Artikel-Schlagworte: „Tierschutz“

Ausgesetzte Tiere im Sommer

Montag, 16. August 2010

Nordrhein-Westfalen: Fünf Katzen im Pappkarton an einer Autobahnraststätte ausgesetzt. Niedersachsen: Jack-Russel-Terrier, Dackel und zwei Kaninchen einfach ihrem Schicksal überlassen. Bayern: Zwei Meerschweinchen im Karton in einem Wald ausgesetzt. Schlagzeilen der letzten Wochen. Und diese Urlaubs-Opfer hatten noch Glück: Sie wurden gefunden und in die Obhut der dem Deutschen Tierschutzbund angeschlossenen Tierheime gegeben. Erneut haben die Tierheime in der Urlaubszeit traurige Hochkonjunktur.

„Es gibt nach wie vor viele verantwortungslose Tierhalter, die einfach ihr Tier aussetzen“, kritisiert Thomas Schröder, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Tierschutzbundes. „Das ist nicht nur gewissenlos, diese Halter können auch mit einer Strafe von bis zu 25.000 Euro belegt werden“, so Schröder weiter. Das hohe Tieraufkommen belastet die Tierheime in den Ferienmonaten zusätzlich. Obwohl diese sich meist ohnehin an ihrer Belastungsgrenze befinden, wie eine aktuelle Studie des Deutschen Tierschutzbundes belegt. Diese weist neben den steigenden Belegungszahlen, der schwieriger werdenden Vermittlung und der höheren Verweildauer auch die saisonalen Schwankungen bei der Tieraufnahme nach. So bestätigen 76 Prozent der Tierheime das Ansteigen der Tieraufnahme in den Sommermonaten, besonders trifft dieser Aspekt auf Hunde und Katzen zu.

Der Deutsche Tierschutzbund bietet Hilfe
Noch bis zum 17. September läuft die Urlaubsaktion „Nimmst du mein Tier, nehm’ ich dein Tier“ des Deutschen Tierschutzbundes. Seit über zehn Jahren wird darüber nun schon für viele Tiere frühzeitig eine ehrenamtliche Betreuung sichergestellt. Diese Aktion wird während der gesamten Ferienzeit angeboten. Unter der Urlaubshotline 0228-60496-27 können Tierhalter Tipps für die Tierbetreuung, aber auch für die Reise mit dem Tier erfragen. Darüber hinaus rät der Deutsche Tierschutzbund „tierische Familienmitglieder“ kennzeichnen und anschließend direkt kostenlos beim Deutschen Haustierregister® eintragen zu lassen, um so für mehr Sicherheit zu sorgen. Unter www.registrier-dein-tier.de können Tierfreunde mehr zum Thema Kennzeichnung und Registrierung erfahren.

Tipps zur Beurteilung einer Tierpension sowie weitere Informationen rund um das Thema Tier und Urlaub finden Sie auch hier: http://www.tierschutzbund.de/urlaubs-hilfe_tiere.html

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

Rund 400 Kirchen bieten Asyl für Turmfalke, Schleiereule und Co

Montag, 9. August 2010

Positive Bilanz nach drei Jahren Projekt „Lebensraum Kirchturm”

Drei Jahre nach Start der Aktion „Lebensraum Kirchturm“ hat der NABU erneut eine positive Bilanz gezogen: 396 Kirchen in nahezu allen Bundesländern wurden mittlerweile mit der Plakette „Lebensraum Kirchturm“ für ihr besonderes Engagement im Bereich Artenschutz ausgezeichnet. Ziel ist es, bedrohten Vogelarten wie der Schleiereule oder dem Turmfalken -Vogel des Jahres 2007 – mehr Brutmöglichkeiten zu schaffen.

Im April 2007 hatten der NABU und der Beratungsausschuss für das Deutsche Glockenwesen die gemeinsame Aktion gestartet. Als erste Kirche bundesweit wurde die Heilandskirche in Berlin ausgezeichnet. Hier waren die beiden Turmfalken „Erna“ und „Kurt“ zu Hause, die tausende Vogelfans über eine Webcam bei der Aufzucht ihrer Jungen beobachten konnten. Zahlreiche weitere Kirchen folgten diesem Beispiel.

