Artikel-Schlagworte: „Umwelt“

NABU fordert zum Tag des Verbraucherschutzes: Hände weg vom Saatgut!

Mittwoch, 16. März 2011

Miller: Bundesrat muss Nulltoleranz für Gentechnik in Landwirtschaft schützen

Die große Mehrheit der deutschen Verbraucher lehnt gentechnisch veränderte Pflanzen im Essen ab. Dennoch haben die Bundesländer Niedersachsen, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein einen Antrag in den Bundesrat eingebracht, um die strikte Reinhaltung von Saatgut aufzuweichen und Verunreinigungen unterhalb von 0,1Prozent künftig ohne Kennzeichnung zu dulden. „Die Nulltoleranz muss wirklich bei Null bleiben, sonst ist das der Anfang vom Ende der gentechnikfreien Landwirtschaft“, kritisiert NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Zum Tag des Verbraucherschutzes am Dienstag, 15. März, fordert der NABU die Ministerpräsidenten der Länder auf, den Antrag für die Duldung gentechnischer Verunreinigungen von Saatgut auf der Sitzung des Bundesrates am 18. März abzulehnen. „Wenn sie die Wahlfreiheit der Konsumenten, Landwirte und Züchter ernsthaft sichern wollen, dann müssen sie zuallererst das Saatgut vor Kontaminationen mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO) schützen. Denn das Saatgut steht am Anfang der  Lebensmittelkette, deshalb ist es auch volkswirtschaftlich geboten, dort für die größtmögliche Reinheit zu sorgen“, erklärt Miller.

Die Gefahren, die von einer Aufweichung der Nulltoleranz ausgehen, sind sehr real, erläutert Miller: „Konkret bedeutet eine Toleranz von 0,1 Prozent beispielsweise bei Raps, dass bis zu 500 unerkannter gentechnisch veränderter Rapspflanzen pro Hektar ausgebracht werden können. Und die werden sich selbstständig weitervermehren, auskreuzen und sich damit unerkannt in der Landschaft und Landwirtschaft etablieren können.“

Tatsächlich kommen jetzt schon die meisten GVO als Futtermittel nach Deutschland und landen auf dem Weg über die Tiermägen unerkannt auf unseren Tellern. Weltweit werden große Mengen an gentechnisch verändertem Mais und Soja als Tierfutter angebaut, die auch nach Europa gelangen. Doch nicht alle sind bei uns zugelassen. Deshalb hat der zuständige Ausschuss der EU-Mitgliedsländer im Februar dieses Jahres bereits die Aufhebung der Nulltoleranz für in der EU nicht zugelassene GVO bei Futtermitteln beschlossen. Nun sollen diese Regelungen auch für Saatgut gelten. „Das wollen die deutschen Verbraucher nicht, und das können wir auch im Interesse des Naturschutzes nicht hinnehmen“, betont Miller.

Quelle: NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.

Verbraucher zweifeln an Klimabilanz – das bleibt die Achillesferse von E10

Freitag, 11. März 2011

Tschimpke: Verfehlte Verkehrspolitik der Regierung treibt Teufel mit Beelzebub aus

„Es spricht Bände, dass beim „Benzingipfel” keine Umweltverbände beteiligt wurden”, kritisiert NABU-Präsident Olaf Tschimpke. „So ignoriert die Bundesregierung einmal mehr, dass die zweifelhafte Umweltbilanz für viele Verbraucher neben der Motorenverträglichkeit die Achillesferse des E10-Bezins ist.“ Vielen Autofahrern sei durchaus klar, dass der angebliche „Bio-Sprit“ in Konkurrenz zum Anbau von Lebensmitteln steht und dafür Wald-, Weide- oder Moorflächen in intensives Ackerland umgewandelt werden, sowie der Einsatz von Dünger und Pestiziden erhöht wird. „Die fragwürdige Klimawirkung von E10 ist ein wesentlicher Grund für die Skepsis der Verbraucher, aber die Bundesregierung ist offensichtlich nicht bereit, sich dem Problem zu stellen“, kritisiert Tschimpke.

