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Gehörlose in Kabul lernen bei Shelter Now bald auch am Computer

Dienstag, 27. April 2010

Zentrum bietet Schulbildung und berufliches Training – Selbstwertgefühl steigt

In dem durch das internationale christliche Hilfswerk Shelter Now betriebenen Gehörlosenzentrum in Kabul starten demnächst Computerkurse. Gehörlose, die in Afghanistan bislang meist ignoriert und von ihren Familien versteckt wurden, erhalten in dem Zentrum seit fünf Jahren Schulunterricht und berufliches Training. Mit zehn Computern will Shelter Now das neue Kursangebot starten. “Wenn wir die Gehörlosen zu einer beruflichen Tätigkeit befähigen, können sie helfen, ihre Familien zu versorgen”, sagt der deutsche Shelter Now-Direktor Udo Stolte.

Das Selbstwertgefühl der Schülerinnen und Schüler steige schon nach wenigen Monaten Unterricht erkennbar an, so Stolte. Derzeit erhalten im “Sedeqat”-Zentrum 28 Gehörlose – 12 weibliche und 16 männliche – schulische und berufliche Bildung. Morgens wird Schulunterricht in zwei Klassen gegeben. Neben Lesen und Schreiben in der Landessprache Dari stehen Mathematik, Grammatik, Geschichte, Erdkunde und die afghanische Gebärdensprache auf dem Stundenplan. Dabei orientieren sich die Lehrkräfte an einem vom der afghanischen Regierung anerkannten Lehrplan für den Gehörlosen-Unterricht.

An den Nachmittagen erwerben die älteren Schülerinnen und Schüler berufliche Fertigkeiten. Die Männer üben beispielsweise Gärtnern, Fotografieren oder stellen Grußkarten her. Frauen trainieren Backen, Nähen oder das Frisörhandwerk. Das Lehrpersonal vermittelt den Gehörlosen auch die nötigen Kenntnisse, sich nach der Ausbildung als Kleinunternehmer selbständig zu machen.

“Mich beeindruckt die Würde, die diese Menschen – besonders die Frauen – ausstrahlen”, hebt Shelter Now-Direktor Udo Stolte hervor. “Die Lehrerinnen und Lehrer vermitteln ihnen: Sie sind wegen ihres Handicaps nicht weniger wert als jeder andere Mensch.” Für viele Gehörlose in Afghanistan sei dies eine neue Erfahrung. Der Erfolg des “Sedeqat”-Gehörlosenzentrums in Kabul hat sich herum gesprochen. Shelter Now liegt eine dringende Anfrage aus Zentralafghanistan vor, dort eine Einrichtung nach demselben Muster aufzubauen.

Shelter Now ist ein internationales Hilfswerk mit Koordinierungsbüro in Deutschland. Seit 1983 ist es in Pakistan unter dem Namen “Shelter Now International Pakistan” und seit 1988 in Afghanistan als “Shelter Now International Afghanistan” tätig. Der Name der Organisation in Deutschland lautet “Shelter Now Germany e.V.”. Shelter Now finanziert seine Hilfsaktionen zu einem großen Teil aus privaten Spenden. Die effiziente und projektbezogene Verwendung der Mittel wird Shelter Now durch das Deutsche Zentralinstitut für Soziale Fragen (DZI) mit dem Spendensiegel bescheinigt.

Spendenkonto: Kontonummer 2523058, Norddeutsche Landesbank, BLZ 250 500 00

Quelle: Offenes-Presseportal

China: Caritas-Partner starten Hilfe nach Erdbeben

Dienstag, 27. April 2010

Große Schäden in entlegenen Bergregionen / Internationales Caritas-Netzwerk sagt schnelle Hilfe zu

Nach dem schweren Erdbeben in Westchina mit mehreren Hundert Todesopfern und zehntausenden Verletzten und Vermissten hat das internationale Caritas-Netzwerk schnelle und unbürokratische Hilfe zugesagt. Mitarbeiter der chinesischen Partnerorganisation Jinde Charities bereiten die Entsendung eines Teams in das Katastrophengebiet vor, um die Schäden zu beurteilen und die Caritas-Hilfe zu koordinieren.

“Die größten Schäden hat das Beben in sehr entlegenen Bergregionen angerichtet”, sagt Frank Falkenburg, China-Experte bei Caritas international, “daher wird die Hilfe dort schwierig sein.” Zudem handelt es sich in dem betroffenen Gebiet Yushu um eine autonome tibetische Präfektur, die in unmittelbarer Nähe zur Provinz Tibet liegt und in die zivile Helfer nur unter Auflagen und mit Einschränkungen reisen dürfen.

Caritas international steht in ständigem Kontakt mit den Mitarbeitern von Jinde Charities und internationalen Helfern vor Ort. “Für die jetzige Situation ist es sehr hilfreich”, so Falkenburg, “dass wir seit dem Erdbeben 2008 in der Nachbarprovinz Sichuan immer noch präsent sind und dort mit den chinesischen Partnern eng kooperieren.”

In Sichuan waren im Mai 2008 bei einem verheerenden Erdbeben etwa 87.000 Menschen getötet worden. Damals wurden Millionen Menschen obdachlos; Caritas international unterstützt dort nach wie vor den Wiederaufbau von Gebäuden und Infrastruktur und leistet psy-chosoziale Hilfe.