„Wir freuen uns, dass so viele Gemeinden unserem Aufruf gefolgt sind und ihre Kirchtürme wieder für seltene Vogelarten wie Turmfalke und Schleiereule geöffnet haben. Die erfolgreiche Aktion ist ein schönes Beispiel dafür, dass das harmonische Zusammenleben von Mensch und Tier in unseren Städten möglich ist“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Schleiereulen oder Turmfalken nutzen Kirchtürme gerne als Nistplatzersatz für natürliche Bruthöhlen in Felsen oder Bäumen. Auch Fledermäuse finden oft einen geeigneten Unterschlupf in der Kirchturmspitze. Leider gehen solche Plätze bei Kirchturmsanierungen oft verloren – wenn zum Beispiel Einfluglöcher oder Brutnischen verschlossen werden oder Gitter zum Schutz gegen Tauben angebracht werden.

Mit der Aktion „Lebensraum Kirchturm“ möchte der NABU über naturschutzfreundliche Sanierungen informieren und die Gemeinden dazu ermutigen ihre Kirchtürme für die tierischen Bewohner zu öffnen.  Neben der Öffnung von Einfluglöchern steht vor allem der Einbau von Nistkästen im Vordergrund. Unterstützung und Beratung erhalten die teilnehmenden Kirchen dabei von der jeweiligen NABU-Ortsgruppe.

Spitzenreiter bei der „Wohnraumbeschaffung“ ist momentan Baden-Württemberg mit allein über 100 ausgezeichneten Kirchen, gefolgt von Rheinland-Pfalz mit 67 und Thüringen mit 49 tiergerechten Kirchtürmen. Die Aktion „Lebensraum Kirchturm“ wird auch in den kommenden Jahren fortgesetzt.

Quelle: NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.

Der Deutsche Tierschutzbund bietet viele Hilfen zum Thema Tier und Urlaub

Mittwoch, 14. Juli 2010

Immer mehr Tierheime beklagen die saisonalen Schwankungen – also die stark erhöhte Tieraufnahme in den Sommermonaten – wie eine aktuelle vom Deutschen Tierschutzbund in Auftrag gegebene Studie beweist. Die Urlaubszeit wird dabei von den Tierheimen als primärer Grund angegeben. Morgen beginnen die Sommerferien in NRW. Im bevölkerungsreichsten Land bekommen die Tierheime dementsprechend diese Schwankungen am stärksten zu spüren. Auch in vielen anderen Ländern wie Hessen, Rheinland-Pfalz, Brandenburg haben die Ferien mittlerweile begonnen. Der Deutsche Tierschutzbund bietet konkrete Hilfestellungen und Beratungsangebote, damit rund um das Thema Tier und Urlaub alles reibungslos klappt.

Mit den Beratungsangeboten des Deutschen Tierschutzbundes und der ihm angeschlossenen Tierschutzvereine werden jedes Jahr viele Tiere vor einem traurigen Sommer-Schicksal bewahrt. Mit der Aktion „Nimmst du mein Tier, nehm’ ich dein Tier“ gelingt es vielfach auch kurzfristig, „Tiersitter“ für die Urlaubszeit zu finden. Unter der Urlaubshotline 0228-60496-27 bekommen Tierhalter Tipps für die Tierbetreuung (Mo-Do von 10-18 Uhr; Fr 10-16 Uhr). Darüber hinaus verhilft das Urlaubs-Beratungstelefon des Deutschen Tierschutzbundes mit Informationen für die konkrete Reiseplanung zu einer guten Vorbereitung für den Urlaub mit den Haustieren. Der Verband rät allen Tierfreunden zudem, ihr tierisches Familienmitglied kennzeichnen und anschließend direkt kostenlos beim Deutschen Haustierregister® www.registrier-dein-tier.de eintragen zu lassen, um so für mehr Sicherheit zu sorgen.