Doch während die Unsicherheit über mögliche Schäden an den Fahrzeugen durch E10 schnell auszuräumen sind, bleiben die ökologischen Probleme bestehen. „Wir brauchen dringend Alternativen zu fossilem Benzin und Diesel, vor allem im Güter- und Flugverkehr“, fordert NABU-Verkehrsexperte Dietmar Oeliger. „Wenn jedoch die Anbausysteme und Nutzpflanzen enorme ökologische und soziale Kollateralschäden auslösen, wird die gesellschaftliche Akzeptanz von Biokraftstoffen dauerhaft verloren gehen.“ Statt den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben, müssten sowohl die Bundesregierung als auch die EU höhere ökologische Anforderungen an die Kraftstoffe stellen, fordert der NABU.

„Unter ausschließlicher Beteiligung von Politik, Industrievertretern und Autoclubs kann der Benzingipfel diese Probleme nicht aus der Welt schaffen“, betont NABU-Präsident Tschimpke. So ist der „E10-Rohrkrepierer“ für den NABU nur ein weiteres Indiz für eine verfehlte Klimaschutzpolitik im Verkehrsbereich. Zumal sich die Bundesregierung gegen tatsächlich schnell wirksame, effiziente und günstige Maßnahmen sperrt, wie die Einführung eines Tempolimits auf Autobahnen, oder eine stringente, auf den Verbrauch ausgerichtete Kfz-Steuer. „Erst Wasserstoff, jetzt Biosprit, bald Elektroantrieb – es reicht nicht, nur den einen Kraftstoff durch einen anderen auszutauschen“, unterstreicht der NABU.

Quelle: NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.

NABU und Grüne Liga bringen nachhaltigen Tourismus im Westkaukasus voran

Mittwoch, 9. März 2011

Internationale Tourismusbörse: Adygea stellt Ökoreisen ins Weltnaturerbegebiet vor

Die Umweltverbände NABU und Grüne Liga haben gemeinsam mit kaukasischen Partnern den Ökotourismus im Westkaukasus vorangebracht. Ziel des Projektes „Entwicklung von Ökotourismus im Weltnaturerbegebiet Westkaukasus“ ist, die Lebenssituation der lokalen Bevölkerung durch Tourismus-Einnahmen zu verbessern, ihre Akzeptanz für den Naturschutz zu steigern und gleichzeitig die Natur des UNESCO-Weltnaturerbegebietes zu erhalten. Mit dem Konzept setzt nun auch die Regierung der russischen Republik Adygea, in der sich das Gebiet größtenteils befindet, auf die Entwicklung des nachhaltigen Tourismus und stellt die Naturerlebnisreisen in den nordwestlichen Kaukasus als Schwerpunkt auf der morgen beginnenden Internationalen Tourismusbörse in Berlin vor.

Besonders an dem vom Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt geförderten Projekt ist, dass die betroffene lokale Bevölkerung von Anfang an in alle Entscheidungsprozesse miteinbezogen wurde. Außerdem gab es einen Projektwettbewerb, bei dem die Bewohner eigene Ideen zur Entwicklung des Ökotourismus in ihrer Heimat einreichen konnten. Die Realisierung der besten Ideen wurde finanziell unterstützt. Darüber hinaus wurde nach deutschem Vorbild ein Förderverein für den Naturpark „Bergiges Adygea“ gegründet, der sich nach Projektabschluss unter anderem um die Weiterentwicklung des nachhaltigen Tourismus im Weltnaturerbegebiet kümmern soll.