Hinweis: Frank Falkenburg, China-Experte bei Caritas international, steht für Interviews und Nachfragen zur Verfügung. Kontakt über 0761/200-515 (Stephan Günther)

Spenden mit Stichwort “Erdbebenhilfe China” werden erbeten:

- Caritas international, Freiburg, Spendenkonto 202 bei der Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe BLZ 660 205 00, – online unter: www.caritas-international.de – Charity SMS: SMS mit CARITAS an die 8 11 90 senden (5 EUR zzgl. üblicher SMS-Gebühr, davon gehen direkt an Caritas international 4,83 EUR)

Diakonie Katastrophenhilfe, Stuttgart, Spendenkonto 502 707 bei der Postbank Stuttgart BLZ 600 100 70 oder online www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/

- Charity SMS: SMS mit NOT an die 8 11 90 senden (5 EUR zzgl. üblicher SMS-Gebühr, davon gehen direkt an Caritas international 4,83 EUR)

Caritas international ist das Hilfswerk der deutschen Caritas und gehört zum weltweiten Netzwerk der Caritas mit 162 nationalen Mitgliedsverbänden.

Quelle: Offenes-Presseportal

Arbeiten bis in den Tod

Montag, 26. April 2010

Die gemeinnützige Tierschutzorganisation Equiwent e.V. hilft, das Leid der Pferde in Ostrumänien zu lindern

Eitrige Wunden, Abszesse, tief ins Fleisch eingewachsene Drähnte, halb verhungerte Tiere und verweste Pferdekadaver am Straßenrand. Markus Raabe hat schon viele Bilder gesehen, die er nicht vergessen konnte. Zum Glück. Die schockierenden Zustände in Ostrumänien haben den erfahrenen Hufschmied dazu veranlasst, sich gegen das Elend zu stemmen, auch wenn dies beinahe aussichtlos erscheint. Zusammen mit seinem Team kümmert er sich um die über 20.000 Pferde rund um die Stadt Iasi, die dort unter grausamen Bedingungen leben und von ihren Besitzern unvorstellbare Misshandlungen erdulden müssen.

Von sozialer Integration und schulischer Bildung ausgeschlossen, setzen die dort ansässigen Sinti und Roma ihre Pferde als Arbeitstiere ein, um auf niedrigstem Niveau überleben zu können. Zu den extremen Verletzungen, die durch die viel zu schwere Arbeit und die schlechte Haltung entstehen, gibt es noch zahlreiche andere, die den Pferden vorsätzlich beigebracht werden, damit sie bis zu ihrem elenden Ende ihre Arbeit verrichten.

Equiwent setzt deshalb auf ein ganzheitliches Konzept, das zum einen die konkrete Not der Arbeitspferde lindert und dabei den dort lebenden Menschen mit viel Engagement und Geduld aufzeigt, dass ein fürsorglicher Umgang mit den Tieren dazu beiträgt, ihre Lebenssituation zu verbessern.

Wichtigster Pfeiler der Arbeit ist eine mobile, kostenlose Pferdeklinik, die von einem rumänischen Tierarzt geleitet und komplett durch Equiwent finanziert wird. Weitere Hilfsleistungen sind die dauerhafte Versorgung mit Schmiedezubehör, Futter, Geschirr und Zaumzeug, sowie Schulungen im Hufbeschlag für Pferdebesitzer und Bildungsaktionen zur Sensibilisierung im Umgang mit den Tieren für die Menschen vor Ort. Darüber hinaus setzt sich Equiwent auch für eine Verbesserung der Zustände auf poltischer Ebene ein, ohne die die Ursache der Probleme langfristig nicht aus der Welt zuschaffen ist. Dazu gehört das Eintreten für die Rechte von ethnischen Minderheiten und deren sozialer Integration, sowie die Durchsetzung des bestehenden Tierschutzgesetzes und der EU-Schulpflicht in den Armutsvierteln Europas.

Unterstützt wird Equiwent unter anderem von Pro Animale e.V. sowie dem Tierarzneimittelkonzern Virbac. Dennoch ist der Verein auch auf Fördermitglieder angewiesen. Eine Fördermitgliedschaft beginnt schon ab 10 Euro im Monat und ermöglicht eine verlässliche Finanzierung der kostenintensiven Reisen und mehrwöchigen Aufenthalte in Rumänien. Alle Mitglieder des Vereins arbeiten ehrenamtlich und bürgen dafür, dass alle Spenden zu 100 Prozent den Pferden und Menschen in Rumänien zugute kommen.
Weitere Informationen unter www.equiwent.eu

Quelle: Offenes-Presseportal

ÄRZTE OHNE GRENZEN veröffentlicht Report

Montag, 26. April 2010

Fassade des Gesundheitssystems in Turkmenistan gefährdet Menschenleben

Das Image von Gesundheit und Wohlstand, das Turkmenistan der internationalen Gemeinschaft präsentiert, verschleiert den gefährlichen Zustand des öffentlichen Gesundheitswesens. Die Existenz ansteckender Krankheiten wird geleugnet, medizinische Daten werden systematisch manipuliert und internationale Standards und Protokolle kaum in die Praxis umgesetzt. Die internationale humanitäre Hilfsorganisation ÄRZTE OHNE GRENZEN veröffentlicht heute den Report “Turkmenistans undurchsichtiges Gesundheitssystem”, der auf eigenen Erfahrungen im Land basiert.

