Tausende Hobbygärtner schaffen GARTENrotschwanzOASEN

5. August 2011

Natürliches Gärtnern ohne Gift liegt voll im Trend

Große Resonanz für den „Vogel des Jahres” des NABU: Mehr als 2000 Hobbygärtner beteiligten sich an der Aktion „GARTENrotschwanzOASEN“, die der NABU Ende Februar 2011 startete. „Immer mehr Menschen verwandeln ihren Kleingarten in eine echte Oase der Artenvielfalt. Die NABU-Aktion ist ein voller Erfolg!“, freut sich NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Von den Teilnehmern haben 1501 Personen einen Privat- oder Hausgarten, 157 Personen verschönern ihren Schrebergarten und 96 gestalten ihre Streuobstwiese zu einer Oase der Artenvielfalt. Den Gartenrotschwanz haben 43 Prozent der Teilnehmer in ihren Gärten gesichtet. Dicht dahinter liegt der Hausrotschwanz mit 42 Prozent. „Kleingärten sind heute beliebter denn je“, stellt der NABU-Präsident fest. „Viele Menschen zieht es wieder in den heimischen Garten und mit einfachen Handreichungen lassen sie sich zu wahren Refugien der biologischen Vielfalt entwickeln“, so Tschimpke.

In den grünen Oasen der Städte werden viele fast ausgestorbene Raritäten von Pflanzen und Tieren erhalten. „Alte Apfelsorten wie ‚Kaiser Wilhelm‘ und ‚Goldparmäne‘, Kartoffelsorten ‚Adretta‘ und ‚Linda‘ haben hier wichtige Refugien“, erklärt NABU-Biodiversitätsexperte Alexander von Schilling. Der Wandel des Kleingartens vom Nahrungslieferanten zum Erholungsort, besonders für junge Familien, macht diese blühenden Oasen möglich. Und solche giftfrei bewirtschafteten, strukturreichen Kleingartenanlagen mit altem Baumbestand sind nicht nur für den „Vogel des Jahres“ wichtig, auch viele anderen historischen Kulturarten brauchen eine lebendige Kleingartenkultur.

In diesem Interesse fordert der NABU ein Verbot des Unkrautkillers Roundup für Haus- und Kleingärten sowie ein Umdenken bei der Gestaltung und Bewirtschaftung von Gärten und Parks. „Wir sollten auf sterile Rasenflächen, fremdländische Gehölze und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verzichten, zugunsten der heimischen Vielfalt an Pflanzen und Tieren“, appelliert Olaf Tschimpke.

Die Teilnahme am NABU-Wettbewerb ist noch bis 31. August 2011 möglich.

Quelle: Naturschutzbund Deutschland e.V.

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Tansania baut keine asphaltierte Straße durch die Serengeti

26. Juni 2011

Auf der derzeit in Paris tagenden UNESCO-Konferenz hat sich die tansanische Regierung gegen den Bau einer asphaltierten Straße durch die Serengeti ausgesprochen. Ezekiel Maige, Minister für natürliche Ressourcen und Tourismus, bestätigte heute, dass die bestehende unbefestigte Straße für Touristen und die Parkverwaltung im Norden der Serengeti belassen wird wie sie ist. Straßen, die außerhalb des Parks zu den Bezirkshauptstädten führen, sollen dagegen ausgebaut werden. Die NABU International Naturschutzstiftung begrüßt diese Entscheidung und gratuliert dem tansanischen Präsidenten Kikwete. Eine
55 Kilometer lange asphaltierten Straße mitten durch das UNESCO-Weltnaturerbegebiet, um die Infrastruktur Tansanias zu verbessern, hätte auf die weltberühmten Massentierwanderungen fatale Folgen gehabt.

Der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dirk Niebel, verkündete Anfang diesen Jahres, dass Deutschland bereit wäre, eine Studie über alternative Möglichkeiten der Verkehrsanbindungen zu finanzieren, die die Serengeti verschonen. Er bekräftigte die Bereitschaft zur einer gemeinschaftlichen Finanzierung einer Machbarkeitsstudie für eine Südumfahrung des Nationalparks. Diese Entscheidung sei getroffen worden, um die zunehmenden sozio-ökonomischen Bedürfnisse der ländlichen Gemeinden im Norden Tansanias zu befriedigen und gleichzeitig den außergewöhnlichen universellen Wert des Serengeti-Nationalparks zu erhalten.