Die Aufnahmekapazitäten der Tierheime sind zu Beginn der Ferienzeit oft an den Grenzen der Möglichkeiten. Gerade in den Sommerwochen steigen die Tierabgaben hauptsächlich urlaubsbedingt immer stark an. Immer wieder kommt es zu dramatischen Situationen, wenn Menschen ihr Tier aussetzen, weil sie es als „Last“ empfinden. Der Deutsche Tierschutzbund bittet daher alle, die sich für ein Tier als Familienmitglied interessieren, in die Tierheime zu gehen. Dort warten viele Hunde, Katzen und Kleintiere auf ein neues Zuhause. „Jedes Tier, das vermittelt wird, entlastet den Tierschutz und gibt einem Mitgeschöpf eine zweite Chance“, appelliert Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Tipps zur Beurteilung einer Tierpension sowie weitere Informationen rund um das Thema Tier und Urlaub finden Sie auch hier: http://www.tierschutzbund.de/urlaubs-hilfe_tiere.html

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

NABU: Die IWC verhandelt in Marokko über die Zukunft der Wale

Sonntag, 20. Juni 2010

Tschimpke: Deutschland muss sich für den Walschutz stark machen

Vom 21. bis zum 25. Juni findet in der marokkanischen Hafenstadt Agadir die Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission
(IWC) statt. Die 88 Mitgliedsstaaten verhandeln dann über den umstrittenen Kompromissvorschlag, der über die Zukunft des Gremiums und damit der Wale entscheiden wird. Legitimiert die IWC für eine Übergangszeit die kommerzielle Waljagd oder hat das Walfangmoratorium von 1986 Bestand.

Lange Zeit schien es, als würde das zuständige Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz dem faulen Kompromissvorschlag des IWC-Präsidenten Christian Maquiera folgen, der den Walfangnationen Japan, Island und Norwegen die Möglichkeit geben würde, Jahr für Jahr bis zu 1.400 Wale zu wirtschaftlichen Zwecken zu töten. Die massive Kritik zahlreicher Natur- und Umweltverbände sowie ein daraufhin formulierter fraktionsübergreifender Beschluss des Deutschen Bundestages, führten dazu, dass Deutschland dem vorgelegten Kompromiss nicht zustimmen und sich auch zukünftig für einen konsequenten Walschutz einsetzen will. Mehr als 7.400 Menschen beteiligten sich allein an der NABU-Protestaktion im Internet.

„Ein mögliches Ende des Walfangmoratoriums wäre eine weitere bittere Niederlage für den Artenschutz und ein fatales Signal im Internationalen UN-Jahr der Artenvielfalt“, sagte NABU Präsident Olaf Tschimpke. Nun gelte es für alle Walfanggegner in Agadir, für die Wale zu streiten und sich gegen die zu erwartenden politischen Attacken der Walfangnationen zu wehren.

Der bisherige Kompromiss sah vor, das bestehende kommerzielle Walfangverbot für zehn Jahre auszusetzen, um die verhärteten Fronten zwischen Walfanggegnern und Walfangbefürworten aufzubrechen und die IWC wieder beschlussfähig zu machen. Die nun formulierten und von Deutschland unterstützten Änderungen beinhalten ein Verbot der Jagd im antarktischen Schutzgebiet, ein Festhalten am Verbot des internationalen Handels mit Walprodukten sowie ein konkretes Enddatum aller kommerziellen oder wissenschaftlichen Walfangaktivitäten.

Quelle: NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.

Vorsicht beim Mähen von Wiesen und Weiden! Gefahren für Wildtiere durch geeignete Maßnahmen minimieren

Montag, 14. Juni 2010

Jedes Jahr sterben zahlreiche Wildtiere auf grausame Art und Weise. In den Messern landwirtschaftlicher Mähwerke werden sie regelrecht zerstückelt. Jetzt Mitte Juni sind besonders neugeborene Rehkitze gefährdet, da sie von den Ricken ins hohe Gras abgesetzt werden. Dort suchen sie die Jungtiere in den ersten Wochen nur kurz auf, um sie mit Nahrung zu versorgen. Der Deutsche Tierschutzbund appelliert an die Landwirte, durch umsichtiges Verhalten sicherzustellen, dass der grausame Tod von Jungtieren auf der Weide vermieden wird.

Für viele Wildtiere wie Rehe, Feldhasen und Bodenbrüter dienen Felder und Wiesen als Unterschlupf. Doch angesichts der immer früheren und intensiveren Mahd (Mähen) von Grünlandflächen und des Einsatzes von zum Teil sehr schnellen großen Landmaschinen sind die Tiere einer immensen Gefahr ausgesetzt. Tausenden von jungen Wildtieren werden durch die scharfen Klingen der Maschinen schwere Verletzungen zugefügt. Diese enden oftmals tödlich.