Während der zehn Jahre, in denen ÄRZTE OHNE GRENZEN in Turkmenistan medizinische Versorgung geleistet hat, hat die Organisation miterlebt, wie alltägliche Fahrlässigkeit und weit verbreitete riskante Praktiken Menschenleben gefährden. So werden Bluttransfusionen häufig ohne vorherigen Test auf HIV oder Hepatitis C vorgenommen. Im Gesundheitssystem herrscht eine Kultur der Angst, in deren Folge Patienten in kritischem Zustand abgewiesen werden, um ihren negativen Einfluss auf sensible Statistiken zu verhindern, wie auf die Mutter-Kind-Sterblichkeitsrate oder die ansteckender Krankheiten. Die Bevölkerung Turkmenistans wird von ihrem Gesundheitssystem im Stich gelassen, das mehr auf die Außenwirkung ausgerichtet ist, als auf die Bewältigung der wirklichen Gefahr, die ansteckende Krankheiten für die öffentliche Gesundheit darstellen.

“Es steht außer Frage, dass Tuberkulose (TB) und sexuell übertragbare Krankheiten wie HIV/Aids weiter verbreitet sind, als es offizielle Zahlen nahe legen. Die turkmenische Regierung weigert sich, diese Realität anzuerkennen”, sagt Dr. Leslie Shanks, medizinische Leiterin bei ÄRZTE OHNE GRENZEN. “Internationale Organisationen wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und UNICEF tragen dazu bei, das Problem aufrechtzuerhalten, indem sie Fehlinformationen und Praktiken der Regierung Legitimität verleihen, die nicht nur wirkungslos sondern oft auch gefährlich sind.”

TB und besonders die multiresistente Form (MDR-TB) stellen vermutlich eine der größten Bedrohungen des öffentlichen Gesundheitswesens dar. Da die Krankheit auch in den Nachbarländern weit verbreitet ist, fürchtet ÄRZTE OHNE GRENZEN eine schwere Krise in Turkmenistan, die ohne unmittelbares und eindeutiges Einschreiten zu einer großen Gesundheitskrise mit regionaler Auswirkung führen wird. Um dies zu verhindern, sollten die Schnell-Diagnose und die Behandlung von MDR-TB umgehend mithilfe von internationalen Experten implementiert werden.

Im Jahr 2009 traf ÄRZTE OHNE GRENZEN die schwierige Entscheidung, Turkmenistan zu verlassen, nachdem die Aktivitäten im Land immer stärker eingeschränkt wurden. Die Organisation erkannte, dass sie eher riskierte, sich der Verschleierung der Probleme im Gesundheitssystem mitschuldig zu machen, als diese anzugehen. “Internationale Organisationen müssen ihrer Verantwortung gerecht werden, indem sie die Transparenz des Gesundheitssystems aktiv fördern und aufhören, widersprüchliche Daten als Fakten anzuerkennen”, sagt Leslie Shanks.

ÄRZTE OHNE GRENZEN ist seit 1999 in Turkmenistan tätig und hat damals erstmalig international anerkannte Standards zur Tuberkulosebehandlung eingeführt. In den vergangenen fünf Jahren war die Organisation im Distriktkrankenhaus der Stadt Magdanly im Osten des Landes tätig, um die Qualität der Pädiatrie und Geburtsmedizin zu verbessern. Den Report “Turkmenistans undurchsichtiges Gesundheitssystem” finden Sie unter www.aerzte-ohne-grenzen.de.

Quelle: Offenes-Presseportal

3 Monate nach dem Beben: „Haitianer nehmen Zukunft selbst in die Hand“

Freitag, 23. April 2010

CARE hat mehr als 310.000 Menschen erreicht / Sichere Unterkünfte dringend notwendig

„Drei Monate nach dem desaströsen Erdbeben in Haiti hat CARE mehr als 310.000 Menschen mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln, Zelten, Decken, Matratzen und Plastikplanen erreicht“, bilanziert Dr. Anton Markmiller, Hauptgeschäftsführer von CARE Deutschland-Luxemburg. „Die Top-Priorität ist es nun, die Betroffenen sicher vor der kommenden Regen- und Wirbelsturmzeit unterzubringen“, so Markmiller weiter. Dabei erarbeitet CARE innovative Unterkünfte, die schnell zu errichten sind und vor Regen und Sturm schützen. Zudem verteilt CARE Werkzeuge, damit die Menschen ihre Häuser selbst reparieren können. Markmiller: „Dabei gilt vor allem eines: Wir helfen den Haitianern, ihren Wiederaufbau selbst zu organisieren und durchzuführen.“

„Eine der großen Stärken von CARE ist es, die Selbsthilfekräfte der von Katastrophen betroffenen Menschen zu festigen“, so Markmiller. „Vertrauen in die eigene Kraft ist immer noch die beste Grundlage, das Leben zu gestalten.“ Die Überlebenden Haitis nehmen nun zusehends ihre Zukunft selbst in die Hand. Markmiller, der im März das vom Erdbeben zerstörte Land besuchte, sagt weiter: „Die Straßen sind voll mit bunten Trucks, die Baumaterial transportieren. Die Bürger organisieren sich in Komitees, um besser mit den Hilfsorganisationen zusammenzuarbeiten“. Aufgabe von CARE sei es, ihnen das notwendige Werkzeug und Wissen mit zu geben, mit dem sie ihr Land besser und nachhaltiger wieder aufbauen können.“ CAREs Fünf-Jahres-Plan zum Wiederaufbau Haitis basiert auf dem Prinzip, dass haitianische Familien und Gemeinden selbst am besten wissen, was sie dafür benötigen. „Wir müssen die Überlebenden stärken, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen und ihr Schicksal selbst zu bestimmen“, sagt Markmiller.

