Archiv für die Kategorie „Tierschutz“

Agrarfabriken Thema im Bundestag

Dienstag, 5. Oktober 2010

Morgen (6.10.) wird der Ausschuss für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung des Bundestages über einen „Antrag zur Beschränkung der Massentierhaltung im Außenbereich“ der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen abstimmen und eine Beschlussempfehlung für das Plenum abgeben. Auch der beteiligte Landwirtschafts- sowie der Umweltausschuss werden über den Entwurf beraten und eine entsprechende Empfehlung abgeben. Der Deutsche Tierschutzbund begrüßt den Vorstoß und fordert die Ausschussmitglieder auf, dem Gesetzentwurf – entsprechend des Staatsziels Tierschutz im Grundgesetz – zuzustimmen.

Nach wie vor entstehen immer mehr Agrarfabriken, in denen zehntausende von Schweinen, Puten, Hühnern auf engstem Raum unsäglich leiden. Darüber hinaus müssen immer mehr Betriebe – besonders Familienbetriebe – paradoxerweise trotz hoher Subventionszahlungen – die Landwirtschaft aufgeben. Die intensiven Landbewirtschaftungsformen führen zur Abnahme der Artenvielfalt und Belastung der Böden und Gewässer. Große CO2-Speicherflächen gehen durch die fortschreitende Umwandlung von Grünland zu Ackerflächen und die Haltung der Tiere im Stall verloren.

„Bauernhöfe statt Agrarfabriken. Das muss der Weg sein, das ist auch der Wunsch der Verbraucher.  Das bedeutet eine konsequente Umkehr von der bisher verfolgten Politik hin zu einer tierschutzkonformen und umweltverträglichen Landwirtschaft, die auch landwirtschaftlichen Familienbetrieben eine Existenz sichert – so wie sie der Deutsche Tierschutzbund seit Jahren fordert“, so Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Widerstand lohnt sich. So wird beispielsweise die Schweinemastanlage in Haßleben (Brandenburg) bereits seit über sechs Jahre verhindert – ein großer Erfolg für die Tierschützer.  Aktuell existieren Pläne für die Haltung von rund 65.000 Schweinen, ursprünglich waren 85.000 Tierplätze geplant. Bis heute liegt von der zuständigen Behörde keine endgültige Entscheidung vor.

„Agrarfabriken sind ein Irrweg. Das Ziel muss eine tier-, umwelt- und klimafreundliche Landwirtschaft sein. Dafür benötigen wir strenge, verbindliche Vorschriften zu Haltung, Transport und Schlachtung für alle landwirtschaftlich genutzten Tiere“, so Apel abschließend.

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

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Ende der Qual: Verbot des Brandzeichens bei Fohlen in Sicht

Samstag, 4. September 2010

Am kommenden Montag berät der Ausschuss für Agrarpolitik und Verbraucherschutz des Bundesrates über den Antrag des Landes Rheinland-Pfalz „zum bundesweiten gesetzlichen Verbot des Schenkelbrandes bei Pferden“. Der Deutsche Tierschutzbund appellierte im Vorfeld an die Ausschussmitglieder, sich für das Verbot auszusprechen. Fohlen erleiden beim so genannten Brennen eine hochgradige Verbrennung, das bedeutet für die Tiere erhebliches und völlig unnötiges Leid.

Seit dem 1. Juli 2009 ist die neue Vorschrift in Kraft, nach der alle Fohlen EU-weit grundsätzlich mit einem Transponderchip gekennzeichnet werden. Das „Chippen“ ist fälschungssicher und macht jedes Pferd individuell identifizierbar. Das Brandzeichen stellt dagegen nur ein Markenzeichen für das jeweilige Zuchtgebiet dar. Obwohl die in diesem Frühling geborenen Fohlen bereits gechippt sind, müssen viele von ihnen trotzdem zusätzlich die Prozedur des Brennens erleiden.  „Völlig unsinnig und überflüssig ist diese Brandmarkung der Fohlen als Hannoveraner, Oldenburger oder Holsteiner“, kritisiert Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Sie aus traditionellen Gründen und wegen züchterischer Eitelkeiten immer noch mit Brandzeichen zu quälen, muss endlich ein Ende haben“, so Apel weiter.

