Artikel-Schlagworte: „Tierschutz“

US-Militär will Tiere zu Ausbildungszwecken grausam zurichten – Deutscher Tierschutzbund protestiert

Mittwoch, 19. Mai 2010

Auf dem Truppenübungsplatz der US-Armee im oberpfälzischen Grafenwöhr sollen im Rahmen der Sanitätsausbildung Tiere schwer verletzt werden. Die bayerische Staatskanzlei hat bestätigt, dass ihr eine entsprechende Anfrage zur Genehmigung vorliegt. Für die Durchführung der Versuche wurde ein Privatunternehmen beauftragt, das unter anderem auf Tierversuche zur Medizinerausbildung spezialisiert ist. Am 21. Mai findet ein Gespräch zur Klärung zwischen Vertretern der Regierung Oberpfalz, der US-Streitkräfte und dem Unternehmen statt. Der Deutsche Tierschutzbund sieht einen klaren Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und appelliert an die Regierung, die grausamen und unnötigen Experimente auf keinen Fall zu genehmigen.

Noch für dieses Jahr ist auf dem Gelände der US Army Health Clinic in Grafenwöhr in der Oberpfalz ein Projekt geplant, bei dem Tieren schwere Verletzungen zugefügt werden. Ziel: US-Soldaten, die sich in der Sanitätsausbildung befinden, sollen üben, wie Gefechtsverletzungen versorgt werden. Vermutlich werden die Versuche an Schweinen oder Ziegen durchgeführt. Die Tiere sollen vorab betäubt und nach Abschluss der Versuche getötet werden. Dieses Vorgehen ist nicht nur aus Sicht des Tierschutzes grausam und fragwürdig, auch aus medizinischer Sicht sind derartige Experimente völlig unnötig. „Es ist unfassbar, dass hier Tiere leiden sollen, obwohl es bereits eine Reihe von Alternativmethoden gibt, um rettungsmedizinische Fähigkeiten tierversuchsfrei zu erlernen“, sagt Tessy Lödermann, Vizepräsidentin des zum Deutschen Tierschutzbundes gehörigen Landesverbandes Bayern e. V. „Mein Mann hat selbst eine Ausbildung zum Rettungssanitäter absolviert, ohne dass dafür Tiere verletzt wurden.“

Es sollen bereits detaillierte Pläne für dieses Projekt vorliegen. „Die Frage ist, warum bisher keine Vertreter des Tierschutzes zu Rate gezogen wurden. Wir verlangen, umgehend in die weiteren Verhandlungen einbezogen zu werden“, erklärt Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Hier liegt ein klarer Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vor. Dieses besagt, dass Eingriffe an Tieren zur Ausbildung nicht erlaubt sind, wenn ihr Zweck auch auf andere Weise erreicht werden kann. Das ist hier zweifellos der Fall. Die Versuche in Grafenwöhr dürfen nicht genehmigt werden – das gebietet im Übrigen auch das Staatsziel Tierschutz in der bayerischen und bundesdeutschen Verfassung“, so Apel abschließend.

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

Mario Adorf gibt Walen eine Stimme!

Mittwoch, 19. Mai 2010

Die internationale Wal- und Delfinschutzorganisation WDCS erhält attraktive und renommierte Unterstützung bei ihren Bemühungen, Walfangaktivitäten weltweit zu beenden und Wale besser zu schützen. Mario Adorf, Schauspieler und Walhelfer, ist Protagonist des neuen aufrüttelnden Spots der WDCS, der im TV, Kino und im Internet einsetzbar ist. Die markante, fesselnde Erzählerstimme des bekannten Schauspielers trägt den Zuschauer durch die schonungslose und leider reale Geschichte von “Jenny”. “Jenny” wurde von der Agentur denkwerk konzipiert und von der Filmproduktionsfirma Tango Film produziert. Alle Beteiligten stellten Ihre Leistung kostenfrei zur Verfügung.