Die Geschichte einer Überlebenden
Tania wurde nach dem Erdbeben in Haiti vergewaltigt. Doch sie gibt nicht auf und kämpft für den Schutz anderer Mädchen.
Von Mildred Beliard

Tania* ist ein wunderschönes 17-jähriges Mädchen. Sie ist Schülerin, liebt es zu singen, zu tanzen und Musik zu hören, sowie zu schreiben – eine Künstlerin. Ihr Traum ist es, eine berühmte Sängerin wie Rihanna oder Ciara zu werden. Tania lebt weit entfernt von der Hektik der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince. In einer ruhigen Nachbarschaft, wo ein unbekanntes Gesicht direkt auffällt. Aber seit dem Erdbeben vom 12. Januar haben viele Menschen ihr Zuhause verlassen, und leben in Camps in der unmittelbaren Umgebung ihrer zerstörten Häuser. Menschen, die von weit her kommen. Aber auch bekannte Gesichter sind darunter, wie das des Freundes einer ihrer Freundinnen.

Seit dem Erdbeben gibt es in Tanias Nachbarschaft kein fließendes Wasser mehr. Tania, das älteste von vier Kindern, ist seitdem dafür verantwortlich, Wasser für die Familie zu besorgen. Das bedeutet, regelmäßig einen halben Kilometer entlang einer einsamen, vom Bäumen gesäumten Straße zu laufen. Am 7. Februar, zwischen halb sechs und sechs Uhr abends, als Tania gerade von der Wasserquelle zurück kommt, spürt sie plötzlich eine kalte Klinge in ihrem Nacken. Sie dreht sich um – und lächelt. Sie denkt, es sei ein Scherz, als sie den Mann wiedererkennt: Es ist der Freund ihrer Freundin. Tania grüßt ihn, und ist überrascht, als er nicht von seiner bedrohlichen Haltung ablässt. Stattdessen presst er die Machete weiter gegen ihren Hals. „Wenn du dich bewegst, oder schreist, dann werde ich dich in Stücke hacken“, sagt er zu ihr.

Niemand kam zu Hilfe
Schockiert schaut sie ein zweites Mal in das Gesicht des Mannes, der sie schon so oft auf seinem Motorrad nach Hause gefahren hatte. Sie wundert sich, was in seinem Kopf vorgeht. „Ich möchte es machen, und ich möchte es mit dir machen. Du lässt mich, oder ich töte dich!“, befiehlt er. Sie schaut sich um, aber es ist niemand zu sehen, der ihr zur Hilfe eilen kann. „Er zog mir mein Oberteil aus und band meine Handgelenke damit zusammen. Er hörte nicht auf, mich mit der flachen Seite seiner Machete zu schlagen. Bis ich zusammenbrach.“ Sie hält für einen Moment inne, ihre Augen sind voller Tränen. Ihre Lippen bibbern und sie hebt ihren Kopf, um ihre Tränen zu stoppen. „Ich weiß nicht mehr, was danach geschehen ist. Ich will es nicht mehr wissen. Nachdem er aufgestanden war, löste er die Knoten. Unter der Bedrohung seiner Machete zwang er mich, zu gehen. Um mich herum war es dunkel, also machte ich einen Sprung, um zu entkommen. Schlussendlich schaffte ich es, nach Hilfe zu schreien.“

Da Tania nicht nach Hause kommt, zieht ihre Mutter los, sie will ihre Tochter suchen. „Ich bin in die Arme meiner Mutter gefallen, und habe ihr erzählt, was geschehen war“, sagt Tania. Noch am selben Abend laufen beide zur Polizeistation und machen dort eine Aussage. „Der Polizeichef hat mich mehrere Male gebeten, nicht zu lügen. Ich sollte mir sicher sein, ob der Kerl mich wirklich vergewaltigt hatte. Nach meiner Aussage empfahl er mir, mich nicht zu waschen und am nächsten Morgen so schnell wie möglich zu einem Krankenhaus zu laufen. Dort solle ich einige Tests machen lassen, die wichtig seien, um den Täter zu überführen,“ erinnert sich Tania. „Er gratulierte mir überschwänglich dazu, eine Anzeige gegen meinen Vergewaltiger erstatten zu wollen.“

Die Eltern waren verärgert
„Danach musste ich beschämt nach Hause zurückkehren und mich meinen verärgerten Eltern stellen. Denn sie waren überrascht, kein Blut in meiner Unterhose gefunden zu haben. Mein Vater begann mich anzuschreien und warf mir vor, meine Unschuld schon vor der Vergewaltigung verloren zu haben. Das war alles, was ihm in diesem Moment wichtig war.“ Tania erzählt weiter: „Diese Nacht war ein richtiger Albtraum. Ich musste den Horror immer wieder durchleben. Und zusätzlich musste ich die Erfahrung machen, von den wenigen Menschen, die mich eigentlich in einer so schweren Zeit unterstützen sollten, zurückgewiesen zu werden. Jedes Mal, wenn ich die Augen schloss, spürte ich die Schneide der Machete in meinem Nacken, den heißen Atem meines Vergewaltigers, und sein Gewicht auf meinem Körper.“ Selbstzweifel packten sie: „Ich wollte mich selbst töten. Ich fühlte mich so schuldig! Warum habe ich nur diesen Weg genommen? Warum bin ich auf seine Grüße eingegangen? Ich hätte sein wahres Ich erkennen und ihn ignorieren müssen. Vielleicht habe ich ihn dazu ermutigt, in dem ich nett zu ihm gewesen bin?“

