Archiv für die Kategorie „Tierschutz“

Anzeige gegen KaDeWe – Tierschützer fordern grundsätzliches Verbot der Fisch-Hälterung

Donnerstag, 17. Februar 2011

Der Deutsche Tierschutzbund und sein Landesverband, der Tierschutzverein Berlin, fordern ein Verbot der Lebendhaltung von Fischen und Krustentieren im Handel und der Gastronomie. Diese sogenannte Hälterung, die Aufbewahrung von lebenden Fischen und Krustentieren ohne Fütterung zur Qualitätssteigerung des Fischfleisches, ist für Tierschützer Quälerei und damit ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Gegen das Berliner KADEWE haben die beiden Verbände Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz gestellt. In den letzten Jahren wurde mehrfach wissenschaftlich nachgewiesen, dass Fische schmerz-, stress- und leidensfähige Tiere sind und höhere kognitive Eigenschaften aufweisen, als bisher angenommen.

Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes und Vorsitzender des Tierschutzvereins Berlin dazu: „Es gibt im Zeitalter geschlossener Kühlketten keinen vernünftigen Grund, warum die Tiere nicht direkt nach dem Entnehmen aus dem Meer, See oder Zuchtbecken sachkundig betäubt und getötet werden sollen.“

Alle Transportwege sowie die Hälterung ohne Fütterung in kleinen Becken, in denen die Fische dem Besucherverkehr ausgesetzt sind, bedeuten zusätzliches unnötiges Leiden für die Tiere. Hinzu kommt zum Schluss eine Tötung der Tiere unter meist hektischen Bedingungen. Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse muss dringend die diesbezügliche Gesetzgebung überarbeitet werden. So hat in Österreich beispielsweise der dortige Verwaltungsgerichtshof entschieden, dass das Anbieten von lebenden Hummern unter den praxisüblichen Umständen in einer Supermarktkette einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz darstellt. Die Verbände kritisieren ebenfalls die Haltung von Hummer mit zusammengebundenen Scheren in nackten Becken.

Strafanzeige gegen das KaDeWe in Berlin

Der Deutsche Tierschutzbund hat gegen das KaDeWe Strafanzeige gestellt. In dem „Luxuskaufhaus“ scheiterte der Versuch, einen Karpfen sachgemäß zu töten, woraufhin er bei Bewusstsein in die Kühltheke verfrachtet wurde und somit minutenlangem Leiden und Schmerzen ausgesetzt war. „Das ist sicher kein Einzelfall. Fische vor den Augen der Kunden auf die Theke zu schlagen ist systematische Tierqual, dem gehen wir in jedem uns bekannten Fall konsequent nach. Wenn der Gesetzgeber nicht reagiert, dann müssen wir den Handel zwingen, sich zu bewegen“, so Apel.

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

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Tierbabys in Zoos: Heute Besuchermagnet, morgen tot

Mittwoch, 16. Februar 2011

Scharfe Kritik an Zoodirektoren, die Tiertötungen als Managementmethode nutzen wollen

Die ersten warmen Tage locken bald wieder mehr Besucher in die Zoos. Natürlich auch wegen der vielen Jungtiere, die es dort zu sehen gibt. Doch viele Zoos züchten nahezu unkontrolliert, obwohl sie nicht ausreichend Platz für den Tiernachwuchs besitzen und nicht klar ist, was später mit den Tieren passiert. Diese “überzähligen” Tiere werden, wenn sie aus der Rolle des Publikumsmagneten herausgewachsen sind, oft unter dubiosen Umständen verkauft oder häufig sogar getötet. Solches Vorgehen, das immer mehr Zoodirektoren als zulässige Methode des Zoomanagements fordern, stellt einen klaren Verstoß gegen das Tierschutzgesetz dar. Die aktuelle WDR-Dokumentation „Geboren, um zu sterben“ belegt diese gängige Praxis in Zoos und Tierparks, die der Deutsche Tierschutzbund schon seit Jahren kritisiert.