Fohlen erleiden beim Schenkelbrand eine Verbrennung dritten Grades (irreversible Zerstörung der Oberhaut und der Haarfollikel). Dadurch werden große Narben künstlich herbeigeführt, die sich von der gesunden Haut abheben und lebenslang sichtbar sind. Diese gezielt herbeigeführte Brandnarbe dient in erster Linie als Werbezweck für den jeweiligen Zuchtverband. Ein Brandzeichen stellt keine individuelle und unverwechselbare Kennzeichnungsmethode dar.

Das Chippen der Pferde ermöglicht eine sichere Identifizierung ohne Tierleid und macht das Tier unverwechselbar. Den Tieren werden Transponder, etwa reiskorngroße Implantate, am Hals unter die Haut  gesetzt. Jeder Chip enthält einen Code, welcher mit einem passenden Ablesegerät identifiziert werden kann.

In Dänemark ist der Schenkelbrand seit 1. März 2010 gesetzlich verboten.

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

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Leitmotto zum Welttierschutztag 2010: „Rettet die Tierheime!“

Dienstag, 31. August 2010

Zum diesjährigen Welttierschutztag am 4. Oktober ruft der Deutsche Tierschutzbund das Leitmotto „Rettet die Tierheime!“ aus. Damit  stellt der Verband die derzeit existenzbedrohende Lage der Tierheime in den Mittelpunkt. Ein Höhepunkt der Kampagne bildet die am 24. September stattfindende Kundgebung vor dem Deutschen Bundesrat in Berlin. Der Deutsche Tierschutzbund wird dort gemeinsam mit den ihm angeschlossenen Tierschutzvereinen sowie Tierheimen für eine bundesweit einheitliche Rahmenregelung für die Fundtierkostenerstattung und für einen Finanztopf für dringend erforderliche Investitionen kämpfen.

Mit einem „Offenen Brief“ hatte sich Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, an die Mandatsträger auf kommunaler Ebene gewandt, um Unterstützung einzufordern.  Zumindest auf Arbeitsebene finden mittlerweile Gespräche mit den Spitzenverbänden statt, um an einer Lösung für das Problem zu arbeiten. Aber das ist bei weitem nicht ausreichend.

„Tierheime sind Tierschutzeinrichtungen. Aber da, wo die Tierheime öffentliche Aufgaben übertragen bekommen, wie beispielsweise die Fundtierbetreuung, muss die öffentliche Hand dafür auch kostendeckende Zuschüsse zahlen“, stellt Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, klar.  Das ehrenamtliche Engagement allein kann diese Mammutaufgabe nicht stemmen, Tierschutz sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, so Apel: „Viele Tierheime kämpfen um ihre Existenz. Bund, Länder und Kommunen sind hier in der Pflicht. Zumal der karitative Tierschutz auch als Folge von Gesetzgebung immer mehr belastet wird.“

Die Situation der Tierheime ist prekär. Die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise, aber auch der Gesetzgebung, wie z. B. die Hundeverordnungen der Länder, schlagen sich im praktischen Tierschutz negativ nieder. Immer mehr Tiere – vor allem alte und kranke – werden aus finanziellen Gründen abgegeben, was sich wiederum auf die Vermittlungsdauer auswirkt. Notwendige Investitionen beispielsweise in neue Hunde- und Katzenhäuser, oder auch die Sanierung, können nicht realisiert werden.