In dieser Nacht macht Tania kein Auge zu. Ihre Eltern auch nicht. Später erkennen sie, dass sie mit ihrem Verhalten ihrer Tochter nicht dabei helfen würden, die Peinigung und Schmach zu überleben. Die Mutter braucht Zeit, sich in die Lage ihrer Tochter zu versetzen und zu verstehen, was Tania durchmachen muss. Die Eltern begleiten sie, erst ins Krankenhaus, und dann zum Richter, um eine Anzeige zu erstatten. „Der Arzt, die Schwestern, jeder war sehr nett zu mir. Aber die Medizin! Das war eine andere Sache.“ Einen Monat lang muss Tania Medizin gegen eine mögliche Schwangerschaft und gegen jegliche Geschlechtskrankheit, die sie sich von ihrem Angreifer hätte holen können, einnehmen. Sie hat Übelkeit und Schwächeanfälle. Aber sie bleibt gesund.

Geld gegen Schande
Das Schwerste aber ist der Besuch der Eltern ihres Vergewaltigers. Sie kamen vorbei und boten ihr Geld – im Gegenzug sollte Tania den Richter beschwichtigen, gnädig mit ihrem Sohn zu sein. „Sie sagten, er wäre zu jung fürs Gefängnis. Sie gingen sogar soweit, mir zu befehlen, ich solle dem Richter erklären, es wäre nicht die Schuld ihres Sohnes gewesen“, sagt sie mit bitterer Ironie in ihrer Stimme. „Ich brauchte Zeit und die Unterstützung meiner Eltern, um zu verstehen, dass ich keine Schuld an dem Vorfall hatte. Ich dachte, ich wäre ein Einzelfall gewesen, aber im Krankenhaus waren noch viele andere Mädchen. Einige waren sogar jünger als ich, andere waren erwachsene Frauen.“

Tania erzählt weiter: „In diesem Moment begriff ich, warum der Polizeibeamte mich dazu aufgefordert hatte, Anzeige zu erstatten. Ich verspürte Zorn gegenüber den Frauen, die schon vor mir vergewaltigt worden waren, aber sich nicht bei der Polizei gemeldet hatten. Wegen ihnen hätte ich mein Leben verlieren können. Wegen ihnen wurde mir ein Teil meiner Jungend und meine Unschuld gestohlen.“

Schweigen verdammt andere
Tania wird Anzeige erstatten und vor Gericht ziehen, um sicherzustellen, dass kein anderes Mädchen jemals Opfer dieses Mannes wird. „Und das Geld, welches mir seine Eltern geboten haben? Na ja, sie können ja mal damit versuchen, die Zeit zurückzudrehen, um die Vergewaltigung zu verhindern“, erklärt die junge Künstlerin. „Jedes Mal, wenn eine vergewaltigte Frau schweigt und sich einschüchtern lässt, verdammt sie eine Schwester, eine Cousine, eine Freundin – mich – dazu, dass selbe Schicksal zu teilen. Sie lässt damit ein Monster frei auf der Straße rumlaufen. Ich möchte, dass meine Aussage ihnen hilft zu verstehen, dass sie nicht alleine sind, und dass sie sich noch mehr in Gefahr begeben, wenn sie nicht zur Polizei gehen.“

Tania ist Teil eines Kulturclubs, der sich seit dem Erdbeben am 12. Januar zu einem kleinen Unternehmen entwickelt hat. Sie hat dort eine Arbeitsstelle gefunden und verdient genug, um ihrer Familie auszuhelfen. Ihr Peiniger wurde verhaftet. Seitdem fühlt sie sich befreit von der Angst, die sie jedes Mal erzittern ließ, wenn sie alleine war. Trotz dieses Vorfalls hat sie den Kontakt zu ihren männlichen Klassenkameraden und Freunden nicht aufgegeben. Und sie hat sich ihren Stolz und ihre Würde bewahrt.

CARE leistet medizinische und psychologische Hilfe für misshandelte Frauen in Haiti.
Um die Sicherheit der Frauen in den Camps zu gewährleisten, haben CARE-Mitarbeiter geschützte Notunterkünfte sowie separate Latrinen und Waschgelegenheiten errichtet. Zusammen mit lokalen Partnerorganisationen wurden dort Medikamente zur Sofortbehandlung von vergewaltigten Frauen bereit gestellt. In allen Nothilfemaßnahmen in Haiti wird der besondere Bedarf und Schutz von Frauen integriert und umgesetzt.

In der ersten Hälfte des Jahres 2009 hat die Organisation SOFA (Solidarity Fanm Ayisyèn –Haitian Women’s Solidarity) 136 Fälle von Vergewaltigung in vier Departments (West, Southeast, Artibonite, Grande’ Anse) dokumentiert. Davon waren 68 Fälle Vergewaltigungen von Minderjährigen, drei haben in Schwangerschaften geendet, vier wurden von Wiederholungstätern verübt, 17 waren Gruppenvergewaltigungen, und fünf Fälle waren versuchte Vergewaltigungen.