Für Zoos ist der Tiernachwuchs für den Kassenumsatz ganz klar wesentlich förderlicher als erwachsene Tiere. Doch nach wenigen Monaten ist kein Platz mehr für die einstigen Besuchermagneten: Sie werden entweder eingeschläfert und verfüttert oder an dubiose Tierhändler bzw. Zirkusse abgegeben. „Zoos waren und sind keine Arche Noah. Es geht dem Zoo-Management immer vorrangig darum, die zahlenden Besucher zu befriedigen. Und Jungtiere sind dazu natürlich bestens geeignet – zumindest solange sie klein und niedlich sind. Was danach mit ihnen geschieht, bleibt häufig im Verborgenen“, kritisiert Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Schon der nahezu unregulierte, weltweite Handel von Tieren ist ethisch nicht zu vertreten. Eine Tötung von Tieren ohne vernünftigen Grund aber ist in Deutschland klar verboten“, stellt Apel fest.

Auch in der aktuellen Rechtsliteratur würden die von den Zoos angeführten Argumente (z. B. Arterhaltung) für die Tötung gesunder Jungtiere als nicht ausreichend im Sinne des Tierschutzgesetzes erachtet. Das erst kürzlich im Dezember 2010 bestätigte Urteil zur Tigertötung in Magdeburg hat dies ebenfalls belegt.

Der Deutsche Tierschutzbund fordert strengere Richtlinien für das Management von Zootieren. So sind für jede Tierart entsprechende Methoden der Populationskontrolle spezifisch zu prüfen und ggf. umzusetzen. Dies kann je nach Tierart beispielsweise über Kontrazeption oder die zeitweilige Separierung der Geschlechtspartner geschehen.

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

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Niedersächsischer Tierschutzplan – Nun müssen eilig Taten folgen

Dienstag, 15. Februar 2011

Gestern kündigte der niedersächsische Landwirtschaftsminister, Gert Lindemann, einen Tierschutzplan für die Nutztierhaltung an. Geplant sind unter anderem ein Ausstieg aus bisher üblichen Manipulationen an Tieren, wie z. B. das Schnabelkürzen bei Geflügel, das Kupieren der Schwänze bei Ferkeln, die betäubungslose Ferkelkastration sowie ein Verbot der Kleingruppenhaltung bei Legehennen. Der Deutsche Tierschutzbund und sein Landesverband Niedersachsen unterstützen die Pläne, fordern aber eine zügige Umsetzung. Die vom Minister erwähnte EU-weite Harmonisierung darf nicht als Bremserargument herhalten.

„Wir begrüßen, dass nun auch in Niedersachsen, der Hochburg der industriellen Tierhaltung, die Zeichen der Zeit erkannt wurden, und die dringendsten Probleme der Intensivtierhaltung angepackt werden sollen. Die Probleme mahnen wir schon lange an. Auf keinen Fall darf es dazu kommen, sich auf eventuelle EU-weit einheitliche Regelungen mit langen Übergangsfristen zurückzuziehen“, erklärt Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Für eine konstruktive Begleitung des Prozesses stehen wir bereit. Klar muss aber sein, den Worten müssen rasch Taten folgen“, ergänzt Apel.

Die Zeit drängt besonders bei dem Thema Legehennen-Kleingruppenhaltung. Denn hier steht im März die finale Entscheidung um ein Verbot im Bundesrat an. „Wir erwarten, dass Niedersachsen nach den gestrigen Verlautbarungen Wort hält und ein umgehendes Verbot unterstützt“, fordert Wolfgang Apel und wird dabei unterstützt von Vera Steder, Vorsitzende des Landesverbandes Niedersachsen. Der Deutsche Tierschutzbund kämpft bereits seit Jahrzehnten gemeinsam mit seinem Landesverband für die Verbesserungen in der Haltung und im Umgang mit den Tieren.