„Der Westkaukasus beherbergt den größten noch intakten Gebirgsurwald Europas und ist Heimat der letzten freilebenden Bergwisente“, sagte NABU-Vizepräsident Thomas Tennhardt. Mit der Entscheidung der adygeischen Regierung erführe das Weltnaturerbegebiet nun endlich die Wertschätzung, die ihm als Naturgebiet vom internationalen Rang gebühre.
„Dass die Menschen, die dort leben, dennoch ihren Lebensunterhalt bestreiten können, ist im Rahmen einer nachhaltigen Entwicklung möglich“, so Tennhardt weiter. Während die Natur am Kaukasus-Südhang unwiederbringlich der Olympia-Infrastruktur für die zweiwöchigen Winterspiele 2014 weichen muss, soll der sanfte Ökotourismus den Menschen am adygeischen Nordhang noch lange Einkommensmöglichkeiten bieten.

Quelle: NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.

Die NAJU ruft kleine Naturforscher bundesweit zum Kinderwettbewerb „Erlebter Frühling“ auf

Montag, 7. März 2011

Die Naturschutzjugend (NAJU) im NABU lädt anlässlich des astronomischen Frühlingsbeginns am 21. März alle Kinder ein, die ersten Frühlingsboten zu suchen. Schulklassen, Kindergärten und Familien sind aufgerufen, sich an der Aktionswoche vom 21. bis 27. März zu beteiligen und die diesjährigen Frühlingsboten zu erforschen: den Apfelbaum, die Bänderschnecke, den Igel und den Gartenrotschwanz – NABU-Vogel des Jahres 2011. Tipps für Spiele und Aktionen finden alle Frühlingsforscher auf der Homepage zum Wettbewerb.

Guido Hammesfahr, der Schirmherr des Wettbewerbs und Schauspieler der ZDF-Kinderserie „Löwenzahn“, fordert die Kinder auf: „Taucht ein in die Welt der Frühlingsboten und zeigt, dass ihr kreative Naturforscher seid!“. Alle Einsendungen zur Aktionswoche, die bis zum 31. März 2011 bei der NAJU eingehen, haben die Chance auf einen Sonderpreis: Freikarten für Guidos neuen Film „Löwenzahn – das Kinoabenteuer“, der am 12. Mai startet. Es wird jeweils ein Sonderpreis in der Kategorie „Schulklasse“ (Kinofreikarten für alle Schüler), „Kindergruppe“ (Kinofreikarten für alle Kinder der Kindergruppe) und „Einzeleinsendung“ (Familienpaket bestehend aus vier Freikarten) verliehen. Auf die Gewinner der Kategorie „Kindergarten“ wartet ein Überraschungspaket.

Nach der Aktionswoche läuft der Wettbewerb „Erlebter Frühling“ noch bis Ende Mai weiter. Achtung, Einsendungen zur Aktionswoche haben eine doppelte Gewinnchance! Sie gehen auch in die Gesamtwertung zum Wettbewerb ein. Einsendeschluss ist hier der 28. Mai 2011. Zu gewinnen gibt es tolle Preise wie Zelte, Rucksäcke und Slacklines.

Für eine Teilnahme am Wettbewerb schicken die Kinder ihre Beobachtungen und Erlebnisse in Form von gemalten Bildern, Forschertagebüchern, Geschichten, Fotos oder Filmen unter dem Stichwort „Erlebter Frühling“ an die NAJU Bundesgeschäftsstelle, Charitéstraße 3, 10117 Berlin.

Für nur 8,- Euro erhalten Interessierte das Aktionspaket zum Erlebten Frühling mit pädagogischen Begleitmaterialien. Es umfasst ein Aktionsheft zu jedem Frühlingsboten mit Spiel- und Forschertipps, Forscherkarten für Kinder, Postkarten zu den Frühlingsboten sowie ein Poster. Mehr Infos und Bestellungen auf www.erlebter-fruehling.de.