In ihrem Schreiben an die Weltnaturerbekommission erklärt die tansanische Regierung zum ersten Mal ihre Bereitschaft, eine südliche Umgehungstrasse ernsthaft in Erwägung zu ziehen. „Jetzt kommt es auf internationale Geldgeber an dieses Potential zu verwirklichen“, sagt NABU-International-Artenschutzexpertin Dr. Barbara Maas.

„Die Baupläne einer Asphaltstraße aufzugeben ist ein begrüßenswerter Schritt in die richtige Richtung“, sagte der Vorsitzende der NABU International Naturschutzstiftung, Thomas Tennhardt. „Um eine nachhaltige und langfristige Lösung zu gewährleisten, plädieren auch wir für den Bau der südlichen Umgehung der Serengeti. Neben geringeren negativen Auswirkungen auf die Tierwelt wäre dies auch von großem Nutzen für lokale Gemeinden.“

Der Serengeti-Nationalpark ist das größte geschützte Grasland- und Savannenökosystem der Welt und Schauplatz alljährlich stattfindender, riesiger Massentierwanderungen. Neben zwei Millionen Huftieren beherbergt das Gebiet das größte Raubtiervorkommen der Erde und mehr als 450 Vogelarten.

Quelle: Naturschutzbund Deutschland e.V.

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Welttag der Ozeane: Den Weltmeeren und vielen Fischarten geht es immer schlechter

8. Juni 2011

NABU: Politische Ignoranz fördert Überfischung, Verschmutzung und Klimawandel

„Verschmutzung, Überfischung und Klimawandel – die Weltmeere sind zahlreichen Gefahren ausgesetzt. Dagegen muss die Politik endlich einen gesetzlichen Rahmen zum Schutz der Meeresökosysteme festlegen“, fordert NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Zum „Welttag der Ozeane“ am Mittwoch ruft der NABU dazu auf, die Meere weltweit besser zu schützen und ihnen gesellschaftlich und politisch eine höhere Priorität einzuräumen. In den letzten 28 Jahren mussten bereits mehr als 300 Meeresgebiete für tot erklärt werden, die Hälfte aller Korallenriffe ist bereits verloren oder im Verfall.

Besonders besorgniserregend sind die Folgen der Überfischung. Pro Jahr verbrauchen wir weltweit 90 Millionen Tonnen Fisch und Meeresfrüchte. Das hat bereits zum Kollaps zahlreicher kommerziell genutzter Fischbestände wie Hai, Schwertfisch und Thunfisch geführt. Doch die Nachfrage steigt immer weiter, auf schätzungsweise 127 Tonnen bis zum Jahr 2030. Eine weitere Bedrohung ist die zunehmende Vermüllung der Meere. Nach Schätzungen des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) landen jedes Jahr mehr als 6,4 Millionen Tonnen Abfälle im Meer. Vor allem Plastikmüll hat direkte Auswirkungen auf mehr als 260 marine Arten. Häufig verfangen sich Delfine, Meeresschildkröten und Fische in alten Netzen und Langleinen und verenden qualvoll.

„Wir wissen, dass die Ressourcen der Meere nicht unerschöpflich sind. Dennoch wird Industrie und Wirtschaft oft der Vorrang vor dem Meeresschutz gegeben, selbst auf Kosten zahlreicher Tierarten“, kritisiert Tschimpke. Doch die Menschheit braucht die Meere dringend: Die Ozeane bedecken mehr als 70 Prozent der Erdoberfläche, sie beinhalten über 96 Prozent unseres Wassers und produzieren mehr als 70 Prozent des Sauerstoffs.

Der NABU engagiert sich weltweit für den Meeresschutz. So setzt sich die NABU International Naturschutzstiftung seit 2009 für die Hector- und Maui-Delfine vor der Küste Neuseelands ein, die durch die Fischerei bereits an den Rand des Aussterbens gedrängt wurden. Es gibt nur noch wenige Hundert Tiere und sie würden durch den geplanten Bau stromfördernder Turbinen aus ihrem letzten Lebensraum verdrängt werden. Ähnlich gefährdet sind in Deutschland die Schweinswale, wenn Offshore-Windkraftanlagen ohne Schutz gegen Unterwasserlärm in den Meeresboden gerammt werden. Gegen die weitere Vermüllung der Meere kämpft das NABU-Projekt „Fishing for Litter“, bei dem Fischern die Möglichkeit gegeben wird, ihren oftmals reichhaltigen Beifang in Form von Müll zu entsorgen.