“Wale sind etwas Wunderbares, Faszinierendes. Es ist wichtig, das Schicksal dieser Tiere den Menschen näher zu bringen, und den Meeressäugern zu helfen”, erläutert Mario Adorf seine Beweggründe, Walen eine – nämlich seine – Stimme zu geben.

Anlass der Kampagne ist die Tatsache, dass bei der zwischen 21. und 25. Juni 2010 stattfindenden Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Marokko das seit dem Jahr 1986 bestehende Verbot des kommerziellen Walfangs fallen könnte.

“Jennys Schicksal ist traurige Realität. Walfang ist grausam, entbehrt jeglicher Notwendigkeit und gehört beendet. Mit dem Spot rufen wir die Öffentlichkeit auf, aktiv zu werden und Politiker daran zu erinnern, die Interessen der Bevölkerung zu vertreten, die mit Sicherheit kein Interesse an der Legalisierung des Walfangs hat”, sagt Nicolas Entrup, Geschäftsführer der WDCS.

Der Spot motiviert den Zuseher, auf der Internet-Seite der WDCS www.walfang.org aktiver Walhelfer zu werden und einen E-Protest, der gleichzeitig als E-Petition fungiert, zu unterzeichnen. Der Protest wird gleichzeitig an Regierungen weltweit versandt.

Die WDCS bittet die Medien um Unterstützung bei der Verbreitung des Spots “Jenny” via TV, Kino und im Online-Bereich mittels Freischaltung.

JENNY ist unter www.walfang.org zu sehen.

Quelle: Offenes-Presseportal

Zugvögel in Gefahr – jede Art zählt / Am 8. und 9. Mai ist Welt-Zugvogeltag

Donnerstag, 6. Mai 2010

EuroNatur fordert dringend einen verbesserten Schutz der Zugrouten. “Wir beobachten einen ungebremsten Rückgang der Zugvogelbestände”, berichtet Projektleiter Dr. Martin Schneider Jacoby von der Naturschutzstiftung EuroNatur anlässlich des Welt-Zugvogeltags (World Migratory Bird Day). Passend zum Internationalen Jahr der Biodiversität steht dieser 2010 unter dem Motto “Rettet bedrohte Zugvögel – jede Art zählt”. Dazu gehört auch der in Europa vorkommende Dünnschnabel-Brachvogel. Im Jahr 2010 unterstützt die Bonner Konvention eine intensive Suchaktion nach dem Tier. Denn seit 2005 hat den seltenen Watvogel niemand mehr gesehen.

Gemeinsam mit Partnern auf dem Balkan hat sich EuroNatur an der Suche beteiligt. Schwerpunktgebiete waren die Hauptrastplätze für Wat- und Wasservögel entlang der östlichen Adriaküste. Das Ergebnis ist ernüchternd: Obwohl der Dünnschnabel-Brachvogel Anfang des 20. Jahrhunderts in Südeuropa noch ein häufiger Zugvogel war, konnten die Beobachter keinen einzigen Vertreter dieser Art mehr finden. Stattdessen bot sich ein trauriges Bild. “Vor allem Albanien gleicht einer Front gegen die Zugvögel. Sämtliche Rastgebiete waren von Vogeljägern besetzt. Im Buna-Delta haben wir innerhalb von fünf Tagen nur eine Bekassine gesehen, ansonsten keine Watvögel. Dabei konnten über dem Meer im Bereich der Flussmündung der Bojana-Buna 40.000 Wasservögel beim Durchzug beobachtet werden”, berichtet Schneider-Jacoby. Die Jäger hindern die Tiere selbst in Schutzgebieten und in der Schonzeit daran, zu rasten. Dabei müssten sie in den wenigen intakten Rastgebieten an der Adria dringend Energie für den Weiterflug tanken.