Der Verband appelliert daher an alle Landwirte, deren Landmaschinen noch nicht über entsprechende Sensoren zum Aufspüren von Wildtieren verfügen, vor dem Mähen die Felder gründlich zu begutachten und sicherzustellen, dass sich dort keine Tiere mehr aufhalten. Nester von Bodenbrütern können bei einer Begehung durch Förster oder Vogelkundler ausfindig gemacht und markiert werden. Auch die Wahl der Mähtechnik und die Schnitthöhe sind wichtige Faktoren, die es zu berücksichtigen gilt. Zudem ist es ratsam, Wiesen und Weiden immer von innen nach außen zu mähen, um Fluchtmöglichkeiten zu bieten. Am Tag vor dem Mähen können die Tiere durch Stangen mit flatternden Tüchern oder auch Blinklampen gewarnt werden. Die Muttertiere nehmen die Störung wahr und verlassen mit ihren Jungen das Feld. Vor dem Mähen können Tiere auch durch akustische Signale von den entsprechenden Wiesen vertrieben werden. Dazu eignen sich zum Beispiel Flatterbänder, die bei Wind entsprechende Geräusche machen. Im Handel sind darüber hinaus Schutzvorrichtungen für die Maschinen erhältlich, die zusätzlich helfen können, die Tiere vor einem qualvollen Tod zu bewahren.

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

Fragwürdige Auszeichnung für das Primatenzentrum

Mittwoch, 9. Juni 2010

Dem Deutschen Primatenzentrum DPZ in Göttingen, einem der größten Zentren für Tierversuche an Affen in Deutschland, wird am 7. Juni vom Verein „Deutschland – Land der Ideen“ der Titel „Ausgewählter Ort im Land der Ideen“ verliehen. Der Deutsche Tierschutzbund reagiert mit Unverständnis auf die Auszeichnung.

„Es ist unfassbar, dass ausgerechnet dieser Ort der Qual für Hunderte von Versuchsaffen ausgezeichnet wird“, empört sich Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Mit dieser Auszeichnung wirbt der Verein „Deutschland – Land der Ideen“  auf internationaler Ebene für Deutschland als einen führenden Standort für Wissenschaft und Innovation. Damit wird eine Einrichtung gewürdigt, in der Hunderte von Affen in Tierversuchen verbraucht werden. Sie werden mit tödlichen Krankheiten, z. B. BSE, Pocken oder AIDS, infiziert, an denen sie leiden und zugrunde gehen. Sie werden in Versuchen in schwere Angst versetzt, damit man Stressreaktionen oder Depressionen an ihnen erforschen kann. Man löst an ihnen mit Chemikalien künstlich Asthma aus.

Sowohl im DPZ als auch in der Bremer Universität bohrt man Affen den Schädel auf, pflanzt ihnen Elektroden ins Gehirn und zwingt sie dann jahrelang zur Mitarbeit an widernatürlichen Versuchen. Nicht zuletzt züchtet das Primatenzentrum Affen für Tierversuche mit dem Ziel, den „Bedarf“ an Versuchsaffen in ganz Deutschland zu decken. Auch wenn die Haltungsbedingungen im DPZ besser sein mögen als die in vielen anderen Zuchteinrichtungen, erwartet die Tiere, sobald sie erwachsen sind und zum Zweck des Tierexperiments verkauft werden, ein leidvolles Schicksal.

Es soll hier nicht verschwiegen werden, dass vom DPZ aus auch beobachtende Forschung in den Ursprungsländern der Primaten betrieben wird, bei der Tiere nicht leiden müssen. Aber die Qualen der Göttinger Versuchsaffen werden dadurch nicht gerechtfertigt. „Ein solches Zentrum abgrundtiefen Tierleides als Werbung für Deutschland auszuzeichnen, war ein spektakulärer Fehlgriff des Vereins. Stattdessen sollte man Einrichtungen wie z. B. das Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik auszeichnen, wo Alternativen zum Tierversuch entwickelt werden,“  meint  Wolfgang Apel abschließend.