Das Kampagnenmotiv, die aktuelle Unterschriftenliste, ein Interview mit der Leiterin der Rechtsabteilung zum Thema Fundtierbetreuung sowie viele weitere Informationen zum Thema finden Sie unter: www.rettet-die-tierheime.de

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

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Ausgesetzte Tiere im Sommer

Montag, 16. August 2010

Nordrhein-Westfalen: Fünf Katzen im Pappkarton an einer Autobahnraststätte ausgesetzt. Niedersachsen: Jack-Russel-Terrier, Dackel und zwei Kaninchen einfach ihrem Schicksal überlassen. Bayern: Zwei Meerschweinchen im Karton in einem Wald ausgesetzt. Schlagzeilen der letzten Wochen. Und diese Urlaubs-Opfer hatten noch Glück: Sie wurden gefunden und in die Obhut der dem Deutschen Tierschutzbund angeschlossenen Tierheime gegeben. Erneut haben die Tierheime in der Urlaubszeit traurige Hochkonjunktur.

„Es gibt nach wie vor viele verantwortungslose Tierhalter, die einfach ihr Tier aussetzen“, kritisiert Thomas Schröder, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Tierschutzbundes. „Das ist nicht nur gewissenlos, diese Halter können auch mit einer Strafe von bis zu 25.000 Euro belegt werden“, so Schröder weiter. Das hohe Tieraufkommen belastet die Tierheime in den Ferienmonaten zusätzlich. Obwohl diese sich meist ohnehin an ihrer Belastungsgrenze befinden, wie eine aktuelle Studie des Deutschen Tierschutzbundes belegt. Diese weist neben den steigenden Belegungszahlen, der schwieriger werdenden Vermittlung und der höheren Verweildauer auch die saisonalen Schwankungen bei der Tieraufnahme nach. So bestätigen 76 Prozent der Tierheime das Ansteigen der Tieraufnahme in den Sommermonaten, besonders trifft dieser Aspekt auf Hunde und Katzen zu.

Der Deutsche Tierschutzbund bietet Hilfe
Noch bis zum 17. September läuft die Urlaubsaktion „Nimmst du mein Tier, nehm’ ich dein Tier“ des Deutschen Tierschutzbundes. Seit über zehn Jahren wird darüber nun schon für viele Tiere frühzeitig eine ehrenamtliche Betreuung sichergestellt. Diese Aktion wird während der gesamten Ferienzeit angeboten. Unter der Urlaubshotline 0228-60496-27 können Tierhalter Tipps für die Tierbetreuung, aber auch für die Reise mit dem Tier erfragen. Darüber hinaus rät der Deutsche Tierschutzbund „tierische Familienmitglieder“ kennzeichnen und anschließend direkt kostenlos beim Deutschen Haustierregister® eintragen zu lassen, um so für mehr Sicherheit zu sorgen. Unter www.registrier-dein-tier.de können Tierfreunde mehr zum Thema Kennzeichnung und Registrierung erfahren.

Tipps zur Beurteilung einer Tierpension sowie weitere Informationen rund um das Thema Tier und Urlaub finden Sie auch hier: http://www.tierschutzbund.de/urlaubs-hilfe_tiere.html

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

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Rund 400 Kirchen bieten Asyl für Turmfalke, Schleiereule und Co

Montag, 9. August 2010

Positive Bilanz nach drei Jahren Projekt „Lebensraum Kirchturm”

Drei Jahre nach Start der Aktion „Lebensraum Kirchturm“ hat der NABU erneut eine positive Bilanz gezogen: 396 Kirchen in nahezu allen Bundesländern wurden mittlerweile mit der Plakette „Lebensraum Kirchturm“ für ihr besonderes Engagement im Bereich Artenschutz ausgezeichnet. Ziel ist es, bedrohten Vogelarten wie der Schleiereule oder dem Turmfalken -Vogel des Jahres 2007 – mehr Brutmöglichkeiten zu schaffen.

Im April 2007 hatten der NABU und der Beratungsausschuss für das Deutsche Glockenwesen die gemeinsame Aktion gestartet. Als erste Kirche bundesweit wurde die Heilandskirche in Berlin ausgezeichnet. Hier waren die beiden Turmfalken „Erna“ und „Kurt“ zu Hause, die tausende Vogelfans über eine Webcam bei der Aufzucht ihrer Jungen beobachten konnten. Zahlreiche weitere Kirchen folgten diesem Beispiel.