Der NABU drängt auf die konkrete Umsetzung der EU-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie, die 2008 beschlossen wurde, um die europäischen Meere bis 2020 in einen guten Umweltzustand zu versetzen oder diesen zu erhalten. Derzeit wird der Gesetzentwurf in den Mitgliedsstaaten rechtlich eingebettet. Der NABU begleitet den Prozess, um einen größtmöglichen politischen Schutz für die Meere zu erwirken.

Quelle: Naturschutzbund Deutschland e.V.

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Drei Monate nach dem Erdbeben in Japan: CARE hilft weiterhin

6. Juni 2011

„Lücken schließen, wo japanische Behörden gezielt unterstützt werden können“

Drei Monate nach der Dreifach-Katastrophe in Japan konzentriert sich die Hilfsorganisation CARE auf die gezielte Unterstützung von sozialen Einrichtungen in der besonders betroffenen Iwate-Präfektur im Norden des Pazifikstaates. Als am 11. März ein schweres Erdbeben und ein darauffolgender Tsunami schwere Zerstörung anrichteten, entschied sich der internationale Verbund der CARE-Familie, zu dem auch CARE Japan gehört, in dem Industriestaat selbst Hilfe zu leisten.

Zwar sind die japanischen Behörden und Bürger aufgrund der ständigen Gefahr von Erdbeben äußerst sorgfältig vorbereitet und verfügen über einen vorbildlichen Katastrophenschutz. „Aber es bleiben bei einer solchen Katastrophe immer Versorgungslücken und wir helfen mit, diese Lücken zu schließen“, sagte CARE-Mitarbeiter Axel Rottländer am Montag bei einem Mediengespräch in Bonn. Er ist vor kurzem nach drei Wochen Aufenthalt aus Japan zurückgekehrt, wo er die Nothilfemaßnahmen des CARE-Büros unterstützt hat.

„Die Krise hat ein schier unglaubliches Ausmaß und die Japaner leisten sehr viel, um der betroffenen Bevölkerung zu helfen. Aber selbst bei der äußerst professionellen Arbeit der japanischen Regierung und der lokalen Behörden bleiben immer noch einzelne Gebiete oder Einrichtungen, die nicht von der Hilfe erreicht werden“, erklärt Rottländer. Eine enge Zusammenarbeit mit den Betroffenen helfe dabei, die ganz konkreten Bedürfnisse zu ermitteln. Beispielsweise versorge CARE die Bewohner eines Evakuierungszentrums mit warmen Mahlzeiten und verteile in Kürze 18.000 Decken. „Ganz konkrete Hilfe brauchen die Menschen jetzt am allermeisten“, betonte Axel Rottländer.

Zu Gast in Bonn waren auch Takanori Kazuhara, der Präsident von CARE Japan, sowie Geschäftsführer Katsuhiko Takeda. Sie berichteten über den Stand der Hilfe und die Planungen. In den kommenden Wochen und Monaten wird sich CARE darauf konzentrieren, Nahrungsmittel und Haushaltsgüter vor allem an ältere Menschen zu verteilen. Schulen, Seniorenheime und weitere soziale Einrichtungen erhalten Unterstützung durch Transportdienste, Rollstühle und andere Gerätschaften. Gezielte psychosoziale Betreuung soll den betroffenen Menschen dabei helfen, wieder in den Alltag zurückzufinden.

„Es ist für uns nicht alltäglich, in einem industrialisierten Land wie Japan Hilfe zu leisten“, betont der Hauptgeschäftsführer von CARE Deutschland-Luxemburg, Dr. Anton Markmiller. „Doch innerhalb des internationalen Verbundes haben wir mit CARE Japan einen Partner vor Ort, der die Begebenheiten im Land bestens kennt und nach dem Tsunami Hilfe leisten konnte. Darauf können wir nun weiterhin mit bedarfsgerechter und effektiver Hilfe aufbauen.“

Quelle: CARE Deutschland-Luxemburg e.V.