* Der Name des Opfers wurde aus Diskretionsgründen geändert.

Quelle: CARE Deutschland-Luxemburg e.V.

CareChild zu Verjährungsfristen bei sexuellem Missbrauch von Kindern

Mittwoch, 17. März 2010

Zu den Verjährungsfristen bei sexuellem Missbrauch von Kindern und einer möglichen Ausweitung der Fristen, sowie Änderungen beim Täter/Opfer Ausgleich.

Durch den exorbitanten Missbrauchskandal innerhalb der katholischen Kirche und den vielfach bereits verjährten schweren Straftaten die nicht mehr verfolgt werden können, haben einige Politiker den Vorschlag gemacht, die Verjährungsfristen bei sexuellem Missbrauch von Kindern deutlich auszuweiten.

Die Kinderschutzorganisation CareChild unterstützt diesen Vorschlag ausdrücklich. Kinder sind strafrechtlich immer noch Opfer 2. Klasse.

Die Bundesjustizministerin Leutheuser-Schnarrenberger (FDP) lehnt eine Verlängerung der Verjährungsfristen ab, weil diese , ihrer Auffassung nach, bereits 20 Jahre betragen.

CareChild Sprecher Michael Kappe: “Durch Weglassungen kann man die wirkliche Lage auch verbiegen. Frau Leutheuser-Schnarrenberger versucht den Eindruck zu erwecken, dass die Verjährungsfrist generell bereits 20 Jahre beträgt. Das ist nicht der Fall. In er Regel verjährt sexueller Missbrauch von Kindern 10 Jahre nach Vollendung des 18. Lebensjahres. Viele Opfer sind aber erst viel später dazu in der Lage darüber auch nur zu reden. Nur in ganz besonders schweren Ausnahmefällen, beträgt die Verjährungsfrist 20 Jahre. Bei einer Vergewaltigung hingegen beträgt die Verjährungsfrist generell 20 Jahre. Das macht Kinder zu Opfern 2. Klasse.”

Eine Ausweitung der Verjährungsfrist ist dringend erforderlich, damit schwerste Verbrechen gegen die schwächsten der Gesellschaft nicht so oft unbestraft bleiben.

Darüber hinaus hält es CareChild.für dringend erforderlich, dass auch Mitwisser, die die Augen verschliessen, wegsehen und damit weiteren Missbrauch nicht verhindern, konsequent wegen Beihilfe/Strafvereitelung verfolgt werden. Eine langjährige Forderung von CareChild ist eine generelle Anzeigepflicht bei Kindesmissbrauch.

Täter sollen zudem schon per Gesetz generell zu einem umfangreichen Täter/Opfer Ausgleich verpflichtet werden und damit beispielsweise die Kosten einer möglicherweise jahrelangen Therapie ihrer Opfer übernehmen müssen.

Quelle: fair-NEWS.de

Weltfrauentag: Schluss mit „bösen Geistern“

Freitag, 12. März 2010

CARE fordert besseren Schutz für Frauen nach Naturkatastrophen / Frauen sind Rückgrat der Nothilfe

CARE fordert anlässlich des Weltfrauentags am 8. März mehr Schutz für Frauen nach Naturkatastrophen. „Ein Erdbeben oder ein Wirbelsturm sind für Frauen ein doppeltes Desaster. Sie verlieren nicht nur Besitz und Familie, sondern sind Vergewaltigungen oder brutalen Überfällen schutzlos ausgeliefert“, so Dr. Anton Markmiller, Hauptgeschäftsführer von CARE Deutschland-Luxemburg. Der Schutz von Frauen werde laut Markmiller bei der Nothilfe nach Naturkatastrophen oft vernachlässigt. „Dabei müssen alle Maßnahmen, sei es die Lebensmittelverteilung oder der Bau von Notunterkünften eines gewährleisten: Frauen zu schützen und ihnen Sicherheit zu geben“, sagt Markmiller.

Markmiller, der am Donnerstagabend aus der Erdbebenregion Haitis zurückkehrte, fordert sichere Unterkünfte für Frauen und den Aufbau vertrauensvoller Anlaufstellen, in denen sie medizinische und psychologische Hilfe erhalten und Anzeige gegen Übergriffe erstatten können. „Viele Frauen übernachten im Freien, hinter aufgespannten Bettlaken oder unter Plastikplanen. So kann sie jeder Mann sehen und überfallen. Die Frauen nennen die Männer ‚böse Geister, die nachts durch die Lager ziehen’“, so Markmiller weiter. “Meistens sind auch die Waschstellen nicht mit einem ausreichenden Sichtschutz ausgestattet, was für weiteres Gefährdungspotential sorgt und schließlich die Würde der Frauen verletzt”, berichtet Markmiller aus Haiti.