Der „Erlebte Frühling“ ist das Markenzeichen der NAJU und zugleich Deutschlands ältester Kinderwettbewerb im Umweltbereich. Seit 1984 nehmen jedes Jahr Tausende kleiner Naturforscher mit phantasievollen Beiträgen an dem Wettbewerb teil und lernen so Pflanzen und Tiere vor ihrer eigenen Haustür kennen.

Quelle: NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.

Gemeinsam für eine gute Sache

Freitag, 4. März 2011

Arla begleitet das NABU-Projekt „Kinder entdecken die Natur“

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) e. V. und seine Kinder- und Jugendorganisation, die Naturschutzjugend (NAJU), möchten mit Unterstützung von Arla Foods Kinder dafür begeistern, sich wieder stärker für den Schutz und den Erhalt der Natur einzusetzen. Der Startschuss für das Projekt fällt im Frühjahr 2011. Mit der Initiative macht Arla seine Unternehmensphilosophie „Der Natur ein Stück näher” unmittelbar erlebbar. Sie beginnt mit der bisher größten Handelspromotion der Dachmarke Arla und mündet im Herbst in eine bundesweite Aktionswoche für Kinder.

Die Erstellung von spannendem Aktionsmaterial für Kindergärten und Schulen ist Teil des Projekts. Es wird von Umweltpädagogen der NAJU zusammen mit Kinder- und Jugendgruppenleitern erstellt und bündelt Anregungen, Informationen und Anleitungen für Experimente, Spiele und Aktionen in der Natur. Die Kinder werden aufgerufen, in die Natur zu gehen, um Tiere zu beobachten und zu erforschen, Pflanzen zu entdecken und sich für ihren Schutz stark zu machen. Höhepunkt des Projekts ist eine bundesweite Aktionswoche im Herbst 2011, bei der Tausende von Kindern an spannenden Erlebnissen in der Natur teilnehmen, um so „der Natur ein Stück näher“ zu kommen.

Kinder im Fokus des Engagements
„Wir möchten Kinder wieder für die Natur begeistern“, begründet Matthias Brune, Marketing Director bei Arla Foods, das Engagement. „Im Zeitalter der digitalen Medien ersetzen Computer und Co. immer mehr Aktivitäten in der Natur. Wir möchten Kindern wieder einen Bezug zur Natur vermitteln – mit diesem Projekt genauso wie mit unseren Produkten.“ Der Journalist und Autor Richard Louv hat in seinem Buch „Last Child in The Woods“ wissenschaftliche Untersuchungen zusammen getragen, die zeigen, dass sich Kinder zunehmend von der Natur entfremden. Dies könne sogar zu ernst zu nehmenden Folgen für die körperliche und seelische Gesundheit führen. Die Umweltbildung von Kindern zu unterstützen ist Arla deshalb ein besonderes Anliegen.
Während der Aktion sind im Handel von April bis Juni 2011 15 Millionen Aktionspackungen der Produkte Arla Kærgården, Arla Buko, Arla Finello sowie der Hart- und Schnittkäse-Scheiben von Arla erhältlich. Mit jeder gekauften Aktionspackung unterstützen die Verbraucher das Projekt.

Starke Partner für ein starkes Projekt
„Mit der NAJU haben wir den idealen Partner für unser Vorhaben gewonnen. Die Erfahrung und Kompetenz sowie die bundesweite Vernetzung erweisen sich in allen Schritten der Projektplanung als sehr hilfreich“, so Matthias Brune. Umgekehrt ist die NAJU von Arla überzeugt: „Wir freuen uns, dass Arla es uns ermöglicht, dieses wichtige Projekt umzusetzen und so dazu beiträgt, Kindern die Natur wieder näher zu bringen“, so Hanna Piotter, Geschäftsführerin der NAJU.

Quelle: NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.

