelmeer.

„Monaco“, erklärt Tschimpke, „ ist mit gutem Beispiel vorangegangen. Im ganzen Fürstentum ist der atlantische Blauflossen-Thunfisch von den Speisekarten und den Regalen verschwunden – ganz freiwillig und ohne Handelsstopp.“

Quelle: NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.

Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Digg
  • del.icio.us
  • StumbleUpon
  • Reddit
  • Webnews
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Facebook
  • Furl
  • Google Bookmarks
  • LinkedIn
  • Slashdot
  • Technorati
  • TwitThis
  • Weblinkr
  • YahooMyWeb

Große Rettungsaktion in Vitzeroda

Montag, 1. Februar 2010

tierschutz1aktion tier und Tierheim Meißen Winkwitz e.V. übernehmen 16 Gnadenhof-Hunde aus ehemaliger Kaserne

Am 26. Januar haben aktion tier und sein Kooperationspartner Tierheim Meißen-Winkwitz e.V. 16 Hunde von einem Tierhof bei Vitzeroda abgeholt und in das Tierheim nach Meißen gebracht. Auf dem mit etwa 120 Hunden völlig überbelegten Gnadenhof in einer ehemaligen Kaserne hatte sich die Lage um die Weihnachtszeit dramatisch zugespitzt. Hilferufe und Fotos von schmutzigen, tief im Schlamm stehenden Hunden in provisorischen Gehegen machten im Internet die Runde.

aktion tier bot daraufhin dem zuständigen Veterinäramt in Bad Salzungen seine Hilfe an. Die Übernahme der 16 Hunde, die Margitta Prass als Betreiberin des Gnadenhofs freiwillig abgab, fand im Beisein des Amtstierarztes Herrn Bernhard statt. “Die Aufnahme, Versorgung, Un-terbringung und spätere Vermittlung der 16 Hunde im Tierheim in Meißen kostet uns etwa 10.000 Euro”, sagt Ursula Bauer von aktion tier- Berlin. “Die Tiere sind nicht geimpft, viele nicht kastriert, einige haben Bißverletzungen, Milben und Exzeme”, ergänzt Mario Assmann vom Tierheim Meißen-Winkwitz.

1994 war Marietta Praß mit etwa 40 Hunden in der alten Kaserne eingezogen. Damals war auf dem Gelände auch ein Hundezüchter. Als dieser anscheinend über Nacht verschwand, nahm Frau Praß die etwa 60 zurückgelassenen Vierbeiner bei sich auf. Durch die Zusammenarbeit mit einem anderen Verein, der wahrscheinlich Hunde aus dem Ausland brachte, sowie durch Privathunde, die einfach über den Zaun geworfen oder am Tor angebunden wurden, wuchs der Bestand weiter an. Schließlich lebten etwa 120 Hunde auf dem Kasernengelände – ohne Strom, Wasser und Heizung.

“Bereits vor 2,5 Jahren hatte der zuständige Amtstierarzt Herr Bernhard einen Aufnahme-stopp verhängt”, sagt Ursula Bauer von aktion tier Berlin. Frau Praß, der der hohe Hundebe-stand zusehens über den Kopf wuchs, war zu einer Abgabe bereit und bat um Hilfe bei der Vermittlung. Es konnten jedoch lediglich 3 Hunde innerhalb Thüringens in andere Tierheime abgegeben werden, obwohl sich sogar die Mittelbehörde des Wartburgkreises eingeschaltet hatte.

“Durch unsere Hilfe und die Aufnahme weiterer Hunde durch andere Tierschutzvereine konn-te der Bestand nun auf etwa 50 Hunde reduziert werden”, sagt Ursula Bauer von aktion tier Berlin. Frau Praß ist kooperativ und hat eingesehen, dass sie nur eine überschaubare Anzahl von Hunden artgerecht versorgen kann. Dennoch muss die zuständige Veterinärbehörde wei-terhin streng kontrollieren, dass nicht wieder Tiere aufgenommen werden. “Wir wollen schließlich in 1 Jahr nicht wieder hier stehen und Hunde retten müssen”, so Bauer abschließend.

Wer einem Hund aus der ehemaligen Kaserne Vitzeroda ein neues Zuhause geben möchte, kann sich gerne an das Tierheim Meißen-Winkwitz unter der Telefonnummer 03521 / 730169 wenden.