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

Irreführung von Kindern durch „Unser Charly“

Mittwoch, 9. Juni 2010

Neue Studie unterstreicht Kritik des Deutschen Tierschutzbundes

Die ZDF-Serie „Unser Charly“ steht seit Jahren in der Kritik von Tierschutzorganisationen. Neben den zahlreichen Tierschutzproblemen hat der Deutsche Tierschutzbund auch immer wieder auf den verfehlten Bildungsauftrag des Senders verwiesen. Denn eine Vermenschlichung der Tiere ruft gerade bei Kindern ein völlig falsches Tierbild hervor. Eine heute vorgestellte Studie der Freien Universität Berlin zeigt, dass diese Kritik berechtigt ist.

Seit beinahe 15 Jahren zeigt das ZDF die Familiensendung „Unser Charly“. Mindestens 11 junge Schimpansen wurden für die Serie bisher „verbraucht“. Nach ihrer kurzen Einsatzzeit landen die Tiere in einer amerikanischen Auffangstation, von wo sie angeblich weitervermittelt werden. Neben den zahlreichen damit verbundenen Tierschutzaspekten wie der Trennung der Jungtiere von ihren Müttern, die tierschutzwidrige Dressur sowie die ungeklärte spätere jahrzehntelange Unterbringung, hat der Deutsche Tierschutzbund schon seit Jahren auch auf die Problematik der öffentlichen Darstellung dieser Tiere verwiesen.

Eine Forschungsgruppe des Instituts für Biologie, Humanbiologie und Anthropologie an der Freien Universität Berlin hat unter Leitung von Professor Carsten Niemitz nun untersucht, wie „Unser Charly“ die Wahrnehmung von Grundschulkindern beeinflusst. Die Ergebnisse zeigten eindeutig, dass die Kinder nach Ansehen der Serie Schimpansen für liebe Haustiere hielten, die gerne Menschen­kleidung tragen und ebenso gern mit Menschen zusammenleben. Bereits 2008 hatte eine amerikanische Studie gezeigt, dass die starke Präsenz von Schimpansen in Shows, Werbung und Fernsehserien dazu führte, dass befragten Personen ein völlig falsches Bild dieser Tiere vermittelt wurde.

„Das Beispiel zeigt deutlich, dass das ZDF mit „Unser Charly“ nicht nur den Tierschutz außer Acht lässt, sondern auch seinen Bildungsauftrag verfehlt“, so Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes in Bonn. „Wer Kindern vorgaukelt, Schimpansen seien zur Belustigung des Menschen da, handelt grob fahrlässig. Das ZDF muss eine Fortsetzung der Serie umgehend stoppen“, fordert Apel weiter. Der Sender hatte in der Vergangenheit betont, dass die kindgerechte Vermittlung und Aufbereitung von Tierschutzthemen eine unverzichtbare Aufgabe sei, der sich die Sendung „Unser Charly“ verschrieben habe. Dies ist nach Ansicht der Tierschützer nun eindeutig widerlegt. Derzeit laufen die Dreharbeiten zur 16. Staffel.

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

NABU rettet Tiere aus Privatzoo von kirgisischem Ex-Präsidenten Bakijew

Freitag, 4. Juni 2010

Miller: Schneeleopard, Bären und Greifvögel werden im Artenschutzzentrum versorgt

Der NABU hat zahlreiche Tiere, darunter einen Schneeleoparden und zwei Bären, aus dem Privatzoo des gestürzten kirgisischen Präsidenten Kurmanbek Bakijew aufgenommen und vorerst in einem Artenschutzzentrum in Karakol im Osten Kirgistans untergebracht. Den Tieren gehe es den Umständen entsprechend gut. Neben dem Schneeleoparden und den Isabell-Braunbären wurden insgesamt 23 Tiere, darunter vier Wölfe, zwei Steppenfüchse, ein Steinadler, ein Schmutzgeier sowie zwei Schwarzmilane, in Sicherheit gebracht.

Die Tiere waren von der Wildtierärztin und Direktorin des Artenschutzzentrums Karakol, Saltanat Seitova, Anfang Mai im Haus der Familie Bakijews in Jalalabad im Süden des Landes begutachtet worden.
„Die Tiere hatten vermutlich seit dem Umsturz nichts zu fressen bekommen. Zwei Schneeleoparden konnten bedauerlicherweise nicht mehr gerettet werden. Sie waren bereits verhungert. Die anderen Tiere wurden nach ihrer Entdeckung notgefüttert und jetzt in Begleitung der Staatsanwaltschaft und einer bewaffneten Spezialgruppe evakuiert und in Transportkäfigen nach Karakol gebracht“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Es sei nun abzuwarten, wie sich die politische Lage in Kirgistan entwickelt. Danach werde mit den zuständigen Behörden entschieden, was mit den Tieren geschehen soll.