Greenpeace-Aktivisten protestieren auf AKW Neckarwestheim

Montag, 28. Februar 2011

Atomaufsicht verschleppt erforderliche Nachrüstungen und gefährdet Bevölkerung

Greenpeace-Kletterer entrollen in diesen Minuten am Kühlturm des AKW Neckarwestheim ein 500 Quadratmeter großes Transparent mit der Aufschrift “Atomkraft schadet dem Ländle”. Die Aktivisten protestieren damit gegen die mangelhafte Atomaufsicht in Baden-Württemberg. Der Reaktor Neckarwestheim 1 hat im Januar eine Laufzeitverlängerung von acht Jahren erhalten, ohne dass dringend notwendige Sicherheitsnachrüstungen vorgenommen wurden, die der Betreiber beantragt hatte. Die unabhängige Umweltorganisation Greenpeace fordert die sofortige Abschaltung des AKW.

“Neckarwestheim 1 ist unsicher und veraltet. Über Jahre hinweg wurden notwendige Sicherheitsnachrüstungen von Umweltministerin Tanja Gönner verschleppt und entsprechende Anträge verheimlicht”, sagt Tobias Riedl, Atomexperte von Greenpeace. “Man hat den Eindruck, dass die Kehrwoche in Baden-Württemberg schärfer kontrolliert wird als die Sicherheit von Atomkraftwerken. Die Ministerin muss den Menschen endlich die Wahrheit über den Zustand des Meilers sagen.”

In der vergangenen Woche hatte Greenpeace ein Schreiben von EnBW an das Landesumweltministerium Baden-Württemberg veröffentlicht. In diesem Dokument stellt der Betreiber des Reaktors schon 2007 einen Antrag auf Sofortvollzug verschiedener Sicherheitsnachrüstungen für Neckarwestheim 1, da diese Maßnahmen “im öffentlichen Interesse” und “zwingend erforderlich” seien. Der Antrag liegt Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) seit 41 Monaten vor, ohne dass die Maßnahmen umgesetzt wurden.

Widersprüchliche Reaktionen aus dem Umweltministerium

Umweltministerin Gönner bestätigte am 16. Februar, dass es Sicherheitsmängel in Neckarwestheim1 gibt. Deshalb forderte sie vom Betreiber ultimativ eine Nachrüstliste. Gleichzeitig bleibt völlig unklar, wieso Gönner den ihr seit Jahren vorliegenden EnBW-Nachrüstantrag verschleppt. “Bei Gönners Atomaufsicht scheint etwas faul zu sein. Sie muss die Widersprüche sofort aufklären und die ihr offensichtlich vorliegende Mängelliste des Reaktors veröffentlichen”, sagt Riedl.

Beim Rückkauf der EnBW-Anteile durch das Land hat sich Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) in eine Zwickmühle gebracht: Ohne Gewinne aus dem abgeschriebenen Meiler Neckarwestheim wackelt die Finanzierungsstrategie, mit der EnBW-Dividende die Zinsen für zwei Milliardenanleihen zu decken. Teure Sicherungsmaßnahmen oder die Stilllegung des Reaktors würden die Dividende schmälern. “Frau Gönner scheint unter dem Druck zu stehen, die Kosten in Neckarwestheim zu minimieren. Aber die Sicherheit der Bürger darf nicht Opfer des Dividendendrucks werden”, so Riedl.

Block 1 des Atomkraftwerks Neckarwestheim ist der erste Reaktor, der die verlängerten Laufzeiten nutzt. Im Januar hatte er die im rot-grünen Ausstiegsvertrag vereinbarten Reststrommengen aufgebraucht. Der Meiler ist der zweitälteste Deutschlands und besonders unsicher, da er bauartbedingt erhebliche Sicherheitsmängel aufweist. So ist er beispielsweise wegen seiner nur wenige Zentimeter dünnen Reaktorhülle nicht ausreichend gegen einen Flugzeugabsturz geschützt.