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Artenschutz in Kirgisien für weitere zehn Jahre gesichert

21. Mai 2011

NABU und Staatspräsidentin Otonbajewa initiieren internationales Schneeleopardenforum

Der NABU und die kirgisische Regierung haben in dieser Woche einen gemeinsamen Vertrag insbesondere zum Schutz des stark bedrohten Schneeleoparden unterzeichnet und damit die internationale Zusammenarbeit vorangebracht. So konnten NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller, NABU-Vizepräsident Thomas Tennhardt und der kirgisische Umweltminister Bijmyrsa Toktoraliev den Fortgang laufender Projekte wie die Anti-Wilderer-Einheit „Gruppa Bars“ zum Schutz von Schneeleoparden, das Rehabilitationszentrum „Schneeleopard“ und das Monitoring seltener Tierarten im Projektgebiet für weitere zehn Jahre sicherstellen.

Ein weiterer Höhepunkt der deutsch-kirgisischen Zusammenarbeit im Bereich des Naturschutzes lieferte das ebenfalls in dieser Woche stattgefundene Treffen der NABU-Spitze mit der kirgisischen Präsidentin Otunbajewa. Dabei ging es vor allem um die gemeinsame Vorbereitung eines internationalen Forums zum Schneeleopardenschutz, das im kommenden Jahr stattfinden soll und das der NABU initiierte. „Wir hoffen, mit dem erstmals so hochrangig geplanten Forum eine Reihe internationaler Projekte zum Schneeleopardenschutz anstoßen und damit einen weiteren Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt leisten zu können“, so die NABU-Vertreter nach dem Treffen mit der Präsidentin. Diese begrüßt die Initiative des NABU für eine gemeinsame Schneeleopardenkonferenz mit Vertretern aller verantwortlichen Staaten. Zum Verbreitungsgebiet der Großkatze gehören Zentralasien, der Himalaya, China und Russland.

Der NABU betreibt seit über zehn Jahren Projekte zum Schutz der seltenen Großkatze in Kirgisien und konnte bereits einen Rückgang der Wilderei erzielen. Das parallel durchgeführte Monitoring zeigt, dass die Zahl der Schneeleoparden seit 2004 wieder ansteigt. Derzeit rechnet man mit 350 Tieren, im Jahr 2001 gab es 250 Schneeleoparden in Kirgisien. Schneeleoparden sind die am stärksten bedrohten Großkatzen der Erde. Wegen ihres schönen Fells, ihrer Knochen und auch als lebende Tiere für Zirkusse werden sie gnadenlos verfolgt.

Quelle: Naturschutzbund Deutschland e.V.

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CARE fordert Ende der Nahrungsmittelunsicherheit am Horn von Afrika

17. Mai 2011

Bis zu zehn Millionen Menschen könnten Hunger leiden

CARE fordert die internationale Gemeinschaft auf, der anhaltenden Nahrungsmittelunsicherheit in Ländern am Horn von Afrika mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Acht Millionen Menschen in Dschibuti, Äthiopien, Kenia und Somalia sind von anhaltenden Dürren betroffen. „Es gibt viele Gründe für die anhaltende Nahrungsmittelunsicherheit am Horn von Afrika: Armut, soziale Ungerechtigkeit und Klimawandel tragen genauso dazu bei wie hohe Lebensmittel- und Energiepreise“, so Dr. Anton Markmiller, Hauptgeschäftsführer von CARE Deutschland-Luxemburg. Allein in Kenia stieg der Preis für Mais in den letzten drei Monaten um nahezu 30 Prozent. „Es muss unbedingt etwas geschehen, damit nicht noch mehr Menschen an Hunger sterben. Langfristig müssen die Gründe für immer wiederkehrende Hungerkrisen in Angriff genommen werden“, sagt Markmiller.