Andererseits, so Markmiller, seien gerade Frauen auch Rückgrat der Nothilfe. „Alle Nothilfegüter für Haiti werden nur an Frauen ausgegeben. Denn so laufen die Verteilungen ruhig und geordnet ab. Und wir können sichergehen, dass unsere Hilfe dort ankommt, wo sie gebraucht wird: bei den Familien.“

CARE baut in Haiti geschützte Notunterkünfte sowie separate Latrinen und Waschgelegenheiten für Frauen. Zusammen mit lokalen Partnerorganisationen hat CARE die medizinische Versorgung aufgebaut und dort Medikamente zur Sofortbehandlung von vergewaltigten Frauen bereit gestellt. „In all unsere Nothilfemaßnahmen wird der besondere Bedarf und Schutz von Frauen integriert und umgesetzt“, erklärt Markmiller. „Doch was für Haiti gilt, muss auch für zukünftige Naturkatastrophen gelten. Wir müssen schnell helfen, aber wir dürfen die Sicherheit der Frauen dabei nicht außer Acht lassen.“

Quelle: CARE Deutschland-Luxemburg e.V.

Samuel-Stiftung mit neuem Landesleiter in Nicaragua

Mittwoch, 10. März 2010

Seit dem 01. Februar 2010 hat die Hedwig und Robert Samuel-Stiftung in Nicaragua einen neuen Landesleiter. Daniel Castellón wird die Geschicke des dortigen Ausbildungszentrums in Zukunft lenken.

Daniel Castellón bringt einen Master Degree in Business Administration und Informationstechnologie mit, den er an der Oklahoma State University erworben hat. Er kann auf viele exzellente berufliche Referenzen im ganzen mittelamerikanischen Raum verweisen und war unter anderem für internationale Konzerne wie Xerox Corporation, Grupo Telefónica, Weltbank und die Inter-American Development Bank tätig. Seine beruflichen Schwerpunkte lagen bislang vor allem in den Bereichen Marketing, Unternehmensstrategie, Mitarbeiterschulung, Kundenmanagement sowie im IT-Projektmanagement. Seit 1991 lehrt er zudem als Professor für Strategisches Management an der „Universidad Nacional de Ingeniería“ in Managua.

Dank seiner bisherigen Tätigkeiten in Managua kann er auf ein großes persönliches Netzwerk zurückgreifen, das er jetzt zum Aufbau der Stiftungskontakte zu neuen Kooperationspartnern und Sponsoren nutzen wird. Gleichzeitig wird er gezielt strategische Veränderungen angehen, die in der nächsten Zeit im Ausbildungszentrum Managua anstehen. Als ehemaliger Fulbright-Stipendiat teilt Daniel Castellón schon aufgrund seines eigenen persönlichen Werdegangs die Werte und das Anliegen der Stiftung: “Das Schönste ist, als Teil dieses Teams aktiv an dem Lebensprojekt jedes einzelnen Auszubildenden mitzuwirken und ihnen beim Aufbau einer sicheren Existenz zu helfen“, sagt Daniel Castellón.

Seit mehr als 15 Jahren ermöglicht die Samuel-Stiftung in Managua sozial bedürftigen Jugendlichen aus Nicaragua eine kostenfreie Ausbildung in unterschiedlichen Berufen wie beispielsweise Kfz-Mechatronik oder Wirtschaftsassistenz. Die Ausbildung findet im stiftungseigenen Ausbildungszentrum statt, das in unmittelbarer Nähe zum internationalen Flughafen liegt und eine Fläche von ca. 30.000 Quadratmetern umfasst. Auf dem Gelände befinden sich zwei Schulungsgebäude für die theoretischen Unterrichtseinheiten, eine Bibliothek sowie drei Werkshallen. Das Ausbildungszentrum ist auch dank der Co-Sponsoren mit modernsten Schulungsmaterialien ausgestattet und bietet Ausbildungsplätze für bis zu 250 Auszubildende. Unter der Führung eines Landesleiters arbeiten zurzeit knapp 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Stiftung in Managua.

Hedwig und Robert Samuel-Stiftung
„Give youth a chance.“ Dieser Aufruf ist für die Samuel-Stiftung Programm. Seit über 20 Jahren fördert die Stiftung Kinder und Jugendliche im Bereich Ausbildung, vorrangig in Ländern Mittelamerikas und Asiens. Mehr als 4.500 sozial bedürftige Jugendliche haben die Ausbildungsprojekte bisher erfolgreich durchlaufen. Jedes Jahr kommen ca. 350 Absolventen mit qualifiziertem Berufsabschluss hinzu. Die Finanzierung dieser Hilfsprojekte erfolgt über das Stiftungskapital, Spenden und Co-Finanzierungen. Die gemeinnützige Stiftung privaten Rechts beschäftigt heute ca. 75 Mitarbeiter. Ihr Hauptsitz ist Düsseldorf.

Quelle: Offenes-Presseportal

Künstler für Haiti

Montag, 22. Februar 2010

Benefizprojekt am 28.02.2010 in der Werkstatt der Kulturen mit Musik, Tanz, Poesie, Malerei, Installation, Djs, Buffet, Bazar, Kinderprogramm, Information.

Als am 12. Januar in Haiti die Erde bebte, ging eine Welle des Mitgefühls und der Hilfsbereitschaft um die Welt.
Künstler für Haiti ist eine Benefizveranstaltung zu Gunsten von HaitiCare e.V., einer deutschen Hilfsorganisation, die schon seit Beginn der 90er Jahre in Haiti Entwicklungshilfe leistet.