„Wir freuen uns, dass so viele Gemeinden unserem Aufruf gefolgt sind und ihre Kirchtürme wieder für seltene Vogelarten wie Turmfalke und Schleiereule geöffnet haben. Die erfolgreiche Aktion ist ein schönes Beispiel dafür, dass das harmonische Zusammenleben von Mensch und Tier in unseren Städten möglich ist“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Schleiereulen oder Turmfalken nutzen Kirchtürme gerne als Nistplatzersatz für natürliche Bruthöhlen in Felsen oder Bäumen. Auch Fledermäuse finden oft einen geeigneten Unterschlupf in der Kirchturmspitze. Leider gehen solche Plätze bei Kirchturmsanierungen oft verloren – wenn zum Beispiel Einfluglöcher oder Brutnischen verschlossen werden oder Gitter zum Schutz gegen Tauben angebracht werden.

Mit der Aktion „Lebensraum Kirchturm“ möchte der NABU über naturschutzfreundliche Sanierungen informieren und die Gemeinden dazu ermutigen ihre Kirchtürme für die tierischen Bewohner zu öffnen.  Neben der Öffnung von Einfluglöchern steht vor allem der Einbau von Nistkästen im Vordergrund. Unterstützung und Beratung erhalten die teilnehmenden Kirchen dabei von der jeweiligen NABU-Ortsgruppe.

Spitzenreiter bei der „Wohnraumbeschaffung“ ist momentan Baden-Württemberg mit allein über 100 ausgezeichneten Kirchen, gefolgt von Rheinland-Pfalz mit 67 und Thüringen mit 49 tiergerechten Kirchtürmen. Die Aktion „Lebensraum Kirchturm“ wird auch in den kommenden Jahren fortgesetzt.

Quelle: NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.

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Der Deutsche Tierschutzbund bietet viele Hilfen zum Thema Tier und Urlaub

Mittwoch, 14. Juli 2010

Immer mehr Tierheime beklagen die saisonalen Schwankungen – also die stark erhöhte Tieraufnahme in den Sommermonaten – wie eine aktuelle vom Deutschen Tierschutzbund in Auftrag gegebene Studie beweist. Die Urlaubszeit wird dabei von den Tierheimen als primärer Grund angegeben. Morgen beginnen die Sommerferien in NRW. Im bevölkerungsreichsten Land bekommen die Tierheime dementsprechend diese Schwankungen am stärksten zu spüren. Auch in vielen anderen Ländern wie Hessen, Rheinland-Pfalz, Brandenburg haben die Ferien mittlerweile begonnen. Der Deutsche Tierschutzbund bietet konkrete Hilfestellungen und Beratungsangebote, damit rund um das Thema Tier und Urlaub alles reibungslos klappt.

Mit den Beratungsangeboten des Deutschen Tierschutzbundes und der ihm angeschlossenen Tierschutzvereine werden jedes Jahr viele Tiere vor einem traurigen Sommer-Schicksal bewahrt. Mit der Aktion „Nimmst du mein Tier, nehm’ ich dein Tier“ gelingt es vielfach auch kurzfristig, „Tiersitter“ für die Urlaubszeit zu finden. Unter der Urlaubshotline 0228-60496-27 bekommen Tierhalter Tipps für die Tierbetreuung (Mo-Do von 10-18 Uhr; Fr 10-16 Uhr). Darüber hinaus verhilft das Urlaubs-Beratungstelefon des Deutschen Tierschutzbundes mit Informationen für die konkrete Reiseplanung zu einer guten Vorbereitung für den Urlaub mit den Haustieren. Der Verband rät allen Tierfreunden zudem, ihr tierisches Familienmitglied kennzeichnen und anschließend direkt kostenlos beim Deutschen Haustierregister® www.registrier-dein-tier.de eintragen zu lassen, um so für mehr Sicherheit zu sorgen.