Zu den weiteren Plänen des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums gehören die Verbesserung der Haltungsbedingungen für Nutztiere sowie eine stärkere Ausrichtung der Zucht auf mehr Gesamtvitalität der Tiere. Bisher setzt man in der Tierzucht z. B. auf wenige auf Hochleistung gezüchtete Linien, die zuchtbedingt unter enormen Leiden dahinvegetieren. Bei den Legehennen gipfelt die Hochleistungszucht darin, dass jährlich in Deutschland 40 Millionen männliche Eintagsküken als unbrauchbar getötet werden. Die gestern bekannt gewordenen Vorkommnisse rund um die Cuxhavener Lohmann Tierzucht beweisen, dass Manipulationen an Tieren an der Tagesordnung sind und das Leben und Wohlergehen des Einzeltieres derzeit nicht die geringste Rolle spielt.

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

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Vorwürfe gegen Lohmann Tierzucht

Montag, 14. Februar 2011

Das Tierschutzgesetz lässt Schlupflöcher

Nach Medienberichten wird gegen „Lohmann Tierzucht GmbH“ / Cuxhaven wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ermittelt. Der Deutsche Tierschutzbund erwartet eine konsequente Verfolgung der Vorwürfe und Ahndung von Vergehen. Zugleich aber nimmt der Verband den Vorfall zum Anlass, seine grundsätzliche Kritik an Manipulationen am Tier und den damit verbundenen Lücken im Tierschutzgesetz zu erneuern.

„An Tieren darf nicht herumgeschnitten werden und sie sind auch kein Abfall. Wir erwarten, dass bei eindeutigen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz gegen die Verantwortlichen mit aller Härte vorgegangen wird. Zugleich aber wird deutlich, dass das Tierschutzgesetz Schlupflöcher und Interpretationen zulässt, die mit Tierschutz nicht vereinbar sind. Wir brauchen dringend klare, eindeutige gesetzliche Regelungen, die jedwede Manipulationen am Tier unterbinden“, fordert Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Die mit einer zunehmend auf Gewinnmaximierung ausgerichteten Zucht und Haltung verbundenen Probleme sind nicht nur ein Vollzugsproblem. Das Problem ist auch das Gesetz“, bilanziert Apel.

Der Deutsche Tierschutzbund weist schon lange auf die Tierschutzprobleme hin, die mit der zunehmend spezialisierten Zucht und Haltung verbunden sind. Tiere sollen möglichst viel Milch, Eier und Fleisch produzieren und dies auch noch in der gewünschten Perfektion. Dabei sind sie für die industrialisierte Haltung und die extremen Produktionsziele nicht geschaffen – Überzüchtungen, tierwidrige Haltungsbedingungen und mangelnde Beschäftigung führen zu Krankheiten und Verhaltensstörungen. „Die Probleme beginnen eben nicht erst mit der Haltung oder dem Transport oder der Schlachtung. Sie fangen schon bei der Zucht an. Das muss endlich erkannt werden“, fügt Apel an.

Mehr Informationen zum Thema Manipulationen finden Sie unter http://www.tierschutzbund.de/manipulationen.html

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

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Bundesrat: Kommt Ende der Käfighaltung von Legehennen?

Donnerstag, 10. Februar 2011

Am kommenden Freitag steht der Entschließungsantrag von Rheinland-Pfalz zur tierschutzgerechten Legehennenhaltung im Bundesrat auf der Tagesordnung. Mit dem Antrag ist ein Verbot der Haltung von Legehennen in Kleingruppenkäfigen vorgesehen. Damit wären dann in Deutschland nur noch Boden-, Freiland- und Biohaltung erlaubt. Hintergrund ist, dass durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Normenkontrollklage des Landes Rheinland-Pfalz, die derzeit gültige Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung/Kapitel Legehennen, in der die Kleingruppenkäfige erlaubt sind, für ungültig erklärt wurde.