Trotz einer längeren Regenperiode im letzten Jahr konnten die betroffenen Menschen sich noch nicht von den Auswirkungen der Dürre vor zwei Jahren erholen. „Es ist leider auch zu erwarten, dass die Regenfälle dieses Jahr nicht ausreichen werden. Das könnte bedeuten, dass bis zu 10 Millionen Menschen am Horn von Afrika akuter Nahrungsmittelunsicherheit ausgesetzt sind.“

Auswirkungen der Dürre sind vermehrte Krankheitsausbrüche, schlechte Hygienebedingungen oder Ressourcenkonflikte. „Viele Kinder von pastoralistischen Familien werden aus der Schule genommen. Entweder, weil ihre Eltern das Schulgeld nicht mehr zahlen können oder weil sie fortziehen müssen, um besseres Weideland für ihr Vieh zu finden“, erklärt Markmiller.

In Somalia und Dschibuti wurde die Dürre bereits zur nationalen Katastrophe erklärt. Obwohl sich die Regierungen der betroffenen Länder bereits zur Krisenintervention eingeschaltet haben, wird sowohl kurz- als auch langfristig jedoch dringend internationale Unterstützung benötigt, vor allem um die strukturellen Gründe zu bewältigen. „Die betroffenen Menschen müssen dringend gestärkt werden, um sich besser an die veränderten Umstände anzupassen. Sie müssen in der Lage sein, sich selbst zu versorgen. Sie dürfen nicht dauerhaft auf Lebensmittelverteilungen angewiesen sein“, so Markmiller.

CARE unterstützt die Länder am Horn von Afrika durch die Bereitstellung von Wasser, Verbesserung der Hygienebedingungen, Errichtung von Sanitäranlagen und die Sicherung ihrer Existenzgrundlagen. Familien sollen in der Lage sein, längere Dürreperioden besser durchzustehen und die Auswirkungen der Nahrungsmittelunsicherheit auf sie zu minimieren.

Quelle: CARE Deutschland-Luxemburg e.V.

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Amnesty International Report 2011: EU muss sich ihrer Verantwortung in der arabischen Welt stellen

13. Mai 2011

Meinungsfreiheit auch 50 Jahre nach Gründung der Menschenrechtsorganisation zentrales Thema – Massive Einschränkung der Meinungsfreiheit in 89 Staaten.

Internet und soziale Medien spielen im Kampf für die Menschenrechte genauso wie bei deren Unterdrückung eine immer größere Rolle: Das belegt der Amnesty International Report 2011, der heute im S. Fischer Verlag erscheint. Für das Jahr 2010 dokumentiert Amnesty International Menschenrechtsverletzungen in 157 Ländern.

“Vor allem in der arabischen Welt setzten Blogger, Journalisten und Menschenrechtsaktivisten verstärkt auf neue Technologien, um politische Reformen und die Einhaltung der Menschenrechte einzufordern. Die Regierungen schlugen mit Zensur, Internetblockaden, Verhaftungen und Folter zurück”, sagte Wolfgang Grenz, stellvertretender Generalsekretär von Amnesty International in Deutschland, bei der Vorstellung des Reports in Berlin. In der arabischen Welt verbreiteten sich die Nachrichten über Proteste und Streik via Internet und Handy rasant und trugen so wesentlich zu den Umbrüchen in Tunesien und Ägypten bei. “Ob der Aufbruch in der arabischen Welt erfolgreich sein wird, ist noch offen. Die Entscheidung für oder gegen Freiheit und Gerechtigkeit steht auf Messers Schneide.”

Eine massive Einschränkung der Meinungsfreiheit verzeichnet Amnesty in 89 Staaten. Das Recht auf freie Meinungsäußerung ist ein grundlegendes Menschenrecht, für das sich Amnesty International seit seiner Gründung 1961 einsetzt. “Meinungsfreiheit ist der Grundstein, auf dem Amnesty International vor 50 Jahren aufgebaut wurde und heute immer noch ein Schwerpunkt unserer Arbeit. Meinungsfreiheit ist für die Verwirklichung anderer Menschenrechten unerlässlich”, sagte Grenz.

In China werden Menschenrechtsanwälte, Umweltaktivisten, Schriftsteller, aber auch gewöhnliche Bürger daran gehindert, politisch brisante Themen an die Öffentlichkeit zu bringen. Die Unterdrückung der Meinungs- und Informationsfreiheit hat in den vergangenen Monaten stark zugenommen. Seit Ende Februar wurden mehr als 100 Aktivisten festgenommen oder unter Hausarrest gestellt.