„Dieser traurige Fund zeigt, dass Schneeleoparden und andere bedrohte Arten leider beliebte Trophäen für Privatzoos sind. Die Tiere wurden nicht artgerecht gehalten und waren nach der Flucht Bakijews sich selber überlassen. Es geht jetzt darum, mit den vor Ort zur Verfügung stehenden Mitteln, die Tiere bestmöglich zu versorgen, wofür wir noch dringend finanzielle Unterstützung benötigen“, so NABU-Expertin für internationalen Artenschutz Heike Finke.

Der NABU setzt sich mit seinem Schneeleoparden-Projekt in Kirgistan für den Schutz der Großkatzen ein. Der Schneeleopard ist in seinem gesamten zentralasiatischen Verbreitungsgebiet durch Wilderei und illegalen Handel von der Ausrottung bedroht. In Kirgistan leben nur noch etwa 350 Schneeleoparden, weltweit wird der Bestand auf rund 3.500 freilebende Tiere geschätzt.

Der NABU unterstützt die Arbeit des Artenschutzzentrums in der ostkirgisischen Stadt Karakol. Es beherbergt Tiere, die wegen zu langer Gefangenschaft oder starken Verletzungen nicht mehr ausgewildert werden können. Zurzeit leben dort 100 Tiere in 36 Arten.

Quelle: NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.

Mündliche Verhandlung zu Bremer Primatenversuchen: Tierschützer hoffen auf ausgewogenes Verfahren

Samstag, 29. Mai 2010

Am 28.05.2010 soll die mündliche Verhandlung über die Primatenversuche an der Universität Bremen vor dem Bremer Verwaltungsgericht beginnen. Der Vorsitzende des Bremer Tierschutzvereins und Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Wolfgang Apel, hofft auf ein ausgewogenes Verfahren. Gleichzeitig wirft er der Universität vor, die Öffentlichkeit gezielt zu täuschen. Hierzu veröffentlichen die Organisationen nun auch brisantes Material im Internet.

Tierschützer und Ethologen unterstreichen aber, dass den Affen in Bremen tatsächlich erhebliche und lang anhaltende Leiden zugefügt werden. Dies geht auch aus der behördlichen Ablehnung der Versuche hervor, welche Tierschutzbund und Bremer Tierschutzverein nun auf ihren Internetseiten öffentlich machen. Und selbst die Hirnforscherkollegen Kreiters haben mittlerweile eingeräumt, dass dessen Experimente gar nicht auf medizinische Anwendungen abzielen und solche auch in mehr als zehn Jahren Affenqual nicht erbracht haben. „Wir erwarten vom Bremer Verwaltungsgericht einen Prozess, bei dem alle Fakten – auch die den Affen zugefügten Leiden – gebührend gewürdigt werden. Dies muss ohne Ansehen von Personen und Institutionen geschehen. Bisher ist das Verfahren durch wiederholte Aufschübe gekennzeichnet. Es ist jetzt an der Zeit, dass ein Ende des Tierleids in Sicht kommt“, fordert Apel.

Kurz vor Prozessauftakt belegen der Bremer Tierschutzverein und sein Dachverband auch erneut, dass es die Universität bei der Auseinandersetzung um die umstrittenen Primatenversuche mit der Wahrheit nicht so genau nimmt. Als Reaktion auf eine Broschüre der Universität Bremen mit dem Titel „Vertrauen in Forschung“ präsentieren sie eine Veröffentlichung, in der die dort aufgestellten Behauptungen widerlegt werden. In den Internetauftritten der Organisationen wird in einer 28-seitigen Stellungnahme nahezu jede Aussage der Uni-Broschüre Punkt für Punkt entkräftet. „Ich halte es in diesem Zusammenhang für einen ausgemachten Skandal, dass die Universität gezielt Fakten verzerrt und verdreht – und das noch unter dem Deckmantel der Vertrauensbildung!“ konstatiert Apel. Unter anderem verweist er darauf, dass die Universität in der Broschüre behauptet, auf ihrer Internetseite ein „vollständiges Fachgutachten“, welches im Auftrag des Bremer Senats erstellt wurde, zur Verfügung zu stellen. In Wirklichkeit handelt es sich um ein Gesprächsprotokoll, aus dem die Universität alle kritischen Aussagen des einzigen fachlich kundigen Tierschutzvertreters entfernt hat. Der Vorgang erhält eine zusätzliche pikante Note, da Kreiter erst vor wenigen Wochen eine Unterlassungserklärung unterzeichnen musste, nachdem er der Sprecherin des Wissenschaftsausschusses der Bremer Bürgerschaft unterstellt hatte, sie ziehe ein Ende der Affenversuche der Heilung kranker Kinder vor.