„Den Antrag begrüßen wir, das Ende der Hühnerqual scheint zu kommen. Wir hoffen, dass die anderen Bundesländer den Antrag stützen und das Verbot der Käfige rasch erfolgt. Denn neben dem millionenfachen Tierleid, das beendet werden muss, ist sofort zu verhindern, dass weitere, neue Käfiganlagen entstehen. Das erfordert Eile im Bundesratsverfahren, aber auch auf Seite der Bundesregierung“, so Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

In der Kleingruppenkäfighaltung sind wesentliche Grundbedürfnisse und Verhaltensweisen der Tiere eingeschränkt. Im Vergleich zum herkömmlichen Käfig, in dem die Hühner bisher nur eine ¾ DIN A4  Seite an Platz hatten, sind es im neuen Käfigsystem nur knapp mehr als ein DIN A4 Blatt. Die Tiere können nicht gleichzeitig ruhen, artgemäß scharren, picken und sandbaden. Stattdessen sind die Hühner einem hohen Verletzungsrisiko ausgesetzt. Dies sind Folgen der Haltung auf Drahtgitter und von Federpicken und Kannibalismus. Der Deutsche Tierschutzbund hat in umfangreichen Stellungnahmen an das Bundesverfassungsgericht die erheblichen Tierschutzprobleme dargestellt. Führende Wissenschaftler haben bestätigt, dass auch in den Kleingruppenkäfigen kein artgerechtes Verhalten möglich ist.

Apel betont, dass im Gespräch befindliche Bestandsschutzregelungen für Kleingruppenkäfige und Schadensersatz, wie von der Geflügelindustrie gefordert, kritisch zu sehen sind. „Am Tag, als der Bundesrat 2006 die Käfige mit Mehrheit einführte, hat die rheinland-pfälzische Landesregierung die Normenkontrollklage angekündigt. Jeder, der die Käfige gebaut hat, wusste, dass dies in einem rechtlich unsicheren Raum passiert“, so Apel.

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

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Tierschutz-Paket von Ilse Aigner: Lob und Mahnung zur Eile

Montag, 7. Februar 2011

Die Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner hat bestätigt, dass sie ein „Tierschutz-Paket“ plant. Demnach soll unter anderem die Kleingruppenhaltung für Legehennen – unter Berücksichtigung von Übergangsregelungen für bestehende Anlagen – generell verboten werden. Weitere Planungen sehen das Verbot von Brandzeichen bei Pferden, das Verbot der Ferkelkastration ohne Betäubung, scharfe Haltungsregeln für Mastkaninchen, strengere Regeln für die Wildtierhaltung und ein EU-weites Tierschutzlabel vor. Der Deutsche Tierschutzbund begrüßt die Pläne, weist aber auch darauf hin, dass die Regelungen dringend umgesetzt werden müssen.

„Wir sind froh, dass die drängenden Tierschutzfragen, für die wir seit Jahrzehnten kämpfen, angepackt werden. Das Tierschutz-Paket muss eine Eilzustellung werden. Wir setzen darauf, dass die Bundesministerin im Sinne des Tierschutzes Verbesserungen in der Haltung und im Umgang mit den Tieren durchsetzt – und das unverzüglich. Dabei muss national gehandelt werden. Auf keinen Fall darf es dazu kommen, sich auf eventuelle EU-weit einheitliche Regelungen zurückzuziehen. Denn damit sind zumeist lange Übergangsfristen verbunden“, erklärt Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Die bisher betäubungslose und mit erheblichen Schmerzen für das Tier verbundene Ferkelkastration muss und kann aus Tierschutzsicht umgehend verboten werden. Dringender Handlungsbedarf ist zudem überall da gegeben, wo Haltungssysteme nicht tiergerecht sind und Tiere in diese nur unter qualvollen Methoden hineinmanipuliert werden können. „Das gilt für das schmerzhafte Kürzen der Schnäbel von Legehennen und Puten. Das gilt aber auch z. B. für das Abkneifen von Ferkelschwänzen. Das millionenfache Tierleid ist immens“, merkt Apel an, der parallel zu der Umsetzung eine eilige Novellierung des Tierschutzgesetzes anmahnt. Kritisch sieht der Verband Bestandsschutzregelungen für Kleingruppenkäfige. „Am Tag, als der Bundesrat die Kleingruppenkäfige mit Mehrheit eingeführt hat, hat die rheinland-pfälzische Landesregierung die Normenkontrollklage angekündigt. Jeder, der diese Käfige gebaut hat, wusste daher, dass dies in einem rechtlich unsicheren Raum passiere“, so Apel.