Das Schicksal des Dünnschnabel-Brachvogels ist somit nur die Spitze des Eisbergs. Viele andere Arten werden folgen, die bei uns in Deutschland bereits auf der Roten Liste stehen. Besonders gefährdet sind Zugvögel, die auf der Adria-Zugroute über die östliche Adria und die Balkanhalbinsel ziehen. Zählungen von Wetlands International belegen die verheerende Situation mit eindrucksvollen Zahlen: Bei zwei Dritteln der Watvogel-Arten, die die Adria-Zugroute nutzen, sind die Populationen zurückgegangen. Hauptgründe dafür sind der zunehmende Lebensraumverlust und die Vogeljagd. EuroNatur fordert, dass die Jagdsaison in sämtlichen Balkanländern spätestens mit dem 15. Januar eingestellt wird. Ein konsequentes Jagdverbot für die wenigen verbliebenen Rastplätze an der Adria wäre ein wesentlicher Beitrag zum Erhalt der Biodiversität in Europa.

Hintergrundinformationen: – Mehr über den Welt-Zugvogeltag unter http://www.worldmigratorybirdday.org/ – Mehr über die EuroNatur-Kampagne “Tatort Adria – Vogeljagd auf dem Balkan” www.euronatur.org/vogeljagd

Quelle: Offenes-Presseportal

Südafrika: Das blutige Geschäft mit der Jagd auf Zuchtlöwen

Dienstag, 4. Mai 2010

VIER PFOTEN startet Kampagne gegen Canned Hunting

Im WM-Land Südafrika boomt die Jagd auf Zuchtlöwen. Allein 2008 erschossen Hobbyjäger über 1000 Großkatzen in umzäunten Revieren. Auch europäische Zoolöwen dienen als Nachschub für die Südafrikanische Löwenindustrie, wie TV-Beiträge bei RTL “Punkt 12″ heute und morgen zeigen. Für die Löwen beginnt der Leidensweg kurz nach der Geburt, denn viele werden erst als Streicheltiere für ahnungslose Foto-Touristen missbraucht. VIER PFOTEN kämpft international für ein Ende der grausamen Jagd auf Zuchtlöwen in Südafrika.

In umzäunten Gehegen werden Löwen ihren Jägern auf dem Silbertablett serviert. Oft mit der Hand aufgezogen und von klein auf an Menschen gewöhnt, sind sie ein leichtes Ziel. “Canned Hunting” nennt sich diese perfide Jagd auf gezüchtete Tiere in Gefangenschaft. “Reiche Jagdtouristen aus Europa und den USA zahlen hohe Summen für die todsicheren Trophäen – bis zu 50.000 Euro für ein imposantes Männchen sind keine Seltenheit”, sagt Thomas Pietsch, Wildtierexperte von VIER PFOTEN. “Schießen kann letztlich jeder, ein Jagdschein oder Jagderfahrung sind nicht nötig”.

Das grausame Geschäft mit dem Tod boomt wie noch nie: Von 2006 bis 2008 hat sich in Südafrika die Zahl der jährlichen Löwen-Abschüsse auf über 1000 verdreifacht. Die Ausfuhr von Löwentrophäen ist auf mehr als 850 Stück angestiegen. Auf etwa 160 Löwenfarmen erwartet 4000 Tiere ein ungewisses Schicksal. “Auf den Farmen werden die Löwenbabys zunächst als Touristenattraktion missbraucht, angefasst, gestreichelt und spazieren geführt. Sind sie dem Streichelalter entwachsen, kommen sie ab einem Alter von vier Jahren auf die Abschussliste”, sagt Pietsch.

In Südafrika schützt bisher kein Gesetz die gezüchteten Löwen vor der Trophäenjagd. Deshalb fordert VIER PFOTEN in einem Online Aufruf an die Südafrikanische Regierung ein gesetzliches Verbot der Jagd auf Zuchtlöwen. Unterstützer können den Appell unter www.vier-pfoten.de/cannedhunting unterschreiben.