Für Interviews vor Ort:
Wolfgang Apel und Roman Kolar stehen Ihnen am 28. Mai vor Ort für Interviews zur Verfügung. Beide sind Mitglieder der Ethikkommission, welche die Bremer Genehmigungsbehörde bei Tierversuchsgenehmigungen berät. Herr Kolar war ebenfalls Mitglied der vom Bremer Senat eingesetzten Expertenkommission zur Begutachtung der Forschungsarbeit Kreiters. Bitte wenden Sie sich an die Nummer 0228-60496-24.

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

Jubiläum: 10 Jahre Kampf für Straßentiere in der Ukraine/ 5 Jahre erfolgreiches Tierschutzprojekt Odessa

Mittwoch, 26. Mai 2010

Der Deutsche Tierschutzbund kämpft in Odessa in der Ukraine seit dem Jahr 2000 für ein besseres Leben der zigtausend Straßentiere. Vor fünf Jahren öffnete dann das Tierschutz- und Kastrationszentrum des Deutschen Tierschutzbundes in Odessa seine Türen.  Mit dem Konzept “Fangen, Kastrieren, Freilassen” haben die Tierschützer das qualvolle Fangen und das Töten der Straßentiere in Odessa beendet. Mit diesem Kastrationsprogramm verfolgt der Verband anschaulich das Prinzip der „Hilfe zur Selbsthilfe”. Denn der Versuch, durch den Transport von Straßentieren aus anderen Ländern nach Deutschland zu helfen, löst das offensichtliche Tierschutzproblem vor Ort nicht. Mithilfe des Projekts werden Hunde und Katzen medizinisch versorgt, geimpft, kastriert und anschließend an ihrem Herkunftsort wieder freigelassen. Erfreulicherweise können aber auch immer mehr Hunde und Katzen an Tierfreunde in Odessa vermittelt werden.  Zum Projekt in der Ukraine ist nun auch ein neuer Video-Podcast erschienen, der auf der Homepage www.tierschutzbund.de heruntergeladen werden kann.

„Durch die Unterstützung vieler Tierfreunde konnten wir tausende Straßentiere medizinisch versorgen, kastrieren und ihnen eine lebenswerte Zukunft geben“, freut sich Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Vor Beginn des Tierschutzprojekts wurden jährlich tausende Hunde qualvoll erstickt, weil man glaubte, nur so die große Zahl an Straßentieren reduzieren zu können. Doch die Fang- und Tötungsmethoden waren nicht nur brutal, sondern auch sinnlos: Die Lücken, welche die Hunde in ihren Revieren hinterließen, nahmen schnell nachrückende Tiere ein. Ein Teufelskreis.

Mehr als 25.000 Straßentiere konnten seit der Eröffnung des Tierschutz- und Kastrationszentrums behandelt werden. Nach der Kastration und einer Erholungsphase im Tierschutzzentrum, in der sie umfassende Pflege erhalten, werden sie wieder in ihr angestammtes Revier entlassen oder an Tierfreunde in Odessa vermittelt. Erfreulicherweise lassen auch immer mehr Tierhalter ihre eigenen Hunde und Katzen kastrieren, denn nur so lässt sich das Problem dauerhaft lösen.

Unter www.tierschutzbund.de/odessa_quiz.html ist ein Preisausschreiben zum Tierschutzprojekt zu finden. Ebenso wie der aktuelle Video-Podcast, der auch bei iTunes abgerufen werden kann.

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.