Als erste Bewährungsprobe, ob das Tierschutz-Paket gilt, sieht der Deutsche Tierschutzbund zwei parlamentarische Entscheidungen an, die diese Woche anstehen: Am Mittwoch wird sich der zuständige Bundestagsausschuss mit einem Antrag auf Verbot des Brandzeichens bei Pferden befassen. Am Freitag steht eine Abstimmung über den Antrag des Landes Rheinland-Pfalz zum Verbot der Kleingruppenkäfige auf der Tagesordnung des Bundesrates.

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

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Rettung der Serengeti rückt näher

Mittwoch, 2. Februar 2011

Weltbank plant Finanzierung einer Umgehungsstraße

Die tansanische Regierung plant eine 53 Kilometer lange Schnellstraße mitten durch die Serengeti. Die Auswirkungen auf die Tierwanderungen und damit das Ökosystem des Nationalparks wären fatal. Die Lösung ist eine Umgehungsstraße, die bisher jedoch nicht finanzierbar war. Nun schaltet sich die Weltbank ein und bietet der tansanischen Regierung an, mit ihr an der Finanzierung einer südlichen Umgehungsstraße zu arbeiten. „Eine solche Ausweichlösung würde nicht nur die Serengeti verschonen, sondern auch mehr Menschen in dicht bewohnten Randgebieten der Serengeti an Handelsorte und Straßennetze anbinden“, begrüßte NABU-Vizepräsident Thomas Tennhardt die Planungen.

Der ursprüngliche Verlauf der Serengeti-Schnellstraße hat von Beginn an heftigen Widerstand bei Wissenschaftlern, Naturschutzorganisationen und der Öffentlichkeit hervorgerufen. Sie würde rund zwei Millionen Huftiere auf ihrer Suche nach Wasser und Nahrung von ihren lebensnotwendigen Trockenzeit-Weidegründen abschneiden. Die alternative Südroute jedoch sollte sowohl die sensiblen Gebiete des Nationalparks, als auch das Land der letzten 400 Hadza, einem ursprünglich lebenden Stamm, umgehen.

„Der regelmäßige Puls der Massenwanderung von Zebras und Gnus ist der Herzschlag der Serengeti“, sagte NABU International-Artenschutzexpertin Barbara Maas. „Die geplante Straße hätte verheerende Folgen für die biologische Vielfalt der Serengeti, die von den Gnuwanderungen abhängt. Die Initiative der Weltbank ist eine Rettungsleine, bei der die Menschen und Tiere Tansanias gewinnen.“

NABU International unterstützt ein Projekt zum Schutz von Elefanten und anderen Wildtieren vor Wilderei in der Maasai Mara, dem nördlichen Ausläufer der Serengeti in Kenia. Außerdem ist der Verband Partner des Films „Serengeti“, der ab dem 3. Februar in den Kinos läuft und dem Zuschauer mit atemberaubenden Aufnahmen das Wunder der Serengeti vor Augen führt. Zur Premiere am 31. Januar in der Urania in Berlin ist der NABU International mit Artenschutzexpertin Barbara Maas vor Ort.

Quelle: NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.

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Brandzeichenverbot hoffentlich im Pferdegalopp

Montag, 31. Januar 2011

Beratung im Bundestag – Deutscher Tierschutzbund startet Kampagne

Im Oktober letzten Jahres hatte der Bundesrat dem rheinland-pfälzischen Antrag zum Verbot des Schenkelbrandes bei Pferden zugestimmt. Nun befasst sich auf Antrag der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen der Bundestag mit dem beschlossenen Verbot des Schenkelbrandes bei Pferden. Noch im Laufe dieser Woche wird der Antrag, mit dem die Bundesregierung aufgefordert wird, einen Gesetzentwurf zur Änderung des Tierschutzgesetzes vorzulegen, zur Beschlussempfehlung in das Ausschussverfahren gegeben. Der Deutsche Tierschutzbund fordert bereits seit Jahren das Verbot dieser Tierqual und hofft auf ein zügiges Voranschreiten der Beratungen im Bundestag.