Löwen, die von Zuchtfarmen gerettet werden konnten, bietet VIER PFOTEN eine sichere und artgemäße Unterkunft in LIONSROCK, einem südafrikanischen Schutzprojekt für Großkatzen. In der Auffangstation leben Tiere aus ehemals sehr schlechten Haltungsbedingungen in großen, naturnahen Freigehegen.

Quelle: Offenes-Presseportal

NABU: Malta genehmigt allen Protesten zum Trotz eine Frühjahrsjagd auf Zugvögel

Montag, 3. Mai 2010

Tschimpke: Entscheidung verstößt gegen die Gesetzgebung der EU

Die Regierung von Malta hat nach zweijähriger Unterbrechung erneut die Frühjahrsjagd auf Zugvögel genehmigt und setzt sich damit über die Proteste zahlreicher Umwelt- und Naturschutzverbände hinweg. Der NABU und sein Dachverband BirdLife International hatten im März mehr als 120.000 Protestunterschriften gegen eine Wiederaufnahme der besonders umstrittenen Frühjahrsjagd gesammelt und dem maltesischen Premierminister Lawrence Gonzi übergeben.

„Die Zugvogeljagd im Frühjahr ist ein klarer Verstoß gegen die Gesetzgebung der EU“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Der Europäische Gerichtshof hatte erst vor wenigen Monaten die Frühjahrsjagd auf Malta in den Jahren 2004 bis 2007 für unrechtmäßig erklärt. „Erneut werden Vögel zur lebenden Zielscheibe, für deren Schutz sich andere Länder – in denen die Vögel brüten – oftmals mit großem Aufwand einsetzen“, so Tschimpke. So könne Artenschutz in Europa nicht funktionieren.

In der Zeit vom 24. bis 30. April erlaubt Malta einer auf 2.500 begrenzten Zahl von Vogeljägern den Abschuss von 3.900 Turteltauben und 3.600 Wachteln. Der NABU und sein Partnerverband auf Malta wollen die Einhaltung der Bestimmungen nun mit Freiwilligen kontrollieren, die sich für ein Vogelschutzcamp auf der Mittelmeerinsel gemeldet haben. „Unsere rund 50 Vogelschützer können zwar nicht überall gleichzeitig sein, doch können wir illegale Abschüsse mit Videos belegen und den örtlichen Polizeikräften Verstöße umgehend melden“, erklärte NABU-Vogelschutzexperte Markus Nipkow und fügte hinzu: „Wir wissen aus früheren Jahren, dass außer den zur Jagd freigegebenen Arten auch andere, oftmals in ihrem Bestand gefährdete Vogelarten, dem Jagdeifer zum Opfer fallen.“

Malta ignoriert mit seiner Entscheidung pro Frühjahrsjagd auch die jagdpolitischen Leitlinien der Europäischen Kommission. Diese untersagen Ausnahmen vom Verbot der Frühjahrsjagd, wenn sich Vogelarten in einem ungünstigen Erhaltungszustand befinden. Genau das trifft auf Turteltauben wie auf Wachteln zu, deren Bestände in Deutschland und anderen Ländern Mitteleuropas immer weiter abnehmen.

Quelle: NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.

Tag des Versuchstieres: Bremer Primatenversuche und EU-Richtlinie im Brennpunkt

Freitag, 30. April 2010

Zum Internationalen Tag des Versuchstiers am 24. April ruft der Tierschutzverein Bremen gemeinsam mit seinem Dachverband, dem Deutschen Tierschutzbund, alle deutschen und europäischen Politiker auf, sich für den Schutz von Versuchstieren stark zu machen. Denn der aktuelle Kompromisstext der neuen EU-Versuchstierrichtlinie ist bisher völlig unzureichend. Hohe Erwartungen setzen beide Vereinigungen auch in den Verlauf des am 22. April beginnenden Gerichtsverfahrens zu den umstrittenen Affenversuchen an der Universität Bremen.

