Pestizide mitschuldig am Bienensterben in der Agrarlandschaft

18. April 2011

NABU und BUND: Agrarlobby verbreitet falsche Informationen

„Keine Entwarnung für Pestizide – sie stehen auch weiterhin im Verdacht, wesentlich zum Bienensterben beizutragen“. So fasst BUND-Vorsitzender Hubert Weiger die aktuellen Kenntnisse über die Auswirkungen synthetischer Pflanzenschutzmittel auf die Artenvielfalt zusammen. „Das gewaltige Bienenvölkersterben 2008 in Baden-Württemberg, das durch Neonikotinoide ausgelöst wurde, ist dafür Mahnung genug“, betont Weiger.

„Eindeutig widersprechen wir der Fördergemeinschaft für nachhaltige Landwirtschaft (FNL), die allein der Bienenmilbe Varroa die Schuld an den Völkerverlusten gibt“, unterstreicht NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Das weltweite Bienensterben habe komplexe Ursachen, wie eine neue Studie der UN-Umweltorganisation UNEP belegt: Demnach schwächen der Verlust der Biodiversität, ausgeräumte Agrarlandschaften und der Einsatz von Pestiziden die Bestäuber ganz erheblich, und zwar sowohl Wildbienen und Hummeln als auch Honigbienen. „Statt auf seriöse Fakten zu bauen, missbraucht die industrienahe FNL das Deutsche Bienenmonitoring (DEBIMO) für ihre tendenziösen Botschaften“, kritisiert Tschimpke.

Die beiden Umweltverbände fordern die zügige Weiterentwicklung des Bienenmonitorings, um die komplexen Zusammenhänge des Bienensterbens besser zu erfassen. Das Monitoring von staatlichen Bieneninstituten, Imkerbund und Industrie habe nur drei Jahre lang bei lediglich fünf Prozent der beteiligten Imker das Bienenbrot auf Rückstände untersucht.
Obwohl dabei 42 verschiedene Pestizide gefunden wurden, ist mit dieser geringen Anzahl an Proben keine verlässliche Aussage zum Einfluss von Pestiziden auf die Bienengesundheit möglich. NABU und BUND fordern nun dringend die weitere Erforschung, welchen Einfluss die Kombinationswirkung einer Vielzahl von Pestiziden auf Bienen habe.

Synthetische Pflanzenschutzmittel beeinträchtigen die Biodiversität in der Agrarlandschaft erheblich. Das belegen nicht zuletzt aktuelle Forschungen an der Universität Göttingen. Die Agrarwissenschaftler fanden im Rahmen einer Studie in acht europäischen Ländern heraus, dass die Hauptursachen für die Verringerung der Tier- und Pflanzenvielfalt Spritzmittel wie Insektizide und Herbizide sind.

Quelle: NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.

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Fleischlobby kämpft für tierschutzwidrige Doppelstocktransporte

11. April 2011

Beim Bayerischen Agrarhandelstag am vergangenen Samstag (9.4.) kämpften die Vertreter der Fleischindustrie im Rahmen einer Podiumsdiskussion vehement für Tiertransporte in Doppelstock-LKWs. Diese stehen in der Kritik, weil damit für die zu transportierenden Tiere noch mehr Tierschutzprobleme verbunden sind, als es bei Tiertransporten ohnehin der Fall ist. Der Deutsche Tierschutzbund fordert ein konsequentes Verbot nach dem Vorbild von Holland und Dänemark.

LKWs dürfen in Deutschland laut Straßenverkehrsordnung nicht höher als vier Meter sein. Legt man eine Widerristhöhe (Übergang vom Hals zum Rücken) beim Rind von 1,40 m zugrunde, bleiben den Tieren noch 10 cm Platz, nicht genug, um den Kopf zu heben. Häufig sind die Tiere aber auch größer.