In Syrien werden Webseiten mit Beiträgen zu Menschenrechten, Regierungskritik oder zur Lage der kurdischen Minderheiten blockiert, Blogger und junge Menschenrechtsaktivisten zu drakonischen Haftstrafen verurteilt.

In Ägypten hat sich mit Blick auf das Streikrecht auch nach dem Sturz von Hosni Mubarak nicht viel verändert: Mitte April trat ein Gesetz in Kraft, das friedliche Proteste und Streiks kriminalisiert. “Deutschland, die EU und die USA müssen von der ägyptischen Übergangsregierung und dem Militärrat konsequent konkrete Schritte zu Verbesserungen des Menschenrechtschutzes einfordern” sagte Grenz. Rückschritte wie Folter, die Ausgrenzung der Frauen bei der Neugestaltung der politischen Zukunft oder das Streikverbotsgesetz müssen kritisiert werden. “Die EU darf die Fehler der Vergangenheit, in der massive und systematische Menschenrechtsverletzungen um den Preis der Stabilität hingenommen wurden, nicht wiederholen.”

Kritisch sieht Amnesty International auch die europäische Flüchtlingspolitik. Der Streit um die Verteilung der etwa 30.000 “Bootsflüchtlinge” aus Nordafrika in Italien zeigt, dass das Verteilungssystem innerhalb der EU nicht funktioniert. “Verschärfte Grenzkontrollen sind keine Lösung und das Abfangen von Asylsuchenden auf Hoher See im Mittelmeer ohne Überprüfung ihrer Fluchtgründe verletzt das internationale Flüchtlingsrecht und die Menschenrechte”, so Grenz.

Amnesty International appelliert an die Bundesregierung, sich dafür einzusetzen, dass Flüchtlinge aus Somalia, Eritrea und Äthiopien, die von Libyen nach Ägypten und Tunesien geflohen sind, aufgenommen werden.

Quelle: Offenes-Presseportal

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Greenpeace: CCS-Gesetz zieht Bundesländer über den Tisch

10. Mai 2011

CO2-Endlager unter dem Meer machen Länderausschlussklausel wertlos

Mögliche CO2-Endlager unter der Nordsee könnten das Grundwasser der Küsten-Länder verunreinigen, auch wenn eine CO2-Verpressung auf ihrem Gebiet ausgeschlossen wurde. Darauf weist Greenpeace im Rahmen des aktuellen Gesetzgebungsverfahrens für die CCS-Technologie hin. Greenpeace fordert daher die Landesregierungen von Niedersachsen und Schleswig-Holstein auf, das CCS-Gesetz der Bundesregierung abzulehnen.

“Von den CO2-Verpressungen unter dem Meer könnten viele Menschen direkt betroffen sein – aber das wird bewusst nicht an die große Glocke gehängt”, sagt Greenpeace-Energieexpertin Anike Peters. “Die Bundesländer dürfen sich nicht von der Bundesregierung über den Tisch ziehen lassen”. Küstennahes Grundwasser in Gefahr – trotz Länderausstiegsklausel

Da es in der Bevölkerung starken Widerstand gegen die unterirdische Verpressung des Klimagases CO2 gibt, wollen Bundesländer wie Niedersachsen und Schleswig-Holstein CO2-Endlager unter ihrem Gebiet vollständig ausschließen. Doch der aktuelle Gesetzentwurf der Bundesregierung beinhaltet die Möglichkeit, vor den Küsten ohne Ländermitsprache CO2-Endlager einzurichten. So sollen die Bundesländer außerhalb einer 20-Kilometer-Zone, der sogenannten Ausschließlichen Wirtschaftszone AWZ, kein Mitspracherecht erhalten. Durch den hohen Druck der CO2-Verpressung findet im Umkreis von bis zu 50 Kilometern eine Druckerhöhung statt. Dies birgt die Gefahr, dass salziges Wasser aus den Hohlräumen der Lagerstätten verdrängt wird und das Grundwasser verunreinigt.

Besonders problematisch bei CO2-Endlagern unter dem Meer ist die Überwachung der Lagerstätten. Das sogenannte “Monitoring” unter dem Meeresboden und die Beseitigung eventueller Leckagen sind weitaus komplizierter als an Land. Kommt es zu Leckagen, stellt das CO2 eine Gefährdung der Meeresumwelt dar. Das Meerwasser könnte versauern und durch die im verpressten CO2 enthaltenen Giftstoffe wie Quecksilber und Blei verunreinigt werden.