Viel steht am 22. April für die Versuchstiere in Deutschland und besonders für die Affen des Bremer Hirnforschers Andreas Kreiter auf dem Spiel. An diesem Tag beginnt vor dem Bremer Verwaltungsgericht ein Verfahren, in dem Kreiter eine Genehmigung zu Tierversuchen einklagen will, die ihm die zuständige Bremer Gesundheitsbehörde verweigerte. Diese befand die Versuche für ethisch nicht vertretbar. In einem Eilverfahren wird am selben Tag auch darüber entschieden, ob Kreiter bis zum Ende des Verfahrens mit seinen Versuchen fortfahren darf. Zuletzt hat Kreiter mit Verweis auf entfallende Fördergelder und bedrohte wissenschaftliche Karrieren die vorläufige Fortsetzung seiner Affenquälerei erstritten. „Ich hoffe, dass nun die Ethik im Vordergrund steht und das Tierschutzgesetz sowie das Staatsziel Tierschutz voll zum Tragen kommen“, so Wolfgang Apel, Vorsitzender des Tierschutzvereins Bremen und Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Gleichzeitig begrüßt er die Zusage des Senats bei einer negativen Entscheidung zu Lasten der Bremer Affen, die obersten Gerichte, anzurufen.

Darüber hinaus wird dieses Jahr die neue EU-Versuchstierrichtlinie verabschiedet, deren Bestimmungen die Bundesregierung anschließend durch Änderung des Tierschutzgesetzes in nationales Recht umsetzen muss. Die Verhandlungen auf EU-Ebene sind weit fortgeschritten und das Ergebnis ist schockierend. „Das vorgesehene lasche Genehmigungsverfahren für Tierversuche ist ebenso inakzeptabel wie der Vorschlag, dass Mitgliedstaaten neuerdings keine besseren nationalen Regelungen mehr fassen können als die Mindestanforderungen der Europäischen Union“, kritisiert Apel. Der Tierschutzverein Bremen und der Deutsche Tierschutzbund verlangen, dass hier noch nachgebessert wird, und fordern mit der neuen Kampagne „Entwürdigt. Entstellt. Entsorgt. Tiere in Versuchen“ (www.tierversuchsprotest.de) die Bundesregierung auf, dem Tierschutz bei der Umsetzung der Richtlinie in nationales Recht voll Rechnung zu tragen.

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

Seeadler in Brandenburg wieder unterwegs

Freitag, 30. April 2010

NABU Paten ermöglichen einzigartiges GPS-Projekt

Am 12. April startete ein deutschlandweit einmaliges Projekt: Der Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU), die AG Greifvogelschutz des NABU Berlin, der Verein Aquila e. V., die Weltarbeitsgruppe für Greifvögel und Eulen (WAG) und die Kleintierklinik der Freien Universität Berlin (FU Berlin) bestückten einen deutschen Seeadlerpflegling mit einem GPS-Sender. Finanziert wird der solarbetriebenen Sender durch die NABU Adlerpaten (weitere Informationen unter www.nabu.de). Auch die WAG beteiligt sich finanziell an diesem Projekt.

Das ca. vier Jahre alte Seeadlermännchen wurde im Dezember 2009 mit einer Schulterfraktur im südlichen Brandenburg aufgefunden und in die Kleintierklinik der FU Berlin gebracht. Dort konnte die Schulter von der Tierärztin und Greifvogelexpertin Dr. Kerstin Müller erfolgreich operiert werden. Ab Mitte Februar 2010 wurde der Vogel in der Greifvogelstation Woblitz des Vereins Aquila e. V. gepflegt.

Der Vogel kam am 12. April, ausgestattet mit dem GPS-Sender, in die Oppelhainer Greifvogelstation im südlichen Brandenburg und wurde vom dortigen Team um Uwe Albrecht über 48 Stunden beobachtet. Sie entließen den Adler am 14. April im NABU Naturparadies Grünhaus, in der Nähe des ursprünglichen Fundortes, erfolgreich in die Freiheit.