„Es ist grundsätzlich nicht möglich, Rinder in einem solchen LKW auf zwei Etagen tierschutzkonform zu transportieren. Profitgier ist der Grund für diese Zustände und Profitgier ist der Grund für die aktuelle Aufregung um ein Verbot. Das zeigt auch die direkte Forderung nach Bestandsschutz“, kritisiert Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Das Argument, ein Verbot in Deutschland gefährde den vorhandenen EU-Standard, verdeckt die wahren Gründe kaum mehr als ein Feigenblatt. Erstens gibt es in der gültigen EU-Transport-Verordnung keine konkreten Angaben zur Deckenhöhe. Zweitens existieren in Holland und Dänemark bereits entsprechende Verbote. In Schweden werden solche LKWs nicht zugelassen“, so Apel weiter.

Die mit den Doppelstocktransporten einhergehenden Tierschutz-probleme sind zahlreich: Die natürliche Körperposition kann nicht eingenommen werden, der Kopf kann nicht gehoben werden. Dadurch treten Schmerzen, Erschöpfung und Muskelermüdung ein. Widerrist, Rücken oder Kopf stoßen an die Decke oder scheuern daran, es kommt zu schmerzhaften Verletzungen. Die Luftzirkulation ist unzureichend, die Temperatur steigt und der Durst nimmt zu. „Auf diese Art und Weise dürfen die Tiere dann unfassbare 29 Stunden durch die Gegend gekarrt werden. Das ist skandalös“, kritisiert Apel. Auch das Dach kann nicht, wie manchmal behauptet wird, ausgefahren werden, denn dann wird die zulässige Maximalhöhe des LKWs überschritten.

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

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CARE unterstützt Evakuierungszentren mit warmen Mahlzeiten

31. März 2011

Hilfe für insgesamt 20.000 betroffene Menschen in Nothilfe- und Übergangsunterkünften

CARE initiiert in den nächsten Monaten in der von Erdbeben und Tsunami besonders betroffenen Iwate Präfektur ein Hilfsprogramm zur Unterstützung von 20.000 in Evakuierungszentren und Übergangsunterkünften lebenden Menschen. Nach einer vorherigen Einschätzung der Lage vor Ort und nach Absprache mit der lokalen Regierung, beginnt CARE Japan am Freitag in einem Evakuierungszentrum in der Stadt Yamada mit der Verteilung von warmen, nährstoffreichen Mahlzeiten. Trotz enormer Bemühungen der japanischen Regierung, die Lage für die evakuierten Menschen zu verbessern, ist die Situation auch über zwei Wochen nach der Katastrophe in der großflächig zerstörten Stadt Yamada kritisch. Mahlzeiten für die rund 580 Menschen im Evakuierungszentrum in Yamada, so CARE Japan, beschränken sich auf die Vergabe von Reis und Miso-Suppe.

„Die Gesundheitssituation der Menschen in den Evakuierungszentren ist besorgniserregend. Es fehlt an nährstoffreichen Mahlzeiten, die die Menschen vor Krankheiten bewahren. Wenn sich die Situation in den Evakuierungszentren nicht bald verbessert, könnte es zu Durchfallepidemien und anderen infektiösen Krankheiten kommen“, so Dr. Anton Markmiller, Hauptgeschäftsführer von CARE Deutschland-Luxemburg e.V. Viele der Freiwilligen, die Essen verteilen, müssten sich zudem gleichzeitig auch um ihre eigenen Familien kümmern und sähen sich einer enormen Doppelbelastung ausgesetzt. CARE Japan stellt daher so schnell wie möglich Personal und Nahrungsmittel bereit, um die Suppenküchen betreiben zu können.

Um die geplante Hilfe gezielter durchführen zu können, erwägt CARE Japan, weitere Büros auf- und die Strukturen der Organisation auszubauen. „Mit einer weitreichenden Struktur könnten wir mehr Spenden sammeln, Freiwillige besser einsetzen und Nothilfe im größeren Rahmen leisten“, so Terumi Tamamizu, Medienreferentin von CARE Japan. CARE Japan schließt hierbei an bereits vorhandene lokale Kapazitäten an und arbeitet eng mit lokalen Regierungen und Freiwilligenorganisationen zusammen, um Doppelungen zu vermeiden.