Die Aufnahmekapazitäten der Tierheime sind zu Beginn der Ferienzeit oft an den Grenzen der Möglichkeiten. Gerade in den Sommerwochen steigen die Tierabgaben hauptsächlich urlaubsbedingt immer stark an. Immer wieder kommt es zu dramatischen Situationen, wenn Menschen ihr Tier aussetzen, weil sie es als „Last“ empfinden. Der Deutsche Tierschutzbund bittet daher alle, die sich für ein Tier als Familienmitglied interessieren, in die Tierheime zu gehen. Dort warten viele Hunde, Katzen und Kleintiere auf ein neues Zuhause. „Jedes Tier, das vermittelt wird, entlastet den Tierschutz und gibt einem Mitgeschöpf eine zweite Chance“, appelliert Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Tipps zur Beurteilung einer Tierpension sowie weitere Informationen rund um das Thema Tier und Urlaub finden Sie auch hier: http://www.tierschutzbund.de/urlaubs-hilfe_tiere.html

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

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NABU: Die IWC verhandelt in Marokko über die Zukunft der Wale

Sonntag, 20. Juni 2010

Tschimpke: Deutschland muss sich für den Walschutz stark machen

Vom 21. bis zum 25. Juni findet in der marokkanischen Hafenstadt Agadir die Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission
(IWC) statt. Die 88 Mitgliedsstaaten verhandeln dann über den umstrittenen Kompromissvorschlag, der über die Zukunft des Gremiums und damit der Wale entscheiden wird. Legitimiert die IWC für eine Übergangszeit die kommerzielle Waljagd oder hat das Walfangmoratorium von 1986 Bestand.

Lange Zeit schien es, als würde das zuständige Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz dem faulen Kompromissvorschlag des IWC-Präsidenten Christian Maquiera folgen, der den Walfangnationen Japan, Island und Norwegen die Möglichkeit geben würde, Jahr für Jahr bis zu 1.400 Wale zu wirtschaftlichen Zwecken zu töten. Die massive Kritik zahlreicher Natur- und Umweltverbände sowie ein daraufhin formulierter fraktionsübergreifender Beschluss des Deutschen Bundestages, führten dazu, dass Deutschland dem vorgelegten Kompromiss nicht zustimmen und sich auch zukünftig für einen konsequenten Walschutz einsetzen will. Mehr als 7.400 Menschen beteiligten sich allein an der NABU-Protestaktion im Internet.

„Ein mögliches Ende des Walfangmoratoriums wäre eine weitere bittere Niederlage für den Artenschutz und ein fatales Signal im Internationalen UN-Jahr der Artenvielfalt“, sagte NABU Präsident Olaf Tschimpke. Nun gelte es für alle Walfanggegner in Agadir, für die Wale zu streiten und sich gegen die zu erwartenden politischen Attacken der Walfangnationen zu wehren.

Der bisherige Kompromiss sah vor, das bestehende kommerzielle Walfangverbot für zehn Jahre auszusetzen, um die verhärteten Fronten zwischen Walfanggegnern und Walfangbefürworten aufzubrechen und die IWC wieder beschlussfähig zu machen. Die nun formulierten und von Deutschland unterstützten Änderungen beinhalten ein Verbot der Jagd im antarktischen Schutzgebiet, ein Festhalten am Verbot des internationalen Handels mit Walprodukten sowie ein konkretes Enddatum aller kommerziellen oder wissenschaftlichen Walfangaktivitäten.

Quelle: NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.

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Vorsicht beim Mähen von Wiesen und Weiden! Gefahren für Wildtiere durch geeignete Maßnahmen minimieren

Montag, 14. Juni 2010

Jedes Jahr sterben zahlreiche Wildtiere auf grausame Art und Weise. In den Messern landwirtschaftlicher Mähwerke werden sie regelrecht zerstückelt. Jetzt Mitte Juni sind besonders neugeborene Rehkitze gefährdet, da sie von den Ricken ins hohe Gras abgesetzt werden. Dort suchen sie die Jungtiere in den ersten Wochen nur kurz auf, um sie mit Nahrung zu versorgen. Der Deutsche Tierschutzbund appelliert an die Landwirte, durch umsichtiges Verhalten sicherzustellen, dass der grausame Tod von Jungtieren auf der Weide vermieden wird.