Quelle: fair-NEWS.de

Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Digg
  • del.icio.us
  • StumbleUpon
  • Reddit
  • Webnews
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Facebook
  • Furl
  • Google Bookmarks
  • LinkedIn
  • Slashdot
  • Technorati
  • TwitThis
  • Weblinkr
  • YahooMyWeb

Fleisch von Stopfleber-Gänsen nicht erkennbar

Mittwoch, 27. Januar 2010

tierschutz1Tierschützer fordern deutliche Kennzeichnung aller Qualprodukte

Nach dem Eklat bei der ungarischen Pressekonferenz der letzten Internationalen Grünen Woche (IGW), bei der für Gänsestopfleber geworben werden sollte, was ausgelöst durch Berichte und Fotos des Journalisten Markus Müller und die Proteste von Tierschützern gründlich misslang, hat der ungarische Landwirtschaftsminister Jozsef Graf in diesem Jahr bei der Vorstellung der ungarischen Landwirtschaft neben Obst, Gemüse und verschiedenen tierischen Produkten die Stopfleber nicht erwähnt. Die Frage nach dem Anteil der Gänsehaltung, bei der diese Lebern erzeugt werden, hat er nicht beantwortet; aber er behauptete, dass die Verfahren verbessert und deshalb für die Tiere nicht schmerzhaft seien. Außerdem seien die Produkte eindeutig gekennzeichnet, so dass der Verbraucher selbst entscheiden könne, aus welcher Haltungsform er einkaufen wolle. Ein Verbot der Gänsezwangsmast sei nicht geplant. Auf den Einwand, das Image der ungarischen Landwirtschaft könne durch die Beibehaltung der Stopfleberherstellung Schaden erleiden und Polen habe sie auch verboten, antwortete er, es handele sich um eine lange Tradition, die erhalten bleiben solle. Am Ende der Pressekonferenz bekamen die Anwesenden als Geschenk unter anderem Prospekte einer Firma, die tiefgekühlte Gänse auf der IGW verkauft.

Die Ungarn haben als Partnerland der Messe diesmal eine ganze Halle für sich, in der sie sowohl für ihre landwirtschaftlichen Produkte, als auch für ihr Land als Reiseziel mit vielen attraktiven landschaftlichen und kulturellen Besonderheiten werben. An einem der Verkaufsstände gibt es Erzeugnisse aus der Schweine- und Geflügelhaltung. Auf Nachfragen am Stand der Firma, deren Prospekte nach der Pressekonferenz verteilt wurden, wird versichert, dass die Gänse alle aus Freilandhaltung stammen und nicht gestopft wurden. Die Firma verfüge über große Flächen, auf denen jährlich 1 200 000 Fleischgänse gemästet werden. – Eine zweite Firma, die daneben am selben Stand ihre Geflügelprodukte anbietet, verkauft sowohl Gänsestopfleber als auch Gänsefleisch. Obwohl das Fleisch von den gestopften Gänsen stammt, ist auf der Verpackung kein Hinweis auf diese Zwangsmast zu erkennen, stattdessen steht groß „aus bäuerlicher Freilandhaltung“ darauf. Dies widerspricht also den Aussagen des Ministers, zumindest wird die richtige Deklaration nicht ausreichend überwacht. Auch an diesem Stand gibt es Prospekte. Darin wird mit vielen schönen Worten erklärt, dass die Erzeugung von Gänsestopfleber für die Tiere nach Aussagen von Wissenschaftlern nicht unangenehm sei. Die Bilder zeigen allerdings nur idyllische Fotos von Gänsen im Freiland. Der Vorgang des Stopfens wird nicht dargestellt. Das würde deutsche Verbraucher wohl doch eher vom Kauf abhalten, als den Absatz zu fördern.

Die AGfaN fordert seit langem die deutliche Kennzeichnung der Haltungsform bei allen tierischen Produkten sowie die gründliche Überwachung und vor allem Sanktionierung bei Irreführung, um den Verbraucher davor zu schützen, dass er unbeabsichtigt Produkte aus einer Tierhaltung kauft, die von ihm abgelehnt wird.

Die “Arbeitsgemeinschaft für artgerechte Nutztierhaltung” e.V. (AGfaN) ist ein Tierschutzfachverband, der sich schwerpunktmäßig mit der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung befasst. Sie lehnt die Nutztierhaltung nicht prinzipiell ab. Sie wendet sich aber entschieden gegen die praxisübliche Ausbeutung dieser leidensfähigen Mitgeschöpfe, die fast immer eng zusammengepfercht und bei Dämmerlicht vegetieren müssen. Das Anpassen der Tiere an die tierfeindlichen Lebensbedingungen durch Schnabelkürzen bei Puten, Moschus(Flug-)enten und Legehennen und das Kürzen der Schwänze bei Ferkeln sowie das Enthornen der Rinder wird abgelehnt.