Neben der Verteilung von Mahlzeiten und der Verbesserung der Situation in den Evakuierungszentren, plant CARE auch die Bereitstellung von Werkzeug und Material für die Reparatur zerstörter Häuser. Mittel- und langfristig sollen auch psychosoziale Dienste errichtet werden, die vor allem älteren Leuten bei der Bewältigung erlebter Traumata helfen. Des Weiteren sollen – zusammen mit lokalen Organisationen – Frühwarnsysteme und Katastrophenvorsorge verbessert werden.

Quelle: CARE Deutschland-Luxemburg e.V.



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Klonen: Kompromiss in Europa gescheitert – Tierquälerei hat freie Fahrt

30. März 2011

Klonfleisch bleibt in Europa weiterhin erlaubt. Kein Importverbot, kein Klonverbot, keine Kennzeichnungspflicht. Enttäuscht reagiert der Deutsche Tierschutzbund darauf, dass sich die EU-Institutionen nicht auf Restriktionen beim Umgang mit Fleisch und Milch von Klontier-Nachkommen geeinigt haben. Das tierquälerische Klonen geht damit weiter. Für die Verbraucher bedeutet das Scheitern, dass sie Lebensmittel von Nachfahren geklonter Tiere essen sollen, ohne davon zu erfahren.

“Die Klontechnik ist mit sehr viel Tierquälerei verbunden. Das bestätigen sogar die wissenschaftlichen Ausschüsse der EU. Die langfristigen Folgen für die Tiere, auch in den Folgegenerationen, sind kaum untersucht. Einen Wirtschaftszweig auf dieser Basis etablieren zu wollen, ist unethisch und widerspricht dem EU-Recht“, erklärt Brigitte Rusche, Vizepräsidentin des Deutschen Tierschutzbundes und Leiterin der Akademie für Tierschutz in Neubiberg. „Nur wenn wir auch die Vermarktung der Nachkommen verhindern, entfällt der Anreiz, Klontiere im Labor zu erzeugen und sie als Stammväter und Stammmütter neuer Tiergenerationen einzusetzen“, so Rusche.

Unterhändler von Ministerrat, Parlament und Kommission hatten bis in die frühen Morgenstunden einen letzten, vergeblichen Versuch unternommen, sich auf einen Kompromiss zur Vermarktung von Klontierprodukten zu einigen. „Von der Bundesregierung, die für das gestrige Scheitern mitverantwortlich ist, erwarten wir eine Kurskorrektur. Bundesministerin Aigner muss sofort ein neues Verfahren starten, um Tiere und Verbraucher doch noch vor der Klontechnik zu schützen. Auch der Handel ist nun gefragt, auf die Vermarktung von Klonprodukten zu verzichten“, so Rusche abschließend.

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

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NABU-Tipps für eine private Energiewende weg vom Atomstrom!

17. März 2011

Miller: Fast jeder Haushalt kann seinen Energieverbrauch halbieren

Angesichts der entsetzlichen Atomkatastrophe in Japan fragen sich auch in Deutschland viele Bürger, was sie selbst tun können, um eine für Mensch und Umwelt vernünftige Energiewende zu unterstützen. „Tatsächlich kann jeder einzelne Bürger dazu beitragen“, betont NABU-Geschäftsführer Leif Miller. „Selbst das sofortige Abschalten der acht riskantesten Atommeiler bedeutet keineswegs, dass in Deutschland die Lichter ausgehen.“ Das hat nun auch das Umweltbundesamt erneut bestätigt. Zugleich betont der NABU: „Die wichtigste und beste Brückentechnologie für die schnellstmögliche Umstellung auf Ökostrom und den Ausbau der erneuerbaren Energien ist keineswegs die Atomkraft, sondern vielmehr eine verbesserte Energieeffizienz und das Energiesparen. Dazu geben die Experten vom NABU, Deutschlands mitgliederstärkstem Umweltverband, eine Reihe praktischer Tipps:

Wechseln Sie heute noch zu sicherem Ökostrom: Jetzt ist die Gelegenheit für eine klare politische Botschaft: Ich will keinen Atom- und Kohlestrom mehr finanzieren. Das geht ganz einfach: Einen der vier Anbieter unter www.atomausstieg-selber-machen.de auswählen, Antrag ausfüllen und los geht‘s.Wichtig ist dabei, einen Ökostrom-Anbieter zu wählen, der nachweisen kann, dass er tatsächlich in den Bau neuer Anlagen zur Nutzung von Wind- und Solarenergie und in eine nachhaltige Biomassenutzung investiert. Dies gewährleisten unter anderem Ökostrom-Anbieter, die mit dem „Grüner Strom Label“ ausgezeichnet sind, das vom NABU gemeinsam mit anderen Umwelt- und Verbraucherorganisationen getragen wird. Anders als oft behauptet, ist Ökostrom für den Verbraucher meist nicht teurer.

Ausführliche Informationen unter: http://www.nabu.de/themen/energie/oekostrom/10763.html
Regionale Ökostrom-Anbieter für ihren Postleitzahlenbereich finden Sie auf der Seite: http://www.gruenerstromlabel.org/
Konkrete Verbraucher-Infos zum Thema Klimaschutz und Energie finden Sie unter: http://www.nabu.de/themen/klimaschutz/selbstaktivwerden/12361.html

Das NABU-Energiesparkonto schont die Umwelt und Ihr Portemonnaie: Rund 130 Euro gibt ein Haushalt in Deutschland durchschnittlich jeden Monat für Energie aus. Das kostenlose NABU-Energiesparkonto kann Ihnen helfen, Ihre Stromkosten in den Griff zu bekommen und gleichzeitig einen Beitrag zum Schutz des Klimas und der natürlichen Ressourcen zu leisten. Das NABU-Energiesparkonto prüft Ihre Energiekosten, informiert über individuelle Sparpotenziale und zeigt Ihnen, wie sich konkrete Maßnahmen auf die Energie- und CO2-Bilanz Ihres Haushalts auswirken. Zum Beispiel verschlingen Kühl- und Gefriergeräte fast ein Fünftel des Haushaltsstroms. Ein Energiehunger, der sich etwa durch den Kauf eines hocheffizienten Kühlschranks deutlich dämpfen lässt: Ebenso kann mehr als ein Drittel des üblichen Stromverbrauchs sparen, wer seine Waschmaschine vernünftig betreibt. Auch konventionelle Glühlampen wandeln Strom äußerst uneffektiv in Licht um – über neun Zehntel der Energie verpuffen als Wärme. Effizienter sind Energiesparlampen oder LEDs, die bis zu 90 Prozent weniger Energie verbrauchen und zehnmal länger halten als die gute alte Glühbirne – das wiegt den höheren Einkaufspreis mehrfach auf.Darüber hinaus gibt der NABU Tipps, die (un)heimlichen Energieräuber abzustellen: Allzu üblich dösen Computer im Büro wie zuhause im Schlummerbetrieb, Fernseher warten „stand by“ auf die Tagesschau, Stereo-Anlagen träumen mit glimmenden Dioden von Mozart. Teurer Strom verpufft im Leerlaufbetrieb als nutzlose Abwärme – schalten Sie ab! Ein kostenloses Heizgutachten gibt Ihnen zudem Aufschluss darüber, wie Sie angesichts der gestiegenen Öl- und Gaspreise künftig günstiger und klimafreundlicher über den nächsten Winter kommen.

Ausführliche Informationen über dieses Angebot vom NABU und co2online unter: http://www.nabu.de/themen/klimaschutz/selbstaktivwerden/12956.html

Legen Sie Ihr Geld in Energieeffizienz und Erneuerbare Energien an: Investieren Sie jetzt in die energetische Modernisierung! Profitieren Sie von einer Solaranlage auf dem eigenen Dach oder beteiligen Sie sich an Geldanlagen in ein lokales Bürgerkraftwerk auf Basis Erneuerbarer Energien. Der Staat unterstützt dies mit diversen Förderprogrammen. Kommunen nehmen ihre Energieversorgung in die eigene Hand, um unabhängig von den Atomkonzernen zu werden. Immer mehr Unternehmen verdienen mit Klimaschutz-Ideen und Produkten Geld und Sie können Teil dieser Erfolgsgeschichten werden.

