Henry-Harnischfeger-Schule gewinnt den Buddy-Wettbewerb des Monats Oktober
Freitag, 16. Oktober 2009
An der Henry-Harnischfeger-Schule aus Bad Sodel-Salmünster gehört das Buddy-Projekt zum Schulalltag. Es sit eine integrierte Gesamt- und Grundschule mit 1200 Schülern. Dass sich davon schon rund 100 als Buddys engagieren, zeigt die Bedeutung des Buddy-Projekts zur Pflege des sozialen Miteinanders: Hier will man miteinander lernen und den Schulalltag gestalten. Angefangen hat 2007 alles mit dem Projekt „Schüler helfen Schüler“. Für diese erfolgreiche Pionierleistung werden die 17 Buddys mit dem Gewinn des Buddy-Wettbewerb des Monats belohnt.
Eine echte Erfolgsgeschichte
Bei „Schüler helfen Schülern“ sind Buddys aus der Mittelstufe Lernhelfer für die Fünft- und Sechstklässler. Beispielhaft für den Erfolg des Projekts ist die Entwicklung eines Schülers mit ehemals schlechten Noten und auffälligem Sozialverhalten. Seine Versetzung war gefährdet und er war wiederholt in Streitigkeiten und Auseinandersetzungen mit seinen Mitschülern verwickelt. „Im Gespräch mit den Eltern haben wir beschlossen, ihm an der Schule eine Aufgabe als Buddy zu geben“, sagt Buddy-Coach Elke Ziegler. „In den Fächern, in denen er noch ganz gut zurecht kam, sollte er Lernhelfer für einen Fünftklässler werden.“ Schon kurze Zeit später haben sich seine Leistungen und auch die Beziehung zu seinen Mitschülern sehr zum Positiven geändert. „Er wirkt zufriedener mit sich selbst, weil er gemerkt hat, dass er durch seine Hilfe etwas bewirken konnte. Endlich war nicht mehr nur er derjenige, der Unterstützung brauchte“, so Elke Ziegler. So profitieren alle, die Buddys und ihre Nachhilfeschüler, vom Projekt Schüler helfen Schüler.
Nach Unterrichtsschluss treffen sich die Buddys mit ihrer Lerngruppe und tauschen sich erst einmal über alle Ereignisse der Woche aus, danach geht es an die Hausaufgaben. Ist alles erledigt, üben sie gemeinsam lesen, schreiben Diktate oder bereiten sich auf die nächste Klassenarbeit vor. Aber auch für ein gemeinsames Gespräch oder Gesellschaftsspiel und Spaziergänge bleibt häufig noch Zeit. „Ich bin ein Buddy, weil ich gerne helfe und es mir Spaß macht, anderen Menschen etwas beizubringen“, sagt Elena aus der 9. Klasse. „Ein Schüler hat nach unserem gemeinsamen Lernen bessere Noten geschrieben und das war wirklich ein schönes Erlebnis für uns beide. Toll finde ich auch, dass durch unser Projekt echte Freundschaften entstanden sind“, fügt Buddy Sara hinzu.
Buddys werden gebraucht – nicht nur in der Schule
Mittlerweile sind die Buddys mit ihrer Hausaufgabenbetreuung fester Teil des Schulalltags und es sind viele neue Ideen entstanden. So vermitteln Buddy-Buspaten bei Konflikten, die bei der Busfahrt zur Schule und nach Hause entstehen und begleiten die Fünftklässler zur Haltestelle. Die Streitschlichtung ist als Wahlpflichtfach fest in den Stundenplan integriert und Buddy-Klassenpaten sind Ansprechpartner für neue Fünftklässler. Das Buddy-Projekt hat das soziale Klima verbessert und vor allem das Selbstbewusstsein der Schüler gestärkt: „Schüler, die sich bei uns als Buddys engagieren, machen die Erfahrung, dass sie durch ihr Verhalten etwas bewirken können. Sie merken, dass sie gebraucht und akzeptiert werden“, beobachtet Elke Ziegler. Darüber hinaus weiß die Buddy-Lehrerin zu berichten, dass sich das Buddy-Tätigkeit auch positiv auf den späteren Lebensweg auswirkt: „Unsere ehemaligen Buddys haben großen Erfolg bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz, denn das Engagement das sie hier in der Schule gezeigt haben, wird auch im Arbeitsleben sehr gerne gesehen.“


Von Schulleiterin Christine Büse gabe es für Leon und Yunus auch noch Geschenke: ein elektronisches Sudoku-Spiel und einen Duden.
Zur Preisverleihung ist der Leitende Regierungsschuldirektor von der Bezirksregierung Detmold Christoph Höfer gekommen: „An dieser Schule wird viel soziale Kompetenz vermittelt. Das ist vorbildlich und lobenswert.“
Leon und sein Freund Yunus in ihren blauen Buddy-Pullis
Die Preisverleihung wurde durchgeführt von Steffi Xylander vom Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit.
Die Buddys der Johannes Dicel Schule in ihren Pullovern und mit ihren Buddy-Lehrerinnen Margrit Eismann und Maritta Nagel.
Die Buddys der Randow-Grundschule in Berlin
Den Mediatoren-Buddys der Carl-Benz-Realschule wurden T-Shirts und Urkunden überreicht
Alle Buddys der Carl-Benz-Realschule mit ihren T-Shirts