Quelle: fair-NEWS.de

Gartenoasen schaffen für den Vogel des Jahres

Mittwoch, 23. Februar 2011

NABU und LBV rufen zur Mitmachaktion für den Gartenrotschwanz auf

Der Gartenrotschwanz braucht Hilfe. Der NABU und sein bayerischer Partner Landesbund für Vogelschutz (LBV) rufen darum Naturfreunde auf, dem Vogel des Jahres eine „GARTENrotschwanzOASE“ zu schaffen. Wie dem kleinen Sänger mit dem ziegelroten Schwanz und der orangefarbenen Brust am besten zu helfen ist, beschreibt der NABU in einem Aktionsheft und auf www.vogel-des-jahres.de. Ziel der Aktion „GARTENrotschwanzOASEN“ samt Gewinnspiel ist es auch, Rotschwanzbeobachtungen und Gartenerfolge für eine bundesweite Auswertung zu sammeln. Teilnehmen kann jeder, der einen Garten hat und sich für die Vogelwelt einsetzt oder künftig einsetzen möchte. Zu gewinnen gibt es unter anderem eine professionelle Gartenberatung durch den renommierten Naturgärtner Reinhard Witt.

„Der Gartenrotschwanz war früher recht häufig, doch mittlerweile ist er in vielen Regionen selten geworden“, erläutert NABU-Vogelschutzexperte Markus Nipkow das Problem. „Seine Bestände sind ebenso zurückgegangen wie die Zahl großer, vielfältiger Naturgärten und abwechslungsreicher Streuobstwiesen.“ Denn der zierliche Singvogel ist anspruchsvoller als sein naher Verwandter, der viel häufigere Hausrotschwanz: Gefragt sind hochgewachsene Obstbäume, Sitzwarten und eine abwechslungsreiche Landschaft.

Lebensräume, in denen sich der Gartenrotschwanz wohl fühlt, können mit einfachen Mitteln selbst geschaffen werden. So hilft es oft schon, einen Nistkasten aufzuhängen, heimische Blumen, Sträucher und Bäume zu pflanzen und auf Gifte wie künstlichen Dünger und Chemikalien zu verzichten. „Mit Maßnahmen wie diesen tut man nicht nur dem Gartenrotschwanz etwas Gutes“, so LBV-Artenschutzexperte Andreas von Lindeiner. „Auch viele andere Tiere profitieren von der Oase, zu der ein Garten durch wenige Maßnahmen werden kann.“

Quelle: NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.

Greenpeace veröffentlicht Gesetzentwurf für CO2-Speicherung

Montag, 21. Februar 2011

Analyse zeigt: Länderaustiegsregelung nicht rechtsverbindlich

Greenpeace veröffentlicht heute den bislang unter Verschluss gehaltenen Gesetzentwurf zur Endlagerung von Kohlendioxid. Er kann ab sofort auf der Internetseite der Umweltschutzorganisation heruntergeladen werden. Der neue Entwurf von Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) beinhaltet eine Sonderregel, die es Ländern ermöglichen soll, einzelne Regionen von der CO2-Endlagerung auszuschließen. Um die Formulierung wurde monatelang gerungen. Das Ministerium wertet den Entwurf als Durchbruch. Nach der Analyse von Greenpeace besteht für den Ausschluss der CO2-Verpressung in einzelnen Bundesländern jedoch keine Rechtssicherheit. Greenpeace fordert Umweltminister Norbert Röttgen auf, den Gesetzentwurf zurückzuziehen und ein Kohleausstiegsgesetz auf den Weg zu bringen.

“Der neue Gesetzentwurf von Minister Röttgen ist ein fauler Kompromiss, der den Bürgern in Schleswig-Holstein und Niedersachsen nicht hilft, CO2-Endlagerung vor ihrer Haustür zu verhindern. Gleichzeitig werden die Menschen in Brandenburg zu Versuchskaninchen gemacht.” erklärt Greenpeace Klimaexperte Karsten Smid. Der Gesetzentwurf macht dort den Weg für die erste Anlage zur CO2-Verpressung frei. In Beeskow und Neutrebbin plant Vattenfall, CO2 aus einer Versuchsanlage in Jänschwalde zu verpressen. “Die Methode Röttgen heißt: Erst vollendete Tatsachen schaffen und dann mit viel öffentlichem Getöse mit den Bürgern in einen Scheindialog treten. Das ist unglaubwürdig und durchschaubar.”