“Diese langlebigen Sender liefern mehrfach am Tag Daten”, so Rainer Altenkamp, Leiter der AG Greifvogelschutz des NABU Berlin, “und das bis auf einige Meter genau.” Das ist auch wichtig: In Deutschland leben aktuell etwa 550 Seeadlerpaare. Unfälle und Bleivergiftungen führen erheblichen Bestandsverlusten!

Fast jeder Seeadler, der in Deutschland verletzt aufgefunden wird, wird in die Kleintierklinik der FU Berlin gebracht. Das sind jedes Jahr rund
15 bis 30 Tiere. Die Sterblichkeitsrate liegt wegen der Schwere der Verletzungen und Erkrankungen bei 70 bis 75 %, davon sterben rund 30 % an einer Bleivergiftung. Bei erfolgreich verlaufender Behandlung werden die Patienten von Aquila e. V. und der NABU AG Greifvogelschutz gepflegt und wieder ausgewildert. Daten über die Überlebenschance nach der Freilassung dieser Tiere sind allerdings kaum vorhanden. Die Greifvogelexperten beringen diese Vögel zwar, Wiederfunde sind jedoch naturgemäß sehr selten.

“Durch dieses Projekt können wir endlich besser überprüfen, wie erfolgreich die Rehabilitation und Auswilderung speziell der Seeadler verläuft und ob sich die Tiere erfolgreich in die Wildpopulationen eingliedern. Wenn sich alles so entwickelt wie wir hoffen, können wir vielleicht sogar verfolgen, wie sich der Adler als Brutvogel etabliert.”
so Altenkamp. Diese Informationen sind für den Schutz und Erhalt der streng geschützten Seeadler enorm wichtig.

Dem Seeadlermännchen ist zu wünschen, dass er lange lebt und in ca. zwei Jahren eine Partnerin findet und eine Familie gründet. Wir bleiben auf Sendung!

Quelle: NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.

VIER PFOTEN fordert gesetzliches Käfigverbot für Kaninchen

Mittwoch, 28. April 2010

Dem guten Beispiel Österreichs folgen!

18 Millionen Kaninchen leiden hierzulande in Käfigbatterien. Dies ist mangels gesetzlicher Regelungen für Kaninchenhaltung leider sogar legal. Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN fordert Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner auf, Käfige zu verbieten und eine tiergerechte Haltung endlich gesetzlich zu regeln.

Inzwischen leiden die Kaninchen weiter: In Käfigen zusammengepfercht beginnen sie in der 90-tägigen Käfighaft, sich gegenseitig die Ohren anzufressen. Starke Ammoniakdämpfe verursachen schwere Augenentzündungen, die bis zur Blindheit führen, und der Drahtgitterboden verletzt die empfindlichen Pfoten. Ein Tier hat weniger Platz als eine DIN A4-Seite. Elterntiere leiden ihr ganzes Leben in Einzelhaft. Ihre einzige Aufgabe ist es, die Jungen zu “produzieren”, die anschließend in die Mast kommen.

Kaninchen brauchen Platz, viel Auslauf und ausreichend Möglichkeiten zum Rückzug, zum Graben und zur Beschäftigung. Die bewegungsfreudigen Tiere sind sehr sozial und leben in engen Familienverbänden. In der Käfighaltung können Kaninchen ihr natürliches Verhalten nicht ausleben. Die Folgen sind Krankheiten und Verhaltensstörungen bis hin zum Kannibalismus. Fast immer finden Medikamente – allen voran Antibiotika – regelmäßig Verwendung in den Käfigbatterien.