Für viele Wildtiere wie Rehe, Feldhasen und Bodenbrüter dienen Felder und Wiesen als Unterschlupf. Doch angesichts der immer früheren und intensiveren Mahd (Mähen) von Grünlandflächen und des Einsatzes von zum Teil sehr schnellen großen Landmaschinen sind die Tiere einer immensen Gefahr ausgesetzt. Tausenden von jungen Wildtieren werden durch die scharfen Klingen der Maschinen schwere Verletzungen zugefügt. Diese enden oftmals tödlich.

Der Verband appelliert daher an alle Landwirte, deren Landmaschinen noch nicht über entsprechende Sensoren zum Aufspüren von Wildtieren verfügen, vor dem Mähen die Felder gründlich zu begutachten und sicherzustellen, dass sich dort keine Tiere mehr aufhalten. Nester von Bodenbrütern können bei einer Begehung durch Förster oder Vogelkundler ausfindig gemacht und markiert werden. Auch die Wahl der Mähtechnik und die Schnitthöhe sind wichtige Faktoren, die es zu berücksichtigen gilt. Zudem ist es ratsam, Wiesen und Weiden immer von innen nach außen zu mähen, um Fluchtmöglichkeiten zu bieten. Am Tag vor dem Mähen können die Tiere durch Stangen mit flatternden Tüchern oder auch Blinklampen gewarnt werden. Die Muttertiere nehmen die Störung wahr und verlassen mit ihren Jungen das Feld. Vor dem Mähen können Tiere auch durch akustische Signale von den entsprechenden Wiesen vertrieben werden. Dazu eignen sich zum Beispiel Flatterbänder, die bei Wind entsprechende Geräusche machen. Im Handel sind darüber hinaus Schutzvorrichtungen für die Maschinen erhältlich, die zusätzlich helfen können, die Tiere vor einem qualvollen Tod zu bewahren.

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

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Fragwürdige Auszeichnung für das Primatenzentrum

Mittwoch, 9. Juni 2010

Dem Deutschen Primatenzentrum DPZ in Göttingen, einem der größten Zentren für Tierversuche an Affen in Deutschland, wird am 7. Juni vom Verein „Deutschland – Land der Ideen“ der Titel „Ausgewählter Ort im Land der Ideen“ verliehen. Der Deutsche Tierschutzbund reagiert mit Unverständnis auf die Auszeichnung.

„Es ist unfassbar, dass ausgerechnet dieser Ort der Qual für Hunderte von Versuchsaffen ausgezeichnet wird“, empört sich Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Mit dieser Auszeichnung wirbt der Verein „Deutschland – Land der Ideen“  auf internationaler Ebene für Deutschland als einen führenden Standort für Wissenschaft und Innovation. Damit wird eine Einrichtung gewürdigt, in der Hunderte von Affen in Tierversuchen verbraucht werden. Sie werden mit tödlichen Krankheiten, z. B. BSE, Pocken oder AIDS, infiziert, an denen sie leiden und zugrunde gehen. Sie werden in Versuchen in schwere Angst versetzt, damit man Stressreaktionen oder Depressionen an ihnen erforschen kann. Man löst an ihnen mit Chemikalien künstlich Asthma aus.

Sowohl im DPZ als auch in der Bremer Universität bohrt man Affen den Schädel auf, pflanzt ihnen Elektroden ins Gehirn und zwingt sie dann jahrelang zur Mitarbeit an widernatürlichen Versuchen. Nicht zuletzt züchtet das Primatenzentrum Affen für Tierversuche mit dem Ziel, den „Bedarf“ an Versuchsaffen in ganz Deutschland zu decken. Auch wenn die Haltungsbedingungen im DPZ besser sein mögen als die in vielen anderen Zuchteinrichtungen, erwartet die Tiere, sobald sie erwachsen sind und zum Zweck des Tierexperiments verkauft werden, ein leidvolles Schicksal.