Greenpeace fordert von der Bundesregierung ein komplettes Verbot der CCS-Technologie in Deutschland – an Land oder unter der See. Neben der Gefahr für das Grundwasser birgt CCS weitere unkalkulierbare Risiken. Das CO2 könnte langfristig wieder an die Oberfläche kommen und den Klimawandel vorantreiben. Außerdem wäre CCS erst 2030 großflächig einsetzbar – für den Klimaschutz viel zu spät. “Es gibt keinerlei rechtliche Notwendigkeit, in Deutschland ein Pro-CCS-Gesetz zu erlassen.” Nach Artikel 4 Absatz 1 Satz 2 der europäischen CCS-Richtlinie haben alle EU-Mitgliedstaaten das Recht, “keinerlei Speicherung auf Teilen oder auf der Gesamtheit ihres Hoheitsgebietes zuzulassen”.

“Der Ausschluss der CO2-Endlagerung in Deutschland wäre ein wegweisender Schritt für eine zukunftsfähige Energieversorgung – ohne ökologische und wirtschaftliche Altlasten für zukünftige Generationen”, sagt Peters.

Quelle: Offenes-Presseportal

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NABU: Tschernobyl und Fukushima zeigen wahre Kosten der Atomkraft

21. April 2011

Tschimpke: Bundesregierung muss versteckte Belastung der Steuerzahler offenlegen

25 Jahre nach dem Atom-GAU in Tschernobyl blickt die Welt gebannt auf den zweiten Größten Anzunehmenden Unfall in Japan. Auch wenn das ganze Ausmaß der Katastrophe dort noch nicht klar ist, so ist bereits sicher: Die Schäden für Mensch und Natur kosten Unsummen. „Die Atomkraft schaufelt der Welt ein Milliardengrab“, erklärt NABU-Präsident Olaf Tschimpke zum 25. Jahrestag des von Tschernobyl. „Auch der deutsche Steuerzahler ist davon betroffen, und zwar im Inland wie im Ausland.“ So hat diese Woche eine internationale Geberkonferenz weitere 550 Millionen Euro für die Folgen der Reaktorexplosion in der heutigen Ukraine zur Verfügung gestellt, Deutschland zahlt davon 42 Millionen Euro. Insgesamt werden sich die Kosten allein für den Bau eines zweiten Sarkophags zur Sicherung der Reaktorruine auf mindestens 1,6 Milliarden Euro belaufen.

„Auch hierzulande tragen die Bundesregierung und die Atomkonzerne in der Debatte um die dringend nötige Energiewende ein unerträgliches Gemauschel auf dem Rücken der Steuerzahler über die Folgekosten der Atomkraft aus“, kritisiert Tschimpke. So werden beispielsweise die Aufwendungen für die Lagerung der hochradioaktiven Abfälle der Gesellschaft aufgebürdet und tauchen nicht in den Konzernbilanzen auf. „Die Bundesregierung muss diese Geldvernichtung beenden und die wahren Kosten der Atomenergie beziffern – dann zeigt sich ganz klar, dass Wind- und Wasserkraft heute schon wesentlich günstiger als Atomstrom sind“, erklärt der NABU-Präsident.

Zumal zu den volkswirtschaftlichen Kosten der Hochrisikotechnologie Atomkraft auch noch die gravierenden Gefahren für Leib und Leben von Menschen und die Natur kommen. In der Ukraine und Weißrussland leidet nun schon die dritte Generation unter der Verseuchung riesiger Landstriche mit Radioaktivität. In Japan werden Millionen Menschen für viele, viele Jahre von der Verstrahlung der Häuser, Äcker und landwirtschaftlichen Produkte betroffen sein, mahnt der NABU. „Aber auch ohne GAU sind die Kosten immens und Generationen deutscher Steuerzahler werden für den Rückbau der Atomkraftwerke sowie die Lagerung des Atommülls zahlen“, erklärt Tschimpke. „Es ist höchste Zeit der unverantwortlichen Atomkraft ein ehrliches Preisschild zu verpassen.“

Quelle: NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.