In dem 90-seitigen Gesetzentwurf sind einzelne Passagen, die einen Länderausstieg regeln, rot markiert. Darin heißt es in Paragraf 2 Absatz 5: “Die Länder können durch Landesgesetz die Gebiete bestimmen, in denen die Erprobung und Demonstration der dauerhaften Speicherung zulässig ist.” Für die Verabschiedung eines entsprechenden Landesgesetzes, das die CO2-Endlagerung untersagt, bleibt den Ländern drei Jahre Zeit. Die Formulierungen im Gesetzentwurf schließen damit keineswegs eine CO2-Endlagerung in den Bundesländern Schleswig-Holstein und Niedersachsen aus. Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) und David McAllister (CDU) lösen damit ihren Bürgern gegebene Versprechungen nicht ein.

Ein Kohleausstiegsgesetz muss den Ausstieg aus der Kohleverstromung regeln

Greenpeace fordert Umweltminister Röttgen auf, statt eines Gesetzes zur CO2-Endlagerung den Ausstieg aus der klimaschädlichen Kohleverstromung in einem Kohleausstiegsgesetz vorzuschreiben. Hierin muss ein exakter Zeitplan für einen Ausstieg aus der klimaschädlichen Kohleverstromung bis 2040 enthalten sein.

Greenpeace hält die Risiken der CCS-Technik für unkalkulierbar. So ist die Haftung der Industrie bei möglichen Leckagen derzeit auf 30 Jahre beschränkt. Die Langzeitsicherheit über 10.000 Jahre ist nicht gewährleistet. Zudem muss eine unabhängige Stelle für die Umsetzung des Gesetzes zuständig sein. Bislang soll dies die Bundesanstalt für Geowissenschaften übernehmen. Die als industrienah geltende Behörde hatte Informationen zu möglichen CO2-Endlagern unter Verschluss gehalten. Greenpeace hatte die Daten der Bundesanstalt am vergangenen Sonntag veröffentlicht.

Quelle: fairNEWS.de

Rettung der Serengeti rückt näher

Mittwoch, 2. Februar 2011

Weltbank plant Finanzierung einer Umgehungsstraße

Die tansanische Regierung plant eine 53 Kilometer lange Schnellstraße mitten durch die Serengeti. Die Auswirkungen auf die Tierwanderungen und damit das Ökosystem des Nationalparks wären fatal. Die Lösung ist eine Umgehungsstraße, die bisher jedoch nicht finanzierbar war. Nun schaltet sich die Weltbank ein und bietet der tansanischen Regierung an, mit ihr an der Finanzierung einer südlichen Umgehungsstraße zu arbeiten. „Eine solche Ausweichlösung würde nicht nur die Serengeti verschonen, sondern auch mehr Menschen in dicht bewohnten Randgebieten der Serengeti an Handelsorte und Straßennetze anbinden“, begrüßte NABU-Vizepräsident Thomas Tennhardt die Planungen.

Der ursprüngliche Verlauf der Serengeti-Schnellstraße hat von Beginn an heftigen Widerstand bei Wissenschaftlern, Naturschutzorganisationen und der Öffentlichkeit hervorgerufen. Sie würde rund zwei Millionen Huftiere auf ihrer Suche nach Wasser und Nahrung von ihren lebensnotwendigen Trockenzeit-Weidegründen abschneiden. Die alternative Südroute jedoch sollte sowohl die sensiblen Gebiete des Nationalparks, als auch das Land der letzten 400 Hadza, einem ursprünglich lebenden Stamm, umgehen.