Weder in Deutschland noch auf EU-Ebene gibt es gesetzliche Vorgaben zur Haltung von Mastkaninchen. Über einen Entwurf des Ständigen Ausschusses des Europarates wird seit über zehn Jahren diskutiert – bislang ohne Ergebnis. Nun denkt man in Deutschland über so genannte ausgestaltete Käfige für Kaninchen nach. “Genauso wie bei den Hennen versucht die Käfiglobby, durch eine Hintertür an den Käfigen festzuhalten. Selbst wenn ein Käfig größer oder mit Alibieinrichtung ausgestattet ist, bleibt er ein Käfig, und das kann niemals tiergerechte Haltung sein”, erklärt Johanna Stadler, Geschäftsführerin von VIER PFOTEN: “Tiergerecht ist nur eine Freilandhaltung, bei der die Tiere ihren natürlichen Verhaltensweisen nachgehen können. Dies ist in keiner Käfighaltung der Fall.”

Ein Schritt in die richtige Richtung ist die Bodenhaltung, für die es bereits wirtschaftlich funktionierende Praxisbeispiele gibt.

“Es ist höchste Zeit, dass Deutschland dem Beispiel Österreichs folgt und Käfighaltung für Kaninchen endlich verbietet”, so Stadler weiter. “Bundesministerin Aigner soll nicht länger auf EU-Vorgaben warten, sondern jetzt die Kaninchen vor millionenfachem Leid im Käfig bewahren.”

Quelle: Offenes-Presseportal

VIER PFOTEN gibt Tipps zur Freilandhaltung von Meerschweinchen und Kaninchen im Frühjahr und Sommer

Mittwoch, 28. April 2010

Es ist bald an der Zeit, Kaninchen und Meerschweinchen “an die frische Luft zu setzen”. Außengehege müssen überholt oder neu gebaut werden, der Standort wohl gewählt sein. VIER PFOTEN gibt hierfür Anleitungen.

Der Frühling hält Einzug. Mit den steigenden Temperaturen beginnt nun die richtige Zeit, sich der Freigehege zu widmen. “Damit Ihre kleinen Vierbeiner sich draußen wohl fühlen können, gilt es, mehrere notwendige Punkte zu beachten,” rät Birgitt Thiesmann, Heimtierexpertin von VIER PFOTEN. So ist unter anderem die Größe des Geheges ausschlaggebend für das Wohlbefinden der Tiere. “Planen Sie für zwei bis drei Kaninchen eine Grundfläche von mindestens sechs bis zehn Quadratmetern ein”, so Thiesmann. “Zwei bis vier Meerschweinchen können gut und gern ein Areal von vier bis acht Quadratmetern in Anspruch nehmen.”

Das Gehege für die Meerschweinchen und Kaninchen muss sowohl von allen Seiten als auch von unten und oben gesichert sein. Dies beugt dem Ausbrechen der Kaninchen und dem Einbrechen von Raubtieren wie Ratten, Mardern und Greifvögeln vor. Abgesehen von der Sicherung darf der Auslaufbereich abwechslungsreich gestaltet werden. Birgitt Thiesmann empfiehlt: “Bieten Sie den Tieren Versteckmöglichkeiten, Schutzhütten, Plätze zum Graben sowie ausreichend Äste und Zweige zum Benagen. Kork- und Steinröhren, Sträucher und große Wurzeln erweisen nützliche Dienste.”

Für die Gaumenfreude der Tierchen sorgt eine schöne Wildwiese mit verträglichen Kräutern und Gräsern. “Löwengras, Wiesengras und Wiesenkräuter für die Meerschweinchen, Löwenzahn, ein wenig Kleegras, Bärlauch und Kamille für die Kaninchen,” nennt Birgitt Thiesmann als Beispiele und fügt hinzu: “Heu gehört grundsätzlich zum Speiseplan der Kaninchen und Meerschweinchen und kann stets in Raufen im Freilaufbereich angeboten werden.” Last but not least: “Vergessen Sie nicht, immer frisches Wasser bereit zu stellen.”