„Nach unserem großen Erfolg im Oktober letzten Jahres erwarten wir nun, dass die Bundesregierung den Beschluss zügig umsetzt“, fordert Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Eine Verschleppung des Themas werden wir nicht hinnehmen. Wir brauchen das Verbot noch bevor die nächsten Fohlen im Frühsommer gebrannt werden. Damit das Thema nicht in den Gesetzesmühlen hängen bleibt, erhöhen wir den Druck auch medial mit einem neuen Poster- und Postkartenmotiv“, so Apel abschließend.

Obwohl seit dem 1. Juli 2009 eine EU-weit gültige Kennzeichnungspflicht mit einem Mikrochip für alle Pferde gilt, werden nach wie vor Fohlen dem qualvollen und unnötigen Brennen ausgesetzt.  Das „Chippen“ hingegen ist fälschungssicher und macht jedes Pferd individuell und unverwechselbar identifizierbar. Das Brandzeichen aber hat nur einen Werbezweck für den jeweiligen Zuchtverband, wie beispielsweise dem Hannoveraner-Verband, und stellt somit keine individuelle und unverwechselbare Kennzeichnungsmethode dar.

Fohlen erleiden durch Brandzeichen Verbrennungen dritten Grades (irreversible Zerstörung der Oberhaut und der Haarfollikel). Mit einem bis zur Rotglut erhitzten Brenneisen wird den Tieren ein schmerzhaftes Brandmal aufgedrückt. Dadurch werden große Narben künstlich herbeigeführt, die sich von der gesunden Haut abheben und lebenslang sichtbar sind.

Das neue Motiv „Fühl dich wie ein Pferd“, das eine Frau zeigt, die das Hannoveraner-Pferdebrandzeichen auf der linken Schulter trägt, sowie weitere Informationen finden Sie hier: www.tierschutzbund.de/schenkelbrand.html

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

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Sag NEIN zu grausamen Tierversuchen für Kosmetik. Start einer EU-weiten Kampagne

Dienstag, 18. Januar 2011

Das Ende der Tierversuche für Kosmetik ist bedroht. Ab 2013 soll die letzte Stufe des Vermarktungsverbots für in Tierversuchen getestete Kosmetika in Kraft treten, doch die Europäische Kommission will diesen Termin verschieben. Dies würde weltweit den Tod zigtausender Kaninchen, Meerschweinchen, Ratten und Mäusen in den Labors der Kosmetikindustrie und ihrer Zulieferer bedeuten. Der Deutsche Tierschutzbund, der Bundesverband Menschen für Tierrechte und die Ärzte gegen Tierversuche starten daher heute zusammen mit ihren europäischen Partnern in der Europäischen Koalition zur Beendigung der Tierversuche (European Coalition to End Animal Experiments, ECEAE) eine EU-weite Kampagne und rufen die Bürgerinnen und Bürger auf, die Petition „Nein zu Tierqual-Kosmetik“ zu unterstützen, die dann öffentlichkeitswirksam den Entscheidungsträgern übergeben werden soll. Die Petition ist über die Webseiten der drei Verbände erreichbar.

Ab 2013 sollten in der EU auch solche Kosmetika nicht mehr verkauft werden dürfen, die außerhalb der EU im Tierversuch getestet wurden. Doch dieser Termin soll jetzt mit der Begründung, dass tierversuchsfreie Prüfmethoden nicht rechtzeitig entwickelt und anerkannt seien, gekippt werden. „Tierversuche für Kosmetik sind jedoch überflüssig, aus ethischer Sicht indiskutabel, und sie werden von den EU-Bürgern kategorisch abgelehnt. Daher müssen diese Versuche verhindert werden, egal ob es andere Testmethoden gibt oder nicht“, so Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Ein wissenschaftlicher Bericht, den die Europäische Kommission in Auftrag gegeben hat, resümiert, dass es noch mindestens weitere zehn Jahre braucht, bis die letzten Tierversuche mit anderen Methoden ersetzt werden können. „Wir sind es leid, dass die Anwendung von tierversuchfreien Methoden so schleppend vorangeht. Sie müssen wissenschaftliche und bürokratische Hürden überwinden, die Tierversuche nie meistern mussten. Ohne unseren Protest müsste man auf den Sanktnimmerleinstag warten, bis Tierversuche abgeschafft sind“, erläutert Christiane Baumgartl-Simons vom Bundesverband Menschen für Tierrechte.

„Die Entscheidungsträger müssen den Aufschrei in der EU spüren. Wir wollen keine Kosmetikartikel in den Regalen, an denen noch Blut klebt. Wir brauchen Ihre Stimme. Sagen auch Sie Nein zu Tierqual-Kosmetik“, appelliert Corina Gericke von den Ärzten gegen Tierversuche abschließend.

Seit Jahrzehnten beweist der Deutsche Tierschutzbund mit seiner Kosmetik-Positivliste, dass auch ohne Tierversuche hochwertige und innovative Kosmetika hergestellt werden können. Als weltweit erste Organisation hat er in den 80er Jahren eine Liste mit Firmen für Kosmetika erstellt, die seit 1979 tierversuchsfrei sind.

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

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NABU: Erneut Wolf in der Lausitz überfahren

Dienstag, 18. Januar 2011

Verlust trifft Rudel schwer – Wolfsfamilie ohne Vater

Am Sonntagabend wurde ein Wolfsrüde in der Nähe von Senftenberg in der Oberlausitz bei einem Verkehrsunfall getötet. Es handelt sich um den Vater des sogenannten Milkeler Rudels, „Rolf“ genannt. Damit ist das Rudel faktisch aufgelöst. Menschen kamen bei dem Unfall nicht zu schaden.

Besonders schwer wiegt, dass erneut ein Elterntier zu Tode gekommen ist. Wölfe leben im monogamen Familienverband. Sollte kein neues Männchen die Vaterrolle übernehmen, wird dieses Rudel zerfallen. Eine ähnliche Situation besteht derzeit im ehemaligen Welzower Rudel, nachdem im vergangenen November auch hier der Vater überfahren wurde. In beiden Rudeln besteht akuter Bedarf an wölfischen Junggesellen. Für das Weibchen des Milkeler Rudels kann die Suche nach einem neuen Männchen knapp werden. In wenigen Wochen, vielleicht schon Tagen, beginnt die Paarungszeit, in der sie eigentlich mit „Rolf“ neue Welpen gezeugt hätte. Es ist sehr fraglich, ob sich so rasch ein neues Männchen für das Rudel einfinden kann.

Seit der Rückkehr des Wolfes nach Deutschland wurden in sechs Jahren zwölf Tiere durch Verkehrsunfälle getötet. Damit ist in diesem Winter die Anzahl der deutschen Wolfsrudel von sieben auf fünf gefallen. Auch wenn eine Chance besteht, dass die Lücken durch noch ungebundene Männchen ersetzt werden, gibt es dafür keine Garantie. „Dieser hohe Blutzoll zeigt deutlich, wie weit der vom Aussterben bedrohte Wolf von einem gesicherten Bestand entfernt ist“, sagte NABU-Wolfsexperte Markus Bathen.

Die Rückkehr des einst ausgerotteten Wolfes nach Deutschland gehört zu einer der großen Erfolgsgeschichten im Naturschutz. Die immer noch fünf Rudel belegen, dass Wölfe nicht zwingend an ein Leben in der Wildnis gebunden sind, sondern auch die vom Menschen modern genutzte Kulturlandschaft Mitteleuropas ein geeigneter Lebensraum ist. „Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen wurde nun schmerzlich bewusst, dass Wölfe auch einen hohen Preis für das Leben in der Kulturlandschaft zahlen müssen. Ihre gut ausgeprägten Sinne schützen sie nicht vollständig vor den Gefahren des Straßenverkehrs. Der fordert unter Wölfen wie unter allen Wildtieren seine Opfer“, so Bathen.

Quelle: NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.

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