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NABU erinnert an die Katastrophe im Golf von Mexiko und fordert Stopp der Ölförderung im Wattenmeer

19. April 2011

Im Schatten der Atomkatastrophe in Japan jährt sich eine andere, fast vergessene Katastrophe zum ersten Mal – der Untergang der Ölförderanlage „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko. Am 20. April 2010 tötete eine riesige Explosion elf Arbeiter, dann strömten 780 Millionen Liter giftiges Rohöl aus und verseuchten das Naturparadies an der Südküste der USA. Noch heute leidet die ganze Region, viele Menschen blicken in eine traurige Zukunft und die Tier- und Pflanzenwelt stirbt weiter.

Im Gegensatz zu den Behauptungen des für die Katastrophe verantwortlichen Konzerns BP, sind die Folgen des ausgeströmten Öls noch immer verheerend. Wissenschaftler der Universität von Georgia dokumentierten zentimeterdicke Ölablagerungen am Meeresboden, die alles Leben ersticken. Welche Wirkung die gefährlichen Inhaltsstoffe und Abbauprodukte des Öls, sowie die massenhaft eingesetzten Dispersionsmittel in dem komplexen marinen Nahrungsnetz entfalten, ist noch nicht bekannt. Es gibt Informationen über tote Korallenriffe und dezimierte Fischpopulationen. Experten warnen wegen der erhöhten Belastung mit Kohlenwasserstoff noch immer vor dem Verzehr von Austern und Shrimps. Kürzlich meldete das Institut für Meeressäugetiere in Gulfport (Louisiana), dass in der Unglücksregion zehnmal mehr tote Delfinbabys als üblich gefunden wurden – eben jene Generation, die im Frühjahr 2010 gezeugt wurde und nun das Licht der Welt erblicken sollte. Und fast die Hälfte der Menschen in der Region leidet laut Umfragen an Kopfschmerzen, Atembeschwerden, Hautreizungen und Depressionen – zumal Entschädigungszahlungen von BP auf sich warten lassen und viele Existenzen in der Fischerei und im Tourismus für immer zerstört sind. Gleichwohl meldeten US-Medien nun, dass BP ab dem Sommer wieder Öl im Golf von Mexiko fördern darf.

Hat wenigstens Europa daraus gelernt? „Entgegen aller Vernunft geht die riskante Ölförderung auf See weiter. Aus Profitgier setzen Internationale Konzerne die Zukunft ganzer Ökosysteme aufs Spiel und gefährden Menschen wie die Umwelt, kritisiert NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Auch im deutschen Wattenmeer wird weiter Öl gefördert. Obwohl die Fördermenge in den letzten Jahren um 30 Prozent zurückgegangen ist und weniger als zwei Prozent des deutschen Ölverbrauchs ausmacht, hält die RWE DEA AG an der riskanten Produktion im Nationalpark fest. Auch wenn die Technik der Bohrinsel „Mittelplate A“ anders ist als die der „Deepwater Horizon“, gefährdet vor allem der sich verändernde Wattengrund eine sichere Erdölförderung. Ein Nordsee-Priel wandert auf die Plattform zu und könnten zu einem Absacken führen. Um dies zu verhindern wurden 80.000 Quadratmeter Wattenmeerboden mit Gestein, Beton und Mörtel versiegelt. „Dabei ist die natürliche Dynamik der Wasserläufe ein wesentliches Schutzziel im Nationalpark Wattenmeer. Dieser sogenannte Kolkschutz stellt einen inakzeptablen Eingriff in das Ökosystem dar und verursacht starke Störungen für die dort lebenden Tierarten“, erklärt NABU-Wattenmeerexperte Eric Neuling.

Dennoch wurde ohne öffentliche Beteiligung die Fördergenehmigung von „Mittelplate A“ für 30 weitere Jahre verlängert. Und nun soll es auch um das Förderfeld herum weitere seismologische Untersuchungen und Probebohrungen zum Ausbau der Erdölproduktion geben. Dagegen fordern der NABU und ein breites Bündnis von Verbänden das sofortige Ende der Ölförderung im Wattenmeer. Stattdessen will die Europäische Kommission in diesem Jahr lediglich einen Gesetzentwurf vorlegen, der die Konzerne bei Havarien zur Kostenübernahme verpflichtet.

Quelle: NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.

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