Weitere Informationen unter: http://www.energiefoerderung.info/ sowie http://www.buerger-kraftwerke.de und http://www.ecoreporter.de/

Protestieren Sie gegen eine atompolitische Hinhaltetaktik: Hier eine Auswahl der demnächst anstehenden Termine:

Samstag, 19. März, 22.30 Uhr: IPPNW-Sonderkonzert aus Anlass der atomaren Katastrophe in Japan in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, Berlin
Montag, 21. März, 18 Uhr: Fukushima ist überall! Bundesweit Mahnwachen für den Atomausstieg.
Samstag, 26. März: bundesweite Großdemonstrationen in Berlin, Hamburg, Köln und weiteren Städten.
Samstag, 9. April: dezentraler Aktionstag und Atomalarm in vielen Städten.
Montag, 25. April: 25 Jahre Tschernobyl. Großproteste an 13 Standorten.
Dienstag, 26. April: Mit Unterstützung des NABU findet in der Berliner Philharmonie ein Konzert zu Ehren der Opfer der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl statt.

Weitere Informationen werden laufend aktualisiert unter http://www.nabu.de/themen/energie/atomkraft/atomkatastropheinjapan/13572.html

Quelle: NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.

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NABU bereitet sich als Zentralstelle auf neuen Bundesfreiwilligendienst vor

16. März 2011

Miller: Interessante Angebote im Naturschutz für Bürger jeden Alters

Bald wird der Zivildienst in Deutschland Geschichte sein. Ab 1. Juli wird der Pflichtdienst für Kriegsdienstverweigerer durch einen Bundesfreiwilligendienst abgelöst, der für Frauen und Männer jeden Alters offen steht. Im Natur- und Umweltbereich wird der NABU als Zentralstelle des neuen Bundesfreiwilligendienstes fungieren. Der NABU, Deutschlands mitgliederstärkster Umweltverband, mit bundesweit mehr als 2.000 örtlichen Gruppen und fast 100 Naturschutzzentren beabsichtigt, zunächst mindestens 250 Plätze für Bundesfreiwillige und ebenso viele Stellen für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) einzurichten.

„Unsere Erfahrungen mit dem FÖJ lassen eine große Nachfrage nach Plätzen im Bundesfreiwilligendienst erwarten, deshalb sollten sich Interessierte bereits heute mit dem NABU in Verbindung setzen“, rät Leif Miller, NABU- Bundesgeschäftsführer. Interessante Aufgaben warten auf „Bundesfreiwillige“ beim NABU und seinen Partnern, wie der Naturschutzjugend NAJU und dem NABU Partner in Bayern, dem Landesbund für Vogelschutz (LBV). Im ganzen Land zwischen Ostsee und Bodensee kümmern sich die Naturschützer um wertvolle Biotope, bedrohte Pflanzen und Tiere. NABU-Freiwillige kartieren schützenswerte Natur, vermitteln Kindern und Jugendliche spannende Natur-Erlebnisse und entwickeln lokale Umweltprojekte. „Wir laden Bürger jeden Alters ein, sich auf unserer Internetseite www.freiwillige-im-naturschutz.de ausführlich zu informieren.“

Anders als beim FÖJ wird es beim Bundesfreiwilligendienst keine Altersgrenze geben, so dass auch Berufstätige, die sich neu orientieren wollen, oder Senioren sinnvolle Möglichkeiten für ein Engagement zu Gunsten der Natur finden können. Begleitet wird der Freiwilligendienst, der auch in Teilzeit geleistet werden kann, durch informative und lehrreiche Seminare. Bundesfreiwillige sind sozialversichert und erhalten ein monatliches Taschengeld von rund 150 Euro, sowie bei Bedarf auch kostenlose Unterkunft und Verpflegung. Die ersten Bundesfreiwilligen sollen ihren Dienst ab dem 1. Juli 2011 beginnen.