Birgitt Thiesmann rät: “Wenn das Freigehege nun errichtet, für sonnige und schattige Plätze gesorgt, Zugluft ausgeschlossen wurde und die Tiere auf dem Boden keine nassen Füßchen bekommen können, so gönnen sie den Tieren trotzdem erst ab Mitte Mai bzw. frühestens dann, wenn kein Nachtfrost mehr zu erwarten ist das Leben in der freien Natur. Nutzen Sie jetzt die Zeit, Hoppel und Co. mit einer vorsichtigen Futterumstellung an das neue Nahrungsangebot zu gewöhnen und lassen Sie Ihre Kaninchen gegen die tödliche Myxamatose und die gefährliche Chinaseuche impfen, sofern dies noch nicht geschehen sein sollte.”

Quelle: Offenes-Presseportal

NABU ruft zur großen Vogelzählung auf – Stunde der Gartenvögel vom 7. – 9. Mai

Dienstag, 27. April 2010

Erstmals alle Daten der letzten Jahre online im Überblick

Der NABU und sein bayerischer Partner, Landesbund für Vogelschutz (LBV), rufen vom 7. bis 9. Mai Naturfreunde in ganz Deutschland auf, eine Stunde lang die Vögel in ihrem Garten, vom Balkon aus oder im Park zu beobachten, zu zählen und für eine gemeinsame Auswertung zu melden. Denn bei der „Stunde der Gartenvögel“ gilt das Prinzip der „Citizen Science“, einer Forschung für Jedermann: Je mehr Menschen ihre Beobachtungen zusammentragen, desto aussagekräftiger sind die Ergebnisse, die wichtige Daten über den Zustand der Umwelt, den Klimawandel und die Entwicklung der Artenvielfalt liefern können. Die „Stunde der Gartenvögel“ findet bereits zum sechsten Mal statt.

In den vergangenen Jahren ist auf diese Weise eine enorme Datenmenge zusammengekommen. Allein 2009 zählten über 45.000 Vogelfreunde rund eine Million Vögel. Eine Übersicht über alle bisher gesammelten Daten zeigen neue Karten auf www.stunde-der-gartenvoegel.de. Die Daten werden direkt nach der Eingabe übersichtlich dargestellt und können mit wenigen Klicks nach Vogelart, Bundesland oder Landkreis abgerufen und mit den Daten aus den vergangenen Jahren verglichen werden. Diagramme lassen auf einen Blick erkennen, wie es um die betreffende Vogelart am ausgesuchten Ort steht und wie sich ihr Bestand in der Vergangenheit entwickelt hat – vorausgesetzt es beteiligen sich in jedem Jahr möglichst viele Vogelfreunde aus ganz Deutschland an dieser Aktion.

Und so wird es gemacht: Von einem ruhigen Plätzchen aus wird von jeder Vogelart die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde entdeckt werden kann. Die Beobachtungen können per Post, Telefon (kostenlose Rufnummer am 8. und 9. Mai von 10 bis 18 Uhr: 0800-1157-115) oder einfach im Internet unter www.stunde-der-gartenvoegel.de gemeldet werden. Erstmals ist die Teilnahme an der Aktion auch über den mobilen NABU-Vogelführer möglich. Zu gewinnen gibt es auch in diesem Jahr attraktive Preise, darunter ein Apple iPod touch. Für Online-Melder gibt es zusätzlich 500 Blaumeisen-Handyklingeltöne von www.nature-rings.de zu gewinnen. Einsendeschluss ist der 17. Mai 2010.

Über die „Stunde der Gartenvögel“ und andere spannende Vogel-Themen berichtet auch „Die große Vogelschau im Deutschlandradio Kultur“ vom 3. bis 8. Mai täglich von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr. Täglich um 15.45 Uhr findet ein Hörergespräch mit einem NABU-Vogelkundler statt.

Quelle: NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.