„Der regelmäßige Puls der Massenwanderung von Zebras und Gnus ist der Herzschlag der Serengeti“, sagte NABU International-Artenschutzexpertin Barbara Maas. „Die geplante Straße hätte verheerende Folgen für die biologische Vielfalt der Serengeti, die von den Gnuwanderungen abhängt. Die Initiative der Weltbank ist eine Rettungsleine, bei der die Menschen und Tiere Tansanias gewinnen.“

NABU International unterstützt ein Projekt zum Schutz von Elefanten und anderen Wildtieren vor Wilderei in der Maasai Mara, dem nördlichen Ausläufer der Serengeti in Kenia. Außerdem ist der Verband Partner des Films „Serengeti“, der ab dem 3. Februar in den Kinos läuft und dem Zuschauer mit atemberaubenden Aufnahmen das Wunder der Serengeti vor Augen führt. Zur Premiere am 31. Januar in der Urania in Berlin ist der NABU International mit Artenschutzexpertin Barbara Maas vor Ort.

Quelle: NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.

NABU fordert größere Anstrengungen beim Schutz der Feuchtgebiete

Mittwoch, 2. Februar 2011

Ramsar-Konvention setzt Maßstäbe / Umsetzung mangelhaft

Zum morgigen Welttag der Feuchtgebiete forderte der NABU ein stärkeres Engagement der Politik zum Schutz dieser bedrohten Lebensräume. Auch wenn mit der Ramsar-Konvention über Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung vor 40 Jahren eines der ersten internationalen Naturschutzabkommen unterzeichnet wurde, bleibt die Bilanz unter dem Strich dürftig. So sind zwar in Deutschland heute 34 Ramsar-Gebiete gemeldet, die Erfahrung zeigt jedoch, dass der Schutzstatus allein nicht für eine dauerhafte Sicherung dieser Lebensräume ausreicht.

„Wer sich den Erhalt der biologischen Vielfalt auf die Fahne schreibt, muss den Feuchtgebietsschutz ernst nehmen. Trotz 40 Jahre Ramsar-Konvention hält der Verlust dieser wertvollen Ökosysteme weiter an: heute sind 95 Prozent der heimischen Moore entwässert oder zerstört“, so NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Für einen effektiven Schutz ist insbesondere eine Neuausrichtung in der Landwirtschaft notwendig. Großflächig wirkende Eingriffe in den Landschaftswasserhaushalt und anhaltend hohe Nährstoffeinträge bedrohen die Feuchtgebiete nach wie vor. Die in der Ramsar-Konvention geforderte nachhaltige und ökologische Nutzung findet in diesen wertvollen Schutzgebieten nur selten statt.

Stand zunächst der Schutz von Lebensräumen insbesondere bedrohter Vogelarten im Fokus der Bemühungen, so wird die Bedeutung der Feuchtgebiete zunehmend im Zusammenhang mit Klimaveränderungen deutlich. Mittlerweile besteht darüber Konsens, wie vielfältig die Funktionen der Feuchtgebiete sind. Sie leisten in den Auen nicht nur einen wesentlichen Beitrag zum Hochwasserschutz, auch für die Grundwasserneubildung sind sie unverzichtbar. Moore gelten zudem als die effektivsten Ökosysteme in der Kohlenstoffspeicherung und spielen damit eine wichtige Rolle für den Klimaschutz. Problematisch ist jedoch ihre anhaltende Entwässerung und Nutzung. Dadurch gehen nicht nur wertvollste Lebensräume verloren, sondern es werden auch große Mengen an klimaschädlichen Gasen freigesetzt. Allein in Deutschland machen diese fünf Prozent der Gesamtemissionen aus.

„Es wird höchste Zeit, dem Schutz und der Renaturierung unserer Feuchtgebiete im Interesse des Klima- und Naturschutzes eine deutlich höhere Priorität einzuräumen“, so Tschimpke.

Quelle: NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.