Das Gesetz zur Einrichtung eines Bundesfreiwilligendienstes, der die bisherigen Dienste stärken soll, wird derzeit im Bundestag beraten. Der NABU erwartet, dass die Parlamentarier dabei auch eine gute Lösung für die noch offene Frage des Kindergeldanspruchs für junge Bundesfreiwillige finden werden.

Quelle: NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.

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NABU fordert zum Tag des Verbraucherschutzes: Hände weg vom Saatgut!

16. März 2011

Miller: Bundesrat muss Nulltoleranz für Gentechnik in Landwirtschaft schützen

Die große Mehrheit der deutschen Verbraucher lehnt gentechnisch veränderte Pflanzen im Essen ab. Dennoch haben die Bundesländer Niedersachsen, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein einen Antrag in den Bundesrat eingebracht, um die strikte Reinhaltung von Saatgut aufzuweichen und Verunreinigungen unterhalb von 0,1Prozent künftig ohne Kennzeichnung zu dulden. „Die Nulltoleranz muss wirklich bei Null bleiben, sonst ist das der Anfang vom Ende der gentechnikfreien Landwirtschaft“, kritisiert NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Zum Tag des Verbraucherschutzes am Dienstag, 15. März, fordert der NABU die Ministerpräsidenten der Länder auf, den Antrag für die Duldung gentechnischer Verunreinigungen von Saatgut auf der Sitzung des Bundesrates am 18. März abzulehnen. „Wenn sie die Wahlfreiheit der Konsumenten, Landwirte und Züchter ernsthaft sichern wollen, dann müssen sie zuallererst das Saatgut vor Kontaminationen mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO) schützen. Denn das Saatgut steht am Anfang der  Lebensmittelkette, deshalb ist es auch volkswirtschaftlich geboten, dort für die größtmögliche Reinheit zu sorgen“, erklärt Miller.

Die Gefahren, die von einer Aufweichung der Nulltoleranz ausgehen, sind sehr real, erläutert Miller: „Konkret bedeutet eine Toleranz von 0,1 Prozent beispielsweise bei Raps, dass bis zu 500 unerkannter gentechnisch veränderter Rapspflanzen pro Hektar ausgebracht werden können. Und die werden sich selbstständig weitervermehren, auskreuzen und sich damit unerkannt in der Landschaft und Landwirtschaft etablieren können.“

Tatsächlich kommen jetzt schon die meisten GVO als Futtermittel nach Deutschland und landen auf dem Weg über die Tiermägen unerkannt auf unseren Tellern. Weltweit werden große Mengen an gentechnisch verändertem Mais und Soja als Tierfutter angebaut, die auch nach Europa gelangen. Doch nicht alle sind bei uns zugelassen. Deshalb hat der zuständige Ausschuss der EU-Mitgliedsländer im Februar dieses Jahres bereits die Aufhebung der Nulltoleranz für in der EU nicht zugelassene GVO bei Futtermitteln beschlossen. Nun sollen diese Regelungen auch für Saatgut gelten. „Das wollen die deutschen Verbraucher nicht, und das können wir auch im Interesse des Naturschutzes nicht hinnehmen“, betont Miller.

Quelle: NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.

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Auf Besuch bei Terraristika in Hamm verzichten

12. März 2011

Am kommenden Samstag (12.3.) startet die laut Veranstalter weltweit größte Reptilienbörse „Terraristika” in Hamm. Der Deutsche Tierschutzbund deckte dort in den vergangenen Jahren immer wieder grobe Missstände auf. Auch diesmal befürchtet der Verband wieder zahllose Verstöße gegen die Tierbörsen-Leitlinien des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). Denn der Profit stand dort immer über dem Tierschutz. Durch Mengenrabatte und Schnäppchen-Preise wurden oftmals Besucher zu Spontankäufen verleitet. Der Deutsche Tierschutzbund rät davon ab, die Börse zu besuchen.

Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes: „Tierfreunden raten wir dringend, grundsätzlich keine Tierbörsen zu besuchen, um diese Form des Handels nicht zu unterstützen.“ Auch politisch ist die Forderung des Tierschutzbundes eindeutig: „Wir fordern ein Verbot für derartige Tiermärkte, zumindest muss aber eine bundesweit gültige Verordnung her. Veterinärbehörden könnten dann bei Regelverstößen besser eingreifen“, so Apel. „Die aktuellen Tierbörsen-Leitlinien haben sich in der Praxis nicht bewährt. Die Tierqualbörse in Hamm müsste konsequenterweise untersagt werden, solange der Tierschutz auf der Börse nicht gewährleistet ist”, so Apel weiter.

In Deutschland finden jährlich tausende Reptilien-, Fisch-, Vogel- und Kleintierbörsen statt. Der Deutsche Tierschutzbund beobachtet seit Jahren entsprechende Veranstaltungen. Zuletzt veröffentlichte der Verband gemeinsam mit Pro Wildlife eine Dokumentation über die Missstände auf Tierbörsen in 2010. Die Tierschützer beobachten immer wieder die gleichen Probleme: Viele Wildfänge und artgeschützte Tiere stehen zum Verkauf. Die Behältnisse, meist kleine Plastikboxen, in denen Tiere aufbewahrt werden, sind absolut unzureichend. Auch eine artgerechte Versorgung findet selten statt. Verkäufer vermittelten kaum Sachkenntnisse und veräußern selbst gefährliche Tiere – wie die zu traurigem Ruhm gelangte Monokelkobra 2010 – an Laien.

Die Terraristika wird von gewerblichen Händlern aus der ganzen Welt dominiert, von denen viele mit großen Tierzahlen von Börse zu Börse tingeln, wobei die Tiere oft wochenlang nicht aus den kleinen Boxen herauskommen.

Die Dokumentation zu den Missständen auf Tierbörsen 2010 steht zum Download bereit unter http://www.tierschutzbund.de/tierboersen.html

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

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Verbraucher zweifeln an Klimabilanz – das bleibt die Achillesferse von E10

11. März 2011

Tschimpke: Verfehlte Verkehrspolitik der Regierung treibt Teufel mit Beelzebub aus

„Es spricht Bände, dass beim „Benzingipfel” keine Umweltverbände beteiligt wurden”, kritisiert NABU-Präsident Olaf Tschimpke. „So ignoriert die Bundesregierung einmal mehr, dass die zweifelhafte Umweltbilanz für viele Verbraucher neben der Motorenverträglichkeit die Achillesferse des E10-Bezins ist.“ Vielen Autofahrern sei durchaus klar, dass der angebliche „Bio-Sprit“ in Konkurrenz zum Anbau von Lebensmitteln steht und dafür Wald-, Weide- oder Moorflächen in intensives Ackerland umgewandelt werden, sowie der Einsatz von Dünger und Pestiziden erhöht wird. „Die fragwürdige Klimawirkung von E10 ist ein wesentlicher Grund für die Skepsis der Verbraucher, aber die Bundesregierung ist offensichtlich nicht bereit, sich dem Problem zu stellen“, kritisiert Tschimpke.

Doch während die Unsicherheit über mögliche Schäden an den Fahrzeugen durch E10 schnell auszuräumen sind, bleiben die ökologischen Probleme bestehen. „Wir brauchen dringend Alternativen zu fossilem Benzin und Diesel, vor allem im Güter- und Flugverkehr“, fordert NABU-Verkehrsexperte Dietmar Oeliger. „Wenn jedoch die Anbausysteme und Nutzpflanzen enorme ökologische und soziale Kollateralschäden auslösen, wird die gesellschaftliche Akzeptanz von Biokraftstoffen dauerhaft verloren gehen.“ Statt den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben, müssten sowohl die Bundesregierung als auch die EU höhere ökologische Anforderungen an die Kraftstoffe stellen, fordert der NABU.