Vor allem Trommeln entführen die Gäste auf eine Karibikinsel, wo ohne Musik und Tanz der Alltag überhaupt nicht denkbar wäre. Insgesamt 50 Musiker, Schauspieler, Tänzer, Poeten aus Haiti, Martinique, Brasilien, Deutschland, den USA, Spanien, Ungarn, ja sogar aus dem Iran haben sich zusammengefunden, um Haiti erlebbar zu machen.
Das Konzept der Veranstaltung gleicht einem „Taptap“ -jenen kunterbunten Bussen in Haiti, die jeden mitnehmen, der winkt. So kann ein jeder kommen und gehen, wann er/sie möchte und sich so lange amüsieren und informieren, wie er/sie das möchte.

Man wird die Magie der Voudou-Tänze erleben können und von haitianischer Poesie verzaubert. Ergänzt wird das karibische Flair durch brasilianischen Candomblé von Murah Soares & seinem Ensemble Afoxé Loni und sonnigen Steeldrums aus Guadeloupe. „Fuzztone-Legende“ Rudi Protudi wird von Madinimal, den Zauberern der Trommel aus Martinique begleitet; globales Jodeln ist angesagt sowie natürlich Musik zum Tanz um den Globus mit den World Wide Classics der Los Multikultis und DJ Ipek u.v.m.
Darüberhinaus gibt es ein haitianisches Zimmer, in dem Geschichten aus Haiti in Worten und Bildern erzählt werden und die Besucher selbst in die kreolische Kultur eintauchen und kreativ werden können.

Los geht´s um 16.00 Uhr in der Werkstatt für Kulturen in der Wissmannstr. 32 in Berlin-Neukölln. Der Eintritt beträgt 10 €, ermäßigt 7 € und kommt HaitiCare e.V. zu Gute.

Quelle: fair-NEWS.de

Verein “Kinder in Haiti” bietet verwaisten Kindern nach dem Erdbeben ein sicheres Zuhause

Donnerstag, 28. Januar 2010

Unterstützung für zweites Waisenheim gesucht

Der Oldenburger Verein “Timoun an Ayiti – Kinder in Haiti” nimmt Waisenkinder aus Port-au-Prince auf. Seit zehn Jahren unterhält er ein Waisenhaus in Cap Haitien, der zweitgrößten Stadt des Landes. Derzeit bietet das Haus 23 Kindern ein Heim und damit ein Leben ohne Elend sowie die Chance auf eine bessere Zukunft. “Wir sind in der Lage, sieben Kinder aus Port-au-Prince aufzunehmen, die bei dem Erdbeben ihre Eltern verloren haben”, so Vereinsvorstand Ludger Kortmann. “Mit Unterstützung können wir in kurzer Zeit auch ein weiteres Heim als Zuhause für Erdbeben-Waisen gründen.” Das Waisenhaus wird ausschließlich durch Spenden aus der Öffentlichkeit finanziert und von der Stiftung Black Rain Group Foundation Zurich unterstützt.

“Die Weltpresse berichtet dieser Tage vermehrt davon, dass Haitianische Waisenkinder Gefahr laufen, Opfer von Menschenhändlern zu werden. Für uns besteht also dringender Handlungsbedarf”, so Kortmann besorgt. “Wir wollen schnellstmöglich Kinder aufnehmen und ihnen nach dem dramatischen Erdbeben ein sicheres Heim und die Möglichkeit geben, ihre traumatischen Erfahrungen langsam zu verarbeiten.”

In Eigeninitiative gründete der Verein “Timoun an Ayiti – Kinder in Haiti” im Jahr 2000 unter einheimischer und ausländischer Mithilfe das Kinderheim im Norden des Karibikstaates. Das angemietete Haus liegt in einer relativ sicheren Umgebung und in der Nähe von zwei guten Schulen. Für die betreuten Kinder übernimmt der Verein größtmögliche Verantwortung und alle anfallenden Kosten. Dazu gehören regelmäßiges, gesundes Essen, gute hygienische Verhältnisse, medizinische Versorgung, pädagogische Betreuung, Kleidung, eine sehr gute Schulbildung und mehr. Die Kinder des Waisenhauses haben gute Aussichten auf eine Berufsausbildung mit anschließendem Beschäftigungsverhältnis oder eine berufliche Verselbstständigung.

Das Waisenhaus im Norden Haitis wird ausschließlich durch Spenden aus der Öffentlichkeit finanziert und von der gemeinnützigen Stiftung Black Rain Group Foundation Zurich (www.blackraingroup.org) gefördert. Die Black Rain Group unterstützt humanitäre Projekte in Haiti; u.a. ein Hospital in Montrouis, das “Timoun an Ayiti”-Waisenhaus, ein Altenheim in Cap Haitien sowie die Errichtung weiterer solcher Einrichtungen.

Kortmann: “Je nachdem, welche Unterstützung wir erfahren, besteht auch die Möglichkeit, in der Nachbarschaft unseres Waisenhauses in kürzester Zeit ein weiteres Heim für verlassene Kinder aus Port-au-Prince zu gründen.”

Die Arbeit des Vereins “Timoun an Ayiti – Kinder in Haiti” kann mit Spenden unterstützt werden. Die Mittel kommen den Kindern direkt und ohne Abzüge zu. Der Pflegesatz pro Kind beträgt 2,10 Euro am Tag.

Spendenkonto
Kinder in Haiti
Konto: 00 04 96 66 43
BLZ: 28 09 06 33, Deutsche Apotheker- und Ärztebank

Quelle: fair-NEWS.de