Es soll hier nicht verschwiegen werden, dass vom DPZ aus auch beobachtende Forschung in den Ursprungsländern der Primaten betrieben wird, bei der Tiere nicht leiden müssen. Aber die Qualen der Göttinger Versuchsaffen werden dadurch nicht gerechtfertigt. „Ein solches Zentrum abgrundtiefen Tierleides als Werbung für Deutschland auszuzeichnen, war ein spektakulärer Fehlgriff des Vereins. Stattdessen sollte man Einrichtungen wie z. B. das Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik auszeichnen, wo Alternativen zum Tierversuch entwickelt werden,“  meint  Wolfgang Apel abschließend.

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

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Irreführung von Kindern durch „Unser Charly“

Mittwoch, 9. Juni 2010

Neue Studie unterstreicht Kritik des Deutschen Tierschutzbundes

Die ZDF-Serie „Unser Charly“ steht seit Jahren in der Kritik von Tierschutzorganisationen. Neben den zahlreichen Tierschutzproblemen hat der Deutsche Tierschutzbund auch immer wieder auf den verfehlten Bildungsauftrag des Senders verwiesen. Denn eine Vermenschlichung der Tiere ruft gerade bei Kindern ein völlig falsches Tierbild hervor. Eine heute vorgestellte Studie der Freien Universität Berlin zeigt, dass diese Kritik berechtigt ist.

Seit beinahe 15 Jahren zeigt das ZDF die Familiensendung „Unser Charly“. Mindestens 11 junge Schimpansen wurden für die Serie bisher „verbraucht“. Nach ihrer kurzen Einsatzzeit landen die Tiere in einer amerikanischen Auffangstation, von wo sie angeblich weitervermittelt werden. Neben den zahlreichen damit verbundenen Tierschutzaspekten wie der Trennung der Jungtiere von ihren Müttern, die tierschutzwidrige Dressur sowie die ungeklärte spätere jahrzehntelange Unterbringung, hat der Deutsche Tierschutzbund schon seit Jahren auch auf die Problematik der öffentlichen Darstellung dieser Tiere verwiesen.

Eine Forschungsgruppe des Instituts für Biologie, Humanbiologie und Anthropologie an der Freien Universität Berlin hat unter Leitung von Professor Carsten Niemitz nun untersucht, wie „Unser Charly“ die Wahrnehmung von Grundschulkindern beeinflusst. Die Ergebnisse zeigten eindeutig, dass die Kinder nach Ansehen der Serie Schimpansen für liebe Haustiere hielten, die gerne Menschen­kleidung tragen und ebenso gern mit Menschen zusammenleben. Bereits 2008 hatte eine amerikanische Studie gezeigt, dass die starke Präsenz von Schimpansen in Shows, Werbung und Fernsehserien dazu führte, dass befragten Personen ein völlig falsches Bild dieser Tiere vermittelt wurde.

„Das Beispiel zeigt deutlich, dass das ZDF mit „Unser Charly“ nicht nur den Tierschutz außer Acht lässt, sondern auch seinen Bildungsauftrag verfehlt“, so Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes in Bonn. „Wer Kindern vorgaukelt, Schimpansen seien zur Belustigung des Menschen da, handelt grob fahrlässig. Das ZDF muss eine Fortsetzung der Serie umgehend stoppen“, fordert Apel weiter. Der Sender hatte in der Vergangenheit betont, dass die kindgerechte Vermittlung und Aufbereitung von Tierschutzthemen eine unverzichtbare Aufgabe sei, der sich die Sendung „Unser Charly“ verschrieben habe. Dies ist nach Ansicht der Tierschützer nun eindeutig widerlegt. Derzeit laufen die Dreharbeiten zur 16. Staffel.

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

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