„Unter ausschließlicher Beteiligung von Politik, Industrievertretern und Autoclubs kann der Benzingipfel diese Probleme nicht aus der Welt schaffen“, betont NABU-Präsident Tschimpke. So ist der „E10-Rohrkrepierer“ für den NABU nur ein weiteres Indiz für eine verfehlte Klimaschutzpolitik im Verkehrsbereich. Zumal sich die Bundesregierung gegen tatsächlich schnell wirksame, effiziente und günstige Maßnahmen sperrt, wie die Einführung eines Tempolimits auf Autobahnen, oder eine stringente, auf den Verbrauch ausgerichtete Kfz-Steuer. „Erst Wasserstoff, jetzt Biosprit, bald Elektroantrieb – es reicht nicht, nur den einen Kraftstoff durch einen anderen auszutauschen“, unterstreicht der NABU.

Quelle: NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.

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Werden Hundewelpen in Duisburger Tiermarkt verramscht?

10. März 2011

Der „Tier-Supermarkt“ Zoo Zajac in Duisburg plant ab Mitte dieses Jahres den Verkauf von Hundewelpen. Aus Tierschutzsicht ist dieses Ansinnen abzulehnen. Die Tiere können in einem Zoogeschäft nicht artgerecht untergebracht werden. Mit einem solchen Handel gehen oft Lockangebote einher, die auf spontane Entscheidungen bei den Kunden zielen. Beratung, und Sachkunde sind dabei meist nicht gegeben. Ohne sorgfältige Vorüberlegungen landen viele Hunde aus solchen Spontankäufen später in Tierheimen, weil sie doch nicht in die Lebensplanung passen. Häufig haben solche Welpen ernstzunehmende Verhaltens- und Gesundheitsprobleme, die den unerfahrenen Tierhalter langfristig überfordern. Der Deutsche Tierschutzbund appelliert an die Bevölkerung, solche Tiere nicht zu kaufen.

„Hundewelpen sind keine Angebots-Verkaufsware. In dieser Form lässt sich eine sachkundige Beratung, quasi an der Kasse, nicht gewährleisten. Bisher galt die gemeinschaftliche Einsicht, dass Hunde und auch Katzen nicht in Zooläden verkauft werden. Dass Zajac diesen Konsens nun aus Profitgründen aufkündigt, darf nicht hingenommen werden. Das gilt auch für den Katzenverkauf, den Zajac bereits betreibt. Wir befürchten zudem, dass dieser Verkauf die Tierzahlen in den Tierheimen ansteigen lässt, weil Spontankäufe regelmäßig ohne ausreichende Beratung stattfinden und diese Tiere schneller durch die Familien abgeschoben werden“, so Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Die Herkunft der Hundewelpen bereitet dem Deutschen Tierschutzbund Sorgen. Wolfgang Apel dazu: „Wir befürchten, dass Hundewelpen, die im Zoohandel angeboten werden, überwiegend aus Massenzuchten stammen. Für verantwortungsvolle Züchter sollte eine Abgabe ans Zoofachgeschäft nie in Frage kommen“. Bereits seit Sommer 2008 bietet Zajac, das nach eigenen Angaben größte Zoofachgeschäft der Welt ist, Katzenwelpen an. Bereits damals hat der Deutsche Tierschutzbund die Firma aufgefordert, diesen Geschäftszweig aufzugeben.

Katzen und Hunde können in einem Geschäft nicht verhaltensgerecht – so wie es das Gesetz vorsieht – untergebracht werden. Bei der Präsentation sind die Tiere starkem Dauerstress ausgesetzt. Den sozialen und zeitlichen Ansprüchen der Tiere kann nicht Rechnung getragen werden. Die Übernahme von Jungtieren in den Zoofachhandel geht für die Tiere zudem mit einer belastenden Veränderung der Haltungsbedingungen einher. Die Eingewöhnung in die Haltung bei der neuen endgültigen Bezugsperson sollte grundsätzlich – ohne einen Übergang über Dritte – erfolgen.

Ein Tipp hat der Deutsche Tierschutzbund: Wer sich für einen Hund als treuen Gesellen interessiert, sollte sich in den Tierheimen informieren und beraten lassen und dann entscheiden. Dort warten neben Hunden auch Katzen und andere Tiere auf eine zweite Chance.

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

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