Quelle: Offenes-Presseportal

Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Digg
  • del.icio.us
  • StumbleUpon
  • Reddit
  • Webnews
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Facebook
  • Furl
  • Google Bookmarks
  • LinkedIn
  • Slashdot
  • Technorati
  • TwitThis
  • Weblinkr
  • YahooMyWeb

Bella Italia, dolce vita und die Hundehölle auf Erden!

Montag, 18. Januar 2010

tierschutz1ETN startet Kampagne gegen die Hundelager in Italien.

Mit einer Aufsehen erregenden Aktion in der Kölner Fußgängerzone startete der Europäische Tier- und Naturschutz e.V. (ETN) am 16.1.2010 seine Kampagne gegen die Missstände in den italienischen Hundelagern. Hunderttausende Hunde vegetieren in den so genannten Canili unter katastrophalen Umständen vor sich hin, ohne jede Hoffnung auf Erlösung. Sie leiden an nicht behandelten Wunden und Krankheiten. Zusammengepfercht in Zwingern liegen sie auf blankem Beton. Auslauf, Zuwendung oder Pflege gibt es keine. Notdürftig werden sie mit Abfällen am Leben erhalten – allein um des Profits willen. Denn der Unterhalt von Hundelagern hat sich zu einem lukrativen Geschäftszweig entwickelt. Um diese Missstände zu beenden, fordert der ETN die italienischen Behörden auf, das Tierelend in den Canili umgehend zu beenden. Um seinem Appell Nachdruck zu verleihen, ruft er die Bevölkerung in Deutschland auf, italienische Produkte zu boykottieren und Italien als Urlaubsland zu meiden, bis die Hunde artgerecht behandelt und untergebracht werden.

„Die Canili sind die Hundehölle auf Erden: Hier herrscht totale Hoffnungslosigkeit“, beschreibt Wolfgang Stephanow, designierter Präsident des ETN, die italienischen Hundelager, die er im Dezember 2009 besucht hat, anlässlich des Kampagnenstarts am Samstag, 16.1.2010 in Köln. „Der Tod ist eine Erlösung für diese Hunde, die zum Teil ihr gesamtes Leben in einem engen Zwinger dahinvegetieren. Die Betreiber bereichern sich, indem sie die Hunde unter erbärmlichsten Umständen am Leben erhalten. Eine Kulturnation wie Italien sollte eine solche Schande nicht zulassen und dieses bestialische Geschäft umgehend verbieten.“

Zwar gibt es in Italien seit 1991 ein Tierschutzgesetz, das die Tötung von Streunern untersagt. Da die Gemeinden aber mit der Unterbringung der Hunde überfordert waren, wurden Privatfirmen mit dem Unterhalt der Canili betraut – ein lukratives Geschäft. Zwischen 1,80 und sieben Euro erhält der Betreiber pro Tier am Tag. Profitabel werden die Tierheime dadurch, dass die Tiere nur am Rande des Existenzminimums dahinvegetieren. Um den Gewinn weiter zu steigern, überschreiten fast alle Betreiber die staatliche Begrenzung auf 200 Hunde pro Canile. In einigen Tierheimen sind weit über 1.000, in manchen bis zu 2.000 Hunde eingesperrt. Da keine Kontrolle stattfindet, bleiben häufig auch tote Tiere noch tage- und wochenlang in den Zwingern liegen, während weiter staatliche Gelder auf die Konten der Profiteure fließen. Um die Futterkosten zu senken werden sogar tote Tiere an ihre Artgenossen verfüttert. Statt die Hunde an tierliebe Menschen zu vermitteln, soll in den Canili sogar gezüchtet werden, um den Profit auf Kosten der Tiere zu steigern.

Der ETN fordert von den zuständigen Behörden, die Tiere umgehend artgerecht unterzubringen und zu versorgen. Die Einhaltung der Bestimmungen soll von unabhängigen Beobachtern kontrolliert, Verstöße streng geahndet werden. Die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland ruft der ETN zum Protest auf. Eine Protestmöglichkeit findet sich auf der Website des ETN. Außerdem appelliert der ETN an die Bevölkerung, so lange keine italienischen Produkte mehr zu kaufen und Italien als Reiseland zu meiden, bis die Missstände behoben sind.

Quelle: fair-NEWS.de

Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Digg
  • del.icio.us
  • StumbleUpon
  • Reddit
  • Webnews
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Facebook
  • Furl
  • Google Bookmarks
  • LinkedIn
  • Slashdot
  • Technorati
  • TwitThis
  • Weblinkr
  